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Marathon: Carbon-Schuh-Effekt bestimmen - Druckversion

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Marathon: Carbon-Schuh-Effekt bestimmen - Ab_100m_Bonanza-Fahrrad - 28.04.2026

Vor kurzem lief doch der Roboter den Marathon schneller als jeder Mensch. 

Man kann doch einen Roboter mit gleicher Statur wie einen menschlichen Läufer konstruieren und ihm verschiedene Laufschuhe anziehen. 

So müsste man doch den Carbonschuh-Effekt ziemlich genau bestimmen können, oder? 

Liege ich falsch mit der Idee?


RE: Marathon: Carbon-Schuh-Effekt bestimmen - S_J - 28.04.2026

Der Roboter wird nicht müde. Der Mensch schon. Der Schuh macht ja nicht wirklich schneller, sondern erlaubt für eine höhere Ökonomie. Womit dann eine höhere Durchschnittsgeschwindigeit und dadurch niedrigere Zielzeit möglich ist.


RE: Marathon: Carbon-Schuh-Effekt bestimmen - menarfin - 28.04.2026

Das nächste Problem ist dass der Roboter nur optisch so läuft wie ein Mensch. Sein Rücken z.b. ist nicht flexibel, er hat ziemlich starre Füsse. Jetzt kannst du dir überlegen wieviel ein menschlicher Läufer aus diesen Bereichen zieht. Und gerade Schuhe würde ich jetzt mal nicht mit etwas testen wollen was ausgerechnet starre Füsse hat.


RE: Marathon: Carbon-Schuh-Effekt bestimmen - lor-olli - 28.04.2026

Menschen sind nun mal keine Roboter:
- individuelle physische Voraussetzungen
- unterschiedliche Belastungsverträglichkeit
- psychologische Effekte
- veränderter Laufstil durch Ermüdung

Das sind nur einige Unterschiede, die nicht so genau zu quantifizieren sind. Schuhe werden mechanisch natürlich genauestens getestet: Rückstellkräfte, Dämpfungseigenschaften, Reibungswiderstand der Sohlen, Gewicht, Stabilität des Materials (Haltbarkeit aber auch seitliche Stabilität und), Fußführung durch die Konstruktion etc.

Diese Werte sind nach der Konstruktion und Kombination der Materialien (!) fix, dennoch reagiert jeder Athlet individuell - manche vertragen gar kein Modell der neuen Wunderschuhe. Letztlich helfen da nur Praxistest …Tests …Tests …

Ich denke so ganz ausgereizt ist das Thema immer noch nicht, auch nicht wie die langfristigen Auswirkungen auf die Physis bei längerem Training mit solchem Schuhwerk sind (z.B. doch klar andere Belastungen an anderen Körperstellen), nehmen Ermüdungsbrüche tatsächlich zu, wie einige spekulieren?


RE: Marathon: Carbon-Schuh-Effekt bestimmen - CoachnEngineer - 28.04.2026

(28.04.2026, 08:57)lor-olli schrieb: Ich denke so ganz ausgereizt ist das Thema immer noch nicht, auch nicht wie die langfristigen Auswirkungen auf die Physis bei längerem Training mit solchem Schuhwerk sind (z.B. doch klar andere Belastungen an anderen Körperstellen), nehmen Ermüdungsbrüche tatsächlich zu, wie einige spekulieren?

Ich befürchte, dass es jetzt knallhart weitergeht nach dem Prinzip des Aussiebens. Die Schuhe werden mehr und mehr zu "Karbon-Blattfedern mit minimalem PU-Überzug" entarten. Wer es kurzzeitig verträgt läuft 1:50h im Marathon, die meisten anderen bleiben auf der Strecke. Klar ist, je extremer der Schuh, je weniger Trainings-KM können/sollten damit gelaufen werden. 

Wie schön, als noch früher in der ALB (noch vor IWR) stand, dass Schuhe allgemein keinen Sprungfeder-Effekt haben dürfen. Allerdings waren da die Grenzen schon nie klar definiert. Jetzt sind praktisch im Sinne des Spektakels alle Schleusen geöffnet.