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Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Druckversion

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RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Roy Schmidt - 07.08.2026

(07.08.2026, 14:36)eierluke2 schrieb:
(07.08.2026, 13:38)Roy Schmidt schrieb:
(07.08.2026, 13:01)eierluke2 schrieb:
(07.08.2026, 12:25)Roy Schmidt schrieb:
(07.08.2026, 12:21)Reichtathletik schrieb:
(07.08.2026, 12:11)eierluke2 schrieb: Gute Gedanken. Gerechtigkeit ist halt wirklich kompliziert herzustellen.

Wenn es zur 4 Jahres Strafe kommt, ist es wohl vorbei mit Sprint; ja er dürfte noch nicht mal Bobs anschieben (andere Umsetzung aber im Prinzip gleiche Anti Doping Regeln).

Viel gravierender ist dass er während einer Sperre auch nicht trainieren darf. Also er darf sich privat in seinen Garten stellen klar. Aber eine Zusammenarbeit mit Bayer und seinen jetztigen Trainingskollegen wäre untersagt. Die Nutzung der BSP etc. ebenso.
Frage wäre auch was es mit der Bundeswehr mit bringt. Aus der Sportförderung flöge er logischerweise. Wenn die Bundeswehr ihn behält, müsste er normalen Dienst schieben, hätte dann aber immerhin Einkommen. Gut möglich aber, dass das juristsch zwangsläufig sogar ein Dienstvergehen wäre, was noch mehr Probleme nach sich zieht...

Man unterschreibt bei Sportfördergruppen (Polizeien u. Bundeswehr) eine Anti-Doping Vereinbarung. Da ist nichts mit einfach mal in der Bundeswehr bleiben (auch wenn ein solcher Fall eventuell gesondert betrachtet wird weil kein positiver Test) 
Bei uns bei der Polizei Sachsen kann dies sogar zu disziplinarrechtlichen Konsequenzen führen je nach Betrachtungsweise

Danke für den Input.
Ab welchem Level muss ein Athlet mit derartigen Dopingproben rechnen?
Unterschreibt er/sie, dass sie bereit sind sich jederzeit und überall kontrollieren lassen und welches die sonstigen Rahmenbedingungen sind?
Wieviele aktive Leichtathleten gibt es die darauf ihr Leben einstellen müssen, 100, 500, noch mehr?
Grundsätzlich kann jeder der sich in einem Testpool (ATP, NTP, RTP) befindet, unangekündigt kontrolliert werden. Ab NTP ist das Adams Programm verpflichtend und ab dem RTP hat man die so genannte Stunde zu der man immer verfügbar sein muss.

Die Zugehörigkeit zu Testpools gehen meist mit der Kaderzugehörigkeit einher. Vor olympischen Spielen gibt es noch eine so genannte Longlist. Da sind quasi alle Athleten, die die theoretische Chance haben sich für olympische Spiele zu qualifizierien, drauf, unabhängig der Kaderzugehörigkeit, und werden auch in einem Testpool aufgenomen.

Das ist alles Stand meiner Karriere. Da können sich natürlich Details geändert haben.

Die Vereinbarungen der öffentlichen Stellen (Polizei/Bundeswehr) sind unabhängig davon. Ich kenne natürlich nicht alle und kann nur für die Polizei Sachsen sprechen aber bei uns ist es so, dass jeder Athlet die Vereinbarung unterschreibt, der in die Sportfördergruppe aufgenomen wird. Unabhängig der Kader- und Testpoolzugehörigkeit.

Vielen Dank.
Ich frage mich, wie man aus dem Karusell wieder herauskommt, also z.B. Leistungssportkarriere ist beendet und im nächsten Jahr ruft der Trainer des Heimatvereins an: "wir haben nen Ausfall und brauchen am WE für DMM einen 100 m Mann, Du läufst doch noch unter 11?"
Musst Du dann sagen "äh ne geht nicht, wurde zu lange nicht getestet"?

Und wie wäre es andersrum, die (nur als Beispiel) ewigen (Überlastungs) Achillessehenbeschwerden sind weg, endlich vollständig schmerzfrei, komplette Fußgelenks- Beinstreckung und du bist trotz reduzierterm Oberschenkelumfang. Zur Überraschung aller nach 10,13 im Ziel (OK, bei Yannick Wolf ist die Überraschung dann Entsetzen gewichen). Aber Bundestrainer ruft an "wir haben einen EM Ausfall wg. verweigerter Dopingprobe, kannst Du kommen?"

Zusätzlich, dass wie Reichathletik gesagt hat, sich einige Kleinigkeiten geändert haben in den letzten Jahren, ist es erstmal nur für internationale Wettkämpfe wichtig, das du in einem Testpool bist. Solange du ein Startrecht bei einem Verein (oder über eine Behörde) hast darfst du auch nach deiner Karriere Wettkämpfe bestreiten.

Ich mache zum Beispiel auch Ende August bei den deutschen Polizeimeisterschaften mit und könnte auch "normale" Wettkämpfe mitmachen, da mein Startrecht bei DHfK Leipzig noch gültig ist.


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - mark1967 - 07.08.2026

(07.08.2026, 12:31)Atanvarno schrieb: Ich hatte es weiter oben schonmal gesagt, aber da sich die Diskussion ohnehin im Kreis dreht auch gerne nochmal: ich habe ein sehr starkes Störgefühl, wenn fast alle Verteidiger Ansahs so argumentieren, als sei sein Statement die absolute Wahrheit (diese Bereitschaft einem Dopingverdächtigen zu glauben, hätte ich in vielen früheren Fällen ausländischer Athleten mit wesentlich uneindeutigeren Fakten gerne mal gesehen).
Ich bin gespannt auf das Verfahren mit der Darlegung der Argumente beider Seiten (Ansah und NADA), bis dahin hat die Diskussion eine ziemlich einseitige (und aus meiner Sicht nicht gerechtfertigte) Schlagseite pro Ansah.


---edit
Läufer 800m war schneller Wink

+1


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Atanvarno - 07.08.2026

(07.08.2026, 15:05)dominikk85 schrieb: Ich finde die Forderung der NADA relativ absurd. [...]er hat ja klar gesagt das er den Flug bekommen muss und das er davor und danach negativ getestet wurde, also keine Absicht Doping zu verschleiern vorlag.

Das kann man so nicht stehen lassen. Die Zeit zwischen der verweigerten Dopingkontrolle und dem nächsten Test wäre mehr als ausreichend gewesen, um wieder clean zu werden!

Zitat:Dennoch fände ich es unfair wenn er gesperrt würde obwohl er wahrscheinlich nichts genommen hat. Wenn man das mal mit einem Gatlin vergleicht der 80 mal positiv getestet wurde...

80 ist natürlich Blödsinn und auch die immer wieder kolportierten 3 sind strenggenommen falsch. Witzigerweise kann man, wenn man Gatlin so freundlich gesonnen ist, wie es die meisten hier Ansah gegenüber sind, auch für dessen Unschuld durchaus überzeugend argumentieren (ich habe das hier oder im alten Forum mal sehr ausführlich getan, finde nur grade den Thread nicht wieder)


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - TranceNation 2k14 - 07.08.2026

(07.08.2026, 16:53)Atanvarno schrieb: 80 ist natürlich Blödsinn und auch die immer wieder kolportierten 3 sind strenggenommen falsch. Witzigerweise kann man, wenn man Gatlin so freundlich gesonnen ist, wie es die meisten hier Ansah gegenüber sind, auch für dessen Unschuld durchaus überzeugend argumentieren (ich habe das hier oder im alten Forum mal sehr ausführlich getan, finde nur grade den Thread nicht wieder)

Selbst wenn du die 2 Tests nimmst, auf die sich meine Referenz bezoge, so wurde er letztlich als doppelt geständiger Wiederholungstäter (!) statt lebenslänglich für 4 Jahre gesperrt. Bei Ansah hätten wir nun für die Ersttat dasselbe Strafmaß. DAS finde ich schwer nachvollziehbar.

ABER schon vor drei Wochen schrieb ich, dass wir die Aussage des Kontrolleurs bräuchten, und die wird ja jetzt zumindest das Gericht erfahren. Vorher ist alles vorwiegend emotional, das ist richtig.


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Freaky - 07.08.2026

Was man natürlich schon sagen muss, insbesondere jemand außenstehendes ist es schwer zu erklären warum ein Sprinter der nicht positiv getestet wurde sondern "nur" einen Test verweigert hat 4 Jahre gesperrt werden soll und ein Sprinter der nachweislich positiv auf anabole Steroide getestet wurde nur für 1 Jahr gesperrt wurde (mein Beispiel hier ist Tyson Gay).


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Atanvarno - 07.08.2026

(07.08.2026, 17:22)Freaky schrieb: Was man natürlich schon sagen muss, insbesondere jemand außenstehendes ist es schwer zu erklären warum ein Sprinter der nicht positiv getestet wurde sondern "nur" einen Test verweigert hat 4 Jahre gesperrt werden soll und ein Sprinter der nachweislich positiv auf anabole Steroide getestet wurde nur für 1 Jahr gesperrt wurde (mein Beispiel hier ist Tyson Gay).

Im Falle einer Testverweigerung war der Athlet unkooperativ und man geht davon aus, dass der Grund den Test zu verweigern war, ein positives Ergebnis zu vermeiden - > 4 Jahre

Tyson Gay hat damals intensiv mit der USADA kooperiert und seine Hintermänner benannt, deswegen wurde die Sperre reduziert -> 1 Jahr


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - eierluke2 - 07.08.2026

Aktiv zu sein im Kampf gegen Doping muss schwierig sein.
Es ist noetig Regeln zu entwerfen und konsequent zu befolgen und dennoch wird man immer wieder das Gefühl haben hier wurde ein Sünder erwischt und dort hat es einen getroffen der nichts genommen hat (ich kann mir z.B. immer noch nicht vorstellen, dass Dieter Baumann ein Dopingsünder gewesen ist)


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Freaky - 07.08.2026

(07.08.2026, 17:52)Atanvarno schrieb:
(07.08.2026, 17:22)Freaky schrieb: Was man natürlich schon sagen muss, insbesondere jemand außenstehendes ist es schwer zu erklären warum ein Sprinter der nicht positiv getestet wurde sondern "nur" einen Test verweigert hat 4 Jahre gesperrt werden soll und ein Sprinter der nachweislich positiv auf anabole Steroide getestet wurde nur für 1 Jahr gesperrt wurde (mein Beispiel hier ist Tyson Gay).

Im Falle einer Testverweigerung war der Athlet unkooperativ und man geht davon aus, dass der Grund den Test zu verweigern war, ein positives Ergebnis zu vermeiden - > 4 Jahre

Tyson Gay hat damals intensiv mit der USADA kooperiert und seine Hintermänner benannt, deswegen wurde die Sperre reduziert -> 1 Jahr

die Begründung bei Tyson Gay habe ich auch gelesen
Aber deswegen meinte ich ja und das sieht man auch in diversen Online-Kommentaren: Warum bekommt ein nicht-positiv getestet Athlet 4 Jahre, wenn es auf der anderen Seite diverse Beispiele für wirklich positiv getestete Athleten gibt, die deutlich weniger bekommen haben. Für Außenstehende wieder schwer nachvollziehbar, auch wenn das grundsätzlich logisch ist, wenn man die Hintergründe kennt. (Auch wenn ich ja, egal wie kooperativ ist 1 Jahr für eine positive Probe grundsätzlich zu wenig finde. Erst Recht, wenn die Entscheidung fast 1 Jahr nach der Probe getroffen wird, die Sperre rückwirkend gilt und damit zu großen Teilen in einem Zeitraum liegt, wo er eh keine/kaum Wettkämpfe gemacht hätte


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - MHolz - 07.08.2026

Das heißt der Unterschied zwischen einer potentiellen Sperre von 4 Jahren und keinerlei Konsequenz ist das Öffnen einer Tür?


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Jonny - 07.08.2026

(07.08.2026, 17:52)Atanvarno schrieb:
(07.08.2026, 17:22)Freaky schrieb: Was man natürlich schon sagen muss, insbesondere jemand außenstehendes ist es schwer zu erklären warum ein Sprinter der nicht positiv getestet wurde sondern "nur" einen Test verweigert hat 4 Jahre gesperrt werden soll und ein Sprinter der nachweislich positiv auf anabole Steroide getestet wurde nur für 1 Jahr gesperrt wurde (mein Beispiel hier ist Tyson Gay).

Im Falle einer Testverweigerung war der Athlet unkooperativ und man geht davon aus, dass der Grund den Test zu verweigern war, ein positives Ergebnis zu vermeiden - > 4 Jahre

Tyson Gay hat damals intensiv mit der USADA kooperiert und seine Hintermänner benannt, deswegen wurde die Sperre reduziert -> 1 Jahr

Seit 2015 gelten aber auch veränderte Dopingregularien. Früher war es einfacher auch nur kurze Sperren auszusprechen bzw. diese vor dem CAS nachträglich zu reduzieren, heute ist dies nicht mehr so einfach möglich.