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DLV-Schwerpunkt: Hinleitung der AuA zu den Bundestrainer:innen - Druckversion

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DLV-Schwerpunkt: Hinleitung der AuA zu den Bundestrainer:innen - Gertrud - 27.07.2026

Seit einiger Zeit sehe ich im DLV verstärkt den Schwerpunkt der AuA unter der Führung der hauptamtlichen Bundestrainer:innen:

Hildebrand zum BT Dreisprung,
Göring zum BT Hochsprung,
Ehlers schlussendlich zum BT Mehrkampf,
Mihambo und Asani zum BT Weitsprung;
Hummel zur BT Hammerwurf.

In seltenen Fällen gibt es auch den Weg von AuA vom Disziplin-BT oder Nachwuchs-BT weg. 

Wenn Talenten oder Spitzenleuten kein adäquater Trainer vor Ort zur Verfügung steht, halte ich eine Orientierung zum BT in speziellen Fällen für richtig. Ansonsten sollte man bei seinen sehr guten Heimtrainerinnen und Heimtrainern ungestört arbeiten. Ich favorisiere auch den Weg von Super-Talenten und Spitzen-AuA zu den besten TuT. Das müssen nicht immer die Disziplintrainer:innen sein.

Ich halte auch sehr viel davon, dass sich BT ohne Spitzen-AuA verstärkt um den Nachwuchs kümmern und Talente sichten und aufbauen. Ihre Aufgabe sollte nicht darin bestehen, guten Heim-TuT die AuA wegzunehmen oder sich mit fremden Federn zu schmücken. 

Gertrud


RE: DLV-Schwerpunkt: Hinleitung der AuA zu den Bundestrainer:innen - Sprunggott - 27.07.2026

(27.07.2026, 18:27)Gertrud schrieb: Seit einiger Zeit sehe ich im DLV verstärkt den Schwerpunkt der AuA unter der Führung der hauptamtlichen Bundestrainer:innen:

Hildebrand zum BT Dreisprung,
Göring zum BT Hochsprung,
Ehlers schlussendlich zum BT Mehrkampf,
Mihambo und Asani zum BT Weitsprung;
Hummel zur BT Hammerwurf.

In seltenen Fällen gibt es auch den Weg von AuA vom Disziplin-BT oder Nachwuchs-BT weg. 

Wenn Talenten oder Spitzenleuten kein adäquater Trainer vor Ort zur Verfügung steht, halte ich eine Orientierung zum BT in speziellen Fällen für richtig. Ansonsten sollte man bei seinen sehr guten Heimtrainerinnen und Heimtrainern ungestört arbeiten. Ich favorisiere auch den Weg von Super-Talenten und Spitzen-AuA zu den besten TuT. Das müssen nicht immer die Disziplintrainer:innen sein.

Ich halte auch sehr viel davon, dass sich BT ohne Spitzen-AuA verstärkt um den Nachwuchs kümmern und Talente sichten und aufbauen. Ihre Aufgabe sollte nicht darin bestehen, guten Heim-TuT die AuA wegzunehmen oder sich mit fremden Federn zu schmücken. 

Gertrud

Ich weiß, dass BT in Ihren Arbeitsauftrag den Nachwuchs nicht zugeordnet sind. 
Denn das wird nicht vom BMI (DLV) finanziert. Ich weiß das BT ihre Finanzierung/ Job losgeworden sind, weil sie Großteils im Nachwuchs arbeiten wollten oder dann gearbeitet haben.


RE: DLV-Schwerpunkt: Hinleitung der AuA zu den Bundestrainer:innen - Gertrud - 27.07.2026

(27.07.2026, 19:14)Sprunggott schrieb: Ich weiß, dass BT in Ihren Arbeitsauftrag den Nachwuchs nicht zugeordnet sind. 
Denn das wird nicht vom BMI (DLV) finanziert. Ich weiß das BT ihre Finanzierung/ Job losgeworden sind, weil sie Großteils im Nachwuchs arbeiten wollten oder dann gearbeitet haben.

Wenn sie dann als BT überleben wollen, sind sie quasi gezwungen, sich in fremden Bereichen zu bedienen. Ich weiß, dass das  in zwei Fällen "böses Blut gegeben hat". Ich beobachte einen Fall, der selbst kaum etwas entwickelt hat, sondern nur das Feld "abgegrast" und von fertigen AuA profitiert hat. Irgendwann wird die Zulieferung stoppen. Die Felder im Bereich um 14 Jahre sind besorgniserregend. Wer hat schon Lust, nur den "Handlanger" zu spielen, wenn das Wissen und die Praxis vorhanden sind. AuA kommen manchmal in den Flow, Vorteile eiskalt zu nutzen.  

Gertrud
(27.07.2026, 19:14)Sprunggott schrieb: Ich weiß, dass BT in Ihren Arbeitsauftrag den Nachwuchs nicht zugeordnet sind. 
Denn das wird nicht vom BMI (DLV) finanziert. Ich weiß das BT ihre Finanzierung/ Job losgeworden sind, weil sie Großteils im Nachwuchs arbeiten wollten oder dann gearbeitet haben.



RE: DLV-Schwerpunkt: Hinleitung der AuA zu den Bundestrainer:innen - Reichtathletik - 28.07.2026

Ich sehe eine ähnliche Problematik, komme aber zu einem anderen Schluss.
Zu der von Sprungott angeführten Thematik muss man zunächst sagen, dass man dies ja nicht den Arbeitnehmern ankreiden kann. Hier ist eine grundlegendere Debatte nötig, die auch über den DLV hinaus geht. Vielleicht wird sich mit dem neuen Sportgesetz und der Agentur etwas ändern (ich befürchte nein). Aber tatsächlich ist das ein großes Problem, dass wir eine sehr strikte Unterscheidung zwsichen Spitzensport und Nachwuchs haben (auf dem im Übrigen meist vor allem die Jugendorganisationen der Fachverbände bestehen, weniger der Leistungssport).
Ich würde mir auch "Disziplinentwickler" wünschen, die Standort- und Personen-Unabhängig in der Sache tätig sind, schauen was individuell vor Ort als Unterstützung hilfreich wäre und vor allem sich deutlich mehr in die Aus- und Weiterbildung einbringen. Allerdings gibt es genau für dieses Jobprofil aktuell meist keine öffentlichen Mittel. (Allerdings bin ich der Meinung dass auch ohne diese etwas möglich wäre aus Ehrenamt und/oder freien haushaltsmitteln).

Zur konkreten Ausgangssituation, die Gertrud beschreibt. Ich denke, wir tun Athleten unrecht, wenn wir sie als willenlose oder leicht beeinflussbare Lemminge umschreiben. Die allermeisten Athleten treffen sehr wohl fundierte und selbstbestimmte Entscheidungen zu ihrem Trainingsumfeld. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht Trainer oder Vereine gibt, die unter falschen Prämissen falsche Versprechungen machen aus egoistischen Motiven. Das ist aber erst einmal unabhängig davon, wer der Arbeitgeber ist und gibt es mindestens wenn nicht sogar noch stärker auf der Vereinsebene.
Außerdem bin ich schon der Meinung dass die allermeisten unserer Bundestrainer sehr gute Anlaufstellen für nationale Spitzenathleten sind. Ich finde es deshalb aus dieser Sicht nicht perse schlecht, wenn Athleten zu ihnen wechseln und/oder sich dort sogar starke Trainingsgruppen bilden, die manchmal ja sogar Monopolstellungen einnehmen (ich denke da vor allem an die Langhürden zZ). Man sollte auch nicht vergessen, dass verschiedene Stufen einer Karriere durchaus unterschiedliche Expertisen und Adressierungen verlangen. Ich finde es nicht perse schlecht, wenn jemand ein guter Jugendtrainer ist und jemand anderes ein guter Trainer für "die letzten 2%". Das sind unterschiedliche Aufgaben und gerade die Sportler wissen das meist durchaus einzuordnen, dass sie ihren Erfolg nicht allein dem letzten Trainer sondern allen auf dem Weg dorthin zu verdanken haben. Im Miteinander unter den Trainern verlangt das aber gegenseitige Wertschätzung, also sowohl für das Vorbereiten einer Leistung, aber auch andersherum für das umsetzen. Warum können Trainer nicht stolz darauf sein, einen Sportler bis zum Niveau "ich wechsel zum Bundestrainer" gebracht zu haben statt dann umbedingt selbst auch bei der WM auf der Tribüne stehen zu müssen, obwohl man da null Erfahrung hat?

Ich verstehe den Wunsch einiger Trainer, aber der geht auch mit Aufgaben einher, sich nämlich noch einmal deutlich weiterzuentwickeln, sowohl fachlich als auch zeitlich. Es bedeutet übrigens auch Athleten abzugeben oftmals: Entweder ich gebe meinen "Star" in gute fremde Hände oder ich entwickle mich mit ihm weiter (wer das kann und will, gerne!), dann werde ich aber nicht mehr die Zeit für die anderen 15 weniger talentierten Sportler in meinem Verein haben. Auch so ehrlich muss man sein.

In anderen Sportarten sind Trainer da deutlich entspannter. Wie viele Jugendtrainer auf dem Dorf im Fußball freuen sich noch Jahrzehnte später und berichten es stolz, wenn einer, den sie mal betreut haben, es in einen Profivertrag geschaft hat. Da heißt es dann nicht: Mein Max Mustermann spielt jetzt bei Bayern München, Kompany sonnt sich mit meinem Erfolg, ich müsste eigentlich Bayern-Trainer sein...

Nun mein großes Aber: Dennoch stimme ich in einem Punkt massiv zu: Wir versäumen es durch diese Athlten-Wechsel Standorte aufzubauen. Teilweise bekämpfen wir sogar aktiv Standorte indem Athleten gesagt wird: Ihr müsst da weg. Wenn an einem Ort regelmäßig Athleten hervorgehen und/oder dieser aufgrund der Masse ohnehin ein "Hub" ist, muss ich als Fachverband zwingend mitarbeiten, dort Strukturen zu schaffen. Einfaches Beispiel: Wenn ich (zurecht) der Meinung bin, ich brauche qualifziertes, Hauptamtliches oder Quasi-Hauptamtliches Personal für Spitzenathleten, dann sollte ich nicht dem Landesverband/der Stadt/dem Verein, der gute Arbeit leistet, vorwerfen, dass er keine entsprechenden Angestellten hat und die Ahleten dorthin schicken, wo Trainer bezahlt werden aber keine Atleten sind, sondern die Stellen dort schaffen, wo sie nötig sind. Und da ist dann die Frage, die nur im Dialog mit den Akteuren vor Ort zu lösen sein kann: Bedeutet das, die Personen vor Ort finanziell zu unterstützen oder besteht Interesse/Bedarf daran, Personal dort hin zu lotsen.


RE: DLV-Schwerpunkt: Hinleitung der AuA zu den Bundestrainer:innen - Reichtathletik - 29.07.2026

Vielleicht noch ein Nachtrag, weil ich gerade die Website des Königsteiner LV gesehen habe.

Da steht auf unter Leistungssport:

Zitat:Die Philosophie des Königsteiner LV ist es, seit der Gründung im Jahr 2013 junge Athleten, die sich dafür entschieden haben, die Leichtathletik als Leistungssport zu betreiben, zu unterstützen und zu fördern. Aktuell trainieren beim Königsteiner LV 20 Landes- und Bundeskaderathleten, bei ihren jeweiligen Landes- und Bundestrainern.

Ich halte es für falsch wie Gertrud den DLV oder seine Trainer dafür zu kritisieren, dass sie Athleten bündeln. Ich frage mich eher, ob nicht solche Vereine ein quasi-parasitäres Modell fahren. Jetzt sag ich direkt dabei, ich will hier nicht direkt böse Schimpfwörter verwenden, sondern will das Wort als legitime biologische Analogie nutzen, um den Sachverhalt zu beschreiben.

Wir haben einen Verein – der offenbar auch Jugend- und Schülerarbeit macht, von der ich allerdings noch nie was mitbekommen habe, dessen "Stars" allesamt laut eigener Philisophie(!) bei Trainern trainieren, die jemand anderes trainiert.
Und auf der anderen Seite haben wir z.T. Vereine, in deren Umfeld keine Trainer durch LV, DLV oder Land/Bund bezahlt werden, die alles selbst leisten. Bestes Beispiel aktuell wohl Osnabrück – mehr DM-Teilnehmer als mancher Bundesstützpunkt. Und doch werden die Vereine, die das Geld bei den Trainern sparen und es "direkt" in die Athleten investieren (ist ja in großen Teilen auch das GA-Modell) als "Leistungssporttreibend" bezeichnet, werden als Lohn sogar noch in Diskussionen zu Meisterschaftsformaten udn Qualis einbezogen, während andere Vereine, die Standorte tragen und in Trainerausbildung und -Beschäftigung investieren abgekanzelt mit "ihr müsst mal profesionelle Strukturen aufbauen".

Hier sehe ich eher Handlungsbedarf. Wir brauchen etwas mehr "wettbewerbsgleichheit". Vielleicht sollten sich die Vereine, die ihre Athleten bei Bundestrainern paken einen Teil der Kosten übernehmen. Dann hätte man im Verband mehr Geld, um auch an anderen Stadorten Trainer mitzufinanzieren...