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Verbesserung der Trainerstrukturen bis in den letzten Winkel - Druckversion

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Verbesserung der Trainerstrukturen bis in den letzten Winkel - Gertrud - 14.12.2019

Was ich für enorm wichtig für den Fortbestand und vor allem für die Verbesserung in der Peripherie in der Leichtathletik halte, dass die Strukturen der Verbände durch die enorm gute Besetzung von Stellen mit wirklichem Leichtathletik-Leben erfüllt sein und nicht mit „Sesselpupsern“ und Personen besetzt sein sollten, die nicht aktiv ins Geschehen eingreifen. Das heißt, dass der DLV nicht alles leisten kann. Natürlich sollte eine Abstimmung mit den Landesverbänden erfolgen, aber auch eben Eigenständigkeit, Eigenverantwortung forciert werden. Sicherlich sollten Strukturen von den Landesverbänden ausgehen, die bis in den letzten Winkel greifen; aber es sollten vor allem bei den Landesverbänden vornehmlich „Leitende Landestrainer" die Geschicke auch geschickt und umsichtig prägen und die Vereine sehr genau unter die Lupe nehmen, kennen und optimieren.

Das heißt im Klartext, dass der hautnahe Kontakt immer wieder bestehen - und auch, wenn nicht vorhanden, - aufgebaut werden sollte. Die Mitarbeit potenter Trainer sollte von dieser leitenden Schlüsselposition ausgehen und vorher vielleicht nicht besetzte Trainerposten hervorragend besetzt, „reanimiert"  oder auch ausgetauscht werden. Eine sehr gute Lehre sollte gerade von hier aus ins Leben gerufen und permanent überprüft werden.

Die Talentsichtung muss hier präzise abgerufen werden. Es darf uns kein Talent abhandenkommen, weil es nicht gut erfasst oder fehlgeleitet wird. Die Zusammenarbeit mit den unterstützungsbedürftigen Trainern vor allem muss ein echtes Anliegen sein. Ich beobachte gerade in meinen starken Disziplinen eine Fehlleitung erster Güte von potenten Talenten. Solche Dinge müssen an den Schlüsselstellen bemerkt werden. Die Verletztenstatistik ist zu reduzieren  und gegen Cero durch Gespräche mit den Trainern oder einfach auch hochqualifizierte Fortbildungen zu veranlassen. Dieser Bereich muss ein echtes Anliegen in der Lehre in Theorie und Praxis sein. Sehr gut arbeitende Trainer in der Peripherie würde ich auch autark arbeiten lasse und nicht mit Terminen zupflastern, aber eben auch das Gespräch suchen und lobende Worte für die gute Arbeit finden.

Ich bin mir absolut sicher, dass der Landesverband Nordrhein jetzt eine hervorragende Besetzung in der leitenden Position mit einem Trainer vollzogen hat, der seinen Posten sehr intensiv und verantwortlich betreibt und in der Lage ist, die Strukturen hinsichtlich Leistung bis in die letzten Winkel in Theorie und Praxis in einer angenehmen Weise verändern wird und permanent umtriebig ist, was letzten Endes die Statistik im DLV positiv unterstützt. Mitarbeit mit den Institutionen oben muss Spaß machen. Wir Trainer in der Peripherie müssen nicht das Gefühl haben, dass nur Hauptamtliche wichtig sind.

Wenn man genau beim DLV hinschaut, sind gerade die letzten großen Erfolge in Doha von autarken Trainern in der Peripherie oder von externen Personen ausgegangen. Muss diese Logistik nicht langsam auch oben massiv ankommen??? Muss man das nicht hinterfragen und gerade diese Unabhängigkeit antreiben, um Kreativität im Trainergeschäft als einen Anker festzuzurren und die Strukturen, die von teilweise vorgegeben werden, einem Umdenken zu unterwerfen???

Könnte ein BT Mehrkampf von mir "Folgsamkeit" erwarten, wenn ich sein System als löcherig und unangemessen empfinde - never!!! Ich lehne BT mit einer schwachen Verletzungsbilanz als vollkommen ungeeignet ab, mag ihre Leistungsstatistik temporär noch so gut sein. Augenwischerei ist nicht mein Ding, sondern nur Fakten!!!

Ich untermauere mein Wissen permanent mit sehr spezieller Literatur und enormem Querdenken. Ich bin immer bass erstaunt, wenn ich bei Literaturhinweisen die Angaben lese. Natürlich kostet das alles einen Haufen Geld. Ich habe mir heute ein Buch vorgenommen (Preis 119 €), das sehr dezidierte Inhalte parat hält, die sogar in meine jetzige Lage eingreifen und für ein enormes Hintergrundwissen im Speziellen sorgen. Wenn man Trainern solche Inhalte näherbringt, kommt auch am Ende der Kette etwas an. Ich hatte für mich bis heute den Anspruch, dieses Hintergrundwissen haben zu wollen. Es kann durchaus möglich sein, dass ich mal nach überstandener Krankheit aktiv ins Trainergeschäft auch an Weitergabe im etwas größeren Stil denke und mal hier und da eine Fortbildung anbiete, die Substanz hat, um ein Umdenken zu veranlassen, die Leichtathletik etwas anders als bisher üblich, anzugehen. Es ist durchaus möglich, dass ich auf privater Ebene in meinem Haus mal ein Kolloquium mache, weil ich einfach hier mein geballtes Wissen unterlegen kann.

Gertrud


RE: Verbesserung der Trainerstrukturen bis in den letzten Winkel - Gertrud - 14.12.2019

Man muss Trainer finden, die nicht wie eine "Eisenbahnschiene" reagieren, sondern unter Änderung ihres Paradigmas bereit sind, ihr Gehirn einer starken Plastizität zuzuführen. Das ist vollkommen altersunabhängig. Ich nehme mir täglich vor, Änderungen vorzunehmen und setze das auch in Tat um und fühle mich antriebsstark dadurch trotz der momentanen Belastung, die ich als solche daher nicht stark wahrnehme. "Quirlig bis zur Urne!"  Thumb_up ‌

Gertrud


RE: Verbesserung der Trainerstrukturen bis in den letzten Winkel - dominikk85 - 14.12.2019

Es gibt natürlich in der Peripherie sehr innovative Trainer die man ihr Ding machen lassen sollte. Einem salazar - unabhängig vom doping sagt die ustaf auch nicht was er zu tun hat), aber es gibt in der Peripherie auch genug Trainer die sich nie fortbilden und und einfach das trainieren lassen was sie vor 30 Jahren als Athleten selber trainiert haben.

Das ist schon ein großer Spagat für den dlv, man muss die unicorns ihr Ding machen lassen, aber die Schwächen oder zeitlich eingeschränkten Trainer unterstützen.

Natürlich sollten diese Schwachen Trainer keine top Talente bekommen, aber auf dem Kinder und jugendniveau kann man halt froh sein überhaupt einen "betreuer" für die kids zu haben der willens ist seine Freizeit zu opfern und das ist halt auch Realität.

Klar wenn wir 120 40 jährige Gertrud Schäfers Klonen könnten die willens und fähig sind ihre Freizeit völlig auf das Thema zu fokussieren wäre das vielleicht besser, aber das ist wohl eher nicht realistisch und die meisten Trainer arbeiten halt 40+ Stunden und eine Familie die meckert warum man so lange weg ist...


RE: Verbesserung der Trainerstrukturen bis in den letzten Winkel - Gertrud - 14.12.2019

(14.12.2019, 16:33)dominikk85 schrieb: Es gibt natürlich in der Peripherie sehr innovative Trainer die man ihr Ding machen lassen sollte. Einem salazar - unabhängig vom doping sagt die ustaf auch nicht was er zu tun hat), aber es gibt in der Peripherie auch genug Trainer die sich nie fortbilden und und einfach das trainieren lassen was sie vor 30 Jahren als Athleten selber trainiert haben.

Das ist schon ein großer Spagat für den dlv, man muss die unicorns ihr Ding machen lassen, aber die Schwächen oder zeitlich eingeschränkten Trainer unterstützen.

Natürlich sollten diese Schwachen Trainer keine top Talente bekommen, aber auf dem Kinder und jugendniveau kann man halt froh sein überhaupt einen "betreuer" für die kids zu haben der willens ist seine Freizeit zu opfern und das ist halt auch Realität.

Klar wenn wir 120 40 jährige Gertrud Schäfers Klonen könnten die willens und fähig sind ihre Freizeit völlig auf das Thema zu fokussieren wäre das vielleicht besser, aber das ist wohl eher nicht realistisch und die meisten Trainer arbeiten halt 40+ Stunden und eine Familie die meckert warum man so lange weg ist...

Ich habe von vorneherein alles ausgeschaltet, was mich an meiner Passion stören konnte. Ich wollte unbeschwert jederzeit diese Leidenschaft ausleben. Ich lebe auch heute noch so, dass ich in jedem Moment eigentlich das tun kann, was ich mir vorstelle. Das hat große Vorteile, aber auch natürlich Nachteile. Was will man? Wie ist man selbst glücklich? Ich wollte nie solche emotionalen "Zwickmühlen", ich wollte die Leichtathletik pur. Für mich gab es im Grunde keine Opfer, die ich bringen musste, sondern sehr gut besetzte Freizeiten. Das ist einfach eine andere Betrachtungsweise. 

Daher komme ich heute mit meiner Entscheidungsfreudigkeit im Krankheitsfall auch besser als viele andere in der Position zurecht. Ich nehme Sachen so an, wie sie nun mal sind und treffe Entscheidungen und bleibe nicht im "Niemandsland" der Emotionen. Ich habe mich positioniert - fertig!

Gertrud


RE: Verbesserung der Trainerstrukturen bis in den letzten Winkel - dominikk85 - 14.12.2019

Ich sage auch nicht das das schlecht ist. Sie haben immer das gelebt was ihnen am meisten bedeutet und tun das immer noch. Im Endeffekt zählt ja im Leben vor allem das man genügend Geld zum gut leben hat und möglichst viele Stunden das tut was man gerne tut und beides ist ihnen gelungen.

diese Radikalität ist schon bewundernswert, viele trauen sich das nicht. Allerdings muss man halt auch sehen das die meisten Trainer das nicht können oder wollen. Und diesen Trainern muss man eben in komprimierter Form helfen. Das Ergebnis wird dann dennoch nicht wie bei hart, salazar, Mills oder Schäfer sein, aber es muss dem DLV halt darum  gehen bei dem Rest 80% der Qualität mit 20% des Aufwandes zu produzieren, die letzten 20% sind dann aber natürlich am schwersten zu erreichen (genau wie die letzten Zehntel über 100m), aber man muss halt wenigstens sicherstellen das es beim Rest auf deutsch gesagt nicht "Scheiße" ist.


RE: Verbesserung der Trainerstrukturen bis in den letzten Winkel - Gertrud - 14.12.2019

(14.12.2019, 19:22)dominikk85 schrieb: Ich sage auch nicht das das schlecht ist. Sie haben immer das gelebt was ihnen am meisten bedeutet und tun das immer noch. Im Endeffekt zählt ja im Leben vor allem das man genügend Geld zum gut leben hat und möglichst viele Stunden das tut was man gerne tut und beides ist ihnen gelungen.

Man kann allen Ernstes nicht den Erfolg wollen und das Lernen auslagern. Man muss meistens selbst an die Front gehen und unglaublich viel recherchieren. Ich habe heute ein sehr gut funktionierendes Netzwerk um mich herum, das immer wieder zu neuen, guten Ergebnissen kommt. Ohne meine Eigeninitiative hätte ich das Niveau niemals erreicht. HjH hat oft zu mir gesagt: "Du bist die erste Person, die mal besser als ich wird, weil du so strategisch an die Sachen herangehst." Was nie so nach außen dringt, dass ich fast im Verborgenen einigen sehr guten Freunden mein Wissen mitteile und auch mit ihnen vor allem über die Vermeidung von "orthopädischem Schrott" diskutiere. 

Gertrud