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Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - Druckversion

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RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - Sprunggott - 27.09.2019

(26.09.2019, 09:40)dominikk85 schrieb: Ein Problem bei Beruf plus Sport ist auch das die Leute heutzutage diversere Hobbies und Freizeitgestaltung haben. 
Dominikk in vielen Dingen bin ich absolut bei Dir, es gibt derzeit sehr viele Möglichkeiten sich abzulenken. 

Das Problem was ich sehe, ist eine erhebliche "Drop- Out Rate" im Nachwuchsleistungssport. Besonders die Zeit nach der Schule hat sich zum Problem entwickelt. Dafür gibt es einige Gründe, die ich gerne anführen würde, die so derzeit geschehen: 
1. Der Berreich der U23 erfährt grade im Anschluss an den Spitzensport die schlechteste (DLV) Förderung 
2. Das studentische Leben ist erheblich teurer wie vor 10-50 Jahren (alleine Studi-Bude für 300-500€) 
3. Daraus ergiben sich zwei Möglichkeiten: - at1 liquides Elternhaus; oder - at2 Arbeiten statt trainieren 
4. Vereine können auf Grund der Förder/ Sponsorenstreuung heutzutage kaum Fördern 
5. Die (Regel)Studienzeit ist kürzer,  und dadurch inhaltlich komprimiert (10h Tag + ( Bib, Praktika, Lernen ) 
6. Eine universitäre Sportförderung ist zu 99,5% nicht gewollt (Aussage Dekan: willst du Studieren oder Sport machen?)
7.   .... 
Die Ergebnisse in den internationalen Meisterschaften spiegeln dies auch genau so wieder. In den U18 und U20 Meisterschaften ist Deutschland Weltklasse. Wer dann nicht in ein "staatlichliches Berufsfördersystem" eingebunden ist, hat wenig Chanchen. Bei internationalen Meisterschaften sind 91% aller Medallien von Athleten aus Sportförder- Gruppen oder Profi-Teams. 
Dies lässt sich auch nicht mit (meinen) ehrenamtlichen Einsatz kompensieren.
Sprach letztens der Athlet zu mir: "Trainieren in den Semesterferien kann ich leider nur sehr eingeschränkt. Ich mache ein Praktikum in der Schweiz im Spital, da ich das Geld zum leben brauche." 
Eine Lehre (vielleicht bei einem sportverückten Chef) bietet oft die bessere Alternative, da mehr Zeit vorhanden ist, und es auch noch Geld gibt. - Aber will das heute noch ? 
Beste Grüße


RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - MZPTLK - 27.09.2019

(26.09.2019, 19:03)Drizzt schrieb: Und wo bringst du in deiner Berechnung Sachen wie Anfahrtswege, kochen,Regeneration nach dem Training,Haushalt... unter?  Huh
Ganz davon abgesehen,dass das heutige Bachelor-/Master-studiensystem,glaube ich zumindest, enger und härter getaktet ist als in der guten alten Zeit.  Wink

Anfahrtswege: Fahrrad, also Aufwärmen.
Kochen entfällt(Mensa), bzw. Multitasking mit Telefonieren, usw.
Regeneration beim Pennen,
Haushalt beim Studenten? Minimal.
Ich hatte Sexleben vergessen/unterschlagen,
dann flöge ich hier ausm Forum.
Bachelor/Master heute 70 Stunden?
Das dürfte bei den Wenigsten der Fall sein.


RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - gruenes.kaenguru - 27.09.2019

(27.09.2019, 09:58)MZPTLK schrieb:
(26.09.2019, 19:03)Drizzt schrieb: Und wo bringst du in deiner Berechnung Sachen wie Anfahrtswege, kochen,Regeneration nach dem Training,Haushalt... unter?  Huh
Ganz davon abgesehen,dass das heutige Bachelor-/Master-studiensystem,glaube ich zumindest, enger und härter getaktet ist als in der guten alten Zeit.  Wink

Anfahrtswege: Fahrrad, also Aufwärmen.
Kochen entfällt(Mensa), bzw. Multitasking mit Telefonieren, usw.
Regeneration beim Pennen,
Haushalt beim Studenten? Minimal.
Ich hatte Sexleben vergessen/unterschlagen,
dann flöge ich hier ausm Forum.
Bachelor/Master heute 70 Stunden?
Das dürfte bei den Wenigsten der Fall sein.

Nun ja, das mag ja in der schönsten aller Welten klappen, aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass ich ein solch luxuriöses Studentenleben nicht kenne. 
Anfahrtsweg mit dem Fahrrad: Im Sommer ok, im Winter mit Schnee und Eis auf den Straßen ganz sicher nicht. Das Verletzungsrisiko ist mir einfach zu groß. Insgesamt sind und waren "Wege" immer ein großer Zeitfaktor, wohnste dicht an der Uni, hast dus weit zum Stadion und andersrum. 
In der Mensa gibts Mittagessen, von Montag bis Freitag. Wer allerdings auch nur ein bisschen darauf achtet, nicht den allergrößten Mist in sich hineinzuschaufeln, der macht um die hieseige Mensa an den meisten Tagen besser einen großen Bogen. 
Sowohl in meinem Bachelor- als auch Masterstudium ging die Uni täglich von ca. 9:00 bis 17:00 Uhr. Keine freien Tage, vielleicht mal eine oder zwei Stunden frei zwischendurch. Dazu kamen dann noch Praktika und Nebenjob, in der Vorlesungsfreien Zeit Klausurvorbereitung, noch mehr Praktika und Seminararbeiten. Alles in allem würde ich schon sagen, dass ich pro Tag locker 8 bis 10 Stunden mit Uni allein, plus Job beschäftigt war.


RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - MZPTLK - 27.09.2019

@G.K:
Luxuriöses Studentenleben? Bei 50-70 Stunden/Woche(schrieb ich ein paar Posts zurück)?
Klar geht das oft unter Schwierigkeiten, vor allem, wenn man während des Studiums 20 Stunden/Woche Assiarbeit machen muss, um sich was zu essen zu kaufen.
Aber wo Du's jetzt sagst, für den täglichen Mensa-'Frass' war ich damals gar nicht so schlecht,
allerdings habe ich noch Bananen, Joghurt, Müsli dazu gekauft.
Fahhradfahren bei Winterbedingungen ist natürlich ein Risiko, aber damals habe ich das als nicht so gefährlich empfunden,
zum Glück ist nie was passiert.


RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - Jonny - 28.09.2019

Diese WM ist natürlich auch keine tolle Werbung für die Leichtathletik. Zum einen kaum Zuschauer, dann ewig lange Sessions die teilweise über 6 Stunden Gehen und dann kaum live Übertragung im Deutschen Fernsehen.


RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - Pippen - 29.09.2019

Die LA müsste sich als "Oper des Sports" etablieren. Wie LorOlli schon schrieb ist der LA-Betrieb einfach nicht für den Pöbel geeignet, weil zuwenig Zufallsmomente die Emotionen kitzeln. Es wird daher immer eine Sportart gehobenen Charakters bleiben (müssen), doch jüngst wird sie "kirmes-iniert", in dem Klamauk & Musik die Aura und das Charisma zerstören oder zerstückelte Vorstellungen viele Athelten außen vor lassen und sich nur auf die Topleute konzentrieren. Damit verliert man traditionelle LA-Fans und die jungen fragen sich zu recht, ob dann nicht gleich Fußball, Am. Football oder Ninja Warrior angesagt sein sollten. Weniger ist mehr.