(14.12.2017, 09:33)lor-olli schrieb: Genie lässt sich wie Jo schon anmerkte, nicht in Katagorien pressen oder vergleichen, in der Regel handelt es sich um Personen, die aufgrund außergewöhnlicher Fähigkeiten völlig neue Gedanken wagen, neue Wege finden, undenkbares Denkbar machen (zu Zeiten der Aufklärung natürlich einfacher ).
Genies in der Musik, Literatur oder Kunstwelt gehorchen anderen Kriterien als in den faktenbasierten Wissenschaften? (und gehört die Philosophie dann nicht dazu?). Ist die Größe des interpretativen Spielraums hier eine Größenordnung? Ich bin nicht genial genug um hier eine Skala zu erdenken, belasse es also ruhig bei der Undefinierbarkeit des Begriffes und verwende ihn eher nicht.
Oha, hätte nicht erwartet, dass soviele Beiträge kommen.
Wenn hier über Genie diskutiert wird,
muss zwangsläufig eine wenn auch oft diffuse, unscharfe Vorstellung davon mitschwingen,
wobei jeder andere aus-, bzw. un-ausgesprochene Kriterien oder Qualitätsansprüche im Sinn hat.
Man könnte sich dem Begriff vielleicht so nähern:
Eine Person, die eine für die Meisten nicht nachvollziehbare,
für nur Wenige nachahmensmögliche Leistung
auf welchem Gebiet auch immer erbringt,
die sich weit vom bisher Erreichten abhebt,
Neuland erschliesst
oder einen komplexen Wissensfundus einfach und allgemeinverständlich runterbricht,
ohne oder nur minimale Verluste dabei zu verursachen.
Man sieht, dass hier objektive und subjektive Kriterien einfliessen,
wodurch und wobei die Kriterien notwendig relativ und schwammig sind.
Z.B. hat Nietzsches Postulat: 'Gott ist tot!'
somit aus mehreren Gründen nichts geniales an sich.
Es gab seit Beginn der Menschheitsgeschichte solche oder ähnliche Ansichten,
mit oder ohne Begründung.
Thomas Hobbes ging 250 Jahre vor Nietzsche bei der Grundlegung seiner Morallehre
von keiner dem Menschen übergeordneten Instanz aus.
Wenn man also vorhat, ein Genie werden zu wollen, sollte man vorher gucken,
was Andere schon längst geleistet haben, sonst könnte man sich blamieren.