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ist es Zeit für einen anderen Sprintertyp? - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Training im Spiegel der Sportwissenschaft (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=21) +--- Thema: ist es Zeit für einen anderen Sprintertyp? (/showthread.php?tid=1550) |
RE: ist es Zeit für einen anderen Sprintertyp? - Gertrud - 11.12.2015 (11.12.2015, 10:54)gera schrieb: Das die Sache " Sprintertyp " vielschichtig ist, ahnte ich , deshalb auch gleich mein ? in der Themenüberschrift. Der Gedanke ist auch richtig. Man muss sich ernsthaft fragen, ob ein Harry AA mit andersartigem Training - also nicht so hypertrophielastig - genauso schnell oder sogar schneller gelaufen wäre. Die Frage ist sicherlich erlaubt, welche strukturellen Anteile man bevorzugt. Diese Sicht der Dinge ist sehr im Fluss. Zudem stellt sich die Frage der Verletzungshäufigkeit. Kim Collins ist kein Kraftpaket, M. Greene war es schon. Es scheinen einfach auch die unterschiedlichen Hypertrophieanteile eine Rolle zu spielen. Wo liegt da das Optimum? Das ist sicherlich ein spannender Forschungsauftrag. Gertrud RE: ist es Zeit für einen anderen Sprintertyp? - Halloo - 11.12.2015 KuK und SuS ist mir zwischenzeitlich bekannt, nicht aber AA ? Lt. Heinz Erhardt sagen die griechischen Kleinkinder statt AA alpha alpha? RE: ist es Zeit für einen anderen Sprintertyp? - Gertrud - 11.12.2015 Harry Aikines-Aryeetey. Dieser Sprinter kürzt sich in vielen Artikel und auf youtube so ab, weil der Name wohl zu kompliziert ist, nehme ich an. Gertrud RE: ist es Zeit für einen anderen Sprintertyp? - Atanvarno - 11.12.2015 Harry Aikines Aryeetey (6,55/10,08)
RE: ist es Zeit für einen anderen Sprintertyp? - decathlonitis - 11.12.2015 So ähnlich - nur nicht so braun - sah ich vor kurzem auch noch aus, nur meine Muskulatur war auf 12 cm mehr an Körperlänge länglicher verteilt.
RE: ist es Zeit für einen anderen Sprintertyp? - gera - 11.12.2015 ja , so einem Sprintertyp hat man auch mal hinterher gesehen. Und manch einer übertrieb die Wichtigkeit des Oberkörpers für das sprinten. Dabei war dies doch nur Nebeneffekt einer Dopinghochphase. Man darf sich wirklich den Blick auf das Wesentliche nicht nehmen lassen. Wobei es nicht leicht ist, das Wesentliche zu erkennen und umzusetzen. RE: ist es Zeit für einen anderen Sprintertyp? - dominikk85 - 11.12.2015 Wäre es nicht optimal für das kraft Last Verhältnis dicke Beine und einen dünnen Oberkörper zu haben? Das ist natürlich nicht sehr symmetrisch, aber man spart Gewicht ohne Kraft am Boden zu verlieren. die Arme sind zwar auch wichtig, aber die Arme nur in der Luft rudern braucht man dafür ja nicht wirklich dicke Muskeln. RE: ist es Zeit für einen anderen Sprintertyp? - lor-olli - 12.12.2015 Diesen Typus gibt es durchaus schon - die meisten Profi-Radrennfahrer scheinen oft nur aus "Beinen" zu bestehen (zumindest die guten Kletterer). Der Sprinter trainiert also die Beine, bei "ihm" ist aber auch das Gesäß sehr wichtig. Um dieses und den Körper beim Aufrichten nach dem Start zu stabilisieren brauche ich einen starken Rumpf (Rücken und Bauch). Um es nicht zu "missverhältlich" werden zu lassen und auch um bestimmte Übungen beim Training durchführen zu können (Gewichte) braucht man natürlich auch die Arme - diese Art des Kraftrainings brauchen die Radfahrer überhaupt nicht. Den einzigen Kompromiss sehe ich dari,n die Muskeln zwar stark zu machen dennoch schlank zu halten, eine zu starke Hypertrophie erzeugt unnötige, weil schwere Masse, ganz ohne Muskeln, auch an Arm und Schulter, wird es nicht gehen - viele heutige Sprinter entsprechen in etwa schon diesem Typus. Bolt ist nicht nur schnell, ich würde auch sagen sein Kraft / Lastverhältnis ist ziemlich ideal. Was ich mal nicht ausschließen möchte wäre, dass wir einen Weg finden (ohne Doping) nur genau jene Muskeln gezielt zu trainieren, die die essentiellen Geschwindigkeitparameter beim Sprint bedingen - dazu bedarf es aber wesentlich präziserer Methoden als sie uns derzeit noch zur Verfügung stehen. Wir können die Muskelkraft, wenn wir sie nichtinvasiv messen, eben nur ableiten und die Kraft und den Anteil des einzelnen beteiligten Muskels interpolieren. Beim Sprint sind aber viele Muskeln im "Paket" aktiv, so dass die Messfehler schon recht groß werden können. (Man muss sich einfach mal nur genau alle Komponenten der ischiokruralen Muskulatur einzeln und im Zusammenspiel anschauen) RE: ist es Zeit für einen anderen Sprintertyp? - RalfM - 12.12.2015 (11.12.2015, 19:33)dominikk85 schrieb: Wäre es nicht optimal für das kraft Last Verhältnis dicke Beine und einen dünnen Oberkörper zu haben? Das ist natürlich nicht sehr symmetrisch, aber man spart Gewicht ohne Kraft am Boden zu verlieren. Genau, aber warum dicke Beine? Starke Beine müssen nicht dick sein. Christophe Lemaitre sprintet mit schlankem Körper, kräftigen Beinen und dürren Armen. Er macht es vor. RE: ist es Zeit für einen anderen Sprintertyp? - hkrueger - 12.12.2015 Mir scheint das Gewicht nicht der limitierende Faktor zu sein. Jonah Lomu, einer der berühmtesten Rugby-Spieler, lief die 100m trotz 125kg in 10,8 (https://de.wikipedia.org/wiki/Jonah_Lomu) Es gibt unzählige Football-Profis die jenseits der 120 kg sogar noch schneller laufen. Die Zeiten finde ich beeindruckend, da kein gezieltes Leichtathletik-Trainig stattfindet. Zunächst einmal glaube ich, dass alle 100m Läufer der Weltklasse viel mehr Kraft haben, als sie während eines Laufes gezielt einsetzen können. Das liegt meines Erachtens daran, dass zuviel Wert auf die Kraft gelegt wird (wie auch hier im Forum) und die Bedeutung der Sehnen, Bänder, Bindegewebe außer Acht gelassen. Es ist die Geschmeidigkeit, das Zusammenspiel der Bewegungen, die Härte der Sehnen/Bänder oder auch die Stiffness der Muskeln. Athleten mit mehr Muskeln sollten doch auch einen größeren Vorteil aus der Reaktivität der Muskeln ziehen, (da einfach mehr vorhanden sind), als leichtgewichtige Athleten. |