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Altersgerechte Trainings- und Wettkampfbelastung im Laufbereich - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Altersgerechte Trainings- und Wettkampfbelastung im Laufbereich (/showthread.php?tid=6165) |
RE: Altersgerechte Trainings- und Wettkampfbelastung im Laufbereich - S_J - 27.11.2025 (27.11.2025, 12:35)mariusfast schrieb: Eine Trainingswoche sieht bei ihm wie folgt aus im Aufbau: Halte ich grundsätzlich für eine sehr sinnvolle Kombination, wie bereits unten geschrieben. Zu den Laktatwerten: Für den Mittelstreckler (im Profibereich) sind 8-12mmol durchaus ein Laktatwert, der im VO2max-Training (3000m-5000m-Tempo) erreicht wird / werden sollte. (Haugen et al 2021). Man beachte, dass für den Langstreckler dagegen die gleiche Einheit (1500-500m-Tempo) nur 5-8mmol produziert (Haugen et al 2022). Ich könnte an dieser Stelle auch nochmal wiederholen, dass ein Mittelstreckler eine Verflachung der Laktatkurve anstrebt während der Langstreckler bei der Rechtsverschiebung seiner Laktaktkurve in Kauf nimmt, dass diese deutlich steiler wird. Damit liegt für den Langstreckler irgendwann das Schwellentempo bei 95% der vVO2max. Das wäre für den Mittelstreckler fatal, da dieser eine hohe Leistungsfähigkeit im anaeroben Bereich benötigt Mich würde an dieser Stelle mal interessieren, welche Laktatwerte Langsprinter wie Bol & Co bei ihren n.I.-Läufen haben. Die dürften an diesen "Erholungstagen" wohl durchaus höher liegen als bei den Qualitätseinheiten der meisten Läufer
RE: Altersgerechte Trainings- und Wettkampfbelastung im Laufbereich - mariusfast - 01.12.2025 (20.11.2025, 13:59)TranceNation 2k14 schrieb:Danke, ja das war missverst. aussgedrückt von mir. Ich wusste ja dass Runsim weiß, dass indiv. Laktatwerte unterschiedkich sein koennen an der Schwelle. Da du du hier in anderen Thread verbreitest die Laufforisten würden nicht wissen was die Schwelle ist..(20.11.2025, 11:36)mariusfast schrieb: Runsim Runsim schrieb ja, dass es individuelle Unterschiede gibt und ich schrieb ich orientiere mich an anderen Werten als 3mmol. Damit ist ja schon gesagt, dass die allgemeine Definition sich nicht auf Laktatwert beziehen kann. Lange Zeit orientierte man sich sogar an Mader (4mmol). Das habe ich jetzt in den letzten Jahren allerdings nicht mehr gehoert.. RE: Altersgerechte Trainings- und Wettkampfbelastung im Laufbereich - Sprunggott - 01.12.2025 (27.11.2025, 22:44)S_J schrieb: ... Wer im Langsprint einigermaßen clever trainiert ist bei "Ni - Läufen" nicht über der ind. „anaerobe Schwelle“ und über 140Hf. Die Energiebereitstellung sollte "vorrangig" aerob sein - sonst sind es keine Ni- Läufe! RE: Altersgerechte Trainings- und Wettkampfbelastung im Laufbereich - RunSim - 01.12.2025 (01.12.2025, 10:34)Sprunggott schrieb:(27.11.2025, 22:44)S_J schrieb: ... Meuwly hatte mal in nem Interview von sowas gesprochen: 10-12 x 300er mit 30Sek Geh/Trabpause. Die 300er in 57-60 gelaufen, meine ich. Das geht "auf die Puste" und viele Langsprinter werden so ein Training wahrscheinlich nicht mögen. Aber hart laktazid ist das für ein Kaliber wie Bol nicht. Lockere Läufe führt Bol gar nicht durch, wenn ich das Interview noch richtig im Kop habe. (Was jetzt bei der Umstellung auf 800m in ihrem Training passiert, das weiß man natürlich (nich) nicht.) RE: Altersgerechte Trainings- und Wettkampfbelastung im Laufbereich - MikeStar - 01.12.2025 Nur mal der Vollständigkeit halber... 57-60"/300m entsprechen welcher Intensität? 1500m-RT? Bis zu welchem (ungefähren) Alter setzt ihr vermehrt auf spielerische Elemente bzw. ab wann geht ihr eher in klassische Einheiten wie eben z.B. Intervalle, Minutenläufe über? Mit spielerischen Elementen meine ich sowas wie ruhige Rundenläufe in der Gruppe und der letzte überholt die Gruppe im schnellen Tempo und reiht sich vorne wieder ein oder 200m - Läufe bei denen der pot. langsamere Läufer etwas weiter vorne startet und der schnellere ihn bis zur Ziellinie einholen muss. Letzteres habe ich z.B. beim Verein hier im Dorf im Erwachsenentraining gesehen. Die 400m-Läuferin startete bei 250m und als sie bei der ca. 130m-Markierung war starteten die beiden anderen Läufer bei der 150m-Markierung. RE: Altersgerechte Trainings- und Wettkampfbelastung im Laufbereich - TranceNation 2k14 - 01.12.2025 Wenn ich mich nicht ganz arg verrechne, dürften das etwas mehr als 60% sein... (Ich denke die 57 dürften an der unteren Grenze von Bols 1500-Tempo sein, ohne weitere Recherche dürfte sie schon ne 4:30 hinbekommen, mit 800 m Fokus natürlich schneller) RE: Altersgerechte Trainings- und Wettkampfbelastung im Laufbereich - S_J - 01.12.2025 (01.12.2025, 20:42)MikeStar schrieb: Nur mal der Vollständigkeit halber... 57-60"/300m entsprechen welcher Intensität? 1500m-RT? Das ist schwer exakt zu sagen, da Bol die flachen Strecken eigentlich nur in Staffeln und in der Halle läuft. Über 300mH hat sie 36,86s stehen. In Topform würde ich ihr schon 35s zutrauen. Wenn man ganz konservativ mit 36s rechnet, weil runde Zahlen schön sind, dann sind 300m in 60s genau 60%. "1500m-RT" hat höchstens für Mehrkämpfer eine Bedeutung, wo wir dementsprechend gute Datensätze haben. Kaul bietet sich als Vergleichspunkt an: Er kommt bei den 1500m auf 72% seiner 400m-PB (50s/300m). Neugebauer dagegen läuft seine 1500m in 'nur' 65% seines 400m-Tempos. Welche Laktatwerte das sind, hängt eben von der Kurve ab, die einerseits disziplinspezifisch, aber eben auch individuell ausgeprägt ist. Eine konkrete Aussage wie Sprunggott wage ich da jetzt nicht solange ich nicht konkrete Daten gesehen habe ![]() [Beim Erzeugen der Vorschaue sehe ich TranceNations Prognose auf 4:30; ich würde ihr dagegen schon eher eine Zeit in Richtung Kaul als Neugebauer zutrauen ]Zitat:Bis zu welchem (ungefähren) Alter setzt ihr vermehrt auf spielerische Elemente bzw. ab wann geht ihr eher in klassische Einheiten wie eben z.B. Intervalle, Minutenläufe über? Im Idealfall oder in der Realität? ![]() Das hängt m.E.n. immer sehr von der Gruppenzusammensetzung und der Zielsetzung ab. In der U14 kann und sollte man durchaus noch viel spielerisch machen, in der U16 muss man aber auch auf das Intervalltraining der kommenden Jahre vorbereiten (aber nicht vorgreifen ) Wenn ich also U14 und U16 zusammen trainiere, dann müssen die U16 auch mal spielen und die U14 lernen eben auch schon altersgemäße Intervallformen kennen, wenn ich die U16 mit der U18+ in einer Trainingsgruppe habe, dann werden sie wohl eher weniger spielen.Wenn ich eine breitensportlich orientierte Gruppe habe, spricht ja auch nichts dagegen, auch im höheren Alter noch spielerisch und motivierend zu arbeiten. Die von dir beschriebenen Organisationsformen können durchaus auch im Gesundheitssport im hohen Alter noch Anwendung finden ![]() Verfolgungsrennen nacheinander zu starten bzw. verschiedene Streckenlängen zur gleichen Zeit sind dagegen natürlich auch im Leistungssport ein probates Mittel, wenn ich heterogene Gruppen habe und ich dadurch allen beteiligten einen guten Reiz geben kann. Teilstrecken mitlaufen ist natürlich auch oft sinnvoll. Man sollte dabei aber eben aufpassen, wie ich hier schon wiederholt geschrieben habe, dass man nicht dazu verleitet wird, Jugendathleten einfach ein kürzeres Training der Erwachsenen zu geben... Aber solange man das beachtet und sich solche Konstellationen z.B. bei Gleichaltrigen mit Leistungsdifferenz ergeben, sehe ich da auch kein Alterslimit
RE: Altersgerechte Trainings- und Wettkampfbelastung im Laufbereich - TranceNation 2k14 - 01.12.2025 (01.12.2025, 21:27)S_J schrieb: Wenn man ganz konservativ mit 36s rechnet, weil runde Zahlen schön sind, dann sind 300m in 60s genau 60%. Rechne doch ganz pragmatisch 49/57 × 0,75 und runde ab weil sie die 300 etwas schneller laufen dürfte als 400
RE: Altersgerechte Trainings- und Wettkampfbelastung im Laufbereich - S_J - 01.12.2025 (01.12.2025, 21:37)TranceNation 2k14 schrieb:(01.12.2025, 21:27)S_J schrieb: Wenn man ganz konservativ mit 36s rechnet, weil runde Zahlen schön sind, dann sind 300m in 60s genau 60%. 49 ist aber auch arg konservativ, das ist ja ihre Hallenzeit
RE: Altersgerechte Trainings- und Wettkampfbelastung im Laufbereich - Reichtathletik - 02.12.2025 Ich hab mich in dem Thread hier bisher zurückgehalten, da mir das auch ehrlich gesagt zu oft abrutscht in Erwachsenen-Ausnahmen (Bol, Ingebriksen) und Pauschalitäten. Aber ich will nun mal den Faden aufnehmen. Am Wochenende waren ja sowohl Fair Play Camp als auch DM Cross. Und ich muss sagen ich bin in einigen Phasen erschocken. Also zum einen schaffen wir es in Deutschland offenkundig nicht, zumindest im Jugend-Spitzen-Bereich, also ich sag mal alles ab Landeskader, halbwegs einheitliche Sprachen zu sprechen. Das finde ich eigentlich schwach, in einer Disziplin die relativ gut erforscht ist und einem Land, was eigentlich Infrastrukturel und finanziell eine Menge hergibt. Das wir hier zahlreiche Trainer und Athleten rumrennen haben die Begriffe wie Grundlage, Schnelligkeit, Ausdauer und Schwelle beiebig definieren, ist schon übel. Und auch dass es keine "Standards" zu geben schein (17 Seiten Diskussion hier sprechen ja auch Bände), finde ich bemerkenswert. Zumindest der RTP Lauf sollte eigentlichen eine ganz solide Basis geben, auch wenn dort noch nicht in Schwelle/VO2max etc. unterschieden wird. Einige Landesverbände haben darauf aufbauend ja auch RTP... Ehrlich gesagt würde ich mir da auch mehr "Steuer-" bzw. "Vorbildfunktion" der Nachwuchsbundestrainer oder Ex-Bundestrainer im Nachwuchs wünschen. Stattdessen kann man da unter der Hand von absurden Umfängen bei 15-Jährigen hören bzw. auf Instagram verfolgen, wie Jugendliche ins Höhenhaus gehen (was ja sinnvoll sein kann aber da liegen mindestens 10 Schritte vorher, die vernünftig koordiniert werden sollten) und welche fragwürdigen Nahrungsergänzungsmittel sie schlucken sollten... |