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Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah (/showthread.php?tid=6595) |
RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - runner5000 - 07.08.2026 (07.08.2026, 11:32)Jonny schrieb:(07.08.2026, 11:23)AndyI schrieb: Für mich ist das ein absoluter Witz und die NADA muss sich bei solchen Fällen dringend selbst hinterfragen. Eine vier- bzbw dreijährige Sperre wird eine über Jahre aufgebaute Karriere faktisch zerstören. Wer von Athleten maximale Sorgfalt und Regelkonformität verlangt, muss auch selbst Prozesse gewährleisten, die sauber, nachvollziehbar und vor allem verhältnismäßig sind. Genau daran habe ich hier erhebliche Zweifel. So schützt man keinen sauberen Sport, so beschädigt man ihn. Irgendwo hatte ich auch schon gehört, dass sich die NADA umgehend mit einer Klage der WADA vor dem CAS konfrontiert sähe, wenn sie nicht die 4 Jahre aufruft. RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - AndyI - 07.08.2026 Dass die NADA an den WADA-Code gebunden ist, ist natürlich richtig. Aber daraus folgt eben nicht, dass vier Jahre hier ein Automatismus wären. Art. 10.3.1 NADC unterscheidet ausdrücklich nach Vorsatz, außergewöhnlichen Umständen und Verschuldensgrad. Und genau darum geht es mir. Natürlich muss Ansah als Profi wissen, dass er sich einer Kontrolle nicht einfach entziehen darf. Aber genauso muss im Ergebnismanagement sauber bewertet werden, ob hier tatsächlich eine bewusste Testverweigerung vorlag oder eine ziemlich unglücklich gelaufene Situation: kurzfristiger Diamond-League-Start, Abreise zum Flughafen und offenbar keine klare Kommunikation über die Konsequenzen. Dass die NADA nach Prüfung dieses Sachverhalts trotzdem mit vier Jahren, also dem schärfsten Ausgangspunkt des Regelwerks, ins Verfahren geht, darf man durchaus kritisch hinterfragen. Für mich bedeutet konsequenter Anti-Doping-Kampf nicht, möglichst hart zu sanktionieren, sondern möglichst präzise zwischen vorsätzlicher Vereitelung und einem vermeidbaren Fehler zu unterscheiden. Gerade davon hängt am Ende auch die Glaubwürdigkeit des Systems ab. RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Reichtathletik - 07.08.2026 (07.08.2026, 11:46)AndyI schrieb: Dass die NADA an den WADA-Code gebunden ist, ist natürlich richtig. Aber daraus folgt eben nicht, dass vier Jahre hier ein Automatismus wären. Art. 10.3.1 NADC unterscheidet ausdrücklich nach Vorsatz, außergewöhnlichen Umständen und Verschuldensgrad. Natürlich. Aber wir wissen letztlich nicht, wie es wirklich abgelaufen ist. Es gibt nur die Schilderung Ansahs. Wie gesagt bin auch ich geneigt, dieser zu folgen. Gleichzeitig glaube ich aber schon, dass der Kontrolleur und etwaige Zeugen sicher von der NADA nochmal ausgibig befragt wurden. Vielleicht hat OA dem Kontrolleur auch gesagt "F... dich, ich fahr zum Flughafen. Der hat gesagt, das gilt dann als Verweigert und OA dachte, du kleiner Pfifferling, ich bin Deutscher Rekordhalter, wenn ich sage ich hatte es eilig, wird man mir schon glauben". Wir wissen es nicht. RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - eierluke2 - 07.08.2026 Gute Gedanken. Gerechtigkeit ist halt wirklich kompliziert herzustellen. Wenn es zur 4 Jahres Strafe kommt, ist es wohl vorbei mit Sprint; ja er dürfte noch nicht mal Bobs anschieben (andere Umsetzung aber im Prinzip gleiche Anti Doping Regeln). RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - eierluke2 - 07.08.2026 In welcher Aufstellung wird die 4 x 100 m Staffel laufen? RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Roy Schmidt - 07.08.2026 (07.08.2026, 12:14)eierluke2 schrieb: In welcher Aufstellung wird die 4 x 100 m Staffel laufen? Kranz - Schulte - Gussmann - Ansah P RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - TranceNation 2k14 - 07.08.2026 Es gibt eben verschiedene Karrieren, die dann die Verhältnismäßigkeit einer 4-Jahres-Sperre doch infrage stellen. RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - aj_runner - 07.08.2026 Die Regelung bei Akzeptieren der Strafe automatisch eine Strafmilderung zu bekommen, finde ich auch ein fragwürdiges Belohnungssystem. RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Reichtathletik - 07.08.2026 (07.08.2026, 12:11)eierluke2 schrieb: Gute Gedanken. Gerechtigkeit ist halt wirklich kompliziert herzustellen. Viel gravierender ist dass er während einer Sperre auch nicht trainieren darf. Also er darf sich privat in seinen Garten stellen klar. Aber eine Zusammenarbeit mit Bayer und seinen jetztigen Trainingskollegen wäre untersagt. Die Nutzung der BSP etc. ebenso. Frage wäre auch was es mit der Bundeswehr mit bringt. Aus der Sportförderung flöge er logischerweise. Wenn die Bundeswehr ihn behält, müsste er normalen Dienst schieben, hätte dann aber immerhin Einkommen. Gut möglich aber, dass das juristsch zwangsläufig sogar ein Dienstvergehen wäre, was noch mehr Probleme nach sich zieht... RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Läufer 800m - 07.08.2026 (07.08.2026, 11:23)AndyI schrieb: Für mich ist das ein absoluter Witz und die NADA muss sich bei solchen Fällen dringend selbst hinterfragen. Eine vier- bzbw dreijährige Sperre wird eine über Jahre aufgebaute Karriere faktisch zerstören. Wer von Athleten maximale Sorgfalt und Regelkonformität verlangt, muss auch selbst Prozesse gewährleisten, die sauber, nachvollziehbar und vor allem verhältnismäßig sind. Genau daran habe ich hier erhebliche Zweifel. So schützt man keinen sauberen Sport, so beschädigt man ihn. Klar verteidigen allen den Sprinter jetzt und sagen die Nada wäre hart, aber so sind die Regel erstmal. Und in der Schulung zu den Regeln, die an sich ein Sportler auch ernsthaft machen sollte , wird genau diese Situation halt beschrieben und das Verhalten wie damit umzugehen ist ist genau in dem Werk beschrieben. Wer sich nun falsch verhalten hat, wird wohl das weitere Verfahren zeigen, ob hier Ansah dann wirklich für Bürokraten die ihr mögliches Fehlverhalten/oder lächerliche Pedanterie vertuschen wollen, über die Klinge springen wird, werden wir sehen. Ich weiß schon jetzt, dass am Ende jeder das Glauben will, was er für richtig hält. Aber Fahrlässigkeit schützt aber selten vor Strafe. Wäre es ein Russe gewesen hätte jeder dem Antrag sofort zugestimmt, außer natürlich den Russen und Russenfreunden selbst. Dies nur mal als kritische Anmerkung. Allerdings sind wie unten schon mal beschrieben Konsequenzen sehr kritisch seitens der Nada zu hinterfragen, denn hier werden Vorgaben gemacht die tatsächlich wohl kritisch sind, ob das Verbot der Zusammenarbeit mit Lizenztrainern rechtens ist und ob die Nada damit den Vorgaben des GG verstößt ist nicht geklärt. Die Frage ist hier auch ob die Nada und der DLV hier ebenso Kartellrechtlich nicht ganz sauber sind, ist auch noch nicht letztendlich geklärt. Wird es wohl auch nicht werden, denn wer sollte denn Klagen, soviel Ausdauer wie Frau Pechstein hatte , finde man dann doch selten, um gegen Bürokraten vorzugehen. Also würde ich sagen die Nada sollte tatsächlich auch mal genau über ihr Prozedere nachdenken. Aber bitte nur bei Sportler die wir mögen |