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Krafttraining oder Schnellkraft - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Training in Praxis und Alltag (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=6) +--- Thema: Krafttraining oder Schnellkraft (/showthread.php?tid=1461) |
RE: Krafttraining oder Schnellkraft - gera - 04.11.2015 (04.11.2015, 09:21)icheinfachma schrieb: Ich habe nach reiflicher Überlegung beschlosssen, mit jetzt aus diesem Thread und vorübergehend aus dem ganzen Forum zurückzuziehen, um mich wieder auf mein Studium zu konzentrieren, da diese Diskussionen hier (selbst mit Zehnfingerschreiben) sehr zeitraubend sind. Ich melde mich wieder.ein guter Entschluß
RE: Krafttraining oder Schnellkraft - Gertrud - 04.11.2015 Ich weiß, dass einige das jetzt nicht gerne hören; aber es bringt überhaupt nichts, punktuell nach Verbesserungen zu forschen, sondern das gesamte Sprintsystem von den Technikvorstellungen und von den Zubringerleistungen (z. B. Krafttraining, Energiesystem, orthopädische Verträglichkeit) her muss umgestaltet werden, sonst verhält es sich wie bei einem an einigen Stellen renovierten Haus. Ich sammele seit einiger Zeit Negativbeispiele vornehmlich aus dem Topbereich und zeige diese gelegentlich. Ich "kratze" sozusagen am Thron von Erfolgstrainern. Man darf auch dort nicht ungeprüft alles übernehmen. Ich stelle auch immer wieder enorme Differenzen bei Bundestrainern hinsichtlich Wissen auf dem neuesten Stand fest. Die Trainerleistung ist im Endeffekt ein Konglomerat aus Praxis und Theorie. Die Kunst besteht meines Erachtens darin, das Wissen punktgenau auch auf die Praxis zu übertragen. Natürlich macht man auch Fehler. Was das Krafttraining anbetrifft, muss man mit Sicherheit auch den Effekt der Ermüdung des ZNS einbeziehen, das Erfolg generiert oder hemmt. Diese Mechanismen müssen einem sehr guten Trainer aus der Wissenschaft heraus antizipierend für die Praxis bekannt sein. Das kann man nicht nur an der Nasenspitze des Athleten erahnen, manchmal natürlich intuitiv richtig sehen. Ich halte Ihren Wissensdurst für sehr hilfreich. Werden Sie nicht zu einem "Blatt im Wind", sondern arbeiten akribisch weiter!!! Was technische Ausführungen angeht, so kommt auch von Bundestrainern oft nicht die richtige Auflösung. Ich habe mal in einer technischen Disziplin ein Bewegungsdetail moniert, wobei jetzt in Mainz bei der Fortbildung die Korrektur erfolgt ist. Ich "seziere" Disziplinen, wobei mir dann natürlich kaum ein Fehler unterlaufen. Hier spielt auch die Individualität eine große Rolle, wo schwache Teamleistungen nur stören. Nur wirken Bundestrainer als Multiplikatoren - in diesem Fall dann auch als Fehlerquelle. Es gibt Fakten, wo es nur schwarz und weiß gibt, aber keine Grautöne! Gertrud RE: Krafttraining oder Schnellkraft - lor-olli - 04.11.2015 Zur Beruhigung von icheinfachma: Er hat ein einem wichtigen Punkt den richtigen Ansatz, man muss verstehen wollen und auch hartnäckig an diesem Lernprozess arbeiten. Und Gertrud hat schon "in echt" bewiesen, dass die Theorie das eine ist, die Umsetzung am Athleten aber ein anderes, mindestens ebenso wichtiges - man erarbeitet sich die Basis um aus dem "Fehlersehen" am Athleten die richtigen Schlüsse und vor allem Konsequenzen zu ziehen. Daher kann ich nur dazu raten, so früh wie irgend möglich Erfahrungen als Trainer zu sammeln - man macht Erfahrungen die in keinem Lehrbuch stehen - z.B. das ein Athlet ganz andere Vorstellungen vom Training hat, oder anders herum lustlos trainiert, weil er/sie den Sinn mancher Übungen nicht versteht oder nachvollziehen kann. Gut wenn man dann gelernt hat pädagogisch vor zu gehen und vermitteln kann. Ein weiteres Argument für ein frühes Trainerleben: Es macht sich immer besser bei späteren Bewerbungen, wenn man nicht nur als 1er-Absolvent in der Theorie daher kommt… Theoretisch könnte ich einen Blindarm entfernen (ich bin kein Mediziner!), ob sich jemand unter "mein Messer" legen möchte?
RE: Krafttraining oder Schnellkraft - Hellmuth K l i m m e r - 04.11.2015 (03.11.2015, 23:00)RalfM schrieb:Das sehe ich genau so!(03.11.2015, 16:57)icheinfachma schrieb: Du meinst also, ich soll schon während des Studium als Übungsleiter anfangen?Du musst das unbedingt! Schon jetzt ist das sehr spät. Als Student der Sportwissenschaften erst damit anzufangen (Wer interessierte dich eigentlich bis dahin fürs Sporttreiben?), ist tatsächlich zu spät. Ist nicht die Freude an der Bewegung als Kind schon der Stimulus, Sport zu treiben und vielleicht als ÜL zu arbeiten? Wenn ich an meine wahrlich lange sportliche Karriere und den Entschluss, Sport zu studieren zurückdenke, fällt mir ein, wie ich - beginnend nach dem Krieg in meiner Grundschule in Meißen - vom Sportlehrer (einem Handballer oberster Spielklasse) beeinflusst wurde. Bei Chemie Meißen war ich bald organisiert, machte Stafettenläufe durch meine Heimatstadt mit und war bald regelmäßig an der Elbe bei einem ÜL bestens betreut. Da war's dann nicht mehr weit, die sich bietende Möglichkeit (auch ohne Abitur!) sich für das Studium in Leipzig zu entscheiden. Also bitte - erst die lange Praxis - dann ergänzend die Theorie! P.S.: Übrigens: Während meines Sportstudiums hatte ich erkannt, dass ich beim Training (von meinen Trainern) viel mehr lernte als in Vorlesungen und Seminaren. All d a s blieb mir im Gedächtnis (Und später rekapitulierte man als Trainer besonders d a r a u s ! , aus dem praktisch erlebten.)H. Klimmer / sen. RE: Krafttraining oder Schnellkraft - Halloo - 04.11.2015 (03.11.2015, 23:00)RalfM schrieb:Warum benötigt icheinfachmal eine Antwort auf seine Frage? Wenn er nicht selbst zu einem Entschluss kommt....(03.11.2015, 16:57)icheinfachma schrieb: Du meinst also, ich soll schon während des Studium als Übungsleiter anfangen? Dazu sollte er doch mit seinem Wissen in der Lage sein., oder
RE: Krafttraining oder Schnellkraft - Halloo - 04.11.2015 (04.11.2015, 08:52)icheinfachma schrieb: Ich glaube, dass schlechte und gute Sprinttechnik - die Starttechnik und die vmax-Technik zusammengenommen - mind. eine halbe Sekunde ausmachen können. Und im Topbereich lohnt es sich dann selbst, wenn durch Technikvervollkommnung nur noch einige 100stel herausgeholt werden können. icheinmal, wenn du z.B. Taubenzüchter wärst, und dich auch intensiv mit dem tierischen Flugverhalten befasst hättest - würdest du dann bei der Beobachtung eines Taubenfluges anmerken, dass die Taube technisch sehr schlecht fliegt, und würdest du versuchen, wenn es möglich wäre, nach deiner Meinung nach technische Flugfehler auszumerzen? Natürlich nicht. Hab jetzt etwas zugespitzt. Warum soll ich eine Lauftechnik beim Menschen verändern wollen, wenn die Gesetzmäßigkeiten stimmen? Häufig, fast immer sogar, verändere ich damit auch die stilistischer Eigenarten, die die Stärke des Begtroffenen/der Betroffenen sein können. Und deine Vermutung, dass durch eine um 1/2 s bessere 100m Zeit allein durch besserer Technik erzielt werden kann, wird sich in Luft auflösen, wenn du das als Trainer selbst angehst. Natürlich ist das möglich, wenn der Aktive/die Aktive kaum stolperfrei gehen kann. Ist meine Erfahrung, manche mögen das anders sehen. RE: Krafttraining oder Schnellkraft - Gertrud - 04.11.2015 Wie groß ist das Taubengehirn und im Vergleich zum menschlichen Gehirn? Wir können Fehler in großem Maße vom Verstand her abstellen. Es gibt unglaublich unterschiedliche anthropometrische Maße (Bolt, Johnson), die man sicherlich technisch nicht in einen Topf werfen darf. Die richtige Auswahl an Übungen erfordert schon ein hohes Maß an praktischer Erfahrung und theoretischem Wissen, um punktgenau individuell zu arbeiten. Viel Wissen ist nicht verkehrt, muss aber praktisch umgelenkt werden. Was bringt der beste Architekt, wenn er nur schön zeichnen kann? Zunächst empfinde ich das Interesse von icheinfachma gut! Er "brennt" förmlich!!! Ich habe in D. Schippers Bewegungsablauf eine Besonderheit gesehen, die mich veranlasst hat, sofort neue hinführende Kraftübungen zu konzipieren. Ich habe dann sofort mit einem Schüler meine Kreationen getestet, habe modifiziert und neu gestaltet. Die Machbarkeit muss natürlich überprüft werden. Man kommt in der Verbindung Praxis/ Theorie zu neuen Ideen. Viele Studien können wir gar nicht verwerten, weil sie nicht an Leistungssportlern getestet worden sind und meistens eine zu kurze Laufzeit haben. Ich stelle oft genau das umgekehrte Modell fest, dass Trainer auch aus dem Topbereich theoretisch nicht fit sind und daher große Fehler vor allem auch hinsichtlich ihrer Verletztenstatistik machen. Es besteht ein Ungleichgewicht zwischen Praxis und theoretischem Wissen. Gertrud RE: Krafttraining oder Schnellkraft - Halloo - 04.11.2015 (04.11.2015, 13:33)Gertrud schrieb: Wie groß ist das Taubengehirn und im Vergleich zum menschlichen Gehirn? Wir können Fehler in großem Maße vom Verstand her abstellen. Frau Schäfer, sollten sie wirklich nicht verstanden haben, was ich mit dem Taubenflug meinte?? Klar, das menschliche Gehirn ist größer als das einer Taube. Es ist somit auch möglich, Fehler in großem Maße vom Verstand her abzustellen. Der Nachteil ist, dass das menschliche Gehirn, je größer, neben Wertvollem ebenso vollkommen Nutzloses und Blödsinniges speichert. Und das mit Schippers - toll von ihnen.
RE: Krafttraining oder Schnellkraft - Gertrud - 04.11.2015 Das kommt wesentlich auf den Probanden an. Natürlich geht eine Menge ins Unterbewusstsein (Manche sagen auch ins Unbewusste.) Gertrud RE: Krafttraining oder Schnellkraft - lor-olli - 04.11.2015 Zitat:Gertrud schrieb: Genau dies ist auch mein Verweis mit der "Flexibilität der Hüfte" gewesen, alle praktischen Studien die diesen Punkt für Vernachlässigbar halten, wurden mit durchschnittlichen Sportlern (Schüler, Studenten etc.) gemacht. Für eine Überprüfung im Spitzenbereich fehlt der Wille!? Folglich hat der "Theoretiker" icheinfachma sie übernommen. (Mir ist schon klar, was das praktisch an Arbeit und Aufwand bedeutet, Überzeugungsarbeit bei Trainern, Athleten, Biomechanikern u.a. gar nicht mitgerechnet…) |