02.05.2026, 14:02
Den Lesern des Philosophieteils darf die Meinungskundgebung des Staatspräsidenten Kenias zum neuen Marathon-Weltrekord selbstverständlich nicht vorenthalten werden. Laut FAZ verglich dieser die Heldentat mit der ersten Mondlandung. Interessant ist dabei aber nicht die ‘geringfügige’ Übertreibung. Bemerkenswert bei der symbolischen Überhöhung des Ereignisses ist, dass der Präsident eine sprachliche Metapher verwendete, die das moderne Fortschrittsbewusstsein auszudrücken vermag. Und zwar an der Stelle, wo sich die Protagonisten am vermeintlich Unmöglichen zu schaffen machen - um es mit entsprechendem Willensaufwand möglich zu machen.
Für erwähnenswert halte ich es deshalb, weil besagte Metapher vor Jahrzehnten bereits von einem deutschen Philosophen dazu verwendet wurde, um den Rekord-orientierten Sport entsprechend zu adeln:
“Neuland zu betreten, neue Leistungsbereiche zu erschließen, das Unmögliche möglich, ja wirklich werden zu lassen ohne exzessive, technische Hilfe - dies kennzeichnet den sportlichen Mythos.”
Der Autor Hans Lenk, übrigens auch Olympiasieger im Rudern 1968, hat die Rede von Mythos wohlweislich nicht despektierlich verwendet, so wie das heute fast schon - und mit der notwendigen Ignoranz - üblich geworden ist. Dennoch ist der Verweis auf den Zusatz: “ohne exzessive, technische Hilfe” ein mögliches Vehikel, um dem Mythos die Glaubwürdigkeit zu bestreiten. Seinem Markenzeichen tut dies freilich keinen Abbruch. Denn der Mythos ist genau so lange wahr, wie er erzählt wird.
Für erwähnenswert halte ich es deshalb, weil besagte Metapher vor Jahrzehnten bereits von einem deutschen Philosophen dazu verwendet wurde, um den Rekord-orientierten Sport entsprechend zu adeln:
“Neuland zu betreten, neue Leistungsbereiche zu erschließen, das Unmögliche möglich, ja wirklich werden zu lassen ohne exzessive, technische Hilfe - dies kennzeichnet den sportlichen Mythos.”
Der Autor Hans Lenk, übrigens auch Olympiasieger im Rudern 1968, hat die Rede von Mythos wohlweislich nicht despektierlich verwendet, so wie das heute fast schon - und mit der notwendigen Ignoranz - üblich geworden ist. Dennoch ist der Verweis auf den Zusatz: “ohne exzessive, technische Hilfe” ein mögliches Vehikel, um dem Mythos die Glaubwürdigkeit zu bestreiten. Seinem Markenzeichen tut dies freilich keinen Abbruch. Denn der Mythos ist genau so lange wahr, wie er erzählt wird.
"Nicht jeder Forscher forscht unentwegt, wie es der Forschende eigentlich tun müsste."

