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Athleten und Stagnation - Delta - 06.05.2024 Bin gerade über eine Auswertung gestolpert U23 EM 2021 Mona Meyer mit 52.25, dass ist Ihr Rekord bis heute. Was aber schlimmer ist, keine Zeit mehr in 3 Jahren unter 53 Sekunden. Die Werte steigen an von vereinzelten tiefen 53 Zeiten auf regelmässige 53.3-53.8. Julia Niederberger bei der gleichen EM 54.95 und Ende 2023 51.87. Dass ist ja wohl nicht ganz normal. Da hat jemand Freude am Sport und hängt sich rein, geht pro Woche geschätzt 3-6x ins Training. Im Sprint 2021 EM Lily Kaden Rang 1 mit 11.36 und 11.28 im Halbfinale seither nicht eine minimale Verbesserung. Van der Weken 11.73 heute Ende 2023. 11.02 Van der Weken hat einen ehemaligen Zehnkämpfer als Trainer. Das Luxenbourg oder die Schweiz über bessere Traingsstädten oder Personal verfügen mag ich kaum glauben. Möglicherweise ist man schlicht realistischer. Verzögerung bei persönlicher Enwicklung gibt es immer mal. Aber so eher nicht. RE: Athleten und Stagnation - markus-jonda@gmx.de - 06.05.2024 Gut beobachtet. Ich glaube , es liegt nicht an den Athletinnen und Athleten. Es sind die Trainingskonzepte und es sind zum Teil auch die Trainer. In vielen Disziplinen wird weltweit wohl anders und erfolgreicher trainiert als in Deutschland. Ohne das ich Internas kenne und auh hinsichtlich der Details nicht bescheid weiß, aber shon der gesunde Menschenverstand muss einem sagen dass hier einiges im Argen ist, wenn z.B. so wenige erfolgreiche Talente im Jugendbereich es nicht schaffen auch im Erwachsenenalter erfolgreich zu sein. RE: Athleten und Stagnation - aj_runner - 06.05.2024 Dass in der deutschen Leichtathletik einiges nicht gut läuft, bestreitet wahrscheinlich keiner. Aber willkürlich 4 Leistungen rauszugreifen, die mit einander zu vergleichen und daraus Schlüsse zu ziehen ist ungefähr so, als ob es Nachts kälter ist als draußen. RE: Athleten und Stagnation - Dackfield - 06.05.2024 Kaul PB aus Doha 5 Jahre alt... RE: Athleten und Stagnation - Delta - 07.05.2024 (06.05.2024, 20:06)aj_runner schrieb: Dass in der deutschen Leichtathletik einiges nicht gut läuft, bestreitet wahrscheinlich keiner. Aber willkürlich 4 Leistungen rauszugreifen, die mit einander zu vergleichen und daraus Schlüsse zu ziehen ist ungefähr so, als ob es Nachts kälter ist als draußen.Die Frage ist warum gibt es bei Kaden oder Mona Mayer Null Fortschritt? Diese Frage ist mehr als berechtigt 3 Jahre nach dem EM Wettkampf. Ich würde da über die letzten 10 Jahre noch viel mehr finden. Im Vergleich von Mana Meyer mit Giulia Senn und Kollegin Wernli bin ich über die beiden U23 EM 2021 und 2023 über diese extremen Unterschiede gestolpert. Wenn jemand normal trainiert unter Anleitung eines "Spezialisten" auf diesem Niveau muss es Gründe geben für die Stagnation. Eine Verbesserung von Null% im Spitzensport ist natürlich ein Rückschritt. Van der Weken kommt von mässigen 11.7 auf 11.02 in drei Jahren. RE: Athleten und Stagnation - athleticsfirst - 07.05.2024 Da ist natürlich auch immer die Frage, wie die Leistungen in jungen Jahren zustandegekommen sind. Wenn Trainingsumfang und intensität sehr früh im Leistungsbereich ist, kann es natürlich auch vorkommen, dass der persönliche Leistungszenit auch früh erreicht wird. Nicht jeder kann sich mit zunehmendem Alter weiterentwickeln. Und wenn dann eine Entwicklung kommt kann das auch mal ein paar Jahre dauern. RE: Athleten und Stagnation - Reichtathletik - 07.05.2024 Stagnation, Dropout oder Leistungsrückgang können verschiedene Gründe haben und in aller Regel sind in der Vielzahl der Athleten auch unterschiedliche Gründe anzutreffen, weshalb es auch nicht den einen Hebel gibt, um die deutsche LA "zu retten". Mir wird zu oft dabei nur auf die Zeit geschaut, in der keine Verbesserung mehr eintritt. Natürlich sind auch hier die Trainer und die Umfeldbedingungen (gerade letztere sind oft problematisch, ich kenne viele Athleten die ab der U23 sagen "bor, früher hatte ich mehr Zeit für Training und Regeneration neben der Schule") zu prüfen. Aber: Wer sagt, die Trainer bei den Erwachsenen etc. machen dies und jenes falsch oder bekommen es nicht hin, greift zu kurz. Manchmal schwillt da sogar eine unterschwellige Elitenfeindlichkeit durch ("die in den bezahlten Trainerjobs sind da viel zu akademisch, wir hier unten machen einfach"). Dann wird noch gesagt: "Bei mir hat die sich in der U16 immer verbessert ganz ohne den ganzen Schnickschnak". Wahr ist aber leider auch: Viel zu oft wird in der Zeit, in der (noch) große Leistungssteigerungen eintreten sehr viel falsch gemacht. Das wird durch die Verbesserung und z.T. Spitzenleistungen kaschiert und man geht sogar davon aus, es werde viel oder alles richtig gemacht. Tatsächlich fehlen aber dann oft die Grundlagen, um später noch besser zu werden. Der U-Bereich dient nämlich nicht nur dazu, in dieser Zeit besser zu werden, sondern auch, Dinge vorzubereiten, um später besser zu werden. So ist man oft in der U-Zeit noch nicht so verletzungsanfällig. Damit das so bleibt(!) müssen aber entsprechende Weichen gestellt werden. Im Sprint kann man hier noch viel technisch machen, um später Kraft aufzusatteln. Andersherum gibt es auch erst einmal Verbesserung, aber später nicht mehr - und der Fehler wurde dann gemacht, bevor er auffällt. Ähnlich beim Lauf, wo Grundlagen für spätere Trainingseinheiten gelegt werden müssen. Erst vor Kurzem hatten wir hier im Forum eine Diskussion, weil ein Vertreter nicht "unnötige" Disziplinen in den Grundzügen trainieren wollte. Fazit: In den konkreten Fällen kann ich nichts sagen. Ich würde aber sehr dafür werben, in solchen Fällen auch immer genau darauf zu schauen, was wurde in den Jahren VOR der Stagnation gemacht (oder auch nicht gemacht). Zumindest in der zweiten Reihe der Athleten sind oft hier die Ursachen zu finden. |