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2 x Achtkampf statt Zehn- bzw. Siebenkampf? - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: 2 x Achtkampf statt Zehn- bzw. Siebenkampf? (/showthread.php?tid=2464) |
RE: 2 x Achtkampf statt Zehn- bzw. Siebenkampf? - icheinfachma - 28.06.2017 Dass der Zehnkampf zu lang ist, glaub ich auch nicht, er war ja schonmal, so wie alle LA-Disziplinen, beliebter. In den 50ern / 60ern haben sogar die ÖR-Nachrichten über jede DM ausführlich berichtet mit Videozusammenfassungen von fast jedem Finale. Aber den Gedanken mit der Angleichung von Mä / Fr finde ich schon gut. Warum muss man heutzutage immer noch getrennte Disziplinen austragen? Ich glaube, ein Bundes(?)-trainer wurde hier im Forum mal zitiert, dass er glaubt, dass auch Frauen problemlos körperlich imstande wären, Zehnkampf zu betreiben. Ich sehe auch nicht, warum es das 50km-Gehen nur für Männer geben soll - in Tour de France oder Ironman-Wettkämpfen nehmen sie doch auch teil und das sind auch mehrstündige Belastungen. RE: 2 x Achtkampf statt Zehn- bzw. Siebenkampf? - benutzer - 28.06.2017 Meiers Vorschalg scheint ein Alleingang zu sein.Gemacht ohne Diskussion im Zehnkampfteam,wie Kaznirek sagt. Und dann steht da im Artikel der Frankfurter Allgemeinen, das der Vorschlag seit Herbst bei der IAAF vorliegt. Also seit Herbst 2016. Sehr schön wenn die Leichtathletiköffentlichkeit jetzt schon davon hört. Vorschläge zur besseren Vermarktung der Mehrkämpfe sind nötig, aber sie müssen doch zur Diskussion gestellt werden. Noch dazu macht diese Idee keinen Sinn. Braucht es nun wieder Jahre bis wirklich innovative Ideen sich durchstzen? Oder springen hohe IAAf Funktionäre auf diesen Zug in falscher Richtung auf? Bei der Gundersen-Methode hat man bald 10 jahre gebraucht bis sich jetzt hoffentlich rumspricht, dass es nicht geht. Was geras Vorschlag eines 3-Kampfes angeht , er kann wenigtens diskutiert werden. Man würde die Mehrkämpfer öfter mal sehen. Wie das mit einer frei wählbaren Disziplin gehen soll ist mir allerdings nicht ganz klar. RE: 2 x Achtkampf statt Zehn- bzw. Siebenkampf? - Sebastian - 28.06.2017 (27.06.2017, 19:32)Astra schrieb: Ich verstehe nicht, warum man im Mehrkampf Männer und Frauen angleichen muss. Ich würde mir schon sehr stark einen Frauenzehnkampf wünschen, natürlich mit den frauenspezifischen Maßen und Gewichten. Den Siebenkampf in seiner jetzigen Form finde ich persönlich zu "langweilig", weil einseitig. Wir haben sowieso schon 3 Läufe wobei der längste gerade mal 800 Meter hat, also für "Sprinterinnen" auch noch (wenn natürlich auch mühsam) machbar ist. Dazu dann noch Weitsprung und schon hat man 4 absolut "laufintensive" Disziplinen. Hierzu dann noch eingeschränkt Hochsprung, wo eine gewisse Grundschnelligkeit auch extrem vorteilhaft ist und schon werden die Läuferinnen meiner Meinung nach extrem bevorteilt. Ein Typ wie Pascal Behrenbruch (natürlich als Frau, wer wäre da vergleichbar, Dobrynskaya vielleicht?) hätte doch im Siebenkampf deutlich schlechtere Voraussetzungen... Also auch bei den Frauen: her mit Diskus und Stab und die 800 auf 1500 verlängern um eine "andere Disziplin" draus zu machen und ich wäre hochzufrieden. Wenn ich mir die damalige Physis und Veranlagung der Athletinnen korrekt ins Gedächtnis rufe, hätte das Sabine Braun wahrscheinlich auch besser geschmeckt als JJK (aber es geht hier keinesfalls um eine deutsche Brille oder Bevorzugung, sondern würde mMn einfach interessantere Wettkämpfe ergeben)
RE: 2 x Achtkampf statt Zehn- bzw. Siebenkampf? - lor-olli - 28.06.2017 Eine Sportart die sich in ihrer Struktur und Ausführung dem Fernsehen anbiedert, endet wie der Fußball (Was hat, außer dem Ball, der Profi-Fußball noch mit der "Seele" des Amateurfußball zu tun? Es geht schließlich NUR ums Geld)Die Problematik beim Umsetzen des gleichberechtigten Mehrkampfes der Frauen (= Zehnkampf) ist recht simpel, die Schwierigkeiten bei der Einführung können wir nachvollziehen wenn man sich die Anfänge des Stabhochsprungs anschaut. Es funktioniert, aber es dauert doch eine gewisse Zeit bis ein einigermaßen gleichmäßig stabiles Niveau besteht. Austra Skujyté hält den Frauen Zehnkampfweltrekord und sie konnte durchaus auch Diskus werfen, der Stabhochsprung war aber nicht ihre Paradedisziplin (sie ist realtiv groß und schwer, siehe ihre Kugelstoßergebnisse) trotzdem sprang sie 3,10m und auch in Frankreich wurde der Zehnkampf für Frauen recht regelmäßig durchgeführt (Talence). In den letzten Jahren gingen diese "Experimente" aber immer weiter zurück, auch mangels qualifizierter Teilnehmerinnen - es dauert eben ein wenig bis eine Siebenkämperin auch z.B. den Stabhochsprung passabel beherrscht, aber ohne regelmäßigen "echten" Wettkampf ist die Motivation entsprechend gering. Parallelen zum Stabhoch der Frauen, sie können es sicher, aber wozu quälen wenn man damit nicht hausieren gehen kann… Ein Dreikampf auswählbarer Diziplinen hätte sicher seinen Reiz für Lottospieler, Gameshowfanatikern, labernden Moderatoren für Leichtathleten eher nicht. Die Sportart Leichtathletik verlöre ihre Seele und dies ist und bleibt nun mal der Kampf Mann gegen Mann / Frau gegen Frau auf eine Art und Weise, dass auch jeder Sport- aber nicht spezielle Leichtathletikinteressierte die Leistung unmittelbar vergleichen kann. Wenn ich einen Zentimeter weiter springe als mein Konkurrent bin ich knapp besser, aber wenn ich in Punkten einen Meter weiter werfe als der Weitspringer Punkte erspringt, bin ich dann "besser"? (Wind, Zeit und Anlage ganz außen vor gelassen). RE: 2 x Achtkampf statt Zehn- bzw. Siebenkampf? - EAF2017 - 28.06.2017 (28.06.2017, 07:52)Sebastian schrieb: Den Siebenkampf in seiner jetzigen Form finde ich persönlich zu "langweilig", weil einseitig. Wir haben sowieso schon 3 Läufe wobei der längste gerade mal 800 Meter hat, also für "Sprinterinnen" auch noch (wenn natürlich auch mühsam) machbar ist. Dazu dann noch Weitsprung und schon hat man 4 absolut "laufintensive" Disziplinen. Hierzu dann noch eingeschränkt Hochsprung, wo eine gewisse Grundschnelligkeit auch extrem vorteilhaft ist und schon werden die Läuferinnen meiner Meinung nach extrem bevorteilt. Ich verstehe nicht ganz, warum der Siebenkampf "laufintensiver" sein soll als der Zehnkampf. Beim Siebenkampf gibt es drei Läufe und je zwei Sprung- und Wurfdisziplinen. Beim Zehnkampf vier Läufe und je drei Sprung- und Wurfdisziplinen. Dass Schnelligkeit beim Hoch- und Weitsprung förderlich ist, stimmt natürlich. Eine gewisse Schnelligkeit im Anlauf schadet auch beim Stabhochsprung sicher nicht, auch wenn dieser technisch sehr kompliziert ist. Schnelligkeit ist nun mal in sehr vielen Leichtathletik-Disziplinen die Grundvoraussetzung. Wenn man die Leistungen der Mehrkämpfer mit den Spezialisten vergleicht, wird auch jeder zugeben müssen, dass in den laufintensiven Disziplinen die Mehrkämpfer viel besser mit den Spezialisten mithalten können als in den Würfen. Claudia Rath und KJT im Weitsprung, Thiam im Hochsprung, KJT über 200m, ganz zu schweigen von Dafne Schippers, die ja vom Mehrkampf kam, bei den Männern Warner und früher Eaton - mir fallen spontan nur Austra Skujyte und Sara Gambetta ein, die in einer Wurfdisziplin auf Spezialistenniveau waren. Und aktuell Niklas Kaul im Speerwurf. Deshalb finde ich die Mehrkampf-Disziplinen recht gut gewählt. Auch wenn ich zugeben muss, dass Stabhochsprung bei den Frauen mich schon reizen würde. Davon abgesehen sind gute Sprinterinnen nicht zwangsläufig stark über 800m - Carolin Schäfer könnte das sicher bestätigen ;-) RE: 2 x Achtkampf statt Zehn- bzw. Siebenkampf? - icheinfachma - 28.06.2017 Dreikampf wäre ja auch lange nicht so anspruchsvoll. Es macht ja den Mehrkampf aus trainingsmethodischer Sicht gerade deswegen spannend, weil man so viele Disziplinen unter einen Hut bekommen muss. Das ist bei einem Dreikampf weniger der Fall. Falls es einen Dreikampf gäbe, würde ich aber folgende Möglichkeiten vorschlagen: -100m, Weit, Kugel - Der Kinder- und Schuldreikampf -100m, Hoch, Kugel - modifiziert, um eine echte Sprungdiszipli zu haben, Weit ist schone eher Mischung aus Sprint / Sprung -11/00m Hürde, Stabhoch, Speer (oder Hammer?) - die technisch anspruchsvollsten aus den Disziplinblöcken (wobei Diskus natürlich auch anspruchsvoll ist) --> hat nur das Problem, dass man dann einen reinen SChnellkraftmehrkampf hat. Wenn man den vierten Block, also Ausdauer reinbringen möchte, müsste es ein Vierkampf werden. Da kann man dann überlegen, ob man eine Mittelstrecke nimmt (ist mental für einen Schnellkrafttypen weniger hart), eine Langtrecke (für mehr Gegensatz) oder Gehen (für noch mehr Gegensatz und mehr technischen Anspruch). Oder man könnte so eine Meeting-Serie einführen, wo bei jedem Meeting nur eine Auswahl von 3-4 Disziplinen durchgeführt wird, aber über die Saison das ganze Spektrum abgedeckt wird. Um die Teilnahme sicherzustellen, könnte man ein Ligensystem einführen, über das der deutsche Meister ausgetragen wird und das ganze noch in die Diamond League integrieren Ok der letzte Abschnitt ist dezent weit hergeholt, ich bleibe beim Plädoyer für Frauen-10K.
RE: 2 x Achtkampf statt Zehn- bzw. Siebenkampf? - eierluke - 28.06.2017 Bevor wir mit Lösungen um uns werfen, sollten wir vielleicht erst einmal die Problematik beschreiben und analysieren. Gilt für alle Bewerbe, ich beziehe mich aber zunächst mal auf den Zehnkampf. Die Wettbewerbe selber: Gibt aus meiner Sicht kein substanzielles Problem, der Zehnkampf verursacht noch genauso viel Schweiß, Schmerz und Freude wie eh und jeh. Öffentliches Interesse: Stuttgart 1993 ein komplettes Riesen- Stadion singt und jubelt über 2 Tage den Königen der Athleten zu. 2017: keine Sau kriegt mehr irgendwas mit. Folgen: Leichtathletik ist für begabte Sportler völlig unattraktiv geworden. Zehnkampf ist ein Fulltime Job und wenn man nicht Ashton Eaton ist steht man nach der Karriere materiell und beruflich bei null. --> Viele Top Talente landen gar nicht mehr in der Leichtathletik, sondern frühzeitig in anderen Sportarten. Wesentliche Ursachen: andere Sportarten hanben die Leichtathletik in ihrem Unterhaltungswert überholt: Dort werden Geschichten geschrieben, es gibt im Wetttkampf einen Spannungsbogen mit Showdown. (Wer leichtathletik nicht kennt und dennoch ansieht, nimmt dagegen nur irgendwelche sich bewegenden Gestalten wahr) Inmmerwährende Präsenz. Wer z.B. Bundesliga spielt wird jede Woche von vielen Menschen wahrgenommen. (Der Leichtathlet kommt einmal im Jahr bei Olympia/WM wie Kai aus der Kiste ins Fernsehen - aber keiner kennt ihn )Millionen gucken fortwährend Lindenstrasse/ GZSZ. Aber wer würde das sehen, gäbe es das nur einmal im Jahr? Es gibt mit Leichtathleten keine Identifikation (außer sie tragen tatsächlich einmal das Nationaltrikot). Wer würde sich für Lewandowski oder Robben interessieren, wenn sie nicht das Bayern München Trikot tragen würden und so ganz plötzlich regelmäßiger Bestandteil des Alltagslebens eines Bayern Fans würden. Wie werden überhaupt welche Fans erreicht? Gab es jemals den Starschnitt eines Leichtathleten in der Bravo? Ich bitte um weitere Analyse: was hat andere Sportarten so an der Leichtathletik vorbeischnellen lassen? RE: 2 x Achtkampf statt Zehn- bzw. Siebenkampf? - icheinfachma - 28.06.2017 Da fällt mir ein: Wo man doch in Zukunft mit dem Turn- und dem Schwimmverband gemeinsame DM (und EM?) austragen will, könnte man doch auch die Jahn-Mehrkämpfe einführen. DAS wären dann die Könige der Athleten. Zehnkämpfer sind streng genommen nur die Könige der Leichtathleten, sie können aber nicht schwimmen oder turnen (letzteres zumindest nur rudimentär). Da gibt es z.B. den Jahn-Neunkampf
RE: 2 x Achtkampf statt Zehn- bzw. Siebenkampf? - Sebastian - 28.06.2017 (28.06.2017, 08:28)eierluke schrieb: Ich bitte um weitere Analyse: was hat andere Sportarten so an der Leichtathletik vorbeischnellen lassen? Ich glaube nichtmal, dass die Leichtathletik ein strukturelles Problem hat, also generell momentan als "unattraktiv" anzusehen ist. In Berlin war doch die Stimmung bei der WM auch prächtig, man muss halt auch auf jeden Fall in Länder/Gegenden gehen, wo es eine Leichtathletiktradition gibt. Peking ist da so lala, Katar eine Riesenkatastrophe. Eine A-WM in polen könnte ich mir dagegen als überwältigenden Erfolg vorstellen. Das deutsche Problem: Schlicht und ergreifend: mangelnde Leistung und entsprechend zu wenige Stars. Der Lauf/Sprint war schon immer die Teildsiziplin die mit Abstand die meiste Aufmerksamkeit generiert hat (also zumindest seit ich mich bewusst für Leichtathletik interessiere, das müsste so seit Split 1990 der Fall sein) Ein Bolt ist selbst in Deutschland ein Begirff und ja, sogar ein Star. Von Robert Harting kann man wohl getrost das Selbe behaupten (also auf Deutschland bezogen) Wenn wir wirkliche Weltklasse-Sprinterinnen und -sprinter hätten, also mit reellen Medaillencahncen auf Weltebene und dies auch verstetigen könnten, würde die LA sicher auch wieder "durch die Decke gehen", man beachte die Quotenentwicklung z.b. im Biathlon und Skispringen (deutliche Dellen in den Krisenjahren, jetzt wieder Riesenquoten) Leider ist das noch wesentlich unrealistischer als irgendwelche Wunderdinge, die sich bei den TV-Verantwortlichen ändern könnten. RE: 2 x Achtkampf statt Zehn- bzw. Siebenkampf? - Paragraf - 28.06.2017 Wenn es noch vielseitiger sein soll, nähern wir uns den Disziplinen/Spielen wie bei "Ewige Helden". Ich finde das Format übrigens gar nicht schlecht und interessant auch das Ergebnis, dass offensichtlich Stabhochsprung und Biathlon vielseitige Anforderungen an den Sportler stellt. Vielleicht könnte man statt ehemaliger Helden auch einmal aktuelle Aktive zum Saisonende zu so etwas bringen, würde viell. ihre Bekanntheit steigern und das Interesse auf deren Sportarten/Disziplinen lenken. Und diese könnte man dann - um zum eigentlich Thema zurückzukommen - unverändert lassen, statt an ihnen herumzudoktern. |