31.01.2016, 17:41
(31.01.2016, 13:38)gera schrieb: …du schreibst, die Beine müssten in Linie des KSP landen.
Müssen sie nicht mind. ca. 30 cm davor landen, damit der dem KSP etwas entfernte Hintern noch vor der KSP-Linie in den Sand kommen kann ?
Der Springer versucht oft instinkiv den Sprung "auszureizen", sprich die Füße möglichst weit voraus zu strecken. Diese erfahren aber nur dann den nötigen Widerstand, wenn der Sand diesen auch bietet, also nicht gut gelockert und geharkt ist. Wenn die Füße den "festen" Boden berühren, muss der Gewichtsanteil der unteren Beine vom KSP abgezogen werden, der KSP "wandert" dementsprechend weiter nach oben. Sinken die Füße aber tief in den Sand, werden sie gar nicht bis kaum gestützt, ihr Gewichtsanteil bleibt erhalten, der KSP verändert sich nicht (kaum) und wird am "ballistischen Auftreffpunkt" landen, sprich man landet hinter den Füßen auf dem Po.
Wenn man Einbein-Sprünge auf festem Untergrund macht (Rasen, Bahn), dann nutzen die meisten instinktiv diesen Effekt des "Vorgreifens", im Sand (z.B. am Strand) dagegen verpufft ein großer Teil dieses Impulses, weswegen die Sprünge viel kürzer ausfallen müssen um überhaupt noch eine Vorwärtsbewegung zu erzielen. Beim Weitsprung gilt der gleiche Effekt, wie weit man mit den Füßen voraus landen kann ist auch von der Geschwindigkeit und der Beweglichkeit der Gelenke (Knie / Hüfte) abhängig. 30cm halte ich für ambitioniert und dies wird höchstens den Spitzenathleten gelingen weil nur bei ihnen die Geschwindigkeit und damit der Impuls bei der Landung moch ausreichend sind.
Man kann die Physik nutzen, man kann sie nicht "überlisten". Wenn man sich in diesem Grenzbereich, zwischen gerade noch genug Impuls oder Zurückfallen bewegt, setzt man immer auch ein wenig auf den Zufall - weswegen oft so unterschiedliche Weiten bei drei oder sechs Versuchen herauskommen. Als Mehrkämpfer habe ich grundsätzlich den ersten Versuch auf Sicherheit gesetzt, sowohl im Anlauf als auch bei der Landung - es war NIE mein bester Versuch, aber nahezu immer gültig.
Bei Lena Malkus etwa habe ich da einen ganz anderen Eindruck, sie geht immer "auf's Ganze", Mihambo dagegen springt meist sehr kontrolliert. Bei Malkus sehen allein schon die Sprünge recht unterschiedlich aus, bei Mihambo dagegen sehr gleichmäßig, dann kann man das Landen der Füße natürlich besser kontrollieren und die Länge des voraus Greifens genauer bestimmen.
Nicht vergessen darf man aber auch, dass die Zeit zur Reaktion (des "Füße voraus Greifens") extrem knapp ist und der Bewegungsablauf in der Regel automatisiert und instinktiv erfolgt.