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Vereinsidentifikation im Profisport - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Vereinsidentifikation im Profisport (/showthread.php?tid=6409) |
RE: Vereinsidentifikation im Profisport - Roy Schmidt - 15.01.2026 Da ich mich ja im Grunde dafür hier angemeldet habe, bringe ich mal meine persönlichen Erfahrungen hier mit ein. Das ist rein bezogen auf mich und meine Karriere in Leipzig und muss nicht als Maßstab gesehen werden. Ich bin 2011 nach Leipzig gezogen und bin ab da meine ganze Karriere für den LAZ Leipzig (ab der Eingliederung für den DHfK Leipzig) gestartet. Die ersten Jahre gab es durch aus eine Identifikation, auch wenn es eher zur Trainingsgruppe (wo auch immer Athleten aus anderen Vereinen waren) war. Aber trotzdem gab es gemeinsame Verabschiedungen zu Meisterschaften und auch gemeinsame Hotels und Abendesseen bei z.B. deutschen Meisterschaften. Dies wurde aber über die Jahre immer weniger. Das lag zu einem an Finanzen, zum anderen am verantwortlichen Personal. Der negative Höhepunkt war die letzte DM in Kassel, als die 4 DHfK Athleten, die dort am Start waren, in 4 verschiedenen Hotels, alle privat gebucht, untergebracht waren. Oder nachdem ich für mich und einem Trainingskollegen in Weinheim das Startgeld bezahlt habe, weil alle Vereinstrainer vor Ort nur für ihre Athleten bezahlt haben. Als ich das über den Verein abrechnen wollte, wurde ich angeschrieben wie ich es wagen könnte, sowas müsste ich vorher anmelden. Fahrtgeld hab ich ab einem gewissen Punkt nur noch über die Einkommensteuererklärung abgerechnet, weil es zum einem wesentlich mehr gab und man so dem Ärger aus dem Weg ging. Diese Sachen waren für mich alle ok aber dann soll sich bitte niemand wundern, wenn keine Identifikation mit dem Logo auf der Brust aufkommt. Ich habe auch heute noch eine gute Beziehungen zu einigen Menschen in dem Verein und bin ihm auch dankbar für die Zeit und auch die Möglichkeit mit der Vereinsstaffel erfolgreich zu sein. Aber nüchtern betrachtet ist das eher eine Identifikation zu bestimmten Menschen, einer Trainingsgruppe oder einer Stadt und nicht zum Verein. Das klingt sehr hart, gerade weil der DHfK mir eine wirklich schöne Verabschiedung beschert hat aber auch das lag eher an einigen Menschen anstatt an dem Logo auf meiner Brust und dem dahinterstehenden Verein. RE: Vereinsidentifikation im Profisport - Reichtathletik - 15.01.2026 (15.01.2026, 16:03)Roy Schmidt schrieb: Da ich mich ja im Grunde dafür hier angemeldet habe, bringe ich mal meine persönlichen Erfahrungen hier mit ein. Danke. Identifikation sollte natürlich keine Einbahnstraße sein. Auch der Verein sollte sich an Werte halten. z.B. seine Sportler entsprechend Wertschätzten, ein Klima schaffen, in dem Teamgeist entsteht, etc. Das kann man nicht einfach nur einfordern. Das würde ich auch sehr stark in vielen Vereinen kritisieren, weil es nicht passiert. RE: Vereinsidentifikation im Profisport - muffman - 15.01.2026 (15.01.2026, 16:03)Roy Schmidt schrieb: Aber nüchtern betrachtet ist das eher eine Identifikation zu bestimmten Menschen, einer Trainingsgruppe oder einer Stadt und nicht zum Verein. !!! RE: Vereinsidentifikation im Profisport - mariusfast - 21.03.2026 (15.01.2026, 15:35)Notalp schrieb: Wenn Du Zuschreibungen wie ‘Egoismus’ auf völlig unplausible Weise verdrehst, darfst du dich nicht wundern, wenn man Dir in vehementer Weise widerspricht. Das gilt auch für den Versuch, ein relevantes Prinzip (den Globalen Nutzen o.ä.) zum entscheidenden Kriterium einer sportlichen Verantwortung zu machen. Wenn sich ein Athlet für die Tätigkeit in einer nicht Medaillen-produktiven Institution entscheidet, kann das nicht als Egoismus ausgelegt werden - und kollidiert auch ansonsten nur dann mit einer “höherrangigen” Verantwortung, wenn diese den Namen nicht mehr verdient.Utilitaristisches Denken ist aber selbst ein relevantes ethisches Prinzip. Dabei geht es ja nicht einfach nur allgemein darum, dass Handlungen Auswirkungen auf andere haben, sondern darum, die Konsequenzen im Hinblick auf das Allgemeinwohl zum Maßstab zu machen. RE: Vereinsidentifikation im Profisport - Delta - 23.03.2026 Warum bleibt Ehammer beim TV Teufen. Der hätte schon längst beim LcZ Zürich einen Platz bekommen. TV Teufen der Turnverein einer 7000 Selen Gemeinde. Kein armer Verein aber auch keiner der 50000 je Jahr an einen Athleten bezahlen kann. Audrey Werro läuft seit ewig für den CA Belfaux. Der Verein mit einem Springbock im Logo. Manchmal wirkt es komisch wenn rechts das Puma Logo drauf ist. Belfaux hat nur etwa 3500 Einwohner. Der Club aber 400 Mitglieder was recht gross ist. Es wird auf jeden Fall ein Fest gebäen zu dieser WM Medaille. RE: Vereinsidentifikation im Profisport - Citius - 23.03.2026 (23.03.2026, 15:05)Delta schrieb: Warum bleibt Ehammer beim TV Teufen. Der hätte schon längst beim LcZ Zürich einen Platz bekommen. Da scheinen genug anderweitige Sponsoren vorhanden zu sein, wie es beispielsweise eine Malaika Mihambo oder ein Johannes Vetter vorweisen können oder konnten. RE: Vereinsidentifikation im Profisport - krebsan - 23.03.2026 (23.03.2026, 15:05)Delta schrieb: Warum bleibt Ehammer beim TV Teufen. Der hätte schon längst beim LcZ Zürich einen Platz bekommen. Der LCZ betreibt keinen Mehrkampf. Wäre Ehammer zum LCZ gewechselt, hätte man ihn schon früh zu einem Weitspringer oder Hürdenläufer gemacht. In Teufen gibt es eben nicht nur den TV Teufen, sondern auch hervorragende, engagierte Trainer und vor allem die Sportschule, die von Leichtathleten geleitet wird. Kein Wunder, kommen dort jetzt ständig neue gute Mehrkämpfer nach. Und dann ist Ehammer ein Vereinsmensch, der im TV Teufen auch eine Heimat hat, und der mit dem Verein auch immer wieder an Vereinswettkämpfen im Turnverband am Start steht oder zumindest stand. Auch das macht ihn so populär. |