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Johanna Martin geht in die NCAA (University of Texas) - Druckversion

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RE: Johanna Martin geht in die NCAA (University of Texas) - Atanvarno - 21.12.2025

(21.12.2025, 09:54)Befürworter schrieb: Und selbst wenn es eine Kollision geben und das College sie nicht freistellen würde, könnte Johanna Martin immer "Tschüssikowski" sagen und mit ihren Credits an ein anderes College oder eine Universität irgendwo auf der Welt wechseln, falls man sonst mit der Frauen- und Mixed-Staffel die Teilnahme an den Olympischen Spielen riskieren sollte.

Und die würden ihr bestimmt ein Stipendium im Wert von (s. oben) 250-300T Dollar geben, nachdem sie gerade bewiesen hätte, dass ihr Starts für Deutschland (bei aus Collegesicht unwichtigen Wettkämpfen) wichtiger sind als Einsätze für die Uni Rolleyes

Ich bin mir auch relativ sicher, dass sich Martin all dieser Dinge vollauf bewusst ist und den unbedingten Einsatz fürs Uniteam als Kernpunkt ihres Daseins als Student Athlete akzeptiert. Mit Blick auf Einsätze im Nationalteam sollte und wird Ziel ihres Trainings in Texas die Einzelnorm sein. Die Staffelqualifikation muss dann eben an ihrer Verfügbarkeit ausgerichtet werden und nicht umgekehrt.


RE: Johanna Martin geht in die NCAA (University of Texas) - Reichtathletik - 21.12.2025

Ich würde mich entsprechend bedanken, wenn ich ein Team zur WM mit bringen und dann aussortiert werde für jemanden, der vorher "keine Zeit" hatte. Da muss man sich als Verband auch andersherum fragen, wen man ggf vergrault. Sonst steht halt Irgendwann niemand für die Quali zur Verfügung, wenn das weder mit Kader noch mit sonst was geehrt wird.


Übrigens war Neugebauer dieses Jahr bei der DM Wink


RE: Johanna Martin geht in die NCAA (University of Texas) - runner5000 - 21.12.2025

(21.12.2025, 12:25)Reichtathletik schrieb: Übrigens war Neugebauer dieses Jahr bei der DM Wink

Was hat das da denn mit zu tun?
Er hat sein Studium in 2024 beendet und seitdem keinerlei College Verpflichtungen mehr. Dementsprechend konnte er in diesem Jahr auch das erste Mal in Götzis an den Start gehen, was vorher nie möglich war.

Wann wird hier im Forum endlich mal verstanden, dass, wenn man so ein hochdotiertes Stipendium unterschreibt, das College über allem steht und danach erstmal ganz lange nichts kommt?
Die Unis geben diese Unmengen an Geld aus, um bei den NCAAs zu gewinnen, nicht um WM oder Olympiamedaillengewinner zu produzieren. Das ist allenfalls ein schöner Nebeneffekt.


RE: Johanna Martin geht in die NCAA (University of Texas) - mariusfast - 21.12.2025

(21.12.2025, 12:38)runner5000 schrieb:
(21.12.2025, 12:25)Reichtathletik schrieb: Übrigens war Neugebauer dieses Jahr bei der DM Wink


Wann wird hier im Forum endlich mal verstanden, dass, wenn man so ein hochdotiertes Stipendium unterschreibt, das College über allem steht und danach erstmal ganz lange nichts kommt?
Die Unis geben diese Unmengen an Geld aus, um bei den NCAAs zu gewinnen, nicht um WM oder Olympiamedaillengewinner zu produzieren. Das ist allenfalls ein schöner Nebeneffekt.

+1 und ja das ist dann die Konsequenz, wenn es in Deutschland kein besseres System & Förderungssystem gibt. Durch "Ehre & Stolz" allein wird man nicht Weltklasse. Die paar anderen Sportarten wie Biathlon, die Reichtathletik meint, haben ja auch ganz andere Bedingungen, zumindest für die besten Athleten ( Ansonsten ist es woanders noch schlimmer als in der LA). Da gibt auch der Staat mehr Geld aus. Aber das will ja Reichtahtleitk auch nicht, weil wir sparen müssen. Ein Mäzen, der wild mit Scheinen winkt, ist auch nicht die Lösung. 


Aber klar die Ehre soll es wieder richten Big Grin

Edit: Ist das nicht genau das was Reichtathletik C.D. vorwirft? Andere sollen die Strukturen und Trainingsarbeit bereitstellen und er will die Früchte ernten. Dass ein Bienenfeld europ. Klasse hat, hat eher weniger mit Deutschland etwas zu tun..


RE: Johanna Martin geht in die NCAA (University of Texas) - TranceNation 2k14 - 21.12.2025

(21.12.2025, 12:38)runner5000 schrieb: Wann wird hier im Forum endlich mal verstanden

Gar nicht.

Franchises finanzieren Athleten an, damit sie sich nicht um 100% ihrer Lebenshaltungskosten kümmern müssen --> schlecht, weil keine Infrastruktur

Athleten bekommen Stipendien, die sie sportlich und beruflich durch indirekte Finanzierung und Infrastruktur weiterbringen --> schlecht, weil die Stipendien nicht-DLV-konforme Ansprüche haben

Athleten wechseln Präsenzstudium zu Onlinestudium, um mehr Zeit für Leistungssport zu haben --> schlecht, weil zu kurzfristig gedacht

Lösungsansätze:

- NCAA-geförderten Athleten DLV-Förderung und Nominierung verwehren
- Ablösesummen für Athelten, sodass die fördernde Institution vermutlich weniger Geld zur Verfügunghat, die den Athleten zugute kommt
- Erhöhung der intrinsischen Motivation (bei den Beispielen oben sicher 0 gegeben)


Irgendwie fehlt mir die Phantasie, was man jetzt machen soll. Außer, sofort ein NCAA-artiges System in Deutschland oder besser Europa zu etablieren (das Lokalderby 4x4 Mixed LMU vs. TU München fesselt mich jetzt schon), wobei wir dazu erstmal Studiengebühren verzehnfachen müssen, damit sich ein Stipendium lohnt, oder auf der Stelle vom Vereins- aufs Trainingsgruppensystem umzustellen, mit dem klaren Cut Amateur- vs. Profi-LA und Athleten-bezahlter Infrastruktur. Funktioniert beides bestimmt super.


RE: Johanna Martin geht in die NCAA (University of Texas) - aj_runner - 21.12.2025

(21.12.2025, 12:25)Reichtathletik schrieb: Ich würde mich entsprechend bedanken, wenn ich ein Team zur WM mit bringen und dann aussortiert werde für jemanden, der vorher "keine Zeit" hatte. Da muss man sich als Verband auch andersherum fragen, wen man ggf vergrault. Sonst steht halt Irgendwann niemand für die Quali zur Verfügung, wenn das weder mit Kader noch mit sonst was geehrt wird.

Das ist doch ein üblicher Vorgang. Jana Becker wurde dieses Jahr auch in die U20-Staffel genommen anstatt der nominellen Ersatzläuferin. Von kurzfristig eingesetzten 400 m Hürdenläufer ganz zu schweigen.
Finde es immer wieder interessant, wie Du versuchst, Fälle zu konstruieren, um Deine Meinung belegen zu können  Huh


RE: Johanna Martin geht in die NCAA (University of Texas) - Befürworter - 21.12.2025

(21.12.2025, 10:21)runner5000 schrieb: Selten so einen ahnungslosen Post zu diesem Thema gelesen. NCAA Athleten stehen bis zu den Nationals im Juni für nichts anderes zur Verfügung.

Aha, und weshalb ist dann der Kanadier Christopher Morales Williams 2024 bei den World Relays gestartet, obwohl er im selben Jahr auch für die University of Georgia NCAA-Champion geworden ist? Und das war nur der erste Name, der bei den Suche nach 400-Meter-Läufern an US-Colleges in dem Jahr angezeigt wurde. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, und ahnungslos ist man manchmal selbst.

(21.12.2025, 11:53)Atanvarno schrieb: Und die [andere Unis] würden ihr bestimmt ein Stipendium im Wert von (s. oben) 250-300T Dollar geben, nachdem sie gerade bewiesen hätte, dass ihr Starts für Deutschland (bei aus Collegesicht unwichtigen Wettkämpfen) wichtiger sind als Einsätze für die Uni  Rolleyes

Es würde also keine einzige von hunderten US-Unis auch nur ansatzweise darüber nachdenken, einer dann hoffentlich in der erweiterten Weltspitze laufenden Athletin ein Stipendium zu geben, weil sie an einem einzigen Wochenende ihrer gesamten Studienzeit, an dem sowieso keine relevanten NCAA-Wettkämpfe stattfinden, lieber die Olympiaqualifikation von zwei Staffeln sichern möchte? Dieselben Colleges, die im Studienjahr 2024/2025 die Wechsel von über 3200 Footballspielern mit Sportstipendien von einer anderen Uni ermöglicht haben? Dass ich auch ausdrücklich von Universitäten anderswo auf der Welt als Wechseloption geschrieben habe, wird da auch gleich mal ignoriert.

Es könnte übrigens auch denkbar sein, dass es die Verantwortlichen an US-Colleges nicht unbedingt als ihre Hauptaufgabe sehen, ihren Studenten mit aller Macht die Teilnahme an den Olympischen Spielen zu verbauen.


RE: Johanna Martin geht in die NCAA (University of Texas) - Befürworter - 21.12.2025

Weil Johanna Martins Relevanz für das Track-und-Field-Programm ihrer Universität mehrfach kleingeredet wurde, darf man übrigens auch mal schauen, welchen potentiellen Beitrag sie dort leisten kann. Mit ihrer aktuellen Saisonbestleistung wäre sie 2025 in den Finals schon Siebte geworden, und das noch ohne das Potential für weitere Verbesserungen, dass sicher auch die Longhorns in ihr sehen. Ihre Uni hatte noch nicht mal eine Läuferin ins Halbfinale gebracht. Da wird man in Texas sehr froh sein, dass man sie von sich hat überzeugen können. Und ebenfalls würde es sich sehr gut fürs Recruiting machen, wenn eine eigene Studentin 2028 in drei Wettkämpfen bei den Olympischen Spielen im eigenen Land antritt.


RE: Johanna Martin geht in die NCAA (University of Texas) - runner5000 - 21.12.2025

(21.12.2025, 16:31)Befürworter schrieb:
(21.12.2025, 10:21)runner5000 schrieb: Selten so einen ahnungslosen Post zu diesem Thema gelesen. NCAA Athleten stehen bis zu den Nationals im Juni für nichts anderes zur Verfügung.

Aha, und weshalb ist dann der Kanadier Christopher Morales Williams 2024 bei den World Relays gestartet, obwohl er im selben Jahr auch für die University of Georgia NCAA-Champion geworden ist? Und das war nur der erste Name, der bei den Suche nach 400-Meter-Läufern an US-Colleges in dem Jahr angezeigt wurde. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, und ahnungslos ist man manchmal selbst.

1. Ausnahmen bestätigen die Regel. Dafür kann es viele Gründe geben.
2. Deine Aussage zielte auf etwas völlig anderes ab. Du hast die ganze Diskussion als vollkommen irrelevant bezeichnet, weil die World Relays 2028 nicht mit der NCAA kollidieren würden. Das zeigt einfach nur, dass du keine Ahnung vom Wettkampfsystem im US-Collegesport hast. Die Saison geht von September bis Juni und endet mit dem Zeitpunkt entweder mit den NCAA Finals oder entsprechend früher, wenn man sich nicht qualifiziert hat.
3. Gib mir doch mal eine Liste der deutschen Athleten, die in den letzten Jahren in der NCAA waren und in dem relevanten Zeitraum Wettkämpfe außerhalb der USA bestritten haben. Ich könnte spontan nicht einen benennen. Bei Till Steinforth haben Apeldoorn und Nanjing in diesem Jahr nur funktioniert, weil er die Saison geredshirtet hat.
4. Ich erinnere nochmal an die Aussage von Benne Anderson im Auslaufen Podcast, als es um seine WM-Perspektive für Tokio ging. Das wäre bei einem anderen Saisonverlauf nicht unmöglich gewesen. Eine Teilnahme hätte ihm seine Uni aufgrund der NCAA Crosssaison verwehrt.

(21.12.2025, 09:54)Befürworter schrieb: Die ganze Diskussion ist völlig irrelevant, weil die World Relays 2028 am 22. und 23. April stattfinden, die First Round der NCAA aber wie immer erst Ende Mai.
Hier nochmal dein Zitat.

(21.12.2025, 16:31)Befürworter schrieb:
(21.12.2025, 11:53)Atanvarno schrieb: Und die [andere Unis] würden ihr bestimmt ein Stipendium im Wert von (s. oben) 250-300T Dollar geben, nachdem sie gerade bewiesen hätte, dass ihr Starts für Deutschland (bei aus Collegesicht unwichtigen Wettkämpfen) wichtiger sind als Einsätze für die Uni  Rolleyes

Es würde also keine einzige von hunderten US-Unis auch nur ansatzweise darüber nachdenken, einer dann hoffentlich in der erweiterten Weltspitze laufenden Athletin ein Stipendium zu geben, weil sie an einem einzigen Wochenende ihrer gesamten Studienzeit, an dem sowieso keine relevanten NCAA-Wettkämpfe stattfinden, lieber die Olympiaqualifikation von zwei Staffeln sichern möchte? Dieselben Colleges, die im Studienjahr 2024/2025 die Wechsel von über 3200 Footballspielern mit Sportstipendien von einer anderen Uni ermöglicht haben? Dass ich auch ausdrücklich von Universitäten anderswo auf der Welt als Wechseloption geschrieben habe, wird da auch gleich mal ignoriert.

Es könnte übrigens auch denkbar sein, dass es die Verantwortlichen an US-Colleges nicht unbedingt als ihre Hauptaufgabe sehen, ihren Studenten mit aller Macht die Teilnahme an den Olympischen Spielen zu verbauen.
Woher willst du jetzt wissen, dass am Wochenende der World Relays 2028 keine NCAA-relevanten Wettkämpfe stattfinden?
Was bringt ein Wechsel an eine nicht US-Uni aus Sportsicht? Dann kann man auch direkt in Deutschland bleiben.

Die Hauptaufgabe der Verantwortlichen und Trainer an US-Colleges ist es, ihre Uni zu maximalen Erfolg bei den NCAAs zu führen. Alles andere ist irrelevant. Und wenn eine Olympiaquali dabei stört, ist das so. Das hat doch nichts damit zu tun, dass man Olympiaqualis aktiv verhindern möchte. Man kann sich die Aussagen auch so zurecht biegen, wie es einem passt.


RE: Johanna Martin geht in die NCAA (University of Texas) - Reichtathletik - 21.12.2025

Wenn hier ein Verein sagen würde, X startet nicht für Deutschland, da ist unser Vergleichswettkampf und zudem noch sagt, wir wollen das jemand jedes Wochenende zweimal rennt, wäre der Aufschrei groß und jeder würde raten, dass man dem Verein die Athletin wegnimmt. Übrigens insbesondere zu Martins Vielstarterei hatten wir das schon.
Und hier wird es von zig Leuten direkt verteidigt.

Mir drängt sich bei den ganzen NCAA- und GA-Fans hier der Verdacht auf, es geht ausschließlich darum es anders zu machen als der Verband und die alten Vereine. Hauptsache Disruption, immer drauf.

Es liegt übrigens in der Natur der Sache, dass (insbesondere Online) eher das kritische kommentiert wird. Das heißt nicht dass ich alles schlecht finde. Aber ich sehe eher einen Mehrwert in einer Diskussion über Dinge in denen ich Verbesserungsbedarf sehe, als dass ich hier in die Tasten haue um Sachen zu loben. Sowas mache ich im persönlich Gespräch und direkten Austausch.

Aber jemand kann gerne zur Weihnachtlichen Stimmung hier einen Thread aufmachen: Dinge, die gut laufen. Kann da auch einiges aufführenWink