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ARD-Doku: Red-S die schleichende Gefahr - Küstenkrebs - 07.11.2021 Sportschau - von Hajo Seppelt "RED-S - die schleichende Gefahr" https://www.sportschau.de/mehr-sport/relative-energie-defizit-syndrom-gefaherlicher-energiemangel-im-sport-100.html Als Bsp Deborah Schöneborn, die über ihre Probleme berichtet "Die Teilnehmerin am Marathon-Lauf in Tokio versucht seit Jahren, ihren Zyklus zu regulieren. Dieser fiel 2017 aus..." Simon Hoyden: “Bestimmt die krassesten waren die letzten Jahre in meiner Leichtathletik-Laufbahn, als ich gehört habe, dass ein Trainer - heute in Position Bundestrainer - zu jüngeren Frauen gesagt hat: Ihr müsst abnehmen, um schneller zu werden. ...” RE: Netzfundstücke - sub4 - 08.11.2021 Verstehe ich das richtig?! RED-S führt zur Unfruchtbarkeit bzw. Kinderlosigkeit? Und die Dunkelziffer soll bei 60% liegen? Da würde ich meine Kinder aber nicht mehr zur Leichtathletik schicken
RE: Netzfundstücke - lor-olli - 08.11.2021 RED-S ist kein leichtathletikspezifisches Problem! Immer wenn Erfolg und Gewicht (abnehmen) eine Symbiose eingehen sollen (weniger Gewicht bringt den Erfolg… ) kann es zu Problemen kommen. (Ausdauersportarten, Hochsprung aber auch Gewichtsklassen im Kampf- und Kraftsport) Aber auch ohne Sport sollte man die Anorexie nicht unterschätzen, mittlerweile betrifft sie schon einen gar nicht so kleinen Anteil bei den Mädchen, doch auch bei Jungen ist dieses Bild nicht mehr unbekannt. Hungern müssen ist schon dramatisch genug (in vielen Gegenden der Welt hungern die Menschen aber nicht freiwillig), aber Hungern in einer Überflussgesellschaft führt fast zwangsläufig auch zu psychischen Problemen - der Hormonhaushalt wird in der Breite gestört und über längere Zeit aus dem Tritt gekommen kann das lang- und längstfristige Auswirkungen haben. (z.B. Einsetzen der Menopause schon in den mittleren 30er Jahre, frühe Osteoporose, Suizidgedanken / schwere Depressionen, Dauererschöpfungszustände…) Im Grunde genommen wie Doping: kurzfristige Erfolge können langfristige Spätfolgen haben. Im Sport deswegen so gefährlich, weil die Erfolge die Probleme lange überdecken können, Erfolg kann zur Sucht werden, erste Nebenwirkungen werden gern ignoriert. Ich kenne eine junge Frau, deren Eltern seit ca. 15 Jahren immer wieder, oder immer noch um ihr Leben kämpfen… Sie selbst erkennt das Problem mittlerweile, trotzdem gelingt es ihr nicht wirklich dagegen anzukämpfen, auch weil mittlerweile die körperlichen Schäden gravierend sind! RE: Netzfundstücke - Küstenkrebs - 09.11.2021 Der Vergleich mit Doping scheint mir bemüht und das abgesehen davon das nur eines der beiden verboten ist. Kann man in heutiger Zeit mit eingeschränkten Doping-Möglichkeiten nicht in der Regel eine Karriere durch dopen? Die Spätfolgen zeigen sich eher später danach. Zu RED-S kenne ich keine Zahlen und nur Einzelfälle, bei denen sich die schädlichen Nebenwirkungen schon früh in der Karriere zeigen und diese schlussendlich sehr kurz ausfällt. Es ist natürlich auch eine große Bandbreite, je nach der Schwere des Falles. Für das deutsche Sportsystem reicht aber eventuell die Zeit der positiven Wirkung bis die Athletin wieder aus dem PK fällt. So kann man genügend junges Potential präsentieren. Auch in diesem Zusammenhang finde ich es problematisch, dass man in D bereits den frühen Erfolg sucht. (08.11.2021, 17:05)lor-olli schrieb: Im Grunde genommen wie Doping: kurzfristige Erfolge können langfristige Spätfolgen haben. Im Sport deswegen so gefährlich, weil die Erfolge die Probleme lange überdecken können, Erfolg kann zur Sucht werden, erste Nebenwirkungen werden gern ignoriert. Ich kenne eine junge Frau, deren Eltern seit ca. 15 Jahren immer wieder, oder immer noch um ihr Leben kämpfen… Sie selbst erkennt das Problem mittlerweile, trotzdem gelingt es ihr nicht wirklich dagegen anzukämpfen, auch weil mittlerweile die körperlichen Schäden gravierend sind! RE: Netzfundstücke - Atanvarno - 09.11.2021 Der DLV rückt das Thema in jetzt auch etwas mehr in den Blickpunkt DLV-Fortbildungen über die Themen Red-S-Syndrom und Triade der Leistungssportlerin RE: Netzfundstücke - lor-olli - 09.11.2021 @Küstenkrebs: Wenn ich statt "Im Grunde genommen wie Doping" geschrieben hätte: " Die Wirkung von RED-S ähnelt der von Doping, die (Krankheits-) Folgen kommen erst nach den (sportlichen) Erfolgen", könntest Du damit leben? Inhaltlich gleicher Sachverhalt, in der sprachlichen Ausprägung nicht so aggressiv… (Die Folgen des Dopings hat man auch lange totgeschwiegen!) Tatsache ist - und der DLV hat es begriffen -, dass dies schon eine Weile kein zu vernachlässigendes Nebenthema mehr. RE: Netzfundstücke - OldSchoolRunner - 09.11.2021 Ich fand Deine ursprüngliche Version auch schon völlig ok. Ich frage mich aber schon, wie man das Problem mit RED-S beherrschen will. Deborah Schöneborn hat sich offensichtlich dankenswerterweise mit der Veröffentlichung ihres Namens bereit erklärt (so bleibt das nicht ein "anonymes" Problem). Aber wie geschrieben wird es ein umfassendes Problem sein, weil man nun mal Erfolg haben möchte und es häufig mehr oder weniger lang gut geht. Andererseits könnte man argumentieren, dass extremer Leistungssport generell nicht besonders gesund ist und andere Sportler später eben kaputte Knie/Füße/Schultern etc. haben können. Aus meiner Sicht muss man aber versuchen, beides zu verhindern bzw. zu minimieren. RE: ARD-Doku: Red-S die schleichende Gefahr - dominikk85 - 12.11.2021 Man sollte das ml wirklich genau untersuchen wie oft das in der weltspitze wirklich zum Problem wird.einzelfälle sind natürlich tragisch, bedeuten aber nicht das das wirklich ein generelles Problem ist. wenn es wirklich ein generelles Problem sein sollte müsste man über eine BMI untergrenze wie beim skispringen nachdenken, auch wenn das einige die von Natur aus dünn sind benachteiligen würde. Das ist auch im skispringen passiert, der Tournee Sieger sigurd Petterson hat es damals nicht geschafft sinnvoll Gewicht zuzulegen und hat dann seine Karriere recht jung beendet, aber das hat der skisprung Verband in Kauf genommen. es gibt dann natürlich Leute die sagen das reguliert sich selber, weil man mit extremem untergewicht keine Leistung bringen kann, das Problem ist aber das der kipppunkt individuell unterschiedlich ist und man beim rantasten schnell über die Klippe fallen kann, sprich wenn der Einbruch wie bei Cain kommt ist es zu spät RE: ARD-Doku: Red-S die schleichende Gefahr - Atanvarno - 12.11.2021 (12.11.2021, 11:21)dominikk85 schrieb: wenn es wirklich ein generelles Problem sein sollte müsste man über eine BMI untergrenze wie beim skispringen nachdenken, Kontroverses Thema, s. Mindest-BMI in der Leichtathletik? |