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US Olympic Trials - Eugene, 21.-30.06.2024 (McLaughlin-Levrone WR 50,65) - Druckversion

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RE: US Olympic Trials - Eugene, 21.-30.06.2024 (McLaughlin-Levrone WR 50,65) - said88 - 02.07.2024

(02.07.2024, 07:51)Jonny schrieb: Die Bahn in Eugene ist natürlich auch super schnell

Dazu super Wetter die ganzen Trials über

40 Athleten sind in Eugene insgesamt 62 mal eine Zeit unter dem DR gelaufen (waren schneller als JEDER deutsche Athlet JEMALS zuvor) - das kann ja nicht vorrangig an den äußeren Bedingungen liegen.

Das Niveau in Deutschland ist seit Jahrzehnten stetig fallend; in den USA ging es in den letzten paar Jahren (vor allem in den Läufen - warum die eher bescheidenen Resultate in den Sprüngen?) wieder steil bergauf.

Woran liegt das?


RE: US Olympic Trials - Eugene, 21.-30.06.2024 (McLaughlin-Levrone WR 50,65) - Atanvarno - 02.07.2024

Bessere Talentsichtung (Highschool)
Bessere Talentförderung im Übergangsbereich U20-U23 (College)
Besser ausgebildete/abgesicherte Trainer (College, Profiteams)

Warum es vorrangig im Laufbereich zur Leistungsexplosion kommt hat lor-olli erklärt.

Vor allem den Collegesport würde ich als zentralen Vorteil gegenüber Deutschland sehen. Da kommen viel mehr Talente im Hochleistungssport an als in Deutschland, wo sich die meisten (auch große Talente) nach der U20 auf Ausbildung/Studium konzentrieren, weil sie in der Leichtathletik keine Perspektive sehen, während sich in den USA am College Ausbildung und Leistungssport sehr gut vereinbaren lassen.

Und nach dem College ist es aus meiner Sicht auch durchaus ein Vorteil der USA, dass es dann keine zentral gesteuerte Kaderförderung/Verbandsstrukturen, sondern nur Profiteams gibt. Da setzen sich dann nur noch die besten/topmotivierten  durch (auf Trainer wie auf Athletenseite). D.h. bis Ende U23 ist der Talentpool größer und aus dem wird dann knallhart ausgesiebt und die, die übrig bleiben sind absolute Weltspitze.


RE: US Olympic Trials - Eugene, 21.-30.06.2024 (McLaughlin-Levrone WR 50,65) - said88 - 02.07.2024

(02.07.2024, 12:41)Atanvarno schrieb: Bessere Talentsichtung (Highschool)
Bessere Talentförderung im Übergangsbereich U20-U23 (College)
Besser ausgebildete/abgesicherte Trainer (College, Profiteams)

Warum es vorrangig im Laufbereich zur Leistungsexplosion kommt hat lor-olli erklärt.

Vor allem den Collegesport würde ich als zentralen Vorteil gegenüber Deutschland sehen. Da kommen viel mehr Talente im Hochleistungssport an als in Deutschland, wo sich die meisten (auch große Talente) nach der U20 auf Ausbildung/Studium konzentrieren, weil sie in der Leichtathletik keine Perspektive sehen, während sich in den USA am College Ausbildung und Leistungssport sehr gut vereinbaren lassen.

Und nach dem College ist es aus meiner Sicht auch durchaus ein Vorteil der USA, dass es dann keine zentral gesteuerte Kaderförderung/Verbandsstrukturen, sondern nur Profiteams gibt. Da setzen sich dann nur noch die besten/topmotivierten  durch (auf Trainer wie auf Athletenseite). D.h. bis Ende U23 ist der Talentpool größer und aus dem wird dann knallhart ausgesiebt und die, die übrig bleiben sind absolute Weltspitze.
Sind die Colleges eine neue Sache? Und verbesserte Schuhe stehen glaube ich nicht nur US-Athleten zur Verfügung.


RE: US Olympic Trials - Eugene, 21.-30.06.2024 (McLaughlin-Levrone WR 50,65) - Piroschka - 02.07.2024

Gibt es einen Grund, weshalb Sydney Mclaughlin-Levrone nicht zumindest auch 200 Meter bei den Trials gelaufen ist? Sie hätte dort doch gute Chancen gehabt  sich ebenfalls für die OS zu qualifizieren. Und vom Zeitplan in Paris wäre es auch machbar gewesen.


RE: US Olympic Trials - Eugene, 21.-30.06.2024 (McLaughlin-Levrone WR 50,65) - marathoni - 02.07.2024

Immerhin profitieren wir ja auch ein wenig vom System, ein paar aufstrebende Athleten haben ja schon gut abgeschnitten bei der DM und teilweise jetzt noch Chancen bei der U23. Augenstein, Anderson, Frantz


RE: US Olympic Trials - Eugene, 21.-30.06.2024 (McLaughlin-Levrone WR 50,65) - Grummel - 02.07.2024

Wobei man zu Anderson sagen muss, dass er in den USA geboren sowie aufgewachsen ist und dementsprechend auch dort studiert. Er hat nur "zufällig" die deutsche Staatsbürgerschaft, weil er eine deutsche Mutter hat. Bis vor einiger Zeit hatte er noch nicht einmal einen deutschen Verein.


RE: US Olympic Trials - Eugene, 21.-30.06.2024 (McLaughlin-Levrone WR 50,65) - said88 - 02.07.2024

Sydney McLaughlin hat mit ihrem neuen 400m Hürden WR von 50,65 nun 3,34% Vorsprung vor der Nummer 4 in der "ewigen" Weltbestenliste (Pechonkina, 52,34).

 Hier noch ein paar Beispiele  von besonders grossem Vorsprung vor der Nr. 4 in der Weltbestenliste:

2018 Beatrice Chepkoech 3000mH
8:44,32 +2,76%

2016 Anita Wlodarczyk Hammer
82,98 +6,39%

2009 Usain Bolt 200m
19,19 +2,29%

2009 Usain Bolt 100m
9,58 +2,19%

1996 Michael Johnson 200m
19,32 +2,12%

1993 Wang Junxia 3000m
8:06,11 +2,81%
für mich schwer nachvollziehbare Veranstaltung damals (nicht nur wegen Doping - leider kaum Videomaterial vorhanden)

1988 Jackie Joyner-Kersee 7-Kampf
7.291 +5,93%

1988 Petra Felke Speer (alt)
80,00m +7,25%

1988 Florence Griffith-Joyner 100m
10,49 +3,24%
fast sicher, dass der Rückenwind über 2,0m/s lag

1986 Jürgen Schult Diskus
74,08m +3,00%

1986 Juri Sedych Hammer
86,74m +3,69%

1986 Ingrid Kristiansen 10000m
30:13,74 +4,07%

1984 Uwe Hohn Speer (alt)
104,80m +7,71%

1982 Marita Koch 400m
48,16 +2,91%

1981 Renaldo Nehemiah 110mH
12,93 +2,40%

1980 Edwin Moses 400mH
47,13 +2,10% (+2,57% ohne Höhenzeit)

1979 Marita Koch 200m
21,71 +3,09%

1968 Bob Beamon Weit
8,90m +6,40%
erzielt in 2250m Höhe

1965 Ron Clarke 10000m
27:39,89 +3,13%


McLaughlin kann den Rekord bestimmt noch weiter verbessern. Da sie erst 24 ist und auch über 100mH, 200m und 400m (absolute) Weltklasse ist, könnte sie durchaus noch zur größten Leichtathletin der Geschichte werden. Auch wenn es nicht einfach ist eine gewisse JJK zu  übertreffen...

Wäre interessant sie öfters bei den grossen Meetings starten zu sehen.


RE: US Olympic Trials - Eugene, 21.-30.06.2024 (McLaughlin-Levrone WR 50,65) - frbcrane2 - 03.07.2024

(02.07.2024, 13:21)said88 schrieb: Sind die Colleges eine neue Sache? Und verbesserte Schuhe stehen glaube ich nicht nur US-Athleten zur Verfügung.
Deutschland ist die Ausnahme, in anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung ähnlich wie in den USA.
Vor zehn Jahren liefen die besten Briten 1:45.37 und 3:35.06, dieses Jahr sind sie bei 14 unter 1:46 ab 1:44.10. 1500m sind es fünf unter3:33. Spanien, Frankreich, überall ist die Spitze besser und deutlich mehr Athleten laufen vorne mit. Nur bei uns werden die Mittelstrecken immer schlechter. Die Statistik über 400m macht besonders klar, was bei uns falsch läuft. Nach 20 Jahren lief 2023 mal wieder ein Deutscher unter 45s, bei den Frauen sieht es immer noch zappenduster aus. Warum? Laurent Meuwly sagt, es wäre falsches Training. Warum laufen Frauen überall in Europa deutlich schneller als in Deutschland? Sollte man mal Jörg Möckel fragen, irgendeine Ausrede hat er sicher parat.
Wenn Bundestrainer falsche Trainingsmethoden anwenden und an den Trainernachwuchs weitergeben, sich für falsche Techniken entscheiden und trotzdem ihre Jobs behalten, wie soll sich etwas ändern? Und dann stellt sich Bügner hin und behauptet, der Leichtathletik fehlt der Nachwuchs. Komisch, das europäische Ausland hat dieses Problem nicht.


RE: US Olympic Trials - Eugene, 21.-30.06.2024 (McLaughlin-Levrone WR 50,65) - muffman - 03.07.2024

(03.07.2024, 02:04)frbcrane2 schrieb:
(02.07.2024, 13:21)said88 schrieb: Sind die Colleges eine neue Sache? Und verbesserte Schuhe stehen glaube ich nicht nur US-Athleten zur Verfügung.
Deutschland ist die Ausnahme, in anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung ähnlich wie in den USA.
Vor zehn Jahren liefen die besten Briten 1:45.37 und 3:35.06, dieses Jahr sind sie bei 14 unter 1:46 ab 1:44.10. 1500m sind es fünf unter3:33. Spanien, Frankreich, überall ist die Spitze besser und deutlich mehr Athleten laufen vorne mit. Nur bei uns werden die Mittelstrecken immer schlechter. Die Statistik über 400m macht besonders klar, was bei uns falsch läuft. Nach 20 Jahren lief 2023 mal wieder ein Deutscher unter 45s, bei den Frauen sieht es immer noch zappenduster aus. Warum? Laurent Meuwly sagt, es wäre falsches Training. Warum laufen Frauen überall in Europa deutlich schneller als in Deutschland? Sollte man mal Jörg Möckel fragen, irgendeine Ausrede hat er sicher parat.
Wenn Bundestrainer falsche Trainingsmethoden anwenden und an den Trainernachwuchs weitergeben, sich für falsche Techniken entscheiden und trotzdem ihre Jobs behalten, wie soll sich etwas ändern? Und dann stellt sich Bügner hin und behauptet, der Leichtathletik fehlt der Nachwuchs. Komisch, das europäische Ausland hat dieses Problem nicht.
Thumb_up


RE: US Olympic Trials - Eugene, 21.-30.06.2024 (McLaughlin-Levrone WR 50,65) - dominikk85 - 03.07.2024

Erstaunlich ist vor allem wie stark die USA inzwischen auf den Mittel und Langstrecken ist.

Sprint, Hürden, Sprung und kugelstoßen waren die USA ja immer schon dominant, aber in den Mittel und Langstrecken ist man inzwischen (eigentlich seit fast 10 jahren) auch extrem stark, auch zum beispiel im hammerwurf hat man extrem aufgeholt.

Nur diskus bei den männern und Speer bei Männern und Frauen sowie gehen sind noch echte Lücken in der US leichtathletik, sonst ist man fast überall top.