Wertepluralismus-Wertechaos?
(Schluss)
Im Sport unterwerfen sich die Teilnehmer Regularien und Sanktionen
um höherer Werte, Ziele, Nutzen willen.
Denn die Verselbständigung eines Leistungsprinzips,
das nicht an ethische Normen gebunden wäre,
führte zu einer instrumentalisierenden, degradierenden, entwertenden
Herabsetzung des Menschseins, der Menschenwürde.
Das Sieges-Ziel und seine Wertschätzung rechtfertigt nicht jedes Mittel
und jeden Eingriff in die körperliche Unversehrtheit.
'Die physische Natur tritt dem Menschen im Sport zugleich als Bedingung(Kondition)
und als Grenze seines Vermögens gegenüber.
Im Sport feiert der Mensch mit seinen physischen Fähigkeiten zugleich die Grenze dieser Fähigkeiten
- und damit die Grenze seiner Macht über sich und die Welt.
Doping bedeutet die Missachtung der sportlichen Tätigkeit als solcher.
Wer dopt, negiert die Grenzen seines eigenen Vermögens,
will also nicht wahr haben und im Vollzug der Leistung auch nicht wahr nehmen,
dass in der möglichen positiven Erfahrung dieser Grenze
der ganze Sinn(MZPTLK: nicht der ganze, aber wohl der Haupt-Sinn) der sportlichen Tätigkeit liegt.'
(Seel)
Der Sportler will sein Höchstes, sein Bestes, Erfüllung, Vollendung, Perfektion, Glück.
Der Doper erreicht das nicht.
Er hat die Doping-Barriere dazwischen.
Damit gibt er seine eigene Subjektivität, seine Identität auf
und damit seine Integrität.
Und: ist dem Trainer das Ein- und Fort-Kommen und das 'Erfolgs'-Erlebnis wertvoller
als die körperliche Integrität der Athleten?
Ist dem Verein..., dem Verband..., der Gesellschaft..., den Medien..., den Zuschauern
'ihr' Erfolg wichtiger und wertvoller...?
Beim Schach ist die Dame wertvoller als die anderen Figuren,
weil sie mehr ausrichten kann.
Beim Basketball gibt es most valuable player und more valuable player,
weil sie - durch alle Kriterien - mehr Wirkung haben als andere.
Was bestimmt den Wert eines Sportlers?
Nur die physische Leistung?
Je grösser diese wird,
desto grösser muss auch die mentale und charakterliche Leistung sein.
Der Wert(die Freiheit), die Würde des Menschen besteht vor allem darin,
ja oder nein sagen zu können.
Dafür braucht man Kriterien, Wert-Schätzung, Prioritäten.
Wenn wir uns zwischen Werten entscheiden,
können wir bewusst und begründet Handlungsoptionen wählen.
Wenn es keine Werte gäbe, würden wir orientierungslos in alle möglichen Handlungsoptionen taumeln,
die uns und anderen oft nicht gut täten.
Wir hätten unsere Freiheit und unsere Würde verloren.
Nun ergibt sich aus technischem Fortschritt, Wissensexplosion, Mobilität, Globalisierung,
Kommunikationstechnik, IT, KI, usw. eine unübersehbare Vielzahl von Handlungsoptionen,
die mittels der antiken Ethik nicht annähernd analysiert und gelöst werden können.
Hegel: 'Wohin sich Sittlichkeit entwickelt, ist nicht vorhersehbar.
Macht, Einfluss, Motivation entscheidet.'
Moral erwächst aus der menschlichen Gesellschaft,
um Regeln des gedeihlichen Zusammenlebens zu generieren.
Tugendhat: 'Moralische Gefühle sind nur vor dem Hintergrund des Bedürfnisses,
in einer Gemeinschaft akzeptiert zu werden, entwickelbar.
Dazu ist erforderlich, sich in die Normen einer Gemeinschaft integrieren zu wollen,
dies als einen wesentlichen Faktor eines guten Lebens anzusehen
und als einen konstitutiven Faktor der eigenen Identität anzunehmen.'
Das gilt für Doper ebenso wie für Migranten.
Ein reflektierter, kritischer, mündiger Mensch gibt sich nicht mit
impulsiven, oberflächlichen, sinnarmen/-leeren Wünschen
unteren Levels für seine Lebensgestaltung zufrieden.
Er entwickelt ein Wertesystem, von dem aus er sich und die Welt selbständig kritisch hinterfragen kann,
und damit entwickelt er seine Persönlichkeit, sein Selbst und seine Freiheit.
Was ist motivierender?
Selbst-Optimierung und Selbst-Verwirklichung ohne Werte
bedeutet Egoismus und Narzissmus.
Wenn Jemand die Werte, die sein Verstand ihm anbietet,
nicht umsetzen will oder kann, gerät er in Unfreiheit.
Wenn wir zum Beispiel auf eine Medienberichterstattung im Sport hereinfallen,
in der nur noch der Sieger zählt, verfallen wir einer pervertierten Heldenkultur
mit allen katastrophalen Folgen.
Lässt die mediale Operationslogik und der Voyeurismus und die Sensationsgeilheit der Zuschauer
überhaupt sachliche, objektive, kritische Berichterstattung zu?
Haben nicht vielmehr die auf Action, Gags, Sensationen und sogar Fakes getrimmten Medien
vieeel grössere Einschaltquoten?
'Die Faszination des Sports liegt nicht im objektiven Verlauf des Wettkampfs,
sondern darin, dass da Menschen sind, die kämpfen, leiden, jubeln und trauern,
die am Boden zerstört sind und im Himmel schweben
- und die Fans mit ihnen.
Sportberichterstattung lebt nicht von harten Fakten, sondern von Geschichten,
und das ist in Ordnung, solange man die Geschichten nicht mit den Fakten verwechselt.'
(T. Hürter)
So bastelt sich jeder seine eigene Wert-Hierarchie zurecht,
je nach Laune, Lebenssituation, ökonomischen Erfordernissen, egoistischen Präferenzen oder sozialen Opportunitäten,
manchmal auch sogar nach höheren Werten(wenn er es sich erlauben zu können meint)
Quod erat demonstrandum...
Also gibt es keine allgemeingültige Wertehierarchie,
kein allgemeingültiges Verständnis von Verantwortung?
Beides reine Interpretations-Konstrukte?
Das sagen viele Philosophen,
MZPTLK ist natürlich wieder mal anderer Meinung.
Keinen Streit dürfte es über die grundsätzliche Bedeutung von Werten für Ethik, Moral und Handeln geben.
'Allgemein wird das als Wert angesehen,
was nach individueller und kollektiver Einschätzung
als erstrebenswert, gut, bereichernd, beglückend und fördernd gilt.'
(Beirer)
Sittliche Werte sind Gesinnungen, Überzeugungen, Einstellungen und tugendhafte Handlungen,
an denen wir uns orientieren.
Denkfaulheit, unkritische Anpassung, Desinformation
oder sogar 'werte'-Indoktrination in Richtung Menschen-verachtender Fanatismus
führen zu destruktiven Verirrungen.
Wie wir eine allgemeingültige Grundlage einer Werte-Hierarchie
gewinnen können,
wird im letzten Teil zu Weihnachten gezeigt.
(Schluss)
Im Sport unterwerfen sich die Teilnehmer Regularien und Sanktionen
um höherer Werte, Ziele, Nutzen willen.
Denn die Verselbständigung eines Leistungsprinzips,
das nicht an ethische Normen gebunden wäre,
führte zu einer instrumentalisierenden, degradierenden, entwertenden
Herabsetzung des Menschseins, der Menschenwürde.
Das Sieges-Ziel und seine Wertschätzung rechtfertigt nicht jedes Mittel
und jeden Eingriff in die körperliche Unversehrtheit.
'Die physische Natur tritt dem Menschen im Sport zugleich als Bedingung(Kondition)
und als Grenze seines Vermögens gegenüber.
Im Sport feiert der Mensch mit seinen physischen Fähigkeiten zugleich die Grenze dieser Fähigkeiten
- und damit die Grenze seiner Macht über sich und die Welt.
Doping bedeutet die Missachtung der sportlichen Tätigkeit als solcher.
Wer dopt, negiert die Grenzen seines eigenen Vermögens,
will also nicht wahr haben und im Vollzug der Leistung auch nicht wahr nehmen,
dass in der möglichen positiven Erfahrung dieser Grenze
der ganze Sinn(MZPTLK: nicht der ganze, aber wohl der Haupt-Sinn) der sportlichen Tätigkeit liegt.'
(Seel)
Der Sportler will sein Höchstes, sein Bestes, Erfüllung, Vollendung, Perfektion, Glück.
Der Doper erreicht das nicht.
Er hat die Doping-Barriere dazwischen.
Damit gibt er seine eigene Subjektivität, seine Identität auf
und damit seine Integrität.
Und: ist dem Trainer das Ein- und Fort-Kommen und das 'Erfolgs'-Erlebnis wertvoller
als die körperliche Integrität der Athleten?
Ist dem Verein..., dem Verband..., der Gesellschaft..., den Medien..., den Zuschauern
'ihr' Erfolg wichtiger und wertvoller...?
Beim Schach ist die Dame wertvoller als die anderen Figuren,
weil sie mehr ausrichten kann.
Beim Basketball gibt es most valuable player und more valuable player,
weil sie - durch alle Kriterien - mehr Wirkung haben als andere.
Was bestimmt den Wert eines Sportlers?
Nur die physische Leistung?
Je grösser diese wird,
desto grösser muss auch die mentale und charakterliche Leistung sein.
Der Wert(die Freiheit), die Würde des Menschen besteht vor allem darin,
ja oder nein sagen zu können.
Dafür braucht man Kriterien, Wert-Schätzung, Prioritäten.
Wenn wir uns zwischen Werten entscheiden,
können wir bewusst und begründet Handlungsoptionen wählen.
Wenn es keine Werte gäbe, würden wir orientierungslos in alle möglichen Handlungsoptionen taumeln,
die uns und anderen oft nicht gut täten.
Wir hätten unsere Freiheit und unsere Würde verloren.
Nun ergibt sich aus technischem Fortschritt, Wissensexplosion, Mobilität, Globalisierung,
Kommunikationstechnik, IT, KI, usw. eine unübersehbare Vielzahl von Handlungsoptionen,
die mittels der antiken Ethik nicht annähernd analysiert und gelöst werden können.
Hegel: 'Wohin sich Sittlichkeit entwickelt, ist nicht vorhersehbar.
Macht, Einfluss, Motivation entscheidet.'
Moral erwächst aus der menschlichen Gesellschaft,
um Regeln des gedeihlichen Zusammenlebens zu generieren.
Tugendhat: 'Moralische Gefühle sind nur vor dem Hintergrund des Bedürfnisses,
in einer Gemeinschaft akzeptiert zu werden, entwickelbar.
Dazu ist erforderlich, sich in die Normen einer Gemeinschaft integrieren zu wollen,
dies als einen wesentlichen Faktor eines guten Lebens anzusehen
und als einen konstitutiven Faktor der eigenen Identität anzunehmen.'
Das gilt für Doper ebenso wie für Migranten.
Ein reflektierter, kritischer, mündiger Mensch gibt sich nicht mit
impulsiven, oberflächlichen, sinnarmen/-leeren Wünschen
unteren Levels für seine Lebensgestaltung zufrieden.
Er entwickelt ein Wertesystem, von dem aus er sich und die Welt selbständig kritisch hinterfragen kann,
und damit entwickelt er seine Persönlichkeit, sein Selbst und seine Freiheit.
Was ist motivierender?
Selbst-Optimierung und Selbst-Verwirklichung ohne Werte
bedeutet Egoismus und Narzissmus.
Wenn Jemand die Werte, die sein Verstand ihm anbietet,
nicht umsetzen will oder kann, gerät er in Unfreiheit.
Wenn wir zum Beispiel auf eine Medienberichterstattung im Sport hereinfallen,
in der nur noch der Sieger zählt, verfallen wir einer pervertierten Heldenkultur
mit allen katastrophalen Folgen.
Lässt die mediale Operationslogik und der Voyeurismus und die Sensationsgeilheit der Zuschauer
überhaupt sachliche, objektive, kritische Berichterstattung zu?
Haben nicht vielmehr die auf Action, Gags, Sensationen und sogar Fakes getrimmten Medien
vieeel grössere Einschaltquoten?
'Die Faszination des Sports liegt nicht im objektiven Verlauf des Wettkampfs,
sondern darin, dass da Menschen sind, die kämpfen, leiden, jubeln und trauern,
die am Boden zerstört sind und im Himmel schweben
- und die Fans mit ihnen.
Sportberichterstattung lebt nicht von harten Fakten, sondern von Geschichten,
und das ist in Ordnung, solange man die Geschichten nicht mit den Fakten verwechselt.'
(T. Hürter)
So bastelt sich jeder seine eigene Wert-Hierarchie zurecht,
je nach Laune, Lebenssituation, ökonomischen Erfordernissen, egoistischen Präferenzen oder sozialen Opportunitäten,
manchmal auch sogar nach höheren Werten(wenn er es sich erlauben zu können meint)
Quod erat demonstrandum...
Also gibt es keine allgemeingültige Wertehierarchie,
kein allgemeingültiges Verständnis von Verantwortung?
Beides reine Interpretations-Konstrukte?
Das sagen viele Philosophen,
MZPTLK ist natürlich wieder mal anderer Meinung.
Keinen Streit dürfte es über die grundsätzliche Bedeutung von Werten für Ethik, Moral und Handeln geben.
'Allgemein wird das als Wert angesehen,
was nach individueller und kollektiver Einschätzung
als erstrebenswert, gut, bereichernd, beglückend und fördernd gilt.'
(Beirer)
Sittliche Werte sind Gesinnungen, Überzeugungen, Einstellungen und tugendhafte Handlungen,
an denen wir uns orientieren.
Denkfaulheit, unkritische Anpassung, Desinformation
oder sogar 'werte'-Indoktrination in Richtung Menschen-verachtender Fanatismus
führen zu destruktiven Verirrungen.
Wie wir eine allgemeingültige Grundlage einer Werte-Hierarchie

wird im letzten Teil zu Weihnachten gezeigt.