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World Athletics Council: Ab 1500m nur noch Q statt q - Druckversion

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World Athletics Council: Ab 1500m nur noch Q statt q - Atanvarno - 22.05.2023

World Athletics Council competition decisions announced

Beginnend in Budapest wird es auf den Strecken von 1500 - 5000m keine q mehr geben, Qualifikation für die nächste Runde ausschließlich über den Platz, nicht über die Zeit.


RE: Netzfundstücke - Jo498 - 22.05.2023

(22.05.2023, 16:54)Atanvarno schrieb: World Athletics Council competition decisions announced

Beginnend in Budapest wird es auf den Strecken von 1500 - 5000m keine q mehr geben, Qualifikation für die nächste Runde ausschließlich über den Platz, nicht über die Zeit.

M.E. keine gute Idee. Führt zu Bummelrennen und Stürzen.


RE: Netzfundstücke - Befürworter - 22.05.2023

Allerdings kann man auch das WA-Argument nicht von der Hand weisen, dass es unfair ist, wenn man in einem späteren Lauf genau weiß, welche Zeit fürs Weiterkommen reicht. "Widespread feedback on the disadvantage" deutet darauf hin, dass hier auf Hinweise aus Athleten-/Trainerkreisen reagiert worden sein könnte. Da es keine optimale Lösung gibt, ist die Qualifikation rein über die Platzierung schon okay, auch wenn ich wenig Lust auf Bummelrennen habe.


RE: Netzfundstücke - Atanvarno - 22.05.2023

Gerade bei den Männern hat die bisherige Regelung auch nicht für besonders viele schnelle Halbfinals und Vorläufe gesorgt (bei den Frauen hat sich schon eher mal eine getraut). Es hindert einen ja auch jetzt niemand daran das Rennen schnell zu machen, wenn man das für die persönlich Erfolg bringende Taktik hält.


RE: Netzfundstücke - Reichtathletik - 22.05.2023

Müssen einige ganz neu trainieren, viele können ja nur hinter Pacemakern herennen und auf Zeit laufen


RE: Netzfundstücke - Jo498 - 22.05.2023

Dass man einen leichten Vorteil in einem späteren Lauf hat, stimmt. Ist m.E. über 1500m aber meistens irrelevant; die sind tendenziell eh zu dicht und eng, als dass man da gut "zocken" könnte.
Ich habe mal kurz die Tokio 2021 Vorläufe durchgesehen. Über 3000m Hindernis ist der erste Lauf beide Male der schnellste; über 1500m sehe ich kein klares Muster.
Über 5000m waren bei den Frauen alle q aus dem ersten Vorlauf...
Ich bin mal gespannt. Zwar glaube ich nicht, dass es bei WM so wird, aber bei der Team EM fand ich manche taktischen Rennen grenzwertig lahm.


RE: Netzfundstücke - Jonny - 22.05.2023

(22.05.2023, 16:54)Atanvarno schrieb: World Athletics Council competition decisions announced

Beginnend in Budapest wird es auf den Strecken von 1500 - 5000m keine q mehr geben, Qualifikation für die nächste Runde ausschließlich über den Platz, nicht über die Zeit.

Und die Staffel Aufstellungen müssen erst zur Call Room Zeit bekannt gegeben werden, damit mehr Spannung entsteht und es keine Wechsel mehr geben kann  Huh
Und die Vorläufe werden künftig nicht nur noch nach den Staffelzeiten gesetzt, sondern auch nach den Einzelzeiten der Sportler. Noch komplizierter gehts auch eig nicht mehr  Blush


RE: Netzfundstücke - Atanvarno - 24.05.2023

(22.05.2023, 20:35)Jo498 schrieb: Ich habe mal kurz die Tokio 2021 Vorläufe durchgesehen. Über 3000m Hindernis ist der erste Lauf beide Male der schnellste; über 1500m sehe ich kein klares Muster.

Artikel auf letsrun mit Statistik ab 2011.

World Athletics Scraps Time Qualifiers in Distance Races at Worlds/Olympics


RE: Netzfundstücke - Jo498 - 24.05.2023

M.E. zieht Gault zu weitreichende Schlüsse. Man müsste hier noch deutlich mehr Arbeit reinstecken, etwa ein Ranking vorab, um zu sehen, wie viele Athleten, von denen man ein Weiterkommen erwartet hätte, nicht weitergekommen sind.
Zum Teil werden die Unterschiede auch die Zusammensetzung der Läufe spiegeln.
Eine Idee hinter dem Weiterkommen über die Zeit war ja, dass so die Ungleichheit unterschiedlich stark besetzter Läufe etwas ausgeglichen wird (daher hält man bei den Sprints, wo man kaum taktieren kann, daran fest).

Es ist  ganz logisch, dass es bei der bisherigen Regel diesen Effekt geben sollte. Die Athleten wären ja blöd, wenn sie nicht häufig versuchen würden, den letzten Vorlauf entsprechend schnell zu machen, während es im ersten VL nicht die naheliegendste Taktik ist (dafür aber relativ häufig vorkommt). Ebenso sieht man in der Aufstellung, dass im 2. Vorlauf von dreien oft "gezockt" wird und es daher am wenigstens Qualifikanten über die Zeit gibt (da man nicht genau weiß, welche Zeit nötig sein wird, ist die Motivation gering, das Tempo zu forcieren).

Warum gibt es den Effekt nicht im Hindernis? Vermutlich weil dort die Leistungsdichte, besonders bei den Frauen, geringer ist und Vorauslaufen eine verbreitetere Taktik wegen freier Sicht aufs Hindernis und geringerer Sturzgefahr.

Unterm Strich glaube ich, dass sich gar nicht so viel ändern wird (am meisten vermutlich über 5000m; da werden die Vorläufe langsamer werden). Medaillenfavoriten sollten immer noch sehr geringe Chancen haben zu scheitern (da die meistens auch stark genug wären, einen VL schnell zu machen, wenn sie es für aussichtsreicher halten).
Knappe Fälle fürs Weiterkommen/Finaleinzug (wie viele deutsche Athleten) dürften evtl. eher von etwas langsameren taktischeren Rennen profitieren. Bspw. Klein oder Bebendorf.
Die "Verlierer" sind schwächere Athleten, die entweder kaum eine Chance aufs Weiterkommen hatten, aber in einem schnellen Vor/Zwischenlauf auf eine PB hätten hoffen können. Das ist aber natürlich eh nicht der Hauptsinn von internat. Meisterschaften.

Das Argument, dass es für die Zuschauer leichter nachvollziehbar wäre, halte ich für wenig plausibel. Seit einiger Zeit (und das wird bei den Sprints sicher so bleiben) zelebriert man die Entscheidung über die kleinen qs ja sogar mittels "hot seat".


RE: Netzfundstücke - longbottom - 24.05.2023

(24.05.2023, 10:35)Jo498 schrieb:  
Eine Idee hinter dem Weiterkommen über die Zeit war ja, dass so die Ungleichheit unterschiedlich stark besetzter Läufe etwas ausgeglichen wird (daher hält man bei den Sprints, wo man kaum taktieren kann, daran fest). 

Da sollen ja Hoffnungsläufe eingeführt werden. Die Zeitregel fällt da also wohl auch weg, wenn auch vielleicht erst ab Paris und nicht schon in Budapest.