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Trainerlizenzen - DOSB vs private Anbieter - Druckversion

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Trainerlizenzen - DOSB vs private Anbieter - Reichtathletik - 02.03.2026

(01.03.2026, 22:27)Barnie schrieb: Der Trainer von Noah Cais ist übrigens Manuel Hein. Seine Website bietet einige interessante Einblicke.
https://www.derlaufcoach.com/

Was ist denn eine "Ausdauertrainer A-Lizenz".
Sehr wunderlich dass eine private Fernschule etwas vergeben darf, dass wie eine DOSB-Lizenz klingt..

abgetrennt aus
73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 (Ogunleye 20,37 Meter) - Barnie - 02.03.2026

(02.03.2026, 09:44)OldSchoolRunner schrieb:
(02.03.2026, 07:50)Reichtathletik schrieb: Was ist denn eine "Ausdauertrainer A-Lizenz". Sehr wunderlich dass eine private Fernschule etwas vergeben darf, dass wie eine DOSB-Lizenz klingt.
Unbestreitbar hat Noah Cais riesige Fortschritte in den letzten 2 Jahren gemacht, in denen er Mittelstrecken und 3000m Hindernis läuft. Die Kombination 8:49 mit 19 Jahren über die Hindernisse mit nur einem guten Jahr Lauftraining und jetzt 800m in knapp 1:49 sind schon beeindruckend. Ich weiß ja nicht, was er im Sommer als Schwerpunkt setzt, aber warum sollten da nicht auch sub-3:40 über 1500m drin sein?

Aber die Website von seinem Trainer gibt da m.E. keine Auskunft darüber, ob Noah Cais ein "Zufallsprodukt" ist oder nicht. Die "Referenzen" sind überschaubar und Reichtathletik hat ja schon eine berechtigte Frage aufgeworfen. Trotzdem kann er ja durchaus ein (sehr) guter Trainer sein. 

Edit: Sein Laufstil sieht schon sehr geschmeidig aus; die fußballaffinen Forumsteilnehmer mögen mir verzeihen: gar nicht wie ein Ex-Fußballer.

Es wird nicht ganz klar, ob der Studiengang staatlich anerkannt ist. Auf der anderen Seite: selbst wenn es nicht so wäre, müsste er dann nicht zwangsläufig wertlos sein. Und wurde in diesem Forum nicht schon oft die Qualität der Trainerausbildungen durch den Verband gerügt?!
Ein junger Trainer von 31J. kann jetzt logischerweise auch nicht über jahrzehntelange Referenzen verfügen. Ich finde jedenfalls, dass die Schwertpunktsetzungen (auch wenn die Details dazu fehlen) grundsätzlich richtig gesetzt sind. Manuel Hein bezeichnet sich selbst vor allem als Autodidakt. Das ist nicht die unwichtigste Voraussetzung, die man als guter Trainer braucht.
Ich vermute, dass Noah Cais im Sommer auch wieder die 3000mH laufen wird. Mit den gezeigten Leistungen in der Halle wäre eine 8:30 durchaus möglich. Lassen wir uns überraschen.


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 (Ogunleye 20,37 Meter) - mariusfast - 02.03.2026

(02.03.2026, 12:05)Barnie schrieb:
(02.03.2026, 09:44)OldSchoolRunner schrieb:
(02.03.2026, 07:50)Reichtathletik schrieb: Was ist denn eine "Ausdauertrainer A-Lizenz". Sehr wunderlich dass eine private Fernschule etwas vergeben darf, dass wie eine DOSB-Lizenz klingt.
Unbestreitbar hat Noah Cais riesige Fortschritte in den letzten 2 Jahren gemacht, in denen er Mittelstrecken und 3000m Hindernis läuft. Die Kombination 8:49 mit 19 Jahren über die Hindernisse mit nur einem guten Jahr Lauftraining und jetzt 800m in knapp 1:49 sind schon beeindruckend. Ich weiß ja nicht, was er im Sommer als Schwerpunkt setzt, aber warum sollten da nicht auch sub-3:40 über 1500m drin sein?

Aber die Website von seinem Trainer gibt da m.E. keine Auskunft darüber, ob Noah Cais ein "Zufallsprodukt" ist oder nicht. Die "Referenzen" sind überschaubar und Reichtathletik hat ja schon eine berechtigte Frage aufgeworfen. Trotzdem kann er ja durchaus ein (sehr) guter Trainer sein. 

Edit: Sein Laufstil sieht schon sehr geschmeidig aus; die fußballaffinen Forumsteilnehmer mögen mir verzeihen: gar nicht wie ein Ex-Fußballer.

Es wird nicht ganz klar, ob der Studiengang staatlich anerkannt ist. Auf der anderen Seite: selbst wenn es nicht so wäre, müsste er dann nicht zwangsläufig wertlos sein. Und wurde in diesem Forum nicht schon oft die Qualität der Trainerausbildungen durch den Verband gerügt?!
Ein junger Trainer von 31J. kann jetzt logischerweise auch nicht über jahrzehntelange Referenzen verfügen. Ich finde jedenfalls, dass die Schwertpunktsetzungen (auch wenn die Details dazu fehlen) grundsätzlich richtig gesetzt sind. Manuel Hein bezeichnet sich selbst vor allem als Autodidakt. Das ist nicht die unwichtigste Voraussetzung, die man als guter Trainer braucht.
Ich vermute, dass Noah Cais im Sommer auch wieder die 3000mH laufen wird. Mit den gezeigten Leistungen in der Halle wäre eine 8:30 durchaus möglich. Lassen wir uns überraschen.
Es wurde auch schon hier gesagt, dass ein Sportwissenschafts- oder Trainerstudium keinen Mehrwert bringe. Ich denke einige Trainer und Landestrainer sind auch nicht erfreut, wenn junge Trainer gleich den kommerziellen Weg gehen und nicht erstmal Jahre unentgeltlich als Voraussetzung für den Trainerschein ehrenamtlich tätig sein wollen oder bzw. können. 

Aber das Wichtigste kann er ja schon, egal ob B-oder A-Trainerschein, staatliches Studium, oder so wie in seiner Ausbildung. Er schrieb 130 Seiten wissenschaftliche Facharbeiten und kann somit Primärquellen nicht nur abschreiben, sondern so umformulieren, sodass es kein Plagiat mehr ist und das mit der Note sehr gut Big Grin


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 (Ogunleye 20,37 Meter) - Reichtathletik - 02.03.2026

(02.03.2026, 12:05)Barnie schrieb:
(02.03.2026, 09:44)OldSchoolRunner schrieb:
(02.03.2026, 07:50)Reichtathletik schrieb: Was ist denn eine "Ausdauertrainer A-Lizenz". Sehr wunderlich dass eine private Fernschule etwas vergeben darf, dass wie eine DOSB-Lizenz klingt.
Unbestreitbar hat Noah Cais riesige Fortschritte in den letzten 2 Jahren gemacht, in denen er Mittelstrecken und 3000m Hindernis läuft. Die Kombination 8:49 mit 19 Jahren über die Hindernisse mit nur einem guten Jahr Lauftraining und jetzt 800m in knapp 1:49 sind schon beeindruckend. Ich weiß ja nicht, was er im Sommer als Schwerpunkt setzt, aber warum sollten da nicht auch sub-3:40 über 1500m drin sein?

Aber die Website von seinem Trainer gibt da m.E. keine Auskunft darüber, ob Noah Cais ein "Zufallsprodukt" ist oder nicht. Die "Referenzen" sind überschaubar und Reichtathletik hat ja schon eine berechtigte Frage aufgeworfen. Trotzdem kann er ja durchaus ein (sehr) guter Trainer sein. 

Edit: Sein Laufstil sieht schon sehr geschmeidig aus; die fußballaffinen Forumsteilnehmer mögen mir verzeihen: gar nicht wie ein Ex-Fußballer.

Es wird nicht ganz klar, ob der Studiengang staatlich anerkannt ist. Auf der anderen Seite: selbst wenn es nicht so wäre, müsste er dann nicht zwangsläufig wertlos sein. Und wurde in diesem Forum nicht schon oft die Qualität der Trainerausbildungen durch den Verband gerügt?!
Ein junger Trainer von 31J. kann jetzt logischerweise auch nicht über jahrzehntelange Referenzen verfügen. Ich finde jedenfalls, dass die Schwertpunktsetzungen (auch wenn die Details dazu fehlen) grundsätzlich richtig gesetzt sind. Manuel Hein bezeichnet sich selbst vor allem als Autodidakt. Das ist nicht die unwichtigste Voraussetzung, die man als guter Trainer braucht.
Ich vermute, dass Noah Cais im Sommer auch wieder die 3000mH laufen wird. Mit den gezeigten Leistungen in der Halle wäre eine 8:30 durchaus möglich. Lassen wir uns überraschen.

Die verbindliche Ausbildung finde ich qualitativ schon Recht gut. Gibt sicherlich in Sachen Verfügbarkeit Probleme. Auch glaube ich nicht, dass DOSB-Lizenzen der einzige Weg sind. Ich finde nur den Namen dieses privaten (?) Anschlusses schwierig, weil er suggeriert eine A-Fachlizenz zu sein insbesondere wenn aktiv damit geworben wird


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 (Ogunleye 20,37 Meter) - S_J - 02.03.2026

Die Werbewirksamkeit ist ja sicherlich gegeben, wenn man den Beitrag von mariusfast liest  Smile

Ich sehe ehrlich gesagt auch die Konkurrenz zwischen ehrenamtlichen und kommerziellen Trainern nicht. Schließt sich ja auch in vielen Fällen nicht aus.

Da der Trainerbegriff nicht geschützt ist, kann sich ja letztendlich jeder so nennen.

In der Nomenklatur des DOSB ist der Unterschied zwischen Trainer und ÜL ja eigentlich nur zwischen sportartspezifisch und sportartübergreifend. Ich finde daher auch spannend, dass der DLV auf den sportartspezifischen Trainer B verzichtet und auf den sportartübergreifenden ÜL B verweist. Der ist übrigens nicht nur staatlich anerkannt sondern auch noch staatlich geprüft  Big Grin

Aber so wie das auf der Seite dargestellt ist, wirkt das schon sehr defensiv und überbetont, dass es ja wirklich eine ernstzunehmende Ausbildung sei! Inklusive Seitenzahlen (allerdings kumulativ...) und Noten  Big Grin Wäre für mich persönlich eher ein Warnzeichen als ein Zeichen von Qualifikation. Aber ist sicherlich auch Typsache. Und wenn es gut passt, scheint er ja auch durchaus Erfolg zu haben.   Thumb_up

Für manche Athleten mag so eine Konstellation ja auch durchaus das richtige sein. Aber das lässt sich eben nicht gut skalieren und ist auch nicht wirklich inklusiv.

Aber mehr Optionen zu haben ist sicherlich erstmal nicht falsch.


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 (Ogunleye 20,37 Meter) - Reichtathletik - 02.03.2026

Ich will gar nicht in Absprache stellen, dass viele Wege nach Rom führen. Ich glaube Vielfalt bei gleichzeitiger Einhaltung gewisser Qualitätsstandards ist wertvoll. Ich will das daher gar nicht auf die konkrete Person bezogen wissen. Mich irritiert eher das Zertifikat an sich, insbesondere angesichts der Debatten um Lizenzen und Lizenzentzug. Wenn Standards für A-Lizenzen und deren Entzug gelten sollte es keine anderen Wege geben zu etwas zu kommen was ähnlich klingt.


[geteilt] 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 (Ogunleye 20,37 Meter) - Barnie - 02.03.2026

(02.03.2026, 16:32)S_J schrieb: Aber so wie das auf der Seite dargestellt ist, wirkt das schon sehr defensiv und überbetont, dass es ja wirklich eine ernstzunehmende Ausbildung sei! Inklusive Seitenzahlen (allerdings kumulativ...) und Noten  Big Grin Wäre für mich persönlich eher ein Warnzeichen als ein Zeichen von Qualifikation. 

Habe ich zuerst beim Lesen auch gedacht. Allerdings, was schreibt man, wenn man am Anfang steht und noch keine großen Referenzen vorweisen kann?! Genau, über seine Ausbildung. Auf sich aufmerksam machen muss schließlich jeder. Je länger man dann im Beruf steht, desto unwichtiger wird die Abschlussarbeit und die Note und umso wichtiger die Referenzen. Es würde mich deshalb auch nicht wundern, wenn demnächst diese Angaben so nicht mehr zu finden sein werden.


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 (Ogunleye 20,37 Meter) - S_J - 02.03.2026

Auf der Webseite des Anbieters steht unter anderem, dass z.B. die "Ausdauer-Trainer A-Lizenz" die "höchste anerkannte Qualifikation im Audauersport" sei. Es sei auch ein "staatlich geprüfter und zugelassener Fernlehrgang".

Spannend ist auch, im Vergleich zu den DOSB-Lizenzen, dass damit geworben wird, dass dieser "branchenanerkannter Abschluss" nicht verlängert werden muss, da es sich um ein "Zertifikat mit unbegrenzter Gültigkeit" handelt.

Das wäre tatsächlich im Vergleich zur DOSB-Lizenz für mich der größte Kritikpunkt. Natürlich kann man sich auch ohne Notwendigkeit fort- und weiterbilden oder umgekehrt die verlangten Fortbildungsstunden absitzen ohne etwas zu reflektieren oder zu lernen.

Für mich steht bei den Fort- und Weiterbildungen allerdings auch der persönliche Austausch im Vordergrund, der eben über das hinausgeht, was man sich in Büchern oder didaktisch hochwertig aufbereiteten Lernplattformen aneignen kann. 

Ob wirklich Verwechslungsgefahr besteht, würde ich allerdings bezweifeln. Die meisten Vereine werden die DOSB-Lizenz schon allein aufgrund der Zuschüsse haben wollen.

Und Einzelpersonen, die einen Personal Coach wollen... werden weder Lizenzen nachprüfen noch vorab einen Ehrenkodex unterzeichnen lassen.

Vielleicht bräuchte es ja ein sportliches Äquivalent zu den Musikschulen, bzw deren Verband, die in öffentlicher Trägerschaft qualitätsorientierte Richtlinien umsetzen und die Lücke zwischen Vereinssport und Profisport schließen. Smile


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 (Ogunleye 20,37 Meter) - Reichtathletik - 02.03.2026

(02.03.2026, 20:30)S_J schrieb: Auf der Webseite des Anbieters steht unter anderem, dass z.B. die "Ausdauer-Trainer A-Lizenz" die "höchste anerkannte Qualifikation im Audauersport" sei. Es sei auch ein "staatlich geprüfter und zugelassener Fernlehrgang".

Spannend ist auch, im Vergleich zu den DOSB-Lizenzen, dass damit geworben wird, dass dieser "branchenanerkannter Abschluss" nicht verlängert werden muss, da es sich um ein "Zertifikat mit unbegrenzter Gültigkeit" handelt.

Das wäre tatsächlich im Vergleich zur DOSB-Lizenz für mich der größte Kritikpunkt. Natürlich kann man sich auch ohne Notwendigkeit fort- und weiterbilden oder umgekehrt die verlangten Fortbildungsstunden absitzen ohne etwas zu reflektieren oder zu lernen.

Für mich steht bei den Fort- und Weiterbildungen allerdings auch der persönliche Austausch im Vordergrund, der eben über das hinausgeht, was man sich in Büchern oder didaktisch hochwertig aufbereiteten Lernplattformen aneignen kann. 

Ob wirklich Verwechslungsgefahr besteht, würde ich allerdings bezweifeln. Die meisten Vereine werden die DOSB-Lizenz schon allein aufgrund der Zuschüsse haben wollen.

Und Einzelpersonen, die einen Personal Coach wollen... werden weder Lizenzen nachprüfen noch vorab einen Ehrenkodex unterzeichnen lassen.

Vielleicht bräuchte es ja ein sportliches Äquivalent zu den Musikschulen, bzw deren Verband, die in öffentlicher Trägerschaft qualitätsorientierte Richtlinien umsetzen und die Lücke zwischen Vereinssport und Profisport schließen. Smile

Es wird auch damit geworben, dass man keinerlei Präsenz-Termine hat. Wirkt so als muss man da nur ein paar Online-Kurse machen und hat dann einen Schein, der suggeriert, man sei top qualifizierter Trainer. Das finde ich schon etwas frech. Wie gesagt, kann man ja machen. Sollte aber nicht "A-Lizenz" heißen. 
Ich nehme zwar an man kann alles A-Lizenz nennen, z.B. meine im Kartoffel-Schälen, solange man nichts von DOSB sagt, aber das durchschaut ja nicht jeder.


RE: Trainerlizenzen - DOSB vs private Anbieter - S_J - 04.03.2026

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob diese Verwechslungsgefahr wirklich ein Problem darstellt. Am ehesten werden die Teilnehmer dieser Trainerkurse getäuscht, weil sie denken, sie erwerben etwas gleichwertiges. Aber für die Zielgruppen spielt es m.E.n. eine eher untergeordnete Rolle. Ich hole mal etwas aus.

In einer Fortbildung zum Thema Athletiktraining wurde von der Dozentin folgende Unterscheidung getroffen:

"Trainer Sportart": sportartspezifisches Training (Technik, Taktik, Koordination, Kondition)

"Allgemeiner 'Fitnesstrainer'": allgemeines Training, auch mit Gesundheits- oder Leistungsziel, aber eben ohne die Spezifik einer Zielsportart.

"Athletiktrainer": allgemeines Training von motorischen Fähigkeiten als Grundlage für ein sportartspezifisches Training.

Ich denke, dass diese Vermischung von Lizenzen bzw. deren Verwechslungsgefahr in der Leichtathletik eigentlich nur im Laufbereich auftreten kann. Lauftraining als Ausdauertraining gehört nunmal in den Grundzügen durchaus auch in den Bereich des allgemeinen Fitnesstrainings und Breitensports.

Insbesondere im Bereich des Straßenlaufs sind die Grenzen zwischen Breiten- und Leistungssport ja auch fließend.

Dem ist sicherlich nicht zuträglich, dass es insgesamt im Breitensportbereich, insbesondere dem breitensportlichen Wettkampfsport im Erwachsenenalter, keine guten Lizenzangebote von Seiten des DOSB bzw. DLVs gibt.

Seit ein paar Jahren gibt es ja nun zwar dieses Zertifikatsprogramm zum "Lauf und Walking-Coach".
Ab Level-2 (also der dritten Stufe des Zertifikatsprogramms) kann man sich zwar für die Sport Pro Gesundheit Krankenkassenkurse akkreditieren lassen (wie auch beim ÜL-B) aber es ist dennoch keine zuschussfähige DOSB-Lizenz, sondern lediglich "an das Lizenzsystem des DOSB gekoppelt". 
Nichtsdestotrotz scheint das Interesse hieran sehr groß zu sein und die Kurse sind zumindest bei uns immer ausgebucht. Es scheinen mir auch durchaus sinnvolle Inhalte vermittelt zu werden. Aber ich finde diese Abkopplung von der klassischen Lizenz dennoch unglücklich.

Im Vergleich dazu ein Blick auf das britische Lizenzsystem: Dort kann der Einsteig entweder als "Coaching Assistant" oder über das Programm "Leadership in Running Fitness" erfolgen. Darauf aufbauend, hat man als Assistenztrainer die Wahl sich entweder im "track and field pathway" zum "athletics coach" zu vertiefen, oder wie das leadership in running fitness programm sich im "offtrack pathway" zum "coach in running fitness" weiterzubilden.
Spannenderweise werden die beiden Pfade dann auf der höchsten Qualifikationsebene wieder zur "Event Group: Endurance" zusammengeführt. Man erkennt also, dass Leistungssporttrainer im Lauf sich sowohl über die klassische Leichtathletik kommend fortbilden, hat aber zeitgleich auch eine Möglichkeit für die Straßen- und Crosslauftrainer sich hier über dem ambitionierten Breitensport dem Spitzensport anzunähern.

Das ist im aktuellen DOSB System so nicht möglich. Genau wie andersrum die Kurse der Lauf und Walking Coach Ausbildung nicht ohne Weiteres als Weiterbildung für C- oder B-Trainer offenstehen...

Welche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen also für den angehenden interessierten Straßenlauf- oder Ausdauertrainer? Im Leichtathletik-Verband muss er zunächst eine C-Lizenz für Grundlagentraining durchlaufen (und dafür auch vorbereitend Fortbildungen in der Kinderleichtathletik besuchen), bevor er die B-Lizenz "Lauf" erwerben darf, die ihn eigentlich interessiert. Diese ist allerdings in den meisten Verbänden auch an zahlreiche Auflagen gebunden, wie z.B. das Betreuen von leistungsorientierten Athleten, was ich einerseits nachvollziehen kann, da man eine homogene Lerngruppe möchte, aber andererseits ein gewisses Henne-Ei Problem erzeugt. Zusätzlich ist diese B-Lizenz dann ja auch auf den Jugendleistungssport ausgerichtet und nicht die Zielgruppe, die er möglicherweise eigentlich betreuen möchte. Ich möchte nicht behaupten, dass all dies nicht höchst sinnvoll und zuträglich sein kann, ganz im Gegenteil. Aber ich verstehe auch, wieso jemand, der das Selbstverständnis eines Lauf- oder Ausdauertrainers hat, sich für einen anderen Pfad entscheidet.

Es wäre aus meiner Sicht also ein verbandspolitisches Desiderat hier eine entsprechende Möglichkeit des Fort- und Weiterbildungsangebots innerhalb des Lizenzwesens zu schaffen, der diese Lücke füllt. Warum nicht einen Trainer-C /B Breitensport Lauf anbieten? Meinetwegen die C-Lizenz als Abschluss / Prüfungsmodul für den modularen Lauf-und-Walking-Coach, um die auf die für eine C-Lizenz geforderten LE zu kommen.

Das wäre aus meiner Sicht eben auch ein Schritt auf die Bedürfnisse der Straßenläufer zu und eine Möglichkeit, sie besser in den Verband zu binden.

Ich denke es ist einfach, sich über die Qualität dieser kommerziellen Kurse auszulassen. Aber ich sehe hier eben auch einen Mangel an sinnvollen und qualitativ hochwertigen Angeboten von Seiten des DLV.