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Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt (/showthread.php?tid=6242) |
RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Reichtathletik - 17.07.2025 Wie auch immer wir hier überwiegend in den Bereich (kleine) Kinder geraten sind – waren gar nicht Ausgangspunkt... Aber wenn es schon beim Umgang mit Minderjährigen (per Definiton Schutzbefohlenden) nicht durch die Bank möglich zu sein scheint, unangemessenes Verhalten als solches zu deklarieren und Dinge kommen wie "ist vielleicht ja nicht bös gemeint", dann versetzt euch bitte mal in die Situation von sagen wir volljährigen U20-Athletinnen oder Athleten, die von ihren Coaches, Funktionären oder Sponsoren (alle drei Fälle sind z.T akut) unter Druck gesetzt werden, z.B. für freizügige Fotos zur Verfügung zu stehen. Glaubt ihr das fällt diesen Athlet:innen leicht, Grenzen zu ziehen? Weil sie wissen, dass genau sowas das feedback ist: "Stell dich nicht so an!", "War vermutlich nur ein Missverständnis", "Du musst dich auch mal in den Trainer versetzen, der ist drei Wochen von seiner Partnerin getrennt und hat nur euch junge Dinge um sicher herum"... Und genau das ist doch das Problem. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - mark1967 - 17.07.2025 Volljährigen Athletinnen kann man da nur raten, gezielt an die Öffentlichkeit zu gehen und die Personen konkret zu benennen. Allerdings sollte man das irgendwie beweisen können. Die "Gefahr" von Rachakten an Trainern etc. besteht natürlich, aber ich glaube, dass das Problem für junge Frauen häufiger auftritt als das für Trainer. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Reichtathletik - 17.07.2025 (17.07.2025, 15:55)mark1967 schrieb: Volljährigen Athletinnen kann man da nur raten, gezielt an die Öffentlichkeit zu gehen und die Personen konkret zu benennen. Allerdings sollte man das irgendwie beweisen können. Die "Gefahr" von Rachakten an Trainern etc. besteht natürlich, aber ich glaube, dass das Problem für junge Frauen häufiger auftritt als das für Trainer. Und glaubst du wirklich, dass Athlet:innen in Deutschland gezielt an die Öffentlichkeit gehen würden wenn man sieht wie z.B. Luna Bulmahn wegen eines harmlosen Posts zur Nicht-Nominierung ausgebotet wurde? Oder Gina Lückenkemper zum Gespräch antanzen musste, weil sie das Fördersystem kritisiert hat? Viele Athletinnen und Athleten die ich kenne trauen sich schon nicht den Mund aufzumachen, wenn sie Kader- oder EM/WM-Nominierungen kritisch sehen. Es gibt auch welche die ganz klar nicht mit gewissen BT oder NWBT "können". Da hält man lieber die Klappe um nicht ganz raus zu sein. Es kann gut sein, dass die Situation durch den Verband eine andere wäre, wenn es nicht darum geht, dass man "nicht nominiert" wird sondern psychologischer oder sexueller Gewalt ausgesetzt ist. Die Frage ist aber vielmehr: Ist das Vertrauen darin da, dass am Ende nicht das System sich schützt sondern den Athleten? Und die Frage beantworten viele denke ich mit nein, vielleicht zu unrecht. Aber das Vertrauen ist nunmal nicht da – einerseits durch viele Vorkommnisse in denen (hoffentlich) keine sexuelle/mentale/körperliche Gewalt im Spiel war (seien wir ehrlich, jeder kennt den Spruch "Mit wem hat die denn geschlafen, dass die nominiert wurde!"), andererseits durch die alltäglichen Erfahrungen in unserer Gesellschaft auch außerhalb des Sports, den gerade Frauen ausgesetzt sind ("hab dich nicht so", "das ist jetzt aber zickig", "lächel doch mal"). Deshalb weiß ich nicht ob man die Öffentlichkeit wirklich in jeden Fall "raten" kann. Ich würde eher raten: Tut euch zusammen! Sprecht miteinander! Lasst euch nicht gegeneinander ausspielen. Viele der Täter tun nämlich genau das: "XY hat damit auch kein Problem!" (hat sie aber sehr wohl). Oder "Wenn du das nicht machst, jemand anderes hat sich nicht so!" Und allen anderen sollte man raten: Nicht wegsehen. Nicht "betrifft mich ja nicht". Und unter Trainerkollegen, wenn mal wieder ein Spruch fällt der nicht geht nicht milde lächeln und sich denken "oha, das geht so eigentlich nicht!", sondern den Mund aufmachen, auch wenn man selbst nur der kleine Bezirkstrainer ist und derjenige, der den Spruch gebracht hat gerade Olympiateilnehmer trainiert. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - mark1967 - 17.07.2025 (17.07.2025, 16:54)Reichtathletik schrieb:(17.07.2025, 15:55)mark1967 schrieb: Volljährigen Athletinnen kann man da nur raten, gezielt an die Öffentlichkeit zu gehen und die Personen konkret zu benennen. Allerdings sollte man das irgendwie beweisen können. Die "Gefahr" von Rachakten an Trainern etc. besteht natürlich, aber ich glaube, dass das Problem für junge Frauen häufiger auftritt als das für Trainer. Ja, das glaube ich. Sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch werden mittlerweile anders wahrgenommen. Siehe Turnen. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - gocgn - 17.07.2025 Danke Reichtathletik, vollkommen recht und ein guter Ansatz. Ich habe in meinem sportlichen Umfeld nie Übergriffe an mir erfahren. Lediglich im Alltag, die sexualisierung, catcalling, Nachrichten.. Was jede Frau anscheinend so ertragen muss. Wir leben in einer Zeit wo es Frauen leider Gottes schwer fällt laut zu werden und Übergriffe entweder gegenüber dem Täter zu thematisieren oder mit Dritten darüber zu sprechen. Ein extremes Beispiel wäre der Fall Diddy und was alles erst Jahre später raus kommt. Deshalb bin ich stark dafür, dass TuT bereits in ihrer Ausbildung klare Ansagen bekommen wie man sich professionell gegenüber AuA verhält. Ganz im Sinne „Protect your daughter - aducate your son“ Die schwärzesten Schafe wird man damit nicht aufhalten können, aber ich vermute eine gewisse präventive Maßnahme wäre das schon. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - MikeStar - 17.07.2025 Ich hoffe ich habe das nicht falsch verstanden aber nicht nominiert zu werden, weil man Kritik öffentlich macht, ist ja eher eine normale Maßnahme. Kritik an Vorgängen, Prozessen, Personen ist intern zu äußern und wer sich hier nicht an Regeln hält muss auch notfalls Disziplinarmaßnahmen hinnehmen. Was anderes wäre es, wenn zwei Athletinnen die gleiche Kritik öffentlich äußern aber nur eine nicht nominiert wird. Dann kann man vermutlich eine Ungleichbehandlung als gegeben annehmen. Ob die Maßnahmen angemessen oder überzogen sind, steht auf einem anderen Blatt. Wenn hingegen eine Athletin nicht nominiert wird, weil sie dem Trainer keine freizügigen Fotos schickt, sollte die Athletin sich Vertrauenspersonen suchen und dies melden. Aber klar, wenn man bzw. frau kein Vertrauen hat, dass man bei den Entscheidern Gehör findet oder wenn es sogar schon soweit ist, dass man noch bestraft wird, wenn man Nötigung meldet, dann bleibt nur der Weg in die höhere Instanz oder Öffentlichkeit. Und je mehr Leidensgenossinnen und Unterstützer sich finden, desto größer sind die Chance was zu erreichen. Edit: Eins will ich noch ergänzen... auch Frauen haben ihre Methoden andere Menschen zu mobben, zu demütigen oder ihre Machtstellung auszunutzen. Ich arbeite seit Jahren mit Frauen und habe schon selbst etliches unangemessenes Verhalten von Frauen (meist gegenüber dritten, selten aber auch gegenüber mir selbst) erlebt. Es wird nur nicht so breitgetreten, u.a. vielleicht auch, weil Männer Angst haben, dann als schwächlich dazustehen. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Roy Schmidt - 17.07.2025 (17.07.2025, 19:41)MikeStar schrieb: Ich hoffe ich habe das nicht falsch verstanden aber nicht nominiert zu werden, weil man Kritik öffentlich macht, ist ja eher eine normale Maßnahme. Kritik an Vorgängen, Prozessen, Personen ist intern zu äußern und wer sich hier nicht an Regeln hält muss auch notfalls Disziplinarmaßnahmen hinnehmen. Sie hat ihren Followern die Frage beantwortet, warum sie die Mix Staffel nicht läuft und sie wurde dadurch um ihre Olympiateilnahme sowie beinahe um ihre Kaderzugehörigkeit gebracht. Also wer das legitimiert, ist auf einem geistigen Zustand mit Delta. Der Post war voller Frust aber hatte weder öffentliche Kritik, noch irgendwelche Namen oder Institutionen verunglimpft. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - MikeStar - 17.07.2025 (17.07.2025, 19:49)Roy Schmidt schrieb:(17.07.2025, 19:41)MikeStar schrieb: Ich hoffe ich habe das nicht falsch verstanden aber nicht nominiert zu werden, weil man Kritik öffentlich macht, ist ja eher eine normale Maßnahme. Kritik an Vorgängen, Prozessen, Personen ist intern zu äußern und wer sich hier nicht an Regeln hält muss auch notfalls Disziplinarmaßnahmen hinnehmen. Ich bin bei sowas immer etwas zwiegespalten. Ich kann verstehen, dass man als Sportler Frust hat, aber ob man sowas in den Sozialen Medien breittreten muss? Professioneller hätte ich gefunden, öffentlich der Staffel viel Erfolg zu wünschen und intern auf den Putz zu hauen. Aber auch hier wird man immer mehrere Meinungen finden. Die einen werden sagen, es ist gut wenn Sportler ihrem Frust freien Lauf lassen, das zeigt, dass sie mit Leidenschaft dabei sind. Ein Verband muss da drüber stehen, solange es nicht diffamierend wird. Andere werden sagen, ein Kader- oder Teamsportler muss eine Nichtnominierung professionell nehmen und zeigen, dass er/sie damit sich trotzdem in den Geist der Mannschaft stellt. Ich bin aber zu weit weg von den ganzen Geschehnissen um mir da eine profunde Meinung zu diesem konkreten Vorgang zu bilden. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - Roy Schmidt - 17.07.2025 (17.07.2025, 20:03)MikeStar schrieb:(17.07.2025, 19:49)Roy Schmidt schrieb:(17.07.2025, 19:41)MikeStar schrieb: Ich hoffe ich habe das nicht falsch verstanden aber nicht nominiert zu werden, weil man Kritik öffentlich macht, ist ja eher eine normale Maßnahme. Kritik an Vorgängen, Prozessen, Personen ist intern zu äußern und wer sich hier nicht an Regeln hält muss auch notfalls Disziplinarmaßnahmen hinnehmen. Der Schlüssel hier zu ist, wie bei fast allen Problemen, die in letzter Zeit und in der Vergangenheit aufgetaucht sind, Kommunikation. Und da ist der DLV etwa auf einem ähnlichen Level wie einige unserer Politiker. Und natürlich hat dieses Thema immer unterschiedliche Betrachtungsweisen aber ich bin bzw. war sehr nah dran und wenn man sieht was im Verband geduldet oder totgeschwiegen wird und was bestraft wird, da braucht man keinen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn zu haben, damit einem sehr mulmig wird. RE: Schutz von Athleten vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt - TranceNation 2k14 - 17.07.2025 (17.07.2025, 20:03)MikeStar schrieb: Ich bin bei sowas immer etwas zwiegespalten. Ich kann verstehen, dass man als Sportler Frust hat, aber ob man sowas in den Sozialen Medien breittreten muss? Guter Versuch, aber auch du wirst es nicht schaffen, 66 Seiten Diskussion in 2 Absätzen zur Lösung zu bringen... |