Gestern, 13:30
(13.07.2026, 22:29)Notalp schrieb: Barnie bringt die Sache wieder einmal auf den Punkt. (Das Statement von TranceNation verstehe ich leider zu wenig, um es zu würdigen) Zur Bekräftigung noch einige Bemerkungen.
Ein Christ muss sich für problematische Aussagen über Homosexualität nur dann rechtfertigen, wenn er problematische Aussagen über Homosexualität macht. Dass er aus einem Umfeld kommt, in dem solche Aussagen gemacht werden, ist als Einwand unzulässig.
Dass er sich auf ein Buch bezieht, dass er als Offenbarung Gottes versteht, reicht als Einwand übrigens ebenso wenig aus. Alle theologischen Exegeten beziehen sich in ihrer Auslegungspraxis oder historisch-kritischen Forschung darauf. Dabei ist es -nebenbei bemerkt- nicht irrelevant, zu betonen, dass sich die frühen Christen selbst gegen ein problematisches Menschenbild gewendet haben, so z.b. gegen eine Pädophilie, die sowohl in der griechischen, als auch in der römischen Welt geduldet war. Oder gegen eine Päderastie, bei der ältere Männer Macht über junge Männer oder Sklaven ausübten. Eine solche Praxis widerspricht im christlichen Sinn der Menschenwürde.
Was nun den Missionierungsauftrag betrifft, so gehört dieser zum Universalismus sowohl des Christentums wie des Islam als Offenbarungsreligion. Wer diesen Religionen den Missionsauftrag bestreitet, bestreitet ihnen das grundlegende Selbstverständnis. Dass eine Missionierungspraxis höchst problematisch sein kann, gehört inzwischen zum Geschichtsbewusstsein des Christentums.
Wenn eine Frau Moslem ist und ein Kopftuch trägt, dann ist es mir auch egal aus welchen persönlichen Gründen Sie das trägt oder ob Sie die Stelle im Koran gelesen hat oder nicht. Fakt ist, Sie macht es in der Öffentlichkeit in der Rolle als Moslem. Dann schau ich mir für die Begründung den Vers im Koran dazu an und höre mir an was die Imanen dazu sagen.
“Anything we can actually do we can afford” Keynes

