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Marita Kochs Weltrekord wird 40 - Druckversion

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RE: Marita Kochs Weltrekord wird 40 - Delta - 10.10.2025

(09.10.2025, 19:34)muffman schrieb: Es wird nicht einfach behauptet. Es gibt dafür eindeutige Beweise. Informiere dich einfach mal, bevor du hier wieder irgendwelchen Nonsens verzapfst. Es geht auch überhaupt nicht darum, was in anderen Ländern passiert ist. Es geht darum, dass Koch immer noch leugnet gedopt zu haben, obwohl die Beweislage eigentlich klar ist. Aber wenn wir schon beim Thema sind: Was war eigentlich mit Werner Günthör? Komm also mal lieber runter von deinem hohen Ross.

Medizinische Unterstützung im Verletzungsfalle. Zum damaligen Zeitpunkt kein Doping.


RE: Marita Kochs Weltrekord wird 40 - Atanvarno - 10.10.2025

(10.10.2025, 09:15)Delta schrieb: Medizinische Unterstützung im Verletzungsfalle. Zum damaligen Zeitpunkt kein Doping.

ich würde sagen wollen "mach dich bitte nicht lächerlich", aber da du das ohnehin immer wieder tust, ist das wohl zwecklos  Rolleyes

Zitat:Nach den Befragungen von Segesser, Günthör und dessen Trainer Jean-Pierre Egger kam die DUK zum Schluss, dass die «therapeutische» Verabreichung von Anabolika vor 1989 gegen die damals gültigen nationalen und internationalen Dopingbestimmungen verstossen habe.

Zudem hielt sie fest: «Anabolikabehandlungen dieser Art hätten auch im Rahmen des Therapiefensters keinen Platz gefunden.»
Quelle: https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/frauenfeld/es-ging-mir-damals-nicht-gut-ld.784966?utm_source=chatgpt.com


RE: Marita Kochs Weltrekord wird 40 - muffman - 10.10.2025

Ich bitte dich Delta…

Marita Koch: Die von Werner Franke und Brigitte Berendonk sichergestellten Dokumente liefern doch sehr starke Hinweise, dass Koch gedopt wurde. Die Präperate, Dosen usw. sind dort einsehbar. Vor Gericht würde das wahrscheinlich nicht reichen. Die Indizien lassen aber eigentlich nur einen Schluss zu.


RE: Marita Kochs Weltrekord wird 40 - Atanvarno - 10.10.2025

Gibt ja auch noch den Brief an einen Jenapharm-Verantwortlichen, in dem sich Koch beschwert, dass Bärbel Wöckel stärkere Mittel als sie selbst erhält.


RE: Marita Kochs Weltrekord wird 40 - Notalp - 10.10.2025

Ein etwas anderes Nachwort sei gestattet: Mir persönlich ist es schnurzpiepegal, ob sich Frau Koch angesichts starker Hinweise zum Doping bekennt oder nicht! Ins Auge springt beim ‘Festakt’ zum 40. Jahrestag v.a. die Art der (neuerlichen) Selbstbeweihräucherung: die man wohl nur in einer Zeitung wie der ‘Jungen Welt’ unters Volk bringen kann. Wobei es mich wundert, dass darüber kein weiteres Wort gefallen ist. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Junge_Welt

Bei so viel ideologischem Koks drumherum: da dürfte man allenfalls ein ganz anders Bekenntnis fortwirken sehen. Aber das bleibt natürlich eine Vermutung. Aber eine, die auch besagt: Es gibt Leute, die den Weltrekord nach wie vor für ein Monument halten...


RE: Marita Kochs Weltrekord wird 40 - Sandmann - 10.10.2025

Da ich den jW-Artikel verlinkt hatte, fühle ich mich angesprochen: 

1. Ich halte Euch Foristen grundsätzlich für medienkompetent genug, um Quellen kritisch einzuschätzen und entsprechende eigene Schlussfolgerungen zu ziehen (das gilt übrigens auch für Wikipedia-Artikel zu hochumstrittenen Gegenständen)

2. Nur weil etwas von der ARD oder der Süddeutschen Zeitung kommt, muss es auch nicht über jeden Zweifel erhaben sein. Der jW-Artikel steht zunächst einmal für sich selbst und sollte meiner Überzeugung nach auch so beurteilt werden

3. Ich kann nicht erkennen, dass im genannten Artikel das DDR-Dopingsystem bestritten oder auch nur Marita Koch von diesbezüglichen Vorwürfen weißgewaschen wird. Das fängt schon mit der Überschrift an

4. Ich greife auf Organe wie die jW zurück, weil dort Dinge/Details thematisiert werden, die anderswo eher selten oder gar nicht vorkommen. Bei diesem Artikel meine ich vor allem die Frage, welche (nicht-pharmakologischen) Methoden des DDR-Trainings welche Effekte hatten, und welchen Beitrag sie zu den Leistungen der DDR-Athlet(inn)en lieferten


RE: Marita Kochs Weltrekord wird 40 - Notalp - 10.10.2025

Ich habe mich für den Link zu bedanken - es aber leider vergessen!


RE: Marita Kochs Weltrekord wird 40 - mariusfast - 10.10.2025

(10.10.2025, 10:51)Notalp schrieb: Ein etwas anderes Nachwort sei gestattet: Mir persönlich ist es schnurzpiepegal, ob sich Frau Koch angesichts starker Hinweise zum Doping bekennt oder nicht! Ins Auge springt beim ‘Festakt’ zum 40. Jahrestag v.a. die Art der (neuerlichen) Selbstbeweihräucherung: die man wohl nur in einer Zeitung wie der ‘Jungen Welt’ unters Volk bringen kann. Wobei es mich wundert, dass darüber kein weiteres Wort gefallen ist. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Junge_Welt

Bei so viel ideologischem Koks drumherum: da dürfte man allenfalls ein ganz anders Bekenntnis fortwirken sehen. Aber das bleibt natürlich eine Vermutung. Aber eine, die auch besagt: Es gibt Leute, die den Weltrekord nach wie vor für ein Monument halten...
ist eine ideologische Zeitung und ja fraglich wieso sie nur dort ein Interview gibt. Kann man natürlich in Frage stellen, dass sie das tut. 

Aber finde den Artikel jetzt in Ordnung. Das mit dem Doping wurde ja beleuchtet (auch wenn man das natürlich noch besser hätte machen können). Vor allem aber
über das  Sportsystem in der DDR wurde ja kritisch berichtet (und ansonsten erkenne ich in dem Artikel jetzt auch nicht mehr oder weniger Ideologisches als in anderen Zeitungen)

Die Schuld für den Boykott wurde ja dem DDR System gegeben. 



Leichtathletik: Kaum zu glauben, Tageszeitung junge Welt, 06.10.2025
Zitat:ie selbstherrliche Entscheidung des SED-Politbüros hatte Marita Koch und alle anderen ostdeutschen Stars um ihre Medaillenchancen gebracht und die mit vielen Entbehrungen verbundene Olympiavorbereitung zunichte gemacht.

es wurde auch zurecht kritisiert, dass in der  DDR Athleten nur als Maschinen und Objekte angesehen wurden. Das ist ja auch kritisch ggü. der DDR, die ja eigentlich den Anspruch hatte genau das Gegenteilige mit den Menschen zu tun.  
Zitat:Wenn Athleten alt und krank sind, dann müssen sie eben aufhören.‹ Als ich das hörte, habe ich sofort gedacht: Das kann er haben.«



RE: Marita Kochs Weltrekord wird 40 - athleticsfirst - 10.10.2025

Es ist wohl unumstritten, dass in der DDR systematisch gedopt wurde. Das kann eigentlich niemand ernsthaft bezweifeln. Ebenso ist es doch aber auch so, dass in der DDR sehr viele Sachen richtig gemacht wurden um Talente zu suchen und dann zu fördern. Diese Talente mussten ja gefunden und gefördert werden um das Doping überhaupt "sinnvoll" zu machen. Es hilft ja  nichts einem untalentierten Menschen Dopingmittel zu verabreichen und dann zu erwarten, das er Höchstleistungen erbringt.
Übrigens waren in den Hochzeiten des Dopings (ja auch der Westen hat gedopt) auch in Westdeutschland viel mehr talentierte Sportler in der Szene unterwegs. Ich glaube, da muss man ansetzen, was war damals anders als heute? Wenn ich nur mal an den Schulsport von damals denke und mir heute in den meisten Schulen den Sportunterricht ansehe, wundert mich gar nichts. Heute sind doch in jeder Disziplin nur 5 - 6 Sportler in ganz Deutschland vorhanden die überhaupt die Fähigkeiten haben an die Spitze zu kommen. Aus diesem Pool müssen wir dann hoffen, dass es der Eine oder Andere tatsächlich schafft, ganz vorne anzukommen. Und die, die ankommen sind meist nicht durch unser Fördersystem stark geworden, sondern es sind meist spezifische Einzellösungen.
Ich gehe auch davon aus, dass der 400m- Weltrekord durch Dopingunterstützung erreicht wurde, aber man muss auch erkennen, dass Zeiten und Weiten die damals auch ohne Doping weit verbreitet waren heute nur noch von ganz weingen Athleten erreicht werden.


RE: Marita Kochs Weltrekord wird 40 - Atanvarno - 10.10.2025

(10.10.2025, 12:41)athleticsfirst schrieb: Es ist wohl unumstritten, dass in der DDR systematisch gedopt wurde. Das kann eigentlich niemand ernsthaft bezweifeln. Ebenso ist es doch aber auch so, dass in der DDR sehr viele Sachen richtig gemacht wurden um Talente zu suchen und dann zu fördern. Diese Talente mussten ja gefunden und gefördert werden um das Doping überhaupt "sinnvoll" zu machen. Es hilft ja  nichts einem untalentierten Menschen Dopingmittel zu verabreichen und dann zu erwarten, das er Höchstleistungen erbringt.

Man könnte aber auch einwenden, dass Doping zwar aus einem Ackergaul kein Rennpferd macht, aber durchaus ein nicht ganz so guter Athlet mit außerordentlich belastbarer Leber talentiertere ebenfalls gedopte Athleten, die weniger Stoff vertragen, schlagen kann. Dann wäre das Vorhandensein überragender Athleten nicht nur Beleg überragenden Talentscoutings, sondern auch einer Selektion auf andere Parameter (man haut jedem halbwegs talentierten Athleten eine Dosis Oral-Turinabol rein und im Kader bleiben die Heavy Responder). Bleibt jedem überlassen zu entscheiden, wie die Gewichtung der Parameter ist

Zu den fachlich hervorragenden Trainern der DDR ist vielleicht auch die Stimme von Manfred Höppner ganz erhellend

Zitat:Festzustellen ist, dass viele Trainer rücksichtslos Anabolika bei ihren Sportlern zur Anwendung bringen, bei gleichzeitiger Vernachlässigung der Trainingsprozesse. Sie sehen in der Anwendung unterstützender Mittel, zum Teil in unkontrollierten Dosen, das "Allheilmittel" zur Leistungssteigerung.
(Quelle: Doping im Spitzensport, Singler/Treutlein, S.106)