18.11.2016, 09:46
Begrifflichkeiten unterliegen immer einem gewissen Wandel, einem zeitlichen (Kontextwandel), einem gesellschaftlichen (soziokulturell oder auch ideologisch), einem technologischen (wenn zutreffend) aber auch einem, der von einem tieferen Verständnis z.B. wissenschaftlicher Umstände ausgeht… (Unter der Prämisse eines Göttlichen dürften wir Natur anders verstehen als unter rein wissenschaftlichen Aspekten…).
Unser Verständnis epigenetischer Veränderungen beginnt gerade erst Fuß zu fassen, dennoch verschiebt es z.B. den Begriff “Natürlichkeit“. Ist es noch Natur, wenn z.B. menschengemachte Lebensumstände (Chemie, Umweltverschmutzung etc. im Gegensatz zu Hunger, Klima etwa) die Genetik auch evolutionär beeinflussen?
Noch kennen wir nicht genau alle Umstände (z.B. auf molekulargenetischer Ebene) und deshalb definieren wir den “genetischen Vorteil“ den z.B. afrikanische Hochlandbewohner im Ausdauerbereich haben als Natürlich (Noch?). Was unterscheidet dann diese aber von Bewohnern anderer Hochländer (Indios, Nepalesen), die zumindest bezüglich der Höhenanpassung eine ähnliche genetische Veränderung erfahren haben dürften, ohne einen nennenswerten Ausdauervorteil daraus zu ziehen…
Unser immer tiefergehendes Eingreifen in unsere eigene evolutionäre Entwicklung (Crispr/CAS machen es so sogar “Hobbygenetikern“ möglich) und ein immer tiefergehendes wissenschaftliches Verständnis werden aber auch die Philosophie umkrempeln (salopp formuliert ich hätte auch tiefergehend schreiben können
).
Ist Zucht etwa Natur und sind unser heutigen Hochleistungskühe die bis zu 15000l Milch im Jahr geben natürlich? Ist dann die genetisch beschleunigte Veränderung unseres Erbgutes durch medizintechnische Vorgänge unnatürlich? (auf die Spitze getrieben: Spielt in dieser Erkenntniskette Gott noch eine Rolle?)
Wird Talent unnatürlich wenn wir beim Talente machen nachhelfen? In China hat man bereits vor über dreißig Jahren begabte Männer und Frauen mit speziellen körperlichen Merkmalen oder Begabungen gezielt zusammengeführt um Sportler zu “züchten“ - viele chinesische Basketballer entspringen solchen Beziehungen…). Natürlich weil wir nicht unmittelbar chemisch in die Genetik eingegriffen haben?
Die rasante Entwicklung der Menschheit, technologisch, medizinisch, gesellschaftlich aber auch evolutionär bzw Epigenetisch (Noch nie haben wir auch nur annähernd so viele auch biologisch hochwirksame Chemiekalien verwendet und verbreitet, nicht nur Antibiotika) wird schnell zu radikalen gesellschaftlichen Einschnitten führen - zur Zeit hängt meines Erachtens auch die Philosophie deutlich hinterher… Insofern besteht durchaus Klärungsbedarf
Unser Verständnis epigenetischer Veränderungen beginnt gerade erst Fuß zu fassen, dennoch verschiebt es z.B. den Begriff “Natürlichkeit“. Ist es noch Natur, wenn z.B. menschengemachte Lebensumstände (Chemie, Umweltverschmutzung etc. im Gegensatz zu Hunger, Klima etwa) die Genetik auch evolutionär beeinflussen?
Noch kennen wir nicht genau alle Umstände (z.B. auf molekulargenetischer Ebene) und deshalb definieren wir den “genetischen Vorteil“ den z.B. afrikanische Hochlandbewohner im Ausdauerbereich haben als Natürlich (Noch?). Was unterscheidet dann diese aber von Bewohnern anderer Hochländer (Indios, Nepalesen), die zumindest bezüglich der Höhenanpassung eine ähnliche genetische Veränderung erfahren haben dürften, ohne einen nennenswerten Ausdauervorteil daraus zu ziehen…
Unser immer tiefergehendes Eingreifen in unsere eigene evolutionäre Entwicklung (Crispr/CAS machen es so sogar “Hobbygenetikern“ möglich) und ein immer tiefergehendes wissenschaftliches Verständnis werden aber auch die Philosophie umkrempeln (salopp formuliert ich hätte auch tiefergehend schreiben können

Ist Zucht etwa Natur und sind unser heutigen Hochleistungskühe die bis zu 15000l Milch im Jahr geben natürlich? Ist dann die genetisch beschleunigte Veränderung unseres Erbgutes durch medizintechnische Vorgänge unnatürlich? (auf die Spitze getrieben: Spielt in dieser Erkenntniskette Gott noch eine Rolle?)
Wird Talent unnatürlich wenn wir beim Talente machen nachhelfen? In China hat man bereits vor über dreißig Jahren begabte Männer und Frauen mit speziellen körperlichen Merkmalen oder Begabungen gezielt zusammengeführt um Sportler zu “züchten“ - viele chinesische Basketballer entspringen solchen Beziehungen…). Natürlich weil wir nicht unmittelbar chemisch in die Genetik eingegriffen haben?
Die rasante Entwicklung der Menschheit, technologisch, medizinisch, gesellschaftlich aber auch evolutionär bzw Epigenetisch (Noch nie haben wir auch nur annähernd so viele auch biologisch hochwirksame Chemiekalien verwendet und verbreitet, nicht nur Antibiotika) wird schnell zu radikalen gesellschaftlichen Einschnitten führen - zur Zeit hängt meines Erachtens auch die Philosophie deutlich hinterher… Insofern besteht durchaus Klärungsbedarf
