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Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Druckversion

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RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - mariusfast - 20.10.2025

(11.09.2025, 18:08)Roy Schmidt schrieb:
(11.09.2025, 17:36)Kyascaily95 schrieb:
(11.09.2025, 17:06)mariusfast schrieb:
(11.09.2025, 13:31)Roy Schmidt schrieb:
(11.09.2025, 13:02)mark1967 schrieb: Mir kann niemand erzählen, dass die Leute sich nicht erkundigen, bevor sie jemanden einstellen. Der erwähnte Trainer kam doch aus Sachsen, war in Chemnitz quasi groß geworden. Vielleicht war er früher schon so drauf, vielleicht nicht. Oder liegt es an der Stadt? Bei den Turnerinnen in Chemnitz hatten wir doch erst den großen Skandal. Ich tippe da eher auf Kumpanei unter alten Freunden. Auf Kosten der eigenen Athletinnen.

Legit jeder wusste was diese Personalie für ein Typ war und das schon immer. Das Thema wird halt leider immer erst ernst genommen, wenn es Druck von außen gibt. 
Und es gibt noch ganz andere Vorfälle über und von dieser Person außerhalb sexueller Nötigung/Vorfälle, auch wenn das alleine schon mehr als schlimm genug ist.
Es wird ja immer schlimmer. Der Trainer ist seit mehr als 15 Jahren tätig. Einige seiner Athleten waren dauerhaft jahrelang bei ihm, u.a. auch trotz Standortwechsel von der Jugend bis weit ins Aktivenalter hinein. 

Genauso sieht es aus. Ein Großteil seiner Gruppe folgte ihm von Chemnitz nach Düsseldorf und dann noch nach Schalke, darunter auch (junge) Frauen. Deshalb ist die Aussage "er war schon immer so" nicht glaubwürdig für mich. Und wenn man tatsächlich schon in früheren Jahren den Eindruck gewonnen hatte, sein Umgang mit den Athletinnen und Athleten ist fragwürdig, dann frage ich mich, warum man jetzt hier im Forum erst in die Tasten zu hauen beginnt, anstatt vorher schon Alarm zu schlagen? Neben den Verbänden gibt es auch andere Anlaufstellen, wo solche Hinweise gerne angenommen werden - auch anonym. Sich über eine Person auszulassen, nachdem sie bereits von anderen an den Pranger gestellt wurde, ist natürlich der einfachere Weg. 

Ich möchte damit i.Ü. nichts, was dem Trainer vorgeworfen wird, schönreden. Trotzdem darf wohl die Kritik erlaubt sein, daß ich Äußerungen wie "ist schon lange in der Szene bekannt", "der war schon immer so" und "es gibt noch ganz andere Vorfälle mit dieser Person" skeptisch gegenüberstehe. Wenn ich dieses Wissen gehabt hätte, hätte ich nicht geschwiegen. Warum es andere (=Mitwisser) taten, erschließt sich mir nicht. Ausgehend von seinen Trainerkollegen kann es natürlich möglich sein, daß der eine oder andere unter ihnen auch Dreck am Stecken hatte, und sie sich dann gegenseitig gedeckt haben. Schon alleine, wenn man bedenkt, daß es Foristen gibt, die viel mehr Trainer kennen, die eben (noch) nicht öffentlich in die Mangel genommen wurden - das könnte meine These unterstreichen. Ich möchte aber betonen, daß das lediglich meine Spekulation ist und ich nichts von solch einem Fall weiß. Und ich hoffe inständig, daß auf die Doku noch eine Fortsetzung folgt mit weiteren Fällen, die noch nicht zur Sprache kamen. Wir brauchen diese Transparenz, damit sich Athlet*innen im Leistungssport wieder wohl und mündig fühlen. Aber die DLV-Manier "wir können ja einfach den Namen des Trainers von der Website entfernen und schon ist unsere Pflicht getan" führt zu nichts. Das ist ganz weit weg von Transparenz und Aufklärung. Ohne diese nützt das beste Schutzkonzept nichts.

Das ist ganz einfach zu erklären. Man wird belächelt, ignoriert, wenn man so etwas "meldet" oder es wird einfach übergangen und selbst wenn nicht, hat es keine Konsequezen für den Angeklagten. Es wird erst ernst genomen, wenn der öffentliche Druck so hoch ist, dass man es nicht mehr ignorieren kann, wie es jetzt der Fall ist. Dazu kommt Vetternwirtschaft. Solche Personen werden oft "von oben" geschützt, weil sie ehemalige Schützlinge/Athleten/etc. von Entscheidungsträgern sind.

Den hier benannten Fall kannte ich schon zu seinen Athletenzeiten und ich arbeite mit jemanden zusammen, der in der selben Disziplingruppe wie er unterwegs war. "Er war schon immer so" ist hier ein durchaus zutreffendes Zitat. Diese Menschen haben sehr oft ein großes Talent für Manipulation, gerade bei jungen Menschen.

Kleiner Tipp: Man kann mal recherchieren, warum das Leichtathletik Projekt von Schalke04 zu Ende ging.
Gerade zufällig auf ein Bild gestoßen vom Firmenlauf Chemnitz 2025 Anfang September. Ich erkenne ein Gruppenbild, auf dem der besagte Trainer mit 2 ehem. Athleten zu sehen ist (einem Athleten, der bereits seit seiner Jugendzeit in Chemnitz bei ihm trainierte und dem Trainer auf allen Stationen treu blieb bis zum Karriereende und auch seine Freundin ist munter auf dem Bild mit dem Trainer zu sehen, die auch zu ihm wechselte damals. Also offenbar war nicht der Trainer der Grund, dass sie dann nach Regensburg wechselte (wo sie keine wirklichen WEttkämpfe machen konnte wohl wg. Verletzung).

 Vor allem, wie kann man, v.a. als Eltern von eigenen Kindern, nach wie vor positiv gestimmt sein ggü. diesem Trainer, wenn selbst Außenstehende wie Roy das mitbekommen haben (edit wolllen.
Es war möglicherweise doch nicht so offensichtlich wie Roy hier schrieb. Das zeigt auch mal wieder, dass es verschiedene Rollen gibt.


RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Reichtathletik - 20.10.2025

Das ist doch das gängige Problem: Soweit ich weiß sind alle in den verschiedenen Dokus und Zeitungsberichten beschreibenen Coaches nicht rechtskräftig zu etwas verurteilt, was ihnen eine Tätigkeit im Sport untersagen würde. Wir wissen, dass einige mittlerweile bereits in anderen Positionen aktiv sind oder z.B. als Personal Coach arbeiten.
Manche sind in Positionen tätig, da packt man sich an den Kopf.
Andere, deren Wirken kritisch hinterfragt wird oder es sollte, sind munter auf Trainerkongressen.
Ein Coach, dessen Lizenz soweit ich weiß sogar entzogen wurde, postete neulich munter Fotos von sich aus einer LA-Halle...
Aus Sicht von Personen, die viel Mut aufgebracht haben, um namentlich oder anonym Dinge zu melden, entsteht aktuell der Eindruck: Ja, das Thema ist präsenter und man will in Zukunft Leute besser schulen, aber die schwarzen Schafe, die es schon gibt, werden mit nichten aussortiert.


RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - mariusfast - 20.10.2025

(20.10.2025, 13:29)Reichtathletik schrieb: Das ist doch das gängige Problem: Soweit ich weiß sind alle in den verschiedenen Dokus und Zeitungsberichten beschreibenen Coaches nicht rechtskräftig zu etwas verurteilt, was ihnen eine Tätigkeit im Sport untersagen würde.  Wir wissen, dass einige mittlerweile bereits in anderen Positionen aktiv sind oder z.B. als Personal Coach arbeiten.
Manche sind in Positionen tätig, da packt man sich an den Kopf.
Andere, deren Wirken kritisch hinterfragt wird oder es sollte, sind munter auf Trainerkongressen.
Ein Coach, dessen Lizenz soweit ich weiß sogar entzogen wurde, postete neulich munter Fotos von sich aus einer LA-Halle...
Aus Sicht von Personen, die viel Mut aufgebracht haben, um namentlich oder anonym Dinge zu melden, entsteht aktuell der Eindruck: Ja, das Thema ist präsenter und man will in Zukunft Leute besser schulen, aber die schwarzen Schafe, die es schon gibt, werden mit nichten aussortiert

Was heißt eigentlich Tätigkeit im Sport zu untersagen. Es war ja sowieso nur irgendein Firmenlauf. Ihm zu verbieten als Zuschauer zu kommen, ist das bei rechtskräftiger Verurteilung möglich?

Wie auch immer, spannend ist ja eher, wieso die ehemaligen Athleten sich gerne mit ihm ablichten wollen und oder wirklich nichts mitbekommen haben, obwohl sie von Beginn an dabei waren.


RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Reichtathletik - 20.10.2025

(20.10.2025, 16:36)mariusfast schrieb:
(20.10.2025, 13:29)Reichtathletik schrieb: Das ist doch das gängige Problem: Soweit ich weiß sind alle in den verschiedenen Dokus und Zeitungsberichten beschreibenen Coaches nicht rechtskräftig zu etwas verurteilt, was ihnen eine Tätigkeit im Sport untersagen würde.  Wir wissen, dass einige mittlerweile bereits in anderen Positionen aktiv sind oder z.B. als Personal Coach arbeiten.
Manche sind in Positionen tätig, da packt man sich an den Kopf.
Andere, deren Wirken kritisch hinterfragt wird oder es sollte, sind munter auf Trainerkongressen.
Ein Coach, dessen Lizenz soweit ich weiß sogar entzogen wurde, postete neulich munter Fotos von sich aus einer LA-Halle...
Aus Sicht von Personen, die viel Mut aufgebracht haben, um namentlich oder anonym Dinge zu melden, entsteht aktuell der Eindruck: Ja, das Thema ist präsenter und man will in Zukunft Leute besser schulen, aber die schwarzen Schafe, die es schon gibt, werden mit nichten aussortiert

Was heißt eigentlich Tätigkeit im Sport zu untersagen. Es war ja sowieso nur irgendein Firmenlauf. Ihm zu verbieten als Zuschauer zu kommen, ist das bei rechtskräftiger Verurteilung möglich?

Wie auch immer, spannend ist ja eher, wieso die ehemaligen Athleten sich gerne mit ihm ablichten wollen und oder wirklich nichts mitbekommen haben, obwohl sie von Beginn an dabei waren.

Tätigkeit im Sport bezog sich auf andere Personen, siehe dazu auch weiter oben hier im Thread...

Zu Sportlern und Trainern: Es gibt viele Fälle wo einige Athleten gut mit Coaches klar kamen, mit denen andere schlimme Erfahrungen hatten. Manche brechen dann jeden Kontakt ab, andere halten eher zum Coach und kritisieren die Opfer oder glauben ihnen nicht. Das ist sehr vielschichtig. Es gibt sogar Opfer, die eine Zeit lang eine Affären mit Tätern hatten oder ganze Gruppen wo sowas "üblich" war und erst viel später eine Abkehr stattfindet...
Das ist nicht alles schwarz/weiß.


RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Reichtathletik - 27.10.2025

Mainathlet-Folge zur Thematik: https://open.spotify.com/episode/1sLzXluXpz2zGS9fYu3nuf?si=c7cd3aca6be44929

Leider merkt man ihr an, dass beide aus juristischen Gründen sehr um den heißen Brei herumreden müssen bzw. Dinge zwischen den Zeilen bringen. Befrüchte viele, die es nicht wahrhaben wollen oder nicht in der Materie sind, werden es deshalb nicht ganz verstehen. Das haben wir ja auch hier bereits oftmals erlebt.
Die Thematik "Beziehungen Trainer-Athletin" (bzw. Affären), gemeinsam Zeit verbringen, in emotionale Abhängigkeit bringen, Beziehungen verbieten, etc. kann man glaube ich nur "erklären" und in ihrer Tragweite beschreiben und verstehen, wenn man Namen nennt. Das ist – aus nachvollziehbaren juristischen Gründen – nicht möglich. Aber auch deshalb können Personen, die z.T. interpersonelle Gewalt ausüben oder – auch wichtig: sie selbst nicht ausüben aber begünstigen bzw. ermöglichen – weiter im Sport tätig sein, teils in zentralen Positionen, als referenten in Forbildungen, etc. etc.


RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - dominikk85 - 27.10.2025

(20.10.2025, 13:29)Reichtathletik schrieb: Das ist doch das gängige Problem: Soweit ich weiß sind alle in den verschiedenen Dokus und Zeitungsberichten beschreibenen Coaches nicht rechtskräftig zu etwas verurteilt, was ihnen eine Tätigkeit im Sport untersagen würde.  Wir wissen, dass einige mittlerweile bereits in anderen Positionen aktiv sind oder z.B. als Personal Coach arbeiten.
Manche sind in Positionen tätig, da packt man sich an den Kopf.
Andere, deren Wirken kritisch hinterfragt wird oder es sollte, sind munter auf Trainerkongressen.
Ein Coach, dessen Lizenz soweit ich weiß sogar entzogen wurde, postete neulich munter Fotos von sich aus einer LA-Halle...
Aus Sicht von Personen, die viel Mut aufgebracht haben, um namentlich oder anonym Dinge zu melden, entsteht aktuell der Eindruck: Ja, das Thema ist präsenter und man will in Zukunft Leute besser schulen, aber die schwarzen Schafe, die es schon gibt, werden mit nichten aussortiert.

Ich weiß nicht wie das in Deutschland ist, aber in den usa und Kanada ist es meines Wissens so das sperren auch dann erfolgen können wenn es keine rechtskräftige verurteilung gibt sofern es starke Indizien gibt..ein gewisses Level an Indizien muss natürlich schon da sein.


RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Reichtathletik - 27.10.2025

(27.10.2025, 14:17)dominikk85 schrieb:
(20.10.2025, 13:29)Reichtathletik schrieb: Das ist doch das gängige Problem: Soweit ich weiß sind alle in den verschiedenen Dokus und Zeitungsberichten beschreibenen Coaches nicht rechtskräftig zu etwas verurteilt, was ihnen eine Tätigkeit im Sport untersagen würde.  Wir wissen, dass einige mittlerweile bereits in anderen Positionen aktiv sind oder z.B. als Personal Coach arbeiten.
Manche sind in Positionen tätig, da packt man sich an den Kopf.
Andere, deren Wirken kritisch hinterfragt wird oder es sollte, sind munter auf Trainerkongressen.
Ein Coach, dessen Lizenz soweit ich weiß sogar entzogen wurde, postete neulich munter Fotos von sich aus einer LA-Halle...
Aus Sicht von Personen, die viel Mut aufgebracht haben, um namentlich oder anonym Dinge zu melden, entsteht aktuell der Eindruck: Ja, das Thema ist präsenter und man will in Zukunft Leute besser schulen, aber die schwarzen Schafe, die es schon gibt, werden mit nichten aussortiert.

Ich weiß nicht wie das in Deutschland ist, aber in den usa und Kanada ist es meines Wissens so das sperren auch dann erfolgen können wenn es keine rechtskräftige verurteilung gibt sofern es starke Indizien gibt..ein gewisses Level an Indizien muss natürlich schon da sein.

Sperren sind nicht die Lösung. Sie sind ein Baustein, um Personen aus dem Sportbetrieb zu entfernen. Sie allein helfen aber nicht, einen Kulturwandel einzuleiten. Insbesondere nicht, wenn Personen eine Lizenz entzogen bekommen, aber weiterhin als Erfolgscoach gelten, denen nachgestrebt wird.


RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - TranceNation 2k14 - 27.10.2025

Gibt es hier auch, jeder Verein oder Verband hat eine Satzung, in der normalerweise steht dass du bei vereins- oder verbandsschädigendem Verhalten ausgeschlossen werden kannst. Aber auch da ist es wieder an den (zukünftigen) Arbeitgebern, zu hinterfragen, warum wieso weshalb. Es gibt auch hier immer weider Beispiele von Leuten, die jahrelang als Arztin oder Arzt gearbeitet haben ohne jemals die Ausbildung absolviert zu haben.


RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Reichtathletik - 27.10.2025

(27.10.2025, 14:53)TranceNation 2k14 schrieb: Gibt es hier auch, jeder Verein oder Verband hat eine Satzung, in der normalerweise steht dass du bei vereins- oder verbandsschädigendem Verhalten ausgeschlossen werden kannst. Aber auch da ist es wieder an den (zukünftigen) Arbeitgebern, zu hinterfragen, warum wieso weshalb. Es gibt auch hier immer weider Beispiele von Leuten, die jahrelang als Arztin oder Arzt gearbeitet haben ohne jemals die Ausbildung absolviert zu haben.

Wie wenig ein Lizenzentzug bringt zeigen übrigens mal wieder die beiden jüngsten Trainerstellen-Ausschreibungen, die leichtathletik.de veröffentlicht hat. In der heutige zum Regionaltrainer Sachsen steht mal wieder als Voraussetzung:

Zitat:wenn möglich B-Lizenz (bzw. die Bereitschaft diese zu erlangen)

Was heißt denn "wenn möglich"? Wie kann es denn sein, dass dies nicht Mindestvoraussetzung ist? Direkt im Nachgang steht "Führerschein Klasse B". Das gibt es nicht die Einschränkung "wenn möglich" oder die Bitte, diesen dann zu machen. Mit so einem Wischiwaschi für nicht etwa Ehrenamt sondern Berufsstellen machen wir uns doch lächerlich und entwerten die Trainerlizenzen als etwas das "nicht so wichtig ist". Ergo: Geht auch so... Hauptsache "erfolgreich". Dass man dann aber ihne Lizenz vermutlich auch nie eine PSG-Schulung, Anti-Doping-Schulung etc. gemacht hat oder Ausbilder und Mit-Ausgebildete einen Eindruck davon bekommen, ob man dich auf Kinder/Erwachsene loslassen sollte...


Noch krasser in dem Zusammenhang übrigens die Stelle zum Bundestrainer Lauf.
Da wird gar nicht erst eine Trainerlizenz gefordert. Sportwissenschaftliches Studium und Erfahrung mit Athleten reichen... Aber man braucht auch keinen Führerschein.  Big Grin


RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - S_J - 27.10.2025

(27.10.2025, 16:43)Reichtathletik schrieb:  Aber man braucht auch keinen Führerschein.  Big Grin

Wird jetzt zwar eher off-topic, aber: Ich bin durchaus der Meinung, dass die Erwartung an Trainer und Athleten überall hin mit dem (oftmals privaten) PKW anzureisen, bzw. Veranstaltungen darauf auszurichten, nicht mehr zeitgemäß ist. Besonders bei Stellen, die ja doch durch öffentliche Gelder subventioniert bzw finanziert sind, würde ich schon erwarten, dass analog zu den Richtlinien im öffentlichen Dienst, Dienstreisen wo möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu absolvieren. Und Veranstaltungen (insbesondere Lehrgänge) so zu terminieren, dass das auch möglich ist.

Zum Thema Trainerlizenz vs. Sportstudium haben wir ja auch schon an verschiedenen Stellen diskutiert. Keins von beidem macht einen auf magische Weise zu einem guten oder geeigneten Trainer. Aber meine langen Erfahrungen mit Sportstudierenden oder Sportlehrern ist, dass sich das Niveau im Schnitt eher auf dem eines C-Trainers bewegt als eines B- oder gar A-Trainers. Wenn Sportstudien lesen allein gut machen würde, hätten wir deutlich mehr Medaillen. Smile Und in der Stellenanzeige für den BT-Lauf wird ein Lehramtsstudium formal mit dem Diplom-Trainer gleichgesetzt... Da merkt man doch gleich, dass Exceltabellen wichtiger als Trainingspraxis sind.


Zurück zum Thema: Bestrafung / Verhinderung einer Weiterbeschäftigung der betroffenen Trainer ist zweifelsohne wichtig und hat auch Signalwirkung. Sowohl wenn es passiert, als auch, wenn es wie derzeit unterlassen wird.
Mindestens genauso wichtig finde ich aber, an der Prävention zu arbeiten. Eine Kultur des Hinschauens zu etablieren, in der Interventionen frühzeitig möglich sind und entsprechende Situationen gar nicht erst entstehen. Und das gute daran: das geht auch bottom-to-top und man muss nicht auf den Dachverband warten.  Thumb_up