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Ausrichtung von Athletinnen und Athleten im DLV in beruflicher Hinsicht - Druckversion

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Ausrichtung von Athletinnen und Athleten im DLV in beruflicher Hinsicht - Gertrud - 23.08.2021

Ich bin immer für sehr individuelle Wege, was die Handhabung Beruf und/oder Sport anbetrifft. Es gibt Menschen, die beides parallel schaffen und es gibt solche, die es hintereinander absolvieren. Ich bin sehr stark dafür, die Bedingungen zu schaffen, dass beides im Einklang sein kann. Das sind natürlich besondere Belastungen. Wenn man auch im Beruf das Ziel parallel schaffen will, sind gemeinsame Trainingslager meistens nicht zu schaffen. Diese gemeinsamen Veranstaltungen sollte man auch individuell einteilen lassen. Es gibt Weltklasseathleten, die ihre individuellen TL durchziehen: Thiam mit ihrem Heimtrainer und Warholm mit seinem Heimtrainer. Die Athletin, der Athlet sollen sich wohlfühlen. Nicht der Athlet hat sich an das System anzupassen, sondern der Verband an die individuellen Bedürfnisse der Athleten. Man kann nicht alle über einen Kamm scheren.

Es spricht absolut  nichts gegen beide Formen, die auch für den beruflichen Teil gelten sollten. Die Jahre nach dem Sport können immerhin 40-60 Jahre dauern. Daher halte ich eine gute Berufswahl zur richtigen Zeit für dringend erforderlich. Wenn man verbandsseitig andere professionelle Lösungen ohne Beruf neben dem Sport einseitig sucht, brechen uns noch mehr Athletinnen und Athleten weg. Man sollte sich den Ast, auf dem man sitzt, nicht absägen.

Ich habe aber den Eindruck, dass der Verband auch in letzter Zeit die duale Karriere unterstützt und Kooperationspartner sucht. Thumb_up

Gertrud


RE: Ausrichtung von Athletinnen und Athleten im DLV in beruflicher Hinsicht - RalfM - 23.08.2021

In meinem Freundeskreis früherer Läufer in Berlin werden die Marathon-Zwillingsschwestern Schöneborn sehr geschätzt für ihren Weg in Sport und Beruf.
Ein Beitrag vom Anfang diesen Jahres:
https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2021/01/marathon-zwillinge-schoeneborn-berlin-deborah-rabea-lena-olympia-corona.html
Dazu gehört natürlich auch Mehrfachbegabung. Angelehnt an solche Vorbilder können durchaus Konstrukte geschaffen werden, für andere, die nicht von sich aus Überflieger sind.


RE: Ausrichtung von Athletinnen und Athleten im DLV in beruflicher Hinsicht - dominikk85 - 23.08.2021

Ich finde eigentlich läuft das beim dlv doch gut. Es gibt natürlich negativ Beispiele, wie z. B Nadine kleinert die nicht ausreichend vorgesorgt haben, aber insgesamt studieren doch sehr viele der DLV top Athleten und verlassen sich nicht auf die LA und Förderung durch Polizei und Bundeswehr.

Wäre ja auch irre das zu tun weil kaum jemand in Deutschland wirklich von der La leben kann, und schon gar nicht so das man ausgesorgt hätte.


RE: Ausrichtung von Athletinnen und Athleten im DLV in beruflicher Hinsicht - Piroschka - 23.08.2021

Bei vielen Athleten existiert das Studium aber auch mehr auf dem Papier. Da sind Zeiten von mehr als 7 Jahren bis zum Bachelor keine Seltenheit; falls es überhaupt zu einem Abschluss kommt.


RE: Ausrichtung von Athletinnen und Athleten im DLV in beruflicher Hinsicht - dominikk85 - 23.08.2021

Ja das Dauert dann schon mal was länger. Arne gabius macht z. B jetzt gerade erst seine Facharzt Ausbildung und wird wohl erst mit Mitte 40 seine Praxis eröffnen können
https://www.google.com/amp/s/www.wn.de/amp/sport/weltsport/leichtathletik/gabius-hort-2021-auf-und-will-hausarzt-werden-791439


RE: Ausrichtung von Athletinnen und Athleten im DLV in beruflicher Hinsicht - runner5000 - 23.08.2021

(23.08.2021, 12:52)dominikk85 schrieb: Ja das Dauert dann schon mal was länger. Arne gabius macht z. B jetzt gerade erst seine Facharzt Ausbildung und wird wohl erst mit Mitte 40 seine Praxis eröffnen können
https://www.google.com/amp/s/www.wn.de/amp/sport/weltsport/leichtathletik/gabius-hort-2021-auf-und-will-hausarzt-werden-791439

Gabius hat allerdings sein Studium während des Leistungssports komplett durchgezogen und seine Approbation erhalten. Dann hat er ganz auf die Profikarriere gesetzt und ist jetzt ins Berufsleben eingestiegen. Als Assistenzarzt hat er jetzt aber auch schon ein sehr vernünftiges Einkommen und wird somit keine finanziellen Probleme haben.


RE: Ausrichtung von Athletinnen und Athleten im DLV in beruflicher Hinsicht - Piroschka - 23.08.2021

Arne Gabius oder Linda Stahl sind in dieser Hinsicht auch absolute Vorbilder. Gerade ein Medizinstudium ist so verschult mit den ständigen Anwesenheitspflichten, dass dies noch viel schwerer mit Leistungssport unter einen Hut zu bringen ist.


RE: Ausrichtung von Athletinnen und Athleten im DLV in beruflicher Hinsicht - dominikk85 - 23.08.2021

Ja gabius wird sicher gut klarkommen, er hat ja in der Zeit auch als Läufer gut verdient, dazu jetzt als Assistenzarzt, Frau ist Anwältin und später ne Praxis, da wird er gut klarkommen.

Außerdem wird er vermutlich auch weiter Geld mit laufen machen (Buch schreiben, vielleicht noch jemanden trainieren)


RE: Ausrichtung von Athletinnen und Athleten im DLV in beruflicher Hinsicht - RalfM - 23.08.2021

Ein hochklassiger Läufer, mit dem ich engeren Kontakt hatte, hatte an der TU Berlin (wo ich auch damals war) den richtigen Prof und die richtige Crew gehabt. Die waren alle Läufer. Für ihn galten dann intern Sonderkonditionen. Nach dem Training durfte er Schläfchen machen. Das war vorbildlich, aber nicht professionell. Unterstützende Programme für selbständige Sportler, könnte es in Absprache des DLV mit Universitäten, Fachhochschulen und anderen Bildungsträgern in viel größerem Maße geben. Da muss vom Verband her aber zuerst der Wille da sein.