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teilweise unteriridische Teilnehmerfelder NDM/SDM - Reichtathletik - 09.02.2026 Am Wochenende fanden die Norddeutschen und Südeutschen Hallenmeisterschaften statt. Abgesehen von einigen wenigen Glanzlichtern waren das sehr trostlose Veranstaltungen. In vielen Disziplinen waren weniger Athleten am Start als bei den Landesmeisterschaften, oft waren auch die Leistungen deutlich schlechter. Auf dem Papier sind es die zweithöchsten Meisterschaften aber in Realität muss man sich gerade fragen, ob sie überhaupt noch Sinn ergeben. Ich finde das sehr traurig, weil die Deutschen Meisterschaften ja leider extrem exklusiv sind und es somit für alle die es nicht in die Top20 schaffen schön wäre auch noch einen Höhepunkt zu haben. Der wäre dann aber vor allem dann einer, wenn sie dort auch gegen DM-Teilnehmer antreten könnten und nicht der Sieg mit Leistungen weggeht, die nicht einmal zur Qualifikation für Jugendmeisterschaften reicht. Welche Gründe gibt es für die Abwesenheit der Athleten? Ich mache mal den Anfang, vielleicht könnt ihr ergänzen: - In den Läufen besuchen alle, die es zur DM schaffen könnten lieber Meetings mit Tempomacher als Meisterschaftsrennen, die ihnen häufig im Kampf um die DM-Tickets nichts bringen - Gerade 2026 fanden parallel zu den Regionalmeisterschaften hochwertige Meetings statt (Karlsruhe, Dortmund, Leipzig...), die teilweise nicht nur für Stars Programm hatten sondern eben auch Tempomacher-Läufe auf B- C- D-Ebene - Zumindest im Norden war der Austragungsort mit Neubrandenburg für viele unattraktiv - Zumindest 2026 hat das Wetter dafür gesorgt, dass viele die keinen Zugriff auf eine LA-Halle haben sich nicht vorbereiten konnten und auf eine Hallensaison verzichten - Zumindest 2026 für den Lauf sind alle Straßenhighlights im Frühjahr, was einige anniniert, keine Hallensaison zu machen - Die Regionalmeisterschaften sind zum Teil sehr lieblos, in Neubrandenburg wurden die 800m z.B. von der Evolvente gestartet, was den Faktor "keine guten Zeiten laufbar" nochmal verstärkt Wie könnte man es ändern? - Schutztermin/keine Wettkämpfe parallel: Halte ich für schwierig, weil man damit die wenigen Möglichkeiten für hochklassige Hallenevents verknappt und sich das Ausland eh nicht dran halten muss - Wildcards für NDM/SDM-Medaillengewinner: Das halte ich für die beste Lösung: Die ersten Drei der Regionalmeisterschaften erhalten (ggf. nur bei im Saisonverlauf erreichter B-Norm) einen sicheren Platz bei den DM. So würden die Meisterschaften quasi zu "Halbfinals" und Ausschidungswettkämpfen, jedenfalls hätten die vorderen etwas für das es sich lohnt - Meisterschaften "offen" gestalten, sprich ausländische Starter etc. in den Feldern erlauben, die Grenzen zwischen Meeting/Meisterschaft verwischen - Startpflicht für DM-Teilnahme: Also statt mit Wildcards andersherum arbeiten: Wer DM meldet, muss bei den NDM/SDM teilgenommen haben, ggf. auch in einer anderen Disziplin -> so kämen auch mal die "Stars" nach unten - Was immer hilft: Geld in die Hand nehmen, Prämien zahlen. Allein: Woher soll das Geld kommen? RE: teilweise unteriridische Teilnehmerfelder NDM/SDM - Atanvarno - 09.02.2026 (09.02.2026, 09:11)Reichtathletik schrieb: Wie könnte man es ändern? Wildcards wären aus meiner Sicht eine gute Idee. Die Startpflicht führt nur wieder in endlose Diskussionen und Verwaltungsaufwand, wenn sich jemand zur Unzeit leicht verletzt, nicht an der (S/N/W)DM teilnehmen kann und dadurch die DM verpasst. RE: teilweise unteriridische Teilnehmerfelder NDM/SDM - Tom1966 - 09.02.2026 Moin, den Vorschlag einer wild card für die "Medaillengewinner" finde ich klasse, das wäre mal eine hohe Motivation, dort teilzunehmen für das große Feld derer, die sich an den Qualis abarbeiten und oft knapp scheitern. Nach meiner Erinnerung war es in der Vergangenheit auch schon mau - ich konnte 1990 mit 8:18 über 3000 m die Westdeutsche holen, das hätte mW nicht mal für die Quali zur Deutschen gereicht... RE: teilweise unteriridische Teilnehmerfelder NDM/SDM - muffman - 09.02.2026 - Meetings parallel zu SDM/NDM. - Normen in diversen Disziplinen nicht an das Leistungsniveau der potentiell teilnehmenden AuA angepasst. - 0 Anreiz teilzunehmen. Z.B. automatische Quali für DM für die Top3 oder SiegerIn, Sachpreise, Geld, Gutschein, etc. Urkunden sind fast überall quasi Fresszettel. Ich habe noch Urkunden von irgendwelchen Random Wettkämpfen aus den 90ern, die waren 10x hochwertiger und haben noch ausgesehen sich angefühlt wie eine Urkunde und nicht wie ein von einem 5 Jährigen zusammengeklicktes Comic Sans-Gemälde das noch schnell durch den räudigsten Farbdrucker gelassen wurde, der auf Kleinanzeigen kaufbar war. Liebloser geht es nicht. Wertschätzung einer Leistung sieht anders aus. Ich erinnere mich an Zeiten, da sind noch DLV-Kader-AthletInnen bei den Landesmeisterschaften und NDM/SDM angetreten. Da sind die Topleute auch noch regelmäßig noch bei "normalen" Wettkmäpfen gestartet. RE: teilweise unteriridische Teilnehmerfelder NDM/SDM - Diak - 09.02.2026 Zur Wahrheit gehört leider auch, dass es bei Trainer:innen und Athlet:innen an der Bereitschaft mangelt, Wege, Kosten und Stress auf sich zu nehmen. Wir haben in Neubrandenburg immer schlechtere Felder als in Hamburg oder Lübeck (Sommer) Wegen der wetterbedingten Verschiebung kam im Norden noch dazu, dass die Mehrkämpfer fehlten, weil die in Hamburg waren. Und: hier zeigt sich unser generelles Problem: die Felder sind ja auch bei Landesmeisterschaften außerhalb der Sprints oft unterirdisch. In der U20 im Mehrkampf traten Samstag noch 4 Mädels an, von denen eine ins Ziel kam (weil die anderen nächste Woche DM haben bzw. erkältet waren), die dann zwar den Lauf gewann, aber dennoch 4. des Gesamtwettkampfes wurde. Die Wildcard-Idee finde ich auch prima, allerdings tatsächlich mit der Einschränkung, dass eine B-Norm schon nötig wäre, in manchen Disziplinen würde es eben sonst nicht so sein, dass plötzlich alle dort auftreten und dann fährt jemand mit 12m Kugel nach Dortmund, das kann es nicht sein... RE: teilweise unteriridische Teilnehmerfelder NDM/SDM - Jakob94 - 09.02.2026 Ich glaube, man darf nicht übersehen, dass für viele die NDM/SDM der höchst mögliche Wettkampf ist - und ganz ehrlich: Für diese AthletInnen ist es fast egal, was da ganz vorne passiert oder eben nicht. Ich war selber in Frankfurt vor Ort und es war (wie eigentlich immer dort) eine super organisierte Veranstaltung, bei der individuell viele gute Leistungen erzielt wurden. Die Kritik mag teilweise berechtigt sein - aber auf der anderen Seite sollten wir als Teil des Ganzen auch nicht (wie so oft) alles zerreden, sondern uns freuen, dass es da eine Wettkampfmöglichkeit gibt, bei der wir uns auf die organisatorische Qualität des Events verlassen können! Bei vielen DM-Startern kann ich es auch gut verstehen. Ein Beispiel bei uns aus dem Verein: U20, 3000m. Vor zwei Wochen Landesmeisterschaften U20 Doppelstart 1500m + 3000m, letzte Woche Landesmeisterschaften Aktive 3000m - hätte jetzt theoretisch die 3000m SDM Aktive laufen können, aber trainingstechnisch ist es viel sinniger, nochmal zwei Wochen vor der DM U20 gut zu trainieren als bei einer SDM irgendwo weit hinten mitzulaufen. RE: teilweise unteriridische Teilnehmerfelder NDM/SDM - TranceNation 2k14 - 09.02.2026 Ich weiß nicht inwieweit es eine Rolle spielt, aber es gibt auch Disziplinen wo die Quali nicht zusammen passen, zB 800 m M: BaWü 2:00 (+ Quotenregel TOP24), SLV 1:55 (keine Quote); das ist doch recht happig. RE: teilweise unteriridische Teilnehmerfelder NDM/SDM - Citius - 09.02.2026 (09.02.2026, 09:34)Tom1966 schrieb: Moin, Die Westdeutschen Meisterschaften gibt es meines Wissen gar nicht mehr. Das in einem Bereich, wo mit Leverkusen, Köln, Wattenscheid, Dortmund, Düsseldorf und Trier Großvereine angesiedelt sind. RE: teilweise unteriridische Teilnehmerfelder NDM/SDM - Reichtathletik - 09.02.2026 Ich hatte bisher nie den Eindruck, dass die Richtwerte für Norddeutsche Meisterschaften zu hoch angesiedelt sind. Grundsätzlich ist es ja schon so, dass theoretisch zahlreiche Normerfüller exitieren – sie treten nur nicht an. Auch gehe ich nicht völlig damit mit, dass es für diejenigen, für die ine NDM/SDM das höchste ist, es egal ist, ob die nationale Spitze auch da ist. Zum einen macht es ja wenig Spaß über 3.000 Meter mit zwei Frauen zu laufen. Zum anderen ist die Wertigkeit eines Meistertitels, der immer unter der Klammer "aber die besten 20 waren nicht da" steht leider auch immer sehr hinfällig. Ich meine, was sagt es aus, wenn die Norddeutschen Meister zu "schlecht" sind, um bei Deutschen anzutreten. Das lässt sich ja auch wirklich nicht mehr vermarkten (abgesehen davon dass es außerhalb unserer Bubble keiner versteht). Nicht zuletzt ist es für einige auch einfach mal eine riesen Motivation neben WM-Teilnehmern am Start zu sein. Stärkere Felder ermöglichen zum Teil auch bessere Leistungen. Man könnte das Extrem, das ich letztes Jahr erlebt habe, dagegen halten: "Ich werde bewusst nichts fürs Tempo machen, damit das Rennen nicht nachher schnell genug wird, um meinen DM-Startplatz zu gefährden". Sowas spräche für eine Teilnahmepflicht, aber die halte ich aus vielen Gründen für nicht sinnvoll, insbesondere weil sich die Besten ja auch international messen müssen/sollen. Vielleicht würde es aber schonmal helfen, eine grundsätzliche Erwartungshaltung bei den Vereinen und Trainern zu etablieren: Wir wollen, dass diese Meisterschaften besucht werden. Das kann man ja schonmal damit fördern, dass DLV-Vertreter und Bundestrainer vor Ort sind und so die Meisterschaft würdigen (und auch mal die Gelegenheit hätten mit B-Norm-Erfüllern zu reden um deren Lebensrealitäten kennen zu lernen statt nur aus der Ferne per Mail über sie zu urteilen). Vielleicht wäre auch eine Zwischenlösung möglich. Statt A- und B-Normen gibt es direkte Quali für die sagen wir 10 besten der Bestenliste bis 3 Wochen vorher. Die Plätze 11 bis Unendlich ermitteln die weiteren 20 Plätze bei NDM/SDM. Also grob gesagt: Die B-Norm-Erfüller haben die "Startpflicht" weil die "Erste Runde" der DM bei NDM/SDM stattfindet. RE: teilweise unteriridische Teilnehmerfelder NDM/SDM - Jakob94 - 09.02.2026 Eine Pflicht (für wen auch immer) ist der falsche Weg! Das sind fast alles Menschen, die einen Job außerhalb des Sports, Freunde, Familie… haben und eben nicht alles auf den Sport ausrichten (können). Die Wertigkeit eines Titels bestimmen wir doch darin, wie wir darüber kommunizieren. Und klar - wenn wir sagen „Ach toll, du bist Süddeutscher Meister - aber es war ja auch niemand am Start“ reden wir das klein. Wenn wir sagen würden „Hey cool - Süddeutscher Meister, das ist ein toller Erfolg“, ist die Wertigkeit doch direkt eine ganz andere. Natürlich können wir alles klein und schlecht reden, bringt uns aber nicht weiter! Ich glaube das kann mehr Motivation sein, als von einem WM-Teilnehmer, der da laufen muss und da nen besseres Training draus macht, deklassiert zu werden. |