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NN Valencia World Record Day - Valencia, 07.10.2020 (Gidey WR, Cheptegei WR) - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: NN Valencia World Record Day - Valencia, 07.10.2020 (Gidey WR, Cheptegei WR) (/showthread.php?tid=3854) |
RE: NN Valencia World Record Day - Valencia, 07.10.2020 (Gidey WR, Cheptegei WR) - dominikk85 - 08.10.2020 Wieviel Kraft spart man eigentlich bei knapp über 20 kmh im Windschatten? Beim Radsport redet man da ja teilweise von 40%, aber da ist das Tempo viel höher und man ist in einem größeren Feld, während beim Laufen ja oft nur 1-3 Leute direkt vor einem sind. Viel mehr als 10-15% kraftersparnis wird das beim Laufen bei knapp über 20 nicht sein, oder? Bei Gegenwind auf der Straße sähe das natürlich anders aus. RE: NN Valencia World Record Day - Valencia, 07.10.2020 (Gidey WR, Cheptegei WR) - OldSchoolRunner - 08.10.2020 (08.10.2020, 13:17)dominikk85 schrieb: Wieviel Kraft spart man eigentlich bei knapp über 20 kmh im Windschatten? Beim Radsport redet man da ja teilweise von 40%, aber da ist das Tempo viel höher und man ist in einem größeren Feld, während beim Laufen ja oft nur 1-3 Leute direkt vor einem sind.Ich würde vermuten, dass es sehr viel weniger ist. Aber auch nur ein paar Prozent "Kraftersparnis" machen bestimmt auch einige Sekunden aus. Ich denke, dass dies zudem sehr viel schwieriger zu messen ist, weil ein Läufer durch seine Bewegungen nicht so "windstabil" wie ein Radfahrer ist, der ja als Konstante sein fixiertes Rad und seinen fixierten Oberkörper hat. RE: NN Valencia World Record Day - Valencia, 07.10.2020 (Gidey WR, Cheptegei WR) - RalfM - 08.10.2020 "Wenn eine Strecke in kürzester Zeit gelaufen und möglichst die persönliche Bestzeit erreicht werden soll, dann spielt im Einsatz der Kraft das richtige Anfangstempo und das Erreichen vorbestimmter "Zwischenzeiten" nach genauem Zeitplan, also das Beibehalten eines gleichmäßig hohen Tempos, die ausschlaggebende Rolle" Toni Nett, Taktik im Kurz Mittel- und Langstreckenlauf, Schorndorf, 1950 (Seite 7) RE: NN Valencia World Record Day - Valencia, 07.10.2020 (Gidey WR, Cheptegei WR) - dominikk85 - 08.10.2020 (08.10.2020, 13:41)OldSchoolRunner schrieb:ist halt auch technisch schwerer zu messen, beim Rad hast du eine Watt kurbel und da siehst du dann das du vorne 400 Watt treten musst und weiter hinten nur 320 (nur als beispiel), so was kannst du beim laufen kaum messen.(08.10.2020, 13:17)dominikk85 schrieb: Wieviel Kraft spart man eigentlich bei knapp über 20 kmh im Windschatten? Beim Radsport redet man da ja teilweise von 40%, aber da ist das Tempo viel höher und man ist in einem größeren Feld, während beim Laufen ja oft nur 1-3 Leute direkt vor einem sind.Ich würde vermuten, dass es sehr viel weniger ist. Aber auch nur ein paar Prozent "Kraftersparnis" machen bestimmt auch einige Sekunden aus. aber klar, selbst wenn der hintere nur 5% weniger Watt leisten muss um das Tempo zu halten kann das natürlich schon ein paar Sekunden ausmachen. RE: NN Valencia World Record Day - Valencia, 07.10.2020 (Gidey WR, Cheptegei WR) - lor-olli - 08.10.2020 Luftwiderstand steigt nicht linear an, sondern zum Quadrat. Relevant wird dieser ab etwa einer Geschwindigkeit von 20 km/h relativer Luftgeschwindigkeit, das bedeutet, bei Gegenwind von 10 km/h und Laufgeschwindigkeit von 10 km/h also auch für den Durchschnittsmarathoni wirksam. Die Kraftersparnis / den Mehraufwand hat man über die Sauerstoffaufnahme gemessen, bei nur einem Vorläufer ist der physische Vorteil bei 15km/h relativem Wind gering, ca. 1% - 1.5%, bei 20 km/h knapp 2%. Beim Laufen in der Gruppe, insbesondere wenn die Vorläufer in Keilform laufen ( wie bei Kipchoge's Sub 2 Marathon) kann das bis zu 4 oder 5% anwachsen, auch abhängig davon wie viel größer oder kleiner die Vorderleute sind - Frauen profitieren also meist stärker mit Männern vorweg. Die Messungen sind fehlerbehaftet, weil die Bewegungen der Läufer nicht unbedingt koordiniert erfolgen (Synchronität der Arme und Beine), der Abstand variiert (bei mehr als 2m verliert sich der Vorteil schnell), das Windschattenlaufen nicht immer im besten Winkel zum entgegenströmenden Wind erfolgt (die Radfahrer fahren bei Wind seitlich von vorn auf "Windkante"). Fazit: bei kräftigem Gegenwind ist der Vorteil bedeutend, bei einer relativen Windgeschwindigkeit von 40 km/h Gegenwind kann man 15-20% Energie sparen! Voraussetzung ist natürlich ein optimaler Abstand, Wind genau von vorn, ein größerer Vorläufer, synchronisiertes Laufen… (beim Radfahren viel leichter möglich und wegen des höheren Tempos oft entscheidend) Übrigens: wenn man eine Strecke bei gleichbleibenden Wind hin und zurück läuft, gleicht der Vorteil durch Rückenwind den Nachteil durch Gegenwind nicht aus (nur zu ca. 60-70%, abhängig auch davon ob man allein oder in der Gruppe läuft) Sich allein auf die Kraftersparnis durch Windschattenlaufen zu verlassen funktioniert also eher nur bei Experimenten wie dem Sub 2h Marathon. RE: NN Valencia World Record Day - Valencia, 07.10.2020 (Gidey WR, Cheptegei WR) - dominikk85 - 08.10.2020 Danke, 2-4% bei weltklassetempo sind Natürlich nicht viel, da ist es dann wohl eher der mentale Effekt einen vor sich zu haben wo man sich festbeißen kann. RE: NN Valencia World Record Day - Valencia, 07.10.2020 (Gidey WR, Cheptegei WR) - Dr. Klaus - 08.10.2020 (08.10.2020, 15:35)dominikk85 schrieb: Danke, 2-4% bei weltklassetempo sind Natürlich nicht viel, da ist es dann wohl eher der mentale Effekt einen vor sich zu haben wo man sich festbeißen kann.Koko lief im letzten Jahr im Alleingang 5K in 14.26min. 1 Prozent Krafteinsparung bedeutet bei 2,50min pro km: 1,7sec Bei 2% Krafteinsparung auf den ersten 3K (Tempomacherin a la Gidey) wären das rund 10 sec Verbesserung (3x3,4) . Bei 4% wären es schon 20sec und damit so schnell wie der neue Weltrekord von Gidey! Aus diesen Überlegungen leite ich ab, dass die Krafteinsparung deutlich niedriger sein dürfte bei bedingugen wie in Valencia. Es dürften maximal 1-1,5% sein. Wenn man das annimmt, wäre Koko bei gleicher Kraftanstrengung ca. 14.20min gelaufen. Im übrigen glaube ich schon, dass auch Koko das Potential zu Zeiten an die 14min hat bei genau getimten Rennen. Wichtig dabei ist, dass keine große Konkurrentin mitläuft, weil sich dann die Taktik des Rennens verändert! RE: NN Valencia World Record Day - Valencia, 07.10.2020 (Gidey WR, Cheptegei WR) - dominikk85 - 08.10.2020 (08.10.2020, 16:51)Dr. Klaus schrieb:wobei die rechnung is nicht ganz aufgeht, da ja auch bei gutem pacemaking die letzten 35-40% der Strecke alleine gelaufen werden müssen, sprich bei einem 5k WR ist man spätestens ab 3k alleine weil es keine weiblichen Pacemaker gibt die 4km im WR Tempo laufen können und auch für 3k brauchst du schon eine ziemlich starke Dame (wie hier chepkoech)(08.10.2020, 15:35)dominikk85 schrieb: Danke, 2-4% bei weltklassetempo sind Natürlich nicht viel, da ist es dann wohl eher der mentale Effekt einen vor sich zu haben wo man sich festbeißen kann.Koko lief im letzten Jahr im Alleingang 5K in 14.26min. 1 Prozent Krafteinsparung bedeutet bei 2,50min pro km: 1,7sec RE: NN Valencia World Record Day - Valencia, 07.10.2020 (Gidey WR, Cheptegei WR) - RalfM - 08.10.2020 Und außerdem sind dieses Jahr die Trainingsbedingungen besonders gut. RE: NN Valencia World Record Day - Valencia, 07.10.2020 (Gidey WR, Cheptegei WR) - alex72 - 08.10.2020 Also diese Leistungen die klar besser sind als in den EPO Zeiten sind für mich nicht nachvollziehbar. Entweder sind es die neuen Schuhe oder perfektioniertes Doping. Mir ist sonst keine plausiblen Erklärungen für diese neuen Leistungssprünge bekannt. |