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AntiDoping: GPS-Ortung von Athleten für Dopingtests - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: AntiDoping: GPS-Ortung von Athleten für Dopingtests (/showthread.php?tid=600) |
RE: AntiDoping: GPS-Ortung von Athleten für Dopingtests - Atanvarno - 04.10.2014 (04.10.2014, 13:48)MZPTLK schrieb: Zur Erinnerung: Und das rechtfertigt es, Sportler mit Zwangsmaßnahmen zu drangsalieren, denen sich kein normaler Bürger aussetzen muss. Fragezeichen. RE: AntiDoping: GPS-Ortung von Athleten für Dopingtests - Robb - 04.10.2014 (04.10.2014, 14:15)Atanvarno schrieb:Wäre sehr interessant, was die betroffenen Sportler darüber denken, empfinden sie es als "drangsalieren", als notwendiges Übel oder als persönlicher Beitrag zum Antidoping-Kampf?(04.10.2014, 13:48)MZPTLK schrieb: Zur Erinnerung: RE: AntiDoping: GPS-Ortung von Athleten für Dopingtests - Atanvarno - 04.10.2014 (04.10.2014, 15:09)Robb schrieb: Wäre sehr interessant, was die betroffenen Sportler darüber denken, empfinden sie es als "drangsalieren", als notwendiges Übel oder als persönlicher Beitrag zum Antidoping-Kampf?Die meisten werden es vermutlich als notwendiges Übel hinnehmen in der Hoffnung, dass ihnen ein paar Betrüger vom Hals geschafft werden. Gerne wird diesen Beitrag wohl kaum jemand leisten. Insofern könnte man mir vorwerfen, dass ich für etwas streite, was die Betroffenen gar nicht wollen. Aber Anlass dieses Diskussionsfadens war ja eine bisher noch nicht umgesetzte Idee für eine Maßnahme, die man als weitere Verschärfung der Einschränkungen, denen sich ein Leistungssportler im Anti-Dopingkampf unterwirft, sehen kann. Und da fand ich, dass ein Punkt erreicht ist, an dem man auch im Interesse der Sportler den Schlusstrich ziehen muss. Die sich darin anschließende Grundsatzdiskussion hat in Bereiche geführt, wo das theoretisch wünschenswerte sich eventuell nicht mehr mit dem praktisch notwendigen deckt. Trotzdem wäre es mir wesentlich sympathischer, wenn mit Hochdruck die Nachweismethoden weiter verfeinert würden, so dass lückenlose Erreichbarkeit und kurzfristige Tests gar nicht mehr nötig wären. Erste Überlegungen zur Kontrolle von Genmarkern, die durch Doping dauerhaft verändert werden gibt es ja schon (wobei man sich da dann natürlich wieder die Frage stellen muss, inwieweit es gerechtfertigt ist, Genuntersuchungen an Sportlern vorzunehmen). Besissene Situation
RE: AntiDoping: GPS-Ortung von Athleten für Dopingtests - Robb - 04.10.2014 Ich fände komplette Nachtests sehr sinnvoll, niemand kann sich sicher sein, dass seine Dopingmethode, die aktuell nicht nachweisbar ist, in der Zukunft genauso sicher ist. Aber nachgetestet werden nur Proben von Grossereignissen, es müßte JEDER Test vor Ablauf der Verjährung nochmal mit neuesten Methoden getestet werden. RE: AntiDoping: GPS-Ortung von Athleten für Dopingtests - MZPTLK - 04.10.2014 (04.10.2014, 14:15)Atanvarno schrieb:Wenn der 'normale' Bürger in irgendeinen Verein eintritt,(04.10.2014, 13:48)MZPTLK schrieb: Zur Erinnerung: hat er er immer dessen Regeln zur Kenntnis zu nehmen und zu unterschreiben: - Tierschutzverein - Polizei - Partei usw. Ich kann natürlich in keinen Verein eintreten, dann bin ich immer noch in mehreren 'Vereinen': Bundesrepublik, EU, NATO, UNO... Mit allen Rechten und -wer hätte das gedacht - mit allen Pflichten, aber wer (aner)kennt die schon? RE: AntiDoping: GPS-Ortung von Athleten für Dopingtests - RalfM - 04.10.2014 (04.10.2014, 13:40)Robb schrieb: Du läßt aber den Betrugsaspekt, also die Opfer, des Dopings im Profisport links liegen. Was ist mit den sauberen Athleten, die wegen eines Dopers das Finale verpassen und denen deshalb die Förderung gekürzt/gestrichen wird? Die statt 20000 nur 10000 Dollar Prämie erhalten, oder 300 Euro Förderung im Monat weniger. Markus Esser wurden durch Doper zwei Medaillen gestohlen, die ihm nach vielen Jahren doch noch zugesprochen wurden, er wurde auf kriminelle Weise betrogen und die Geldbeträge, um die es da gehen kann, geben Dopingbetrug strafrechtliche Relevanz. Wenn du jemanden um 10000 Euro betrügst, kommst du in den Knast (oder zumindest Bewährung), wenn ein Profisportler durch Doping jemanden um 10000 Euro betrügt, darf er nicht mehr starten, sonst nichts, das soll fair sein? Das ist ein berechtigter Einwand, aber nur ein Hilfsargument. Die Förderungsinstitutionen müssen die Sachlage kompetent bewerten und ihre Unterstützungszusagen entsprechend erteilen. Das ist deren Aufgabe! Niemand will, dass Betrüger alles abziehen und ehrliche Sportler in die Röhre gucken. Diskutieren müssen wir die Wege zur Ehrlichkeit. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es falsch ist, alle hochleistungsfähigen Leichtathleten von vorn herein Verbrechern gleichzusetzen und sie in ihrem alltäglichen Leben mit Überwachungsinstrumenten zu traktieren, die ansonsten verurteilten Straftätern vorbehalten sind. Diese Diskussion sehe ich in einem größeren Zusammenhang über diesen winzigen Denkfaden heraus. Eine Sinnfrage. Es wird bald gefragt werden, welchen Sinn Leichtathletik im Sinne des 20. Jahrhunderts noch ergibt, wenn sich außerhalb von Diktaturen kaum noch ein Veranstalter für olympische Wettbewerbe findet. Aber andere Baustelle, mag jemand anderes eröffnen. RE: AntiDoping: GPS-Ortung von Athleten für Dopingtests - Atanvarno - 04.10.2014 (04.10.2014, 21:11)MZPTLK schrieb:(04.10.2014, 14:15)Atanvarno schrieb:Wenn der 'normale' Bürger in irgendeinen Verein eintritt,(04.10.2014, 13:48)MZPTLK schrieb: Betrug ist eine strafbare HandlungUnd das rechtfertigt es, Sportler mit Zwangsmaßnahmen zu drangsalieren, denen sich kein normaler Bürger aussetzen muss. Fragezeichen. Du ignorierst weiterhin zwei schon angesprochene Punkte: 1) der Eintritt in einen Sportverein ist für einen Berufssportler nicht freiwillig. Er muss das tun, um seinen Beruf ausüben zu können 2) Vereine dürfen sich keine Regeln geben, die gegen Gesetze verstoßen RE: AntiDoping: GPS-Ortung von Athleten für Dopingtests - MZPTLK - 04.10.2014 (04.10.2014, 21:14)RalfM schrieb: Das ist ein berechtigter Einwand, aber nur ein Hilfsargument. Die Förderungsinstitutionen müssen die Sachlage kompetent bewerten und ihre Unterstützungszusagen entsprechend erteilen. Das ist deren Aufgabe!Gut, konkrete Vorschläge? Nach welchen Massgaben, Regeln und Sanktionen sollen die Förderungsinstitutionen(wer?) handeln? Wege zur Ehrlichkeit können nicht der Freiwilligkeit überlassen werden, das Ding ist empirisch lange durch. Oder kannst Du den neuen, ehrlichen Menschen erschaffen? Per se wird niemand mit Verbrechern gleich gesetzt, aber wir müssen eine Koexistenz von Unschuld- und Schuldvermutung installieren, auch wenn es in unsere Köpfe schwer reingeht. Es geht nur mit Beidem. RE: AntiDoping: GPS-Ortung von Athleten für Dopingtests - MZPTLK - 04.10.2014 (04.10.2014, 21:24)Atanvarno schrieb: Du ignorierst weiterhin zwei schon angesprochene Punkte: Zu 1: Wie grausam! Aber so ist das im (Erwachsenen-)Leben. Aber was hindert ihn eigentlich daran, auf Änderung der Bestimmungen hin zu wirken, oder bei Nicht-Akzeptanz einen Alternativ-Verband zu gründen? Zu 2: Darum sind schon seit langer Zeit Konformität schaffende Gesetzesänderungen überfällig. RE: AntiDoping: GPS-Ortung von Athleten für Dopingtests - Atanvarno - 04.10.2014 (04.10.2014, 21:28)MZPTLK schrieb: Per se wird niemand mit Verbrechern gleich gesetzt, aber wir müssen eine Koexistenz von Unschuld- und Schuldvermutung installieren, auch wenn es in unsere Köpfe schwer reingeht.Mit der Argumentation kann man auch Prism rechtfertigen. Willkommen in der schönen neuen Überwachungswelt, wir haben ja schließlich nichts zu verbergen
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