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Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt (/showthread.php?tid=6242) |
RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - mariusfast - 20.10.2025 (11.09.2025, 18:08)Roy Schmidt schrieb:Gerade zufällig auf ein Bild gestoßen vom Firmenlauf Chemnitz 2025 Anfang September. Ich erkenne ein Gruppenbild, auf dem der besagte Trainer mit 2 ehem. Athleten zu sehen ist (einem Athleten, der bereits seit seiner Jugendzeit in Chemnitz bei ihm trainierte und dem Trainer auf allen Stationen treu blieb bis zum Karriereende und auch seine Freundin ist munter auf dem Bild mit dem Trainer zu sehen, die auch zu ihm wechselte damals. Also offenbar war nicht der Trainer der Grund, dass sie dann nach Regensburg wechselte (wo sie keine wirklichen WEttkämpfe machen konnte wohl wg. Verletzung).(11.09.2025, 17:36)Kyascaily95 schrieb:(11.09.2025, 17:06)mariusfast schrieb:(11.09.2025, 13:31)Roy Schmidt schrieb:Es wird ja immer schlimmer. Der Trainer ist seit mehr als 15 Jahren tätig. Einige seiner Athleten waren dauerhaft jahrelang bei ihm, u.a. auch trotz Standortwechsel von der Jugend bis weit ins Aktivenalter hinein.(11.09.2025, 13:02)mark1967 schrieb: Mir kann niemand erzählen, dass die Leute sich nicht erkundigen, bevor sie jemanden einstellen. Der erwähnte Trainer kam doch aus Sachsen, war in Chemnitz quasi groß geworden. Vielleicht war er früher schon so drauf, vielleicht nicht. Oder liegt es an der Stadt? Bei den Turnerinnen in Chemnitz hatten wir doch erst den großen Skandal. Ich tippe da eher auf Kumpanei unter alten Freunden. Auf Kosten der eigenen Athletinnen. Vor allem, wie kann man, v.a. als Eltern von eigenen Kindern, nach wie vor positiv gestimmt sein ggü. diesem Trainer, wenn selbst Außenstehende wie Roy das mitbekommen haben (edit wolllen. Es war möglicherweise doch nicht so offensichtlich wie Roy hier schrieb. Das zeigt auch mal wieder, dass es verschiedene Rollen gibt. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Reichtathletik - 20.10.2025 Das ist doch das gängige Problem: Soweit ich weiß sind alle in den verschiedenen Dokus und Zeitungsberichten beschreibenen Coaches nicht rechtskräftig zu etwas verurteilt, was ihnen eine Tätigkeit im Sport untersagen würde. Wir wissen, dass einige mittlerweile bereits in anderen Positionen aktiv sind oder z.B. als Personal Coach arbeiten. Manche sind in Positionen tätig, da packt man sich an den Kopf. Andere, deren Wirken kritisch hinterfragt wird oder es sollte, sind munter auf Trainerkongressen. Ein Coach, dessen Lizenz soweit ich weiß sogar entzogen wurde, postete neulich munter Fotos von sich aus einer LA-Halle... Aus Sicht von Personen, die viel Mut aufgebracht haben, um namentlich oder anonym Dinge zu melden, entsteht aktuell der Eindruck: Ja, das Thema ist präsenter und man will in Zukunft Leute besser schulen, aber die schwarzen Schafe, die es schon gibt, werden mit nichten aussortiert. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - mariusfast - 20.10.2025 (20.10.2025, 13:29)Reichtathletik schrieb: Das ist doch das gängige Problem: Soweit ich weiß sind alle in den verschiedenen Dokus und Zeitungsberichten beschreibenen Coaches nicht rechtskräftig zu etwas verurteilt, was ihnen eine Tätigkeit im Sport untersagen würde. Wir wissen, dass einige mittlerweile bereits in anderen Positionen aktiv sind oder z.B. als Personal Coach arbeiten. Was heißt eigentlich Tätigkeit im Sport zu untersagen. Es war ja sowieso nur irgendein Firmenlauf. Ihm zu verbieten als Zuschauer zu kommen, ist das bei rechtskräftiger Verurteilung möglich? Wie auch immer, spannend ist ja eher, wieso die ehemaligen Athleten sich gerne mit ihm ablichten wollen und oder wirklich nichts mitbekommen haben, obwohl sie von Beginn an dabei waren. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Reichtathletik - 20.10.2025 (20.10.2025, 16:36)mariusfast schrieb:(20.10.2025, 13:29)Reichtathletik schrieb: Das ist doch das gängige Problem: Soweit ich weiß sind alle in den verschiedenen Dokus und Zeitungsberichten beschreibenen Coaches nicht rechtskräftig zu etwas verurteilt, was ihnen eine Tätigkeit im Sport untersagen würde. Wir wissen, dass einige mittlerweile bereits in anderen Positionen aktiv sind oder z.B. als Personal Coach arbeiten. Tätigkeit im Sport bezog sich auf andere Personen, siehe dazu auch weiter oben hier im Thread... Zu Sportlern und Trainern: Es gibt viele Fälle wo einige Athleten gut mit Coaches klar kamen, mit denen andere schlimme Erfahrungen hatten. Manche brechen dann jeden Kontakt ab, andere halten eher zum Coach und kritisieren die Opfer oder glauben ihnen nicht. Das ist sehr vielschichtig. Es gibt sogar Opfer, die eine Zeit lang eine Affären mit Tätern hatten oder ganze Gruppen wo sowas "üblich" war und erst viel später eine Abkehr stattfindet... Das ist nicht alles schwarz/weiß. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Reichtathletik - 27.10.2025 Mainathlet-Folge zur Thematik: https://open.spotify.com/episode/1sLzXluXpz2zGS9fYu3nuf?si=c7cd3aca6be44929 Leider merkt man ihr an, dass beide aus juristischen Gründen sehr um den heißen Brei herumreden müssen bzw. Dinge zwischen den Zeilen bringen. Befrüchte viele, die es nicht wahrhaben wollen oder nicht in der Materie sind, werden es deshalb nicht ganz verstehen. Das haben wir ja auch hier bereits oftmals erlebt. Die Thematik "Beziehungen Trainer-Athletin" (bzw. Affären), gemeinsam Zeit verbringen, in emotionale Abhängigkeit bringen, Beziehungen verbieten, etc. kann man glaube ich nur "erklären" und in ihrer Tragweite beschreiben und verstehen, wenn man Namen nennt. Das ist – aus nachvollziehbaren juristischen Gründen – nicht möglich. Aber auch deshalb können Personen, die z.T. interpersonelle Gewalt ausüben oder – auch wichtig: sie selbst nicht ausüben aber begünstigen bzw. ermöglichen – weiter im Sport tätig sein, teils in zentralen Positionen, als referenten in Forbildungen, etc. etc. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - dominikk85 - 27.10.2025 (20.10.2025, 13:29)Reichtathletik schrieb: Das ist doch das gängige Problem: Soweit ich weiß sind alle in den verschiedenen Dokus und Zeitungsberichten beschreibenen Coaches nicht rechtskräftig zu etwas verurteilt, was ihnen eine Tätigkeit im Sport untersagen würde. Wir wissen, dass einige mittlerweile bereits in anderen Positionen aktiv sind oder z.B. als Personal Coach arbeiten. Ich weiß nicht wie das in Deutschland ist, aber in den usa und Kanada ist es meines Wissens so das sperren auch dann erfolgen können wenn es keine rechtskräftige verurteilung gibt sofern es starke Indizien gibt..ein gewisses Level an Indizien muss natürlich schon da sein. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Reichtathletik - 27.10.2025 (27.10.2025, 14:17)dominikk85 schrieb:(20.10.2025, 13:29)Reichtathletik schrieb: Das ist doch das gängige Problem: Soweit ich weiß sind alle in den verschiedenen Dokus und Zeitungsberichten beschreibenen Coaches nicht rechtskräftig zu etwas verurteilt, was ihnen eine Tätigkeit im Sport untersagen würde. Wir wissen, dass einige mittlerweile bereits in anderen Positionen aktiv sind oder z.B. als Personal Coach arbeiten. Sperren sind nicht die Lösung. Sie sind ein Baustein, um Personen aus dem Sportbetrieb zu entfernen. Sie allein helfen aber nicht, einen Kulturwandel einzuleiten. Insbesondere nicht, wenn Personen eine Lizenz entzogen bekommen, aber weiterhin als Erfolgscoach gelten, denen nachgestrebt wird. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - TranceNation 2k14 - 27.10.2025 Gibt es hier auch, jeder Verein oder Verband hat eine Satzung, in der normalerweise steht dass du bei vereins- oder verbandsschädigendem Verhalten ausgeschlossen werden kannst. Aber auch da ist es wieder an den (zukünftigen) Arbeitgebern, zu hinterfragen, warum wieso weshalb. Es gibt auch hier immer weider Beispiele von Leuten, die jahrelang als Arztin oder Arzt gearbeitet haben ohne jemals die Ausbildung absolviert zu haben. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Reichtathletik - 27.10.2025 (27.10.2025, 14:53)TranceNation 2k14 schrieb: Gibt es hier auch, jeder Verein oder Verband hat eine Satzung, in der normalerweise steht dass du bei vereins- oder verbandsschädigendem Verhalten ausgeschlossen werden kannst. Aber auch da ist es wieder an den (zukünftigen) Arbeitgebern, zu hinterfragen, warum wieso weshalb. Es gibt auch hier immer weider Beispiele von Leuten, die jahrelang als Arztin oder Arzt gearbeitet haben ohne jemals die Ausbildung absolviert zu haben. Wie wenig ein Lizenzentzug bringt zeigen übrigens mal wieder die beiden jüngsten Trainerstellen-Ausschreibungen, die leichtathletik.de veröffentlicht hat. In der heutige zum Regionaltrainer Sachsen steht mal wieder als Voraussetzung: Zitat:wenn möglich B-Lizenz (bzw. die Bereitschaft diese zu erlangen) Was heißt denn "wenn möglich"? Wie kann es denn sein, dass dies nicht Mindestvoraussetzung ist? Direkt im Nachgang steht "Führerschein Klasse B". Das gibt es nicht die Einschränkung "wenn möglich" oder die Bitte, diesen dann zu machen. Mit so einem Wischiwaschi für nicht etwa Ehrenamt sondern Berufsstellen machen wir uns doch lächerlich und entwerten die Trainerlizenzen als etwas das "nicht so wichtig ist". Ergo: Geht auch so... Hauptsache "erfolgreich". Dass man dann aber ihne Lizenz vermutlich auch nie eine PSG-Schulung, Anti-Doping-Schulung etc. gemacht hat oder Ausbilder und Mit-Ausgebildete einen Eindruck davon bekommen, ob man dich auf Kinder/Erwachsene loslassen sollte... Noch krasser in dem Zusammenhang übrigens die Stelle zum Bundestrainer Lauf. Da wird gar nicht erst eine Trainerlizenz gefordert. Sportwissenschaftliches Studium und Erfahrung mit Athleten reichen... Aber man braucht auch keinen Führerschein.
RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - S_J - 27.10.2025 (27.10.2025, 16:43)Reichtathletik schrieb: Aber man braucht auch keinen Führerschein. Wird jetzt zwar eher off-topic, aber: Ich bin durchaus der Meinung, dass die Erwartung an Trainer und Athleten überall hin mit dem (oftmals privaten) PKW anzureisen, bzw. Veranstaltungen darauf auszurichten, nicht mehr zeitgemäß ist. Besonders bei Stellen, die ja doch durch öffentliche Gelder subventioniert bzw finanziert sind, würde ich schon erwarten, dass analog zu den Richtlinien im öffentlichen Dienst, Dienstreisen wo möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu absolvieren. Und Veranstaltungen (insbesondere Lehrgänge) so zu terminieren, dass das auch möglich ist. Zum Thema Trainerlizenz vs. Sportstudium haben wir ja auch schon an verschiedenen Stellen diskutiert. Keins von beidem macht einen auf magische Weise zu einem guten oder geeigneten Trainer. Aber meine langen Erfahrungen mit Sportstudierenden oder Sportlehrern ist, dass sich das Niveau im Schnitt eher auf dem eines C-Trainers bewegt als eines B- oder gar A-Trainers. Wenn Sportstudien lesen allein gut machen würde, hätten wir deutlich mehr Medaillen. Und in der Stellenanzeige für den BT-Lauf wird ein Lehramtsstudium formal mit dem Diplom-Trainer gleichgesetzt... Da merkt man doch gleich, dass Exceltabellen wichtiger als Trainingspraxis sind.Zurück zum Thema: Bestrafung / Verhinderung einer Weiterbeschäftigung der betroffenen Trainer ist zweifelsohne wichtig und hat auch Signalwirkung. Sowohl wenn es passiert, als auch, wenn es wie derzeit unterlassen wird. Mindestens genauso wichtig finde ich aber, an der Prävention zu arbeiten. Eine Kultur des Hinschauens zu etablieren, in der Interventionen frühzeitig möglich sind und entsprechende Situationen gar nicht erst entstehen. Und das gute daran: das geht auch bottom-to-top und man muss nicht auf den Dachverband warten. |