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73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 (Ogunleye 20,37 Meter) - Druckversion

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RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 - frontrunner800 - 25.02.2026

(25.02.2026, 14:38)Blackrunning5k schrieb:
(25.02.2026, 12:40)frontrunner800 schrieb: Tortell trainiert jetzt eher nach dem 80/20 Modell. Das ist momentan weltweit die Methode, um die neben double threshold ein riesen Hype gemacht wird – zurecht: 80 % trainiert man im low intensity Bereich mit nur ca. 60 % der maximalen Herzfrequenz, die anderen 20 % hart, LTH und VO2max. So machen jetzt z. B. viele deutschen Spitzenläufer ihre DL nur in ca. 4:30 pro Kilometer mit einer sehr tiefen Pulsfrequenz von 120 -130. Macht Sinn, an ruhigen Regenerationstagen, nach den harten Einheiten trainiert man gezielt die Mitochondrien der Muskelfasern vom Typ 1 (low twitch fibres). Durch den prozentual hohen Anteil von GA1 Training werden die Mitochondrien zunehmend leistungsfähiger. Und jetzt kommt das Entscheidende: Top ausgebildete Mitochondrien der Muskelfasern vom Typ 1 arbeiten quasi crossover und neutralisieren einen Teil des Laktats, das die Muskelfasern vom Typ 2 bei einer höheren (wettkampfspezifischen) Geschwindigkeit produzieren. So läßt sich länger eine höhere Geschwindigkeit aufrecherhalten, weil die Laktatkonzentration im Blut nicht so schnell ansteigt.
Diese recht neuen wissenschaftlichen Erkentnisse vermitteln uns Athleten natürlich auch Sicherheit, denn der Glaube, langsam laufen bringt nichts, ist damit obsolet. Im Gegenteil, an diesen regenerativen Tagen zwischen den harten Tagen arbeiten wir sehr wohl auch daran, eine höhere Geschwindigkeit länger aufrecherhalten zu können.

Also die 80/20 Methode wird ja schon seit Jahrzehnten vor allem in Kenia, Marokko aber auch lange Zeit in Norwegen (da sogar in Kombination als Läufer mit Skilanglauf im Winter, teils auf nationalem Nachwuchsspitzenniveau) ausgiebig praktiziert und ist demzufolge auch etabliert. Allerdings gilt diese Etabliertheit aktuell für jede bekannte Trainingsmethodik, die weltweit umfassend genutzt wird. Da jetzt DEN speziellen Vorteil für Tortell herauszufiltern, halte ich für etwas gewagt und stark unterschätzend allen anderen gegenüber.

So meinte ich das nicht, ich schrieb ja, dass fast alle deutschen Spitzenläufer inzwischen nach dieser Methode trainieren. Also hat Tortell dadurch natürlich nicht den Vorteil.
Eigentlich trainieren jetzt fast alle in Europa + den Staaten unisono nach dieser Methode + double threshold days.
Das war aber einmal anders: Ich erinnere mich an Aufzeichnungen von Ovett, der hat meist zwei Dauerläufe am Tag gemacht und ist die eigentlich immer geknüppelt. Auch der späte Gabius hat vor einigen Jahren noch behauptet, seitdem er seine Dauerläufe in einem schnelleren Tempo von ca. 3:30 je Kilometer machte, würde er schneller.
Das Rennen am Sonntag ist jedenfalls offen und hochspannend, alle Spitzenläufer nehmen das Rennen als Durchgangsstation. Vielleicht hat sich doch Bremm am spezifischsten darauf vorbereitet, hierüber habe ich jedoch keine Informationen.


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 - Blackrunning5k - 25.02.2026

(25.02.2026, 14:46)Atanvarno schrieb: Exakt, 80/20 oder Polarized Training ist ein ziemlich alter Hut, unter dem Begriff publiziert hat Stephen Seiler dazu erstmals Ende der 90er, praktiziert wurde das aber auch schon vorher (alte Sportwissenschaftlerweisheit: Wir formalisieren nur, was Athleten seit Jahrzehnten erfolgreich praktizieren Wink )

Die Sportwissenschaftsweisheit gefällt mir, trifft den Nagel sehr gut auf dem Kopf.


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 - Blackrunning5k - 25.02.2026

(25.02.2026, 14:55)frontrunner800 schrieb:
(25.02.2026, 14:38)Blackrunning5k schrieb:
(25.02.2026, 12:40)frontrunner800 schrieb: Tortell trainiert jetzt eher nach dem 80/20 Modell. Das ist momentan weltweit die Methode, um die neben double threshold ein riesen Hype gemacht wird – zurecht: 80 % trainiert man im low intensity Bereich mit nur ca. 60 % der maximalen Herzfrequenz, die anderen 20 % hart, LTH und VO2max. So machen jetzt z. B. viele deutschen Spitzenläufer ihre DL nur in ca. 4:30 pro Kilometer mit einer sehr tiefen Pulsfrequenz von 120 -130. Macht Sinn, an ruhigen Regenerationstagen, nach den harten Einheiten trainiert man gezielt die Mitochondrien der Muskelfasern vom Typ 1 (low twitch fibres). Durch den prozentual hohen Anteil von GA1 Training werden die Mitochondrien zunehmend leistungsfähiger. Und jetzt kommt das Entscheidende: Top ausgebildete Mitochondrien der Muskelfasern vom Typ 1 arbeiten quasi crossover und neutralisieren einen Teil des Laktats, das die Muskelfasern vom Typ 2 bei einer höheren (wettkampfspezifischen) Geschwindigkeit produzieren. So läßt sich länger eine höhere Geschwindigkeit aufrecherhalten, weil die Laktatkonzentration im Blut nicht so schnell ansteigt.
Diese recht neuen wissenschaftlichen Erkentnisse vermitteln uns Athleten natürlich auch Sicherheit, denn der Glaube, langsam laufen bringt nichts, ist damit obsolet. Im Gegenteil, an diesen regenerativen Tagen zwischen den harten Tagen arbeiten wir sehr wohl auch daran, eine höhere Geschwindigkeit länger aufrecherhalten zu können.

Also die 80/20 Methode wird ja schon seit Jahrzehnten vor allem in Kenia, Marokko aber auch lange Zeit in Norwegen (da sogar in Kombination als Läufer mit Skilanglauf im Winter, teils auf nationalem Nachwuchsspitzenniveau) ausgiebig praktiziert und ist demzufolge auch etabliert. Allerdings gilt diese Etabliertheit aktuell für jede bekannte Trainingsmethodik, die weltweit umfassend genutzt wird. Da jetzt DEN speziellen Vorteil für Tortell herauszufiltern, halte ich für etwas gewagt und stark unterschätzend allen anderen gegenüber.

So meinte ich das nicht, ich schrieb ja, dass fast alle deutschen Spitzenläufer inzwischen nach dieser Methode trainieren. Also hat Tortell dadurch natürlich nicht den Vorteil.
Eigentlich trainieren jetzt fast alle in Europa + den Staaten unisono nach dieser Methode + double threshold days.
Das war aber einmal anders: Ich erinnere mich an Aufzeichnungen von Ovett, der hat meist zwei Dauerläufe am Tag gemacht und ist die eigentlich immer geknüppelt. Auch der späte Gabius hat vor einigen Jahren noch behauptet, seitdem er seine Dauerläufe in einem schnelleren Tempo von ca. 3:30 je Kilometer machte, würde er schneller.
Das Rennen am Sonntag ist offen und hochspannend, alle Spitzenläufer nehmen das Rennen als Durchgangsstation. Vielleicht hat sich doch Bremm am spezifischsten darauf vorbereitet, hierüber habe ich jedoch keine Informationen.

Also meine Informationen sind eigentlich, dass der Großteil der dt. Spitzenläufer die DTH Methode trainiert, ich möchte mich deshalb hier aber jetzt nicht streiten  Smile

Edit: Ich sehe gerade, dass du die Kombi aus 80/20 und DTH beschreibst. Das ist gut möglich, ja. Hat aber mit der 80/20 so nicht mehr viel zu tun. 


Arnes Methodik ist mir sehr bekannt, wie er das durchgehalten hat ist mir ein Rätsel aber es hat für ihn sehr gut funktioniert. Hier würde ich doch aber ganz klar sagen, dass dieses System wirklich nur sehr wenige Läufer überhaupt durchstehen können. Möglich ist dies meiner Meinung nach mit einer Infrastruktur a la Oregon Project, einer maximalen Ausschöpfung des Stoffwechsels, mit den dazu notwendigen Supplementen im Weiß- und hoffentlich nur Graubereich sowie regenerativen Möglichkeiten, die an unseren Stützpunkten kaum verfügbar sind. 


Du siehst aber an deiner Argumentation, dass die Kaliber von denen wir hier schreiben alle ein top funktionierendes System haben, genau deshalb wird es ein sehr spannendes Rennen  Fahne


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 - TranceNation 2k14 - 25.02.2026

(25.02.2026, 15:05)Blackrunning5k schrieb: Arnes Methodik ist mir sehr bekannt, wie er das durchgehalten hat ist mir ein Rätsel aber es hat für ihn sehr gut funktioniert. Hier würde ich doch aber ganz klar sagen, dass dieses System wirklich nur sehr wenige Läufer überhaupt durchstehen können. Möglich ist dies meiner Meinung nach mit einer Infrastruktur a la Oregon Project, einer maximalen Ausschöpfung des Stoffwechsels, mit den dazu notwendigen Supplementen im Weiß- und hoffentlich nur Graubereich sowie regenerativen Möglichkeiten, die an unseren Stützpunkten kaum verfügbar sind

Das ist der Punkt. Ich mag mich täuschen, aber "funktioniert" hat es für A.G: zwar gut, aber eben nicht sehr lange. Meiner Erinnerung nach hatte er auch längere Hüftbeschwerden während dieser Zeit, die er überhaupt erst im gefühlten Herbst seiner Karriere und nach Abschluss der FA Ausbildung, also unter der Prämisse sich Zeit nehmen zu können, gestartet hat.


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 - Blackrunning5k - 25.02.2026

(25.02.2026, 15:11)TranceNation 2k14 schrieb:
(25.02.2026, 15:05)Blackrunning5k schrieb: Arnes Methodik ist mir sehr bekannt, wie er das durchgehalten hat ist mir ein Rätsel aber es hat für ihn sehr gut funktioniert. Hier würde ich doch aber ganz klar sagen, dass dieses System wirklich nur sehr wenige Läufer überhaupt durchstehen können. Möglich ist dies meiner Meinung nach mit einer Infrastruktur a la Oregon Project, einer maximalen Ausschöpfung des Stoffwechsels, mit den dazu notwendigen Supplementen im Weiß- und hoffentlich nur Graubereich sowie regenerativen Möglichkeiten, die an unseren Stützpunkten kaum verfügbar sind

Das ist der Punkt. Ich mag mich täuschen, aber "funktioniert" hat es für A.G: zwar gut, aber eben nicht sehr lange. Meiner Erinnerung nach hatte er auch längere Hüftbeschwerden während dieser Zeit, die er überhaupt erst im gefühlten Herbst seiner Karriere und nach Abschluss der FA Ausbildung, also unter der Prämisse sich Zeit nehmen zu können, gestartet hat.

Ich meine, du hast recht, ja


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 - frontrunner800 - 25.02.2026

(25.02.2026, 14:46)Atanvarno schrieb: Exakt, 80/20 oder Polarized Training ist ein ziemlich alter Hut, unter dem Begriff publiziert hat Stephen Seiler dazu erstmals Ende der 90er, praktiziert wurde das aber auch schon vorher (alte Sportwissenschaftlerweisheit: Wir formalisieren nur, was Athleten seit Jahrzehnten erfolgreich praktizieren Wink )

In einem Podcast der runninggags sagt Buchholz zu Biniok sinngemäß: wir machen unsere Dauerläufe ja jedes Jahr etwas langsamer, jetzt sind wir schon bei über 4:30.
Klar, 80/20 gibt es schon lange, aber die deutschen Spitzenläufer praktizieren es zunehmend verstärkt doch erst seit ein paar Jahren. Mutmaßlich ist das auch die Erklärung dafür, warum die deutschen Läufer erfreulicher Weise zunehmend wieder international konkurrenzfähig werden.
Übrigens, die mit 45 deutschen Meistertiteln erfolgreichste deutsche Langstreckenläuferin der 00-er und 10er-Jahre, Sabrina Mockenhaupt, hat während ihrer Karriere nicht nach der 80/20 Methode trainiert. Vor ein paar Tagen hat sie für sich entschieden, dies einmal auszuprobieren.
Hätte Mockenhaupt in ihrer aktiven Zeit nach der 80/20 Methode trainiert, hätte sie vielleicht den Deutschen Rekord über 10000 m brechen und in ein olympisches Finale über 10000 m einziehen können  Smile


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 - Diskusmann - 25.02.2026

Liebe Leute!

Geht's hier eigentlich wirklich noch um die DM in Dortmund am Wochenende? Oder doch eher wieder einmal monothematisch ums Laufen? Und reicht es nicht, alles zum Thema Laufen auch im entsprechenden Thread zu behandeln?


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 - Oliver - 25.02.2026

Mal ein garantiert lauffreier Beitrag, dafür mit einem wichtigen Hinweis für alle, die zur Hallen-DM nach Dortmund wollen:

In Dortmund wird am Freitag und Samstag der ÖPNV bestreikt. Keine U‑Bahnen fahren zur Helmut‑Körnig‑Halle.

Weitere Details bitte den DLV-Flashnews entnehmen:
https://www.leichtathletik.de/aktuelles/news/news-detail/81598-flash-news-am-mittwoch


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 - Wandervogel85 - 25.02.2026

(25.02.2026, 17:15)Oliver schrieb: Mal ein garantiert lauffreier Beitrag, dafür mit einem wichtigen Hinweis für alle, die zur Hallen-DM nach Dortmund wollen:

In Dortmund wird am Freitag und Samstag der ÖPNV bestreikt. Keine U‑Bahnen fahren zur Helmut‑Körnig‑Halle.

Weitere Details bitte den DLV-Flashnews entnehmen:
https://www.leichtathletik.de/aktuelles/news/news-detail/81598-flash-news-am-mittwoch


Wieso lauffrei?
Ohne Öffis heißt es ja für alle "Laufen" Big Grin


RE: 73. Deutsche Hallenmeisterschaften - Dortmund, 27.2-01.03.2026 - Befürworter - 25.02.2026

Welche Disziplinen könnten von besonderem Interesse sein?

- 60 m Männer: Kann jemand außer Owen Ansah und Kevin Kranz mit mindestens 6,59 s unter die ersten zwei laufen?

- Weitsprung Männer: Hier erhoffe ich mir sowohl 8-Meter-Sprünge als auch einen spannenden Kampf um den Titel.

- 60 Meter / 60 m Hürden Frauen: Die vielen Nachwuchstalente und ihre Leistungen bei einer DM halte ich für reizvoll.

- 400 Meter Frauen: Macht Johanna Martin einen weiteren Schritt nach vorn?

- 800 m Frauen: Hier halte ich Smilla Kolbe für konkurrenzlos, sie hat aber in ihrem Podcast angedeutet, dass sie wohl einen Angriff auf die Hallen-EM-Norm von 2:00,90 min starten wird.

- Stabhochsprung Frauen: Für mich bisher die positive Überraschung der Hallensaison, die sich hoffentlich leistungsmäßig bei der DM fortsetzt.

- Weitsprung / Kugelstoß Frauen: Beides Disziplinen mit Potential für Weltklasseleistungen und vielversprechende Weiterentwicklungen der zweiten Reihe.

- Dreisprung Frauen: Hier geht es für Caroline Joyeux und Kira Wittmann um die DLV-Bestätigungsnorm von 14 m, eventuell wird es auch ein spannender Titelkampf.

Ansonsten sehe ich keine Wettkämpfe, die gleichzeitig Leistungen auf internationalem Niveau und einen spannenden Titelkampf versprechen. Bei manchen ist der Titel praktisch schon vergeben, sodass eventuell nur ein Pflichtprogramm abgespult wird (400 und 800 m Männer, Hochsprung Frauen). Ob mich der doch recht spannende Titelkampf über die Mittelstrecken abholt, wenn dort voraussichtlich langsame Meisterschaftsrennen absolviert werden, weiß ich noch nicht.