Leichtathletikforum.com
Gedanken zu Inhalten bei Fortbildungen - Druckversion

+- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com)
+-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1)
+--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2)
+--- Thema: Gedanken zu Inhalten bei Fortbildungen (/showthread.php?tid=5538)

Seiten: 1 2 3


RE: Gedanken zu Inhalten bei Fortbildungen - Reichtathletik - 09.11.2023

(09.11.2023, 13:53)Gertrud schrieb:
(09.11.2023, 13:20)frontrunner800 schrieb: Heinig läßt in Blöcken trainieren: Auf drei sehr intensiven Wochen folgt eine Woche mit geringer Intensität, in der z. B. eine Gesa Krause ihre Dauerläufe durchaus in nur sehr moderaten 5:00 je Kilometer macht.

Es geht mir darum, dass es keinen freien Tag in drei Wochen gibt, was für mich als Trainerin im Wurf und MK ungewöhnlich war. Insofern "schaue ich gern über den Zaun". Das ist ein Anmerkung, keine Kritik. Mir gibt die Anzahl von Ermüdungsbrüchen Anlass zu Überlegungen, ob viel auch viel in dem Bereich bringt und ob die Orthopädie genug Aufmerksamkeit erfährt???

Gertrud

keine freien Tage, sehr wohl aber in der Regel mehrere Einheiten pro Tag sind im Ausdauerbereich vollkommen normal. Vielleicht verstehst du nun auch, warum ich sage dass im Spitzensport im Lauf es nicht wirklich möglich ist, noch ein Vollzeit-Studium nebenher zu machen. Denn zu den beiden Einheiten kommen eben noch Prophylaxe, Physio, etc. hinzu


RE: Gedanken zu Inhalten bei Fortbildungen - Gertrud - 09.11.2023

(09.11.2023, 15:50)Reichtathletik schrieb:
(09.11.2023, 13:53)Gertrud schrieb:
(09.11.2023, 13:20)frontrunner800 schrieb: Heinig läßt in Blöcken trainieren: Auf drei sehr intensiven Wochen folgt eine Woche mit geringer Intensität, in der z. B. eine Gesa Krause ihre Dauerläufe durchaus in nur sehr moderaten 5:00 je Kilometer macht.

Es geht mir darum, dass es keinen freien Tag in drei Wochen gibt, was für mich als Trainerin im Wurf und MK ungewöhnlich war. Insofern "schaue ich gern über den Zaun". Das ist ein Anmerkung, keine Kritik. Mir gibt die Anzahl von Ermüdungsbrüchen Anlass zu Überlegungen, ob viel auch viel in dem Bereich bringt und ob die Orthopädie genug Aufmerksamkeit erfährt???

Gertrud

keine freien Tage, sehr wohl aber in der Regel mehrere Einheiten pro Tag sind im Ausdauerbereich vollkommen normal. Vielleicht verstehst du nun auch, warum ich sage dass im Spitzensport im Lauf es nicht wirklich möglich ist, noch ein Vollzeit-Studium nebenher zu machen. Denn zu den beiden Einheiten kommen eben noch Prophylaxe, Physio, etc. hinzu

Ja, bei den Programmen - dazu noch mit Hypoxieketten, wie Wolfgang es als notwendig mit vielen anderen Toptrainern betrachtet - ist es schwierig, noch ein Studium zu absolvieren oder einen Beruf auszuüben. Man könnte vielleicht noch ein Fernstudium wie Klosterhalfen absolvieren und dabei sehr behilflich sein. Das verlangt aber sehr viel ab. Das sehe ich auch so. Man muss dann in solchen Fällen Hilfen nach der Karriere anbieten. 

Ich meine aber, dass Klosterhalfen erst sehr spät mit Hypoxietraining begonnen hat oder? 

Nur wäre es sehr konsequent, wenn man vielleicht nach zwei oder drei Jahren des Ausprobierens merkt, nicht zur absoluten Spitze mit guten Einnahmen aufschließen zu können, die Reißleine zu ziehen. Es gibt natürlich auch Charaktere, die im Leben immer mit wenig Geld auskommen und solche Experimente vielleicht wagen. Meine Mentalität ist das nicht.   

Gertrud


RE: Gedanken zu Inhalten bei Fortbildungen - Reichtathletik - 27.11.2023

Weiterentwicklung der 400 und 800 Meter: Expertenteam trifft sich in Frankfurt

Interessante Entwicklung. Nur wäre es vermutlich noch interessanter, wenn man entsprechende Überlegungen und Ideen auch einer breiteren Öffentlichkeit mitteilt und nicht nur, dass es Überlegungen gibt.
Sowohl Wissenschaft lebt davon dass man Erkenntnisse und Thesen publiziert und diskutiert ggf. sogar widerlegen oder bestätigen lässt, als auch basiert Disziplinentwicklung darauf, dass Trainingsinhalte auch im täglichen Trainingsbetrieb integriert werden können.


RE: Gedanken zu Inhalten bei Fortbildungen - Gertrud - 27.11.2023

(27.11.2023, 15:34)Reichtathletik schrieb: Weiterentwicklung der 400 und 800 Meter: Expertenteam trifft sich in Frankfurt

Interessante Entwicklung. Nur wäre es vermutlich noch interessanter, wenn man entsprechende Überlegungen und Ideen auch einer breiteren Öffentlichkeit mitteilt und nicht nur, dass es Überlegungen gibt.
Sowohl Wissenschaft lebt davon dass man Erkenntnisse und Thesen publiziert und diskutiert ggf. sogar widerlegen oder bestätigen lässt, als auch basiert Disziplinentwicklung darauf, dass Trainingsinhalte auch im täglichen Trainingsbetrieb integriert werden können.

Die "Hauptmusik" spielt sich in dem Bereich bis auf ganz wenige Lichtblicke momentan nicht in Deutschland ab. Man muss den Bogen schon anders spannen. Es gab Zeiten, in denen auch Deutschland hervorragend war. Nur sind diese Spitzenleute nicht in der breiten Palette gehört worden und/oder in der Versenkung verschwunden. Wir haben Spitzentrainer; nur sind sie nicht "systemtreu". Das ist z.B. die Crux in der deutschen Leichtathletik. 

Man versucht krampfhaft die Misere im deutschen Sport zu verbessern:
Uni Leipzig soll wieder Trainer-Studiengang erhalten (lvz.de)
Es gibt also bald die akademische Trainerschaft. Was wird dann aus der Diplomtrainer-Ausbildung an der DSHS Köln? Da gibt es doch die Spezialisierung in Sportarten. An guten Wissenschaftlern ist Köln sehr gut besetzt. Zumindest hat man Argiris Vassilidis (OSP Rheinland) zum Expertenteam nach Frankfurt eingeladen. Also hat mein Sticheln hier doch etwas gebracht. Wink ‌So müssten die aus NRW und den angrenzenden Landesverbänden nicht nach Leipzig fahren. Ich denke immer auch an ein gutes Auswirtschaften von finanziellen Mitteln.  

Ein akademischer Trainer macht im Gefolge noch keine Spitzenathleten. Das IAT - es wird dann wohl eng mit der Uni Leipzig kooperieren - hat wirklich auf manchen Gebieten sehr viel geleistet, aber die Entwicklung des Drehstoßes schlicht verschlafen; nur ein Rolf Oesterreich hat autodidaktisch an der Technik mit WR in der Ex-DDR experimentiert. Nicht jeder Theoretiker, der von der Theorie in die Praxis wechselt, hat auch Erfolg.

Ein Hansjörg Holzamer war weitgehend Autodidakt, hat Sport nicht studiert und war ein Weltklassetrainer. Auch ein Gerd Osenberg hat Mathematik und Sport (allgemein) an der Uni studiert und kann sich mit den ehemaligen DDR-Trainergrößen nun wirklich messen.

Der sächsische Innenminister sagte: "Künftig wäre es dann so, dass jeder, der in Deutschland eine Trainerkarriere anstrebt, in Leipzig studieren müsste." Das zeigt explizit auch die momentane Schwäche in der deutschen Politik, dass viele an den Hebeln der Macht keine Ahnung in ihrem anvertrauten Fach haben. Leider befindet sich der Sport als "Appendix" am Innenministerium. Entsprechend sieht die Ausbeute aus!!! 

Auch unser LA-System krankt nicht an den Möglichkeiten. Die Posten werden schlichtweg falsch besetzt. Man kann nicht von oben nach unten dirigieren. Man muss die vertikale Struktur mit vielen Freiheiten zur Freude und Kreativität ausbauen. Man setzt u.a. athletenlose Trainer im DLV für eine Disziplin ein, die man dann mit AuA aus der Peripherie besetzt und vergrault dann die "verrückten" TuT in der Peripherie oder Nestern. Bei mancher Weiterverwendung von gescheiterten TuT musste ich insgeheim schmunzeln. Auch wenn mancher TuT viel weiß, muss er in der Anwendung nicht brillant sein.

Das System "Diktatur" von oben funktioniert hier nicht und ist im DLV kläglich gescheitert. Wir sollten uns die Rosinen aus beiden Systemen herauspicken. Thumb_up Ob ein Leo Neugebauer hier oder in den USA trainiert ist vollkommen gleichgültig; nur sehr gut muss er sein oder noch besser werden!!! Thumb_up ‌Diese Philosophie sollte auch bei den Fortbildungen praktiziert werden.

Gertrud


RE: Gedanken zu Inhalten bei Fortbildungen - MZPTLK - 27.11.2023

Gertrud, man kann immer nur mit den Leuten arbeiten, die da sind.
Wenn andere Leute kommen sollen, muss man geeignete Anreize schaffen.
Da liegt das Kaninchen in der Senfsosse.


RE: Gedanken zu Inhalten bei Fortbildungen - Gertrud - 27.11.2023

(27.11.2023, 17:06)MZPTLK schrieb: Gertrud, man kann immer nur mit den Leuten arbeiten, die da sind.
Wenn andere Leute kommen sollen, muss man geeignete Anreize schaffen.
Da liegt das Kaninchen in der Senfsosse.

Das ist das Problem, dass man sehr gute Leute in den letzten Jahren ante portas gelassen hat: HjH, Osenberg und auch meine Wenigkeit... Wir sind alle sehr selbstständig, unabhängig und fachlich auch kundig. Man sollte keine "Marionetten" und Jasager hervorbringen.

Ich würde noch heute einen Gerd Osenberg im Hochsprung bezüglich des Absprunges um Rat fragen. Anwendungswissen ist keine Frage des Alters.  WinkThumb_up ‌Was hat der DLV in den letzten Jahren an fundiertem Wissen bei Top-TuT liegenlassen???

Gertrud


RE: Gedanken zu Inhalten bei Fortbildungen - MZPTLK - 27.11.2023

(27.11.2023, 17:18)Gertrud schrieb:
Zitat:Was hat der DLV in den letzten Jahren an fundiertem Wissen bei Top-TuT liegenlassen???

Das Wissen wurde aber doch zum grössten Teil tradiert, über Personen, Veröffentlichungen,
und auch über (ehemalige) AthletInnen.
Es wäre also grösstenteils verfügbar,
ausserdem haben wir heute mehr denn je Zugriff auf internationales Wissen, zuallererst übers Netz.


RE: Gedanken zu Inhalten bei Fortbildungen - Javeman86 - 30.11.2023

(27.11.2023, 15:34)Reichtathletik schrieb: Weiterentwicklung der 400 und 800 Meter: Expertenteam trifft sich in Frankfurt

Interessante Entwicklung. Nur wäre es vermutlich noch interessanter, wenn man entsprechende Überlegungen und Ideen auch einer breiteren Öffentlichkeit mitteilt und nicht nur, dass es Überlegungen gibt.
Sowohl Wissenschaft lebt davon dass man Erkenntnisse und Thesen publiziert und diskutiert ggf. sogar widerlegen oder bestätigen lässt, als auch basiert Disziplinentwicklung darauf, dass Trainingsinhalte auch im täglichen Trainingsbetrieb integriert werden können.

Kennt jemand die Ergebnisse bzw. Erkenntnisse aus dem WS und kann sie teilen?


RE: Gedanken zu Inhalten bei Fortbildungen - Gertrud - 30.11.2023

Es hat hier über Jahre kaum Entwicklungen im 400m-Bereich gegeben. Meuwly hatte veröffentlicht, dass in Deutschland falsch trainiert wird. Jürgen Krempin hat seine gute Methodik sehr intensiviert. Ich habe in den beiden Foren schon sehr lange gegen diese deutschen Inhalte geschrieben.

Zudem hat Laura Müller in die Gruppe von Bram Peters und Laurent Meumly begeben. Ich habe mal gelesen oder gehört, dass sich das Training der ausländischen Athletinnen auf die TL begrenzt und in Papendal kein Zugang gewährt wird. Das hat aus meiner Sicht eine gewisse Bedeutung!!! Wink ‌Sie musste die Saison mit Achillessehnenriss beenden. 

Die Gruppe bietet das polarisierte Training an. Was sie hinsichtlich Gesundheit bewerkstelligen, entzieht sich bis auf einige Darstellungen meiner Kenntnis. Ich denke aber, dass sie bei den Hammer-WK-Programmen, die eine Femke Bol absolviert hat, in der Hinsicht schon in der "Kaderschmiede" Papendal ihre Einflussmaßnahmen dringlich machen. Inwieweit das nach außen dringt, kann ich nicht fixieren?! Welche Rolle der Spezialernährung und den Regenerationsphasen in den Inhalten und den Terminierungen zukommt, bleibt wohl ihr Geheimnis. Ich nehme an, dass man dort enorm viel Forschung unmittelbar betreibt.

So langsam kommt man hier wohl auch ins Grübeln und stellt sich um. Jannik Engel, Tobias Rüttgers und ein Dr. Argiris Vassiliadis vertreten schon sehr lange eine andere Meinung. Es sind Menschen, die sich in der Physiologie und Metabolik auskennen. Es muss nicht immer Leipzig sein, kann aber auch sein. Es sollte und darf auch Köln sein. WinkThumb_up ‌Ich weiß, dass es bei einigen nicht runter wie Sahne geht. Man sollte diese sehr guten Fachleute nutzen und nicht benutzen und ausnutzen. Solche Leute gehören in der Metabolik an die Front des Leistungssportes!!!

Gertrud


RE: Gedanken zu Inhalten bei Fortbildungen - Reichtathletik - 30.11.2023

(30.11.2023, 14:50)Gertrud schrieb: Es hat hier über Jahre kaum Entwicklungen im 400m-Bereich gegeben. Meuwly hatte veröffentlicht, dass in Deutschland falsch trainiert wird. Jürgen Krempin hat seine gute Methodik sehr intensiviert. Ich habe in den beiden Foren schon sehr lange gegen diese deutschen Inhalte geschrieben.

Zudem hat Laura Müller in die Gruppe von Bram Peters und Laurent Meumly begeben. Ich habe mal gelesen oder gehört, dass sich das Training der ausländischen Athletinnen auf die TL begrenzt und in Papendal kein Zugang gewährt wird. Das hat aus meiner Sicht eine gewisse Bedeutung!!! Wink ‌Sie musste die Saison mit Achillessehnenriss beenden. 

Die Gruppe bietet das polarisierte Training an. Was sie hinsichtlich Gesundheit bewerkstelligen, entzieht sich bis auf einige Darstellungen meiner Kenntnis. Ich denke aber, dass sie bei den Hammer-WK-Programmen, die eine Femke Bol absolviert hat, in der Hinsicht schon in der "Kaderschmiede" Papendal ihre Einflussmaßnahmen dringlich machen. Inwieweit das nach außen dringt, kann ich nicht fixieren?! Welche Rolle der Spezialernährung und den Regenerationsphasen in den Inhalten und den Terminierungen zukommt, bleibt wohl ihr Geheimnis. Ich nehme an, dass man dort enorm viel Forschung unmittelbar betreibt.

So langsam kommt man hier wohl auch ins Grübeln und stellt sich um. Jannik Engel, Tobias Rüttgers und ein Dr. Argiris Vassiliadis vertreten schon sehr lange eine andere Meinung. Es sind Menschen, die sich in der Physiologie und Metabolik auskennen. Es muss nicht immer Leipzig sein, kann aber auch sein. Es sollte und darf auch Köln sein. WinkThumb_up ‌Ich weiß, dass es bei einigen nicht runter wie Sahne geht. Man sollte diese sehr guten Fachleute nutzen und nicht benutzen und ausnutzen. Solche Leute gehören in der Metabolik an die Front des Leistungssportes!!!

Gertrud
Im Grunde sind viele der ausländischen Trainer sehr auskunftsfreudig, man muss nur mit ihnen sprechen. Das geht zum Beispiel am rande von Konferenzen oder auch bei Wettkämpfen. In Deutschland ist es aber oft so, dass man etwas umbedingt "selbst herausfinden" will oder am liebsten irgendwo gedruckt, damit man nicht fragen muss. Kenn ich aus der Schule...
Ansonsten: Gertrud, ich kann dir nur raten, einige der von dir genannten Namen nicht immer nur unkritisch zu loben.