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Sichtbare Trainingsinhalte - Druckversion

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RE: Sichtbare Trainingsinhalte - CoachnEngineer - 06.08.2025

(06.08.2025, 13:12)Gertrud schrieb:
(06.08.2025, 13:01)trackwatchnds schrieb: Im Gegensatz zu einigen anderen Forist:innen bin ich aber auch der Meinung, dass das fehlende Element, um die durchaus vorhandene Lücke zum internationalen Oberregal zu schließen, der Flachspeed ist. Wenn ich 11,5s flach laufe, steht da mit zehn Hürden eben auch "nur" eine 12,9 bei guter Ausschöpfung der technischen Komponente.
Dafür ist Bayer schon geeignet.



Gertrud

Diese Zahlenwerte sprechen dann schon eher eine andere Sprache. Die Differenz von Flach- zu Hürdenzeit muss nicht deutlich über 1,0sec liegen wie bei den meisten DLV-Athletinnen.


RE: Sichtbare Trainingsinhalte - Gertrud - 06.08.2025

(06.08.2025, 13:49)CoachnEngineer schrieb:
(06.08.2025, 13:12)Gertrud schrieb:
(06.08.2025, 13:01)trackwatchnds schrieb: Im Gegensatz zu einigen anderen Forist:innen bin ich aber auch der Meinung, dass das fehlende Element, um die durchaus vorhandene Lücke zum internationalen Oberregal zu schließen, der Flachspeed ist. Wenn ich 11,5s flach laufe, steht da mit zehn Hürden eben auch "nur" eine 12,9 bei guter Ausschöpfung der technischen Komponente.
Dafür ist Bayer schon geeignet.

Gertrud

Diese Zahlenwerte sprechen dann schon eher eine andere Sprache. Die Differenz von Flach- zu Hürdenzeit muss nicht deutlich über 1,0sec liegen wie bei den meisten DLV-Athletinnen.

Ich habe von der jungen Generation jetzt leider keine Vergleichswerte.

Ich habe mich übrigens bei der Sprint-/Hürden-Fortbildung in Kienbaum mit Sebastian Bayer gut unterhalten. 

Gertrud


RE: Sichtbare Trainingsinhalte - CoachnEngineer - 06.08.2025

(06.08.2025, 14:09)Gertrud schrieb:
(06.08.2025, 13:49)CoachnEngineer schrieb:
(06.08.2025, 13:12)Gertrud schrieb:
(06.08.2025, 13:01)trackwatchnds schrieb: Im Gegensatz zu einigen anderen Forist:innen bin ich aber auch der Meinung, dass das fehlende Element, um die durchaus vorhandene Lücke zum internationalen Oberregal zu schließen, der Flachspeed ist. Wenn ich 11,5s flach laufe, steht da mit zehn Hürden eben auch "nur" eine 12,9 bei guter Ausschöpfung der technischen Komponente.
Dafür ist Bayer schon geeignet.

Gertrud

Diese Zahlenwerte sprechen dann schon eher eine andere Sprache. Die Differenz von Flach- zu Hürdenzeit muss nicht deutlich über 1,0sec liegen wie bei den meisten DLV-Athletinnen.

Ich habe von der jungen Generation jetzt leider keine Vergleichswerte.

Ich habe mich übrigens bei der Sprint-/Hürden-Fortbildung in Kienbaum mit Sebastian Bayer gut unterhalten. 

Gertrud

auch bei Rosina Schneider (11,42 100m flach) und Marlene Maier (11,69) liegt die Differenz doch zumindest mal über 1,0sec.


RE: Sichtbare Trainingsinhalte - trackwatchnds - 06.08.2025

@Gertrud: Da ich nicht weiß, ob deine Auflistung meiner Einschätzung widersprechen soll oder man es dadurch als bestätigt ansehen kann, habe ich anbei eine Übersicht der Hürden-Referenzleistungen aufgeführt, in denen die All-Time Top 50, die aktuellen europäischen Top 10, sowie die deutschen Top 10 bei Aktiven und in der U20 aufgeführt sind. Ebenfalls gelistet ist die PB 100m flach, sofern vorhanden. Hier muss man dazu erwähnen, dass die Hürden sicherlich eher das maximale Leistungsvermögen abbilden, als die Flachsprintergebnisse. Es kann angenommen werden, dass bei einigen eine potenziell bessere 100m Leistung möglich (gewesen) wäre. Teilweise wird sie sehr selten gelaufen, das gilt natürlich auch für die deutschen Frauen, weswegen ich ihnen gerne den benefit of the doubt goutiere.

Ein paar interessante Ergebnisse sind definitiv dabei.
Generell lässt sich festhalten:

- die gemittelte Leistungsdifferenz beträgt 1,03s (8%)
- Leistungsdifferenz > 10% tendenziell von relativ sprintstärkeren (ggf. technisch schwächeren?) Athletinnen
- Leistungsdifferenz < 6% tendenziell von relativ sprintschwächeren (ggf. technisch stärkeren?) Athletinnen
- Differenz der 100m PB im Weltklassebereich (Top 50 Cut-Off bei 12,46s) mehr als fünf Zehntel zu den dt. Top 10 beträgt
- es scheint zwar durchaus möglich, Zeiten jenseits der dt. bei relativ geringer Sprintleistung (vgl. Stowers 12,35s/11,82s oder Harala 12,65s/12,26s*) zu erbringen, diese sind aber die absolute Ausnahme
- Die Mindestleistungen für einen Finaleinzug auf kontinentaler Ebene 12,87s betragen (München 2022)
- im Weltmaßstab 12,67s (Tokio 2020) betragen
- Die Tendenz bei beiden steigend ist

----------------------------
Unter dem Strich korrigiere ich gerne meine Einschätzung, man könne mit 11,5s flach nicht oder kaum schneller als 12,9s Hürde laufen, aber die Zahlen sind für mich dennoch ganz klar - die dt. Frauen müssen flach schneller werden, um international konkurrenzfähig zu sein. Selbst die 11,5s haben nur Lobe und Schneider unterboten (Lobe bei 12% Differenz, Schneider 11%, s. o.), das ist ja geradezu deprimierend. Wobei gerade in Jalloh sicherlich mehr steckt als indiskutable 11,88s.

Alle Leistungen aus den WA-Profilen übernommen.


RE: Sichtbare Trainingsinhalte - Gertrud - 06.08.2025

Man kann im Grunde feststellen, dass im absoluten Weltklassebereich die besten Hürdenzeiten herauskommen, wenn die Differenz zwischen 100m-Sprint- und Hürdenzeit sehr gering aufgrund einer schnellen Sprintzeit und einer hervorragenden Hürdentechnik einschließlich der Zwischenhürdenschritte erzielt wird. Man muss allerdings daran denken, dass nicht alles biomechanisch gut ist, was mechanisch möglich ist.

Gertrud


RE: Sichtbare Trainingsinhalte - S_J - 07.08.2025

(06.08.2025, 12:59)Reichtathletik schrieb:
(06.08.2025, 12:52)muffman schrieb:
(06.08.2025, 12:46)Reichtathletik schrieb: Schon in der Einleitung verweisen die Trainer darauf, dass der Abstand zur Weltspitze noch groß ist und die Entwicklung dort zuletzt stärker war als in D. Den Rest – das Potenzial durch junge Athletinnen – wurde dargelegt.

Vielleicht sollte man inhaltlich diskutieren und nicht nur über Schön vs. Schlechtreden

Das Potential durch junge AthletInnen ist doch schon immer vorhanden. Deutschland räumt schon immer bei den Nachwuchsmeisterschaften ab und schafft bei den Aktiven dann den Sprung in die Spitze nicht. Das ist doch alles nichts neues. Deshalb ist das für mich einfach Phrasendrescherei.

Les den Text. Und vielleicht auch den von Jan Keller in der gleichen Ausgabe. Es geht darum wie / ob man genau das ändern kann.

Ich fand den Text von Jan Keller auch recht interessant. Aber ich bezweifle leider, dass die beschriebenen Probleme sich leicht lösen lassen.

Letzten Endes läuft es doch darauf heraus, dass im Grundlagentraining kompetente(re) Trainer benötigt werden, damit die korrekte Technik erlernt wird und sich Fehler nicht einschleifen. Verbände auf den verschiedenen Ebenen müssen endlich verstehen, dass die besten Trainer und die meiste Förderung eigentlich in die U14 und U16 müssen. Im Bayerischen LV gibt es eine B-Trainer Ausbildung "Nachwuchs". Das halte ich für den richtigen Ansatzpunkt.


RE: Sichtbare Trainingsinhalte - Reichtathletik - 07.08.2025

(07.08.2025, 00:02)S_J schrieb:
(06.08.2025, 12:59)Reichtathletik schrieb:
(06.08.2025, 12:52)muffman schrieb:
(06.08.2025, 12:46)Reichtathletik schrieb: Schon in der Einleitung verweisen die Trainer darauf, dass der Abstand zur Weltspitze noch groß ist und die Entwicklung dort zuletzt stärker war als in D. Den Rest – das Potenzial durch junge Athletinnen – wurde dargelegt.

Vielleicht sollte man inhaltlich diskutieren und nicht nur über Schön vs. Schlechtreden

Das Potential durch junge AthletInnen ist doch schon immer vorhanden. Deutschland räumt schon immer bei den Nachwuchsmeisterschaften ab und schafft bei den Aktiven dann den Sprung in die Spitze nicht. Das ist doch alles nichts neues. Deshalb ist das für mich einfach Phrasendrescherei.

Les den Text. Und vielleicht auch den von Jan Keller in der gleichen Ausgabe. Es geht darum wie / ob man genau das ändern kann.

Ich fand den Text von Jan Keller auch recht interessant. Aber ich bezweifle leider, dass die beschriebenen Probleme sich leicht lösen lassen.

Letzten Endes läuft es doch darauf heraus, dass im Grundlagentraining kompetente(re) Trainer benötigt werden, damit die korrekte Technik erlernt wird und sich Fehler nicht einschleifen. Verbände auf den verschiedenen Ebenen müssen endlich verstehen, dass die besten Trainer und die meiste Förderung eigentlich in die U14 und U16 müssen. Im Bayerischen LV gibt es eine B-Trainer Ausbildung "Nachwuchs". Das halte ich für den richtigen Ansatzpunkt.

Genau das ist wichtig. Leider haben wir in der Altersklasse oftmals maximal C-Trainer, was ja auch als Basis für das Grundlagentraining angesehen wird. Ich würde mir auch wünschen es gäbe zumindest einen Aufbaukurs Langfristiger Leistungsaufbau für diejenigen die in Verantwortung bei Gruppen für die Planung sind.

Es passiert leider zu oft, dass die Arbeit in U14 und U16 nicht gut ist und später geschimpft wird über die Trainer bei der Erwachsenen, weil da keine Entwicklung mehr stattfinden. Gleichzeitig ist es natürlich auch bequem sich als BT hinzustellen und zu sagen: Ich mache es so gut wie es geht, aber die Limitation entstand vor 10 Jahren. Deshalb finde ich es wichtig dass Bundes- und Landestrainer nicht nur erwachsene Athleten betreuen, sondern sich viel mehr in Aus- und Fortbildungen engagieren und z.B. solche Artikel beitragen.


RE: Sichtbare Trainingsinhalte - Artell00 - 07.08.2025

Wer ist Jan Keller?


RE: Sichtbare Trainingsinhalte - S_J - 07.08.2025

(07.08.2025, 21:59)Artell00 schrieb: Wer ist Jan Keller?

Ein 10,07s-Sprinter, der jetzt als Trainer in Leipzig tätig ist.


RE: Sichtbare Trainingsinhalte - Reichtathletik - 07.08.2025

(07.08.2025, 22:09)S_J schrieb:
(07.08.2025, 21:59)Artell00 schrieb: Wer ist Jan Keller?

Ein 10,07s-Sprinter, der jetzt als Trainer in Leipzig tätig ist.

Martin Keller. Ich habe hier zunächst irrtümlich Jan geschrieben und du hast es auch übernommen.