18.09.2015, 13:37
(18.09.2015, 07:39)Pollux schrieb: Mit Blick auf die Freunde verquerter Weltbilder, egoistischer Gene und neurobiologischer Freiheiten …
Die "Freunde" (ich gehen jetzt mal davon aus, dass Du die Originatoren und weniger die Abhänger dieser Ideen meinst?) sind auch ein Ergebnis unserer "freien Welt". Mit zunehmender Tiefe wird die Wissenschaft auch immer spezifischer, bis hin zu Detailfragen die nur noch wenige verstehen. Diese "Weltbilder" beschreiben doch letztlich nur noch einen Mikrokosmos, der in seiner Logik und seinen Schussfolgerungen IN DIESEM MIKROKOSMOS seine Berechtigung hat, universell ist das aber sicher nicht gültig.
Auch Kreationisten wähnen sich auf der Seite der "richtigen" Wissenschaft

Die potentiellen Optionen für einen "freien Willen" sind doch durch unsere Lebenslimitierungen eher begrenzt. Jemand der ums unmittelbare Überleben kämpft (egal ob in einem realen Gefecht, in einer Situation des Verhungerns etc.) wird sich eher selten die Moralfrage stellen. Wie viele würden freiwillig verhungern um jemand anderem das Überleben zu ermöglichen - außer sagen wir mal, in direktem Eltern / Kind Verhältnis?
Ist es das Gleiche wenn ein verhungernder einen reichen Wohlgenährten bestiehlt wie umgekehrt? Gelten die gleichen moralischen "Gesetze", oder machen wir da Abstriche. Sind unser Entscheidungen im gleichen Maße ( in beiden Situationen) vom gleichen "freien Willen" bedingt und ist es überhaupt in beiden Fällen ein freier Wille?
Doping widerum findet unter gänzlich andern Vorzeichen statt, Doping setzt eine Situation voraus, die keine existentielle Notsituation ist. Die Entscheidung für oder gegen Doping ist fast ausschließlich dem eigenen Willen unterworfen (ob frei…), ausgenommen sind Situationen in denen der Trainer z.B. Nachwuchskräfte oder weniger erfolgreiche Athleten zum Doping zwingt, überredet oder hinführt. Existentielle Gefahr resultiert aus einem Nein aber auch nicht unmittelbar.
Bei all den Wissenschaflern mit ihren manchmal skurril erscheinenden Erkenntnissen, fragt man sich ob nicht zu wenig allgemein gebildet wird… (finde ich schon ein wenig "beängstigend" wenn ein Mensch mit Doktortitel außerhalb seines Fachgebietes kaum einen geraden Satz auf die Reihe bringt, oft auch mangels "normalem" Allgemeinwissens)