10.11.2020, 14:05
Ok, jetzt mal ausführlich erklärt.
In meinen Berechnungen setze ich die Zunahme ins Verhältnis zu den vorherigen Zahlen. Meine Aussage beruht in erster Linie auf dem Vergleich von 3Tagesschnitten mit der Vorwoche, nicht mit dem Vortag. Also ich teile den Mittelwert der Zunahmen vom 27.-29. 10. durch den Mittelwert der Zunahmen vom 20.-22.10. Da komme ich für den 26.10. mit 1,95 auf den bisher höchsten Wert des Herbstes, dann folgen die Werte 1,86 für den 27., 1,87 für den 28. 10. und dann nur noch geringere Werte bis auf einen kleinen Ausreißer am 3. November, der erst in der zweiten Nachkommastelle auffällt. Heute 1,07.
Wenn wir die Zunahme also durch eine simple Exponentialfunktion nach dem Muster
b*a^x
beschreiben wollten, wäre der mit meiner Methode angenäherte Wachstumsfaktor a am 26.10. 1,95 gewesen und dann bis heute auf 1,07 gesunken. Das ist ein sehr deutlicher Rückgang des Wachstums.
Anders beschrieben: Ich bilde eine neue Funktion a(t), die die Entwicklung des angenäherten Wachstumsfaktors beschreibt. Und bei dieser Funktion betrachte ich, ob die steigt oder fällt.
Mit den 7Tagessummen und täglicher Zunahme schwankt es etwas mehr, aber die Wachstumsabschwächung sieht man auch da. Ich arbeite eigentlich mit etwas anderen Zahlen, nehme aber hier dir zuliebe mal deine. (Die offizielle 7-Tagessumme vom RKI ist eine anderem als die Summe der letzten 7 Zunahmen aus den täglichen Berichten des RKI! Ich vermute bei den 7Tages-Summen wird genauer auf die Zuordnung zum Melde- oder Krankheitsdatum geachtet, müsste es aber noch einmal nachlesen. Kann auch jeder gerne mit einer Tabellenkalkulation oder sonstwie überprüfen, spielt hier aber keine große Rolle.)
Die 82322 werden dann durch die 77866 vom Vortag geteilt, die 77866 durch die 72320 etc.
Da kommt dann derselbe Trend raus, nur das ich zwei kleine Buckel nach oben sehe in der Entwicklung des täglichen Wachstumsfaktors der 7Tagessumme. Trend geht aber dann von 1,08 am 28. 10. runter auf 1,02 am 9.11.
Nehme ich die 7-Tagessummen und betrachtet einen Wachstumsfaktor im Wochenvergleich, wird es noch deutlicher und ein Buckel verschwindet
Von 1,69 am 27. 10. runter auf 1,12 am 9.11.
So wie du es betrachtest sind 5000 mehr 5000 mehr, egal ob wir von 50000 kommen oder von 10000. Dabei ist das ein riesiger Unterschied im Wachstum, einmal 10% mehr, einmal 50%. Die relative Betrachtung bringt erst die entscheidenden Erkenntnisse über das Wachstum.
Natürlich können die Zunahmen auch interessant sein, so wie du sie betrachtest. Das wäre dann aber theoretisch eher bei den Intensivbelegungen z. B. irgendwann interessant, wo man eine Zunahme pro Woche annehmen kann, die schwierig zu stemmen sein wird. Da hülfe ein Wachstumsfaktor größer, aber nahe 1 wenig, wenn ich dabei 5000 Patienten mehr pro Woche hätte. Aber da sind wir nicht und nach meinen Berechnungen kommen wir da auch erst einmal nicht hin. Im Moment sieht es für mich zum Glück sogar eher so aus, als würden wir nicht über 4000 kommen dieses Jahr - also nicht als Zunahme sondern als Höchstwert, der wert, der heute bei 3059 ist.
Schon im Frühjahr hat jemand mal gesagt, es ist auch eine Krise der mathematischen Bildung. Das ist so, wobei das natürlich kein Vorwurf an die Menschen ist, denen diese fehlt (Wobei einige sich vielleicht etwas weniger weit aus dem Fenster lehnen sollten
). Denn auch wenn sich das theoretisch fast alles mit den Kenntnissen der Mittelstufe rechnen lässt, haben in der Praxis viele mit Abitur ihre Probleme mit solchen Sachen, erst recht, wenn das Abitur ein paar Jährchen her ist und nicht im MINT-Bereich gearbeitet wird. Und in der 10. Klasse Realschule fällt das Thema "eponentielles Wachstum" meines Wissens nach gerne mal (fast) aus.
In meinen Berechnungen setze ich die Zunahme ins Verhältnis zu den vorherigen Zahlen. Meine Aussage beruht in erster Linie auf dem Vergleich von 3Tagesschnitten mit der Vorwoche, nicht mit dem Vortag. Also ich teile den Mittelwert der Zunahmen vom 27.-29. 10. durch den Mittelwert der Zunahmen vom 20.-22.10. Da komme ich für den 26.10. mit 1,95 auf den bisher höchsten Wert des Herbstes, dann folgen die Werte 1,86 für den 27., 1,87 für den 28. 10. und dann nur noch geringere Werte bis auf einen kleinen Ausreißer am 3. November, der erst in der zweiten Nachkommastelle auffällt. Heute 1,07.
Wenn wir die Zunahme also durch eine simple Exponentialfunktion nach dem Muster
b*a^x
beschreiben wollten, wäre der mit meiner Methode angenäherte Wachstumsfaktor a am 26.10. 1,95 gewesen und dann bis heute auf 1,07 gesunken. Das ist ein sehr deutlicher Rückgang des Wachstums.
Anders beschrieben: Ich bilde eine neue Funktion a(t), die die Entwicklung des angenäherten Wachstumsfaktors beschreibt. Und bei dieser Funktion betrachte ich, ob die steigt oder fällt.
Mit den 7Tagessummen und täglicher Zunahme schwankt es etwas mehr, aber die Wachstumsabschwächung sieht man auch da. Ich arbeite eigentlich mit etwas anderen Zahlen, nehme aber hier dir zuliebe mal deine. (Die offizielle 7-Tagessumme vom RKI ist eine anderem als die Summe der letzten 7 Zunahmen aus den täglichen Berichten des RKI! Ich vermute bei den 7Tages-Summen wird genauer auf die Zuordnung zum Melde- oder Krankheitsdatum geachtet, müsste es aber noch einmal nachlesen. Kann auch jeder gerne mit einer Tabellenkalkulation oder sonstwie überprüfen, spielt hier aber keine große Rolle.)
Die 82322 werden dann durch die 77866 vom Vortag geteilt, die 77866 durch die 72320 etc.
Da kommt dann derselbe Trend raus, nur das ich zwei kleine Buckel nach oben sehe in der Entwicklung des täglichen Wachstumsfaktors der 7Tagessumme. Trend geht aber dann von 1,08 am 28. 10. runter auf 1,02 am 9.11.
Nehme ich die 7-Tagessummen und betrachtet einen Wachstumsfaktor im Wochenvergleich, wird es noch deutlicher und ein Buckel verschwindet
Von 1,69 am 27. 10. runter auf 1,12 am 9.11.
So wie du es betrachtest sind 5000 mehr 5000 mehr, egal ob wir von 50000 kommen oder von 10000. Dabei ist das ein riesiger Unterschied im Wachstum, einmal 10% mehr, einmal 50%. Die relative Betrachtung bringt erst die entscheidenden Erkenntnisse über das Wachstum.
Natürlich können die Zunahmen auch interessant sein, so wie du sie betrachtest. Das wäre dann aber theoretisch eher bei den Intensivbelegungen z. B. irgendwann interessant, wo man eine Zunahme pro Woche annehmen kann, die schwierig zu stemmen sein wird. Da hülfe ein Wachstumsfaktor größer, aber nahe 1 wenig, wenn ich dabei 5000 Patienten mehr pro Woche hätte. Aber da sind wir nicht und nach meinen Berechnungen kommen wir da auch erst einmal nicht hin. Im Moment sieht es für mich zum Glück sogar eher so aus, als würden wir nicht über 4000 kommen dieses Jahr - also nicht als Zunahme sondern als Höchstwert, der wert, der heute bei 3059 ist.
Schon im Frühjahr hat jemand mal gesagt, es ist auch eine Krise der mathematischen Bildung. Das ist so, wobei das natürlich kein Vorwurf an die Menschen ist, denen diese fehlt (Wobei einige sich vielleicht etwas weniger weit aus dem Fenster lehnen sollten
