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Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? (Update: Ersteres) - Druckversion

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RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - runner5000 - 31.01.2024

Hier wird das ganze etwas ausführlicher dargestellt:
https://www.sport1.de/news/leichtathletik/2024/01/leichtathletik-ratselhafte-wendung-in-deutschem-doping-fall-bericht-uber-krebs-befund


RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - Atanvarno - 31.01.2024

Sport1 hat ja auch seinen embedded journalist im Forum Wink


RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - mark1967 - 31.01.2024

Von dem Kommunikationsdesaster abgesehen, an dem ich keinen Zweifel habe, verstehe ich doch vieles an der Sache nicht. Da ist zu einem medizinische Einschätzung von "Chirurg", dann die Tatsache, dass sie mit Diagnose und Chemotherapien knapp hinter sich an einem Wettkampf teilnimmt. Sie wusste doch offenbar, was sie an Medikamenten bekommen hat, und dass sie noch keine offizielle "Erlaubnis" dafür hatte.
Zum anderen ist es für mich völlig unvorstellbar, sich sowas auszudenken. Fragen über Fragen. In jedem Fall steht wieder mal der DLV ganz mies da.


RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - tobitobs - 31.01.2024

(31.01.2024, 20:36)Delta schrieb:
(31.01.2024, 19:04)Freaky schrieb: Ich frage mich ja auch immernoch:
Wenn die Probe von September ist, warum wird das jetzt veröffentlicht?
Das wird doch keine 4-5 Monate dauern, bis die Probe analysiert wird, oder?

Wenn das Labor nicht komplett überlastet ist, dauert das 1 Monat maximal. Benfares hatte nur 1 Wettkampf im Mai 2023.

Das war mehr eine Pacing Aufgabe für die 3000m U20 EM Norm von Sofia.


RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - tobitobs - 31.01.2024

(31.01.2024, 21:26)Atanvarno schrieb: Sport1 hat ja auch seinen embedded journalist im Forum Wink

Den gestrigen Artikel mit dem Interview von Herrn Sörgel und dem Fokus auf das Pharmaziestudium von Sara Benfares fand ich aber angesichts der aktuellen Informationslage auch nicht so gelungen.


RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - Atanvarno - 31.01.2024

Das stimmt allerdings.


RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - frontrunner800 - 31.01.2024

Also dermaßen zahlreiche Ermüdungsbrüche wie in einem Text geschrieben (die unglaubliche Zahl von zehn wurde genannt, wenn ich mich richtig erinnere) hatte sie mit Sicherheit nicht. Ich habe die letzten Jahre auf ihrem Insta Account mir angeschaut, und da sehe ich eine Kontniuität mit regelmäßigen Berichten über ihr Training und immer wieder neu aufgestellte Bestzeiten in Wettkämpfen. Ein Ermüdungsbruch braucht einige Monate der Heilung. Da sehe ich in ihrer Argumentation schon so etwas wie eine Unstimmigkeit.


RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - Chirurg - 31.01.2024

(31.01.2024, 12:20)siebenschläfer schrieb:
(31.01.2024, 11:05)vedo schrieb: https://www.spe15.fr/sara-benfares-une-triste-histoire-de-maladie-et-dopage/
Hier ein aktueller französischer Artikel mit Zitaten von ihrem Vater. Zusammengefasst sagt er:
- die Krebsdiagnose kam im August
- EPO sei ihr gegeben worden, weil ihr Hämatokritwert auf 27% gesunken war
- Testosteron um die Knochen zu stärken
- die positive Probe ist vom 30. September
- seither versuchen sie eine Berücksichtigung des medizinischen Falls zu erreichen (inklusive drei Besuchen in Bonn), aber sie hatte keine TUE
- er habe dem Arzt erzählt, dass seine Tochter als Leistungssportlerin eine TUE brauche, aber der Arzt sei der Auffassung gewesen, dass man keine Zeit zu verlieren habe

Hinsichtlich der EPO-Vergabe ist sogar von einem deutschen Arzt die Rede, die Bilder auf Instagram sind derweil ja aus einem französischen Krankenhaus.

Ich frage mich noch, wie eine solche Krebsdiagnose, mit offenbar nicht glimpflichen Verlauf ("keine Zeit verlieren", starken Medikamente noch im September etc.), mit einem, vom Ergebnis her ordentlichen Rennen Anfang Dezember zusammen passt.

Da passt nach wie vor einiges nicht fachlich-medizinisch zusammen, auf Instagram waren davor auch Bilder vom Training im September und Oktober 2023 von ihr zu sehen - oder waren das alte "Archiv-"Aufnahmen und nicht als solche kenntlich gemacht? Ebenfalls auf Instagram waren im Hintergrund CT-Bilder zu sehen: das was ich darauf erkennen kann, kommentiere ich bewusst nicht - vielleicht sind das nicht ihre eigenen CT-Bilder - der Name ist für mich nicht lesbar - deswegen möchte ich dazu inhaltlich nichts sagen, um nicht die nächsten Spekulationen loszutreten.

Ich finde den französischen Artikel nicht in sich fachlich schlüssig - wie schon in meinem vorherigen Beitrag geschrieben: die Diagnose "Knochenkrebs" ist keine eindeutig definierte Diagnose und eine sehr ungenaue Formulierung...die korrekte fachlich-medizinische Diagnose wurde bisher öffentlich nicht von der Familie mitgeteilt und ohne diese Klarstellung wird sie inhaltlich in der Akzeptanz ihres Verhaltens nicht weiterkommen. Unter einer derartigen Chemotherapie Training im Herbst (siehe oben) und Wettkampf inkl. Planung 2024 wären absolut unverantwortlich und so ein Patientenverhalten selbst im größten "Verleugnungstunnel" in den verschiedenen Phasen einer onkologischen Erkrankung habe ich noch bei keinem meiner Patienten gesehen. Und ich überblicke mittlerweile 22 Jahre universitärer chirurgischer Betreuung onkologischer viszeralchirurgischer und tumororthopädischer Patienten. Chemotherapie bedeutet selbstverständlich nicht immer die typischen bekannten Symptome wie Übelkeit/Erbrechen, Fatigue und Haarausfall - es gibt Chemotherapeutika, die z.B. nicht zum Haarausfall führen - aber Hochleistungssport mit Training auf diesem Niveau no way. Einige Chemotherapeutika (Anthrazykline) sind dagegen relevant kardiotoxisch. Kinder müssen dann regelmäßig (kinder-)kardiologisch mitbetreut werden - bis zu 30-40% dieser Kinder haben dauerhafte kardiale Probleme und müssen regelmäßig kardiologisch im Überlebensfall ihrer Tumorerkrankung kontrolliert werden.

EPO ist im übrigen auch kein "Notfall-"Medikament, wenn der Hb-Wert unter eine kritische Grenze fällt, dann transfundiert man akut Erythrocytenkonzentrate - EPO benötigt etwa 72-96 Stunden bis vermehrt Retikulozyten (junge Erythrocyten) aus dem Knochenmark ausgeschwemmt werden. Testosteron ist erst recht kein Notfall-Medikament.

Resultierende Fragen über Fragen anhand der bisherigen Darstellung in der Presse, DLV - aber auch eindeutig der fehlenden Kommunikation der Athletin/Familie.

@ Gertrud Schäfer: die meisten Dialysepatienten bekommen regelmäßige EPO-Gaben im Rahmen ihrer chronischen Niereninsuffizienz. Die Erklärung ist relativ einfach: körpereigenes EPO wird zu 90% in der Niere produziert, nur knapp 10% in der Leber - bei chronischem Nierenversagen fehlt dementsprechend auch diese ausreichende Hormonproduktion und es muss künstlich zugeführt werden. Man nennt diese Form der Anämie auch renale Anämie.


RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - frontrunner800 - 31.01.2024

(31.01.2024, 23:33)Chirurg schrieb:
(31.01.2024, 12:20)siebenschläfer schrieb:
(31.01.2024, 11:05)vedo schrieb: https://www.spe15.fr/sara-benfares-une-triste-histoire-de-maladie-et-dopage/
Hier ein aktueller französischer Artikel mit Zitaten von ihrem Vater. Zusammengefasst sagt er:
- die Krebsdiagnose kam im August
- EPO sei ihr gegeben worden, weil ihr Hämatokritwert auf 27% gesunken war
- Testosteron um die Knochen zu stärken
- die positive Probe ist vom 30. September
- seither versuchen sie eine Berücksichtigung des medizinischen Falls zu erreichen (inklusive drei Besuchen in Bonn), aber sie hatte keine TUE
- er habe dem Arzt erzählt, dass seine Tochter als Leistungssportlerin eine TUE brauche, aber der Arzt sei der Auffassung gewesen, dass man keine Zeit zu verlieren habe

Hinsichtlich der EPO-Vergabe ist sogar von einem deutschen Arzt die Rede, die Bilder auf Instagram sind derweil ja aus einem französischen Krankenhaus.

Ich frage mich noch, wie eine solche Krebsdiagnose, mit offenbar nicht glimpflichen Verlauf ("keine Zeit verlieren", starken Medikamente noch im September etc.), mit einem, vom Ergebnis her ordentlichen Rennen Anfang Dezember zusammen passt.

Da passt nach wie vor einiges nicht fachlich-medizinisch zusammen, auf Instagram waren davor auch Bilder vom Training im September und Oktober 2023 von ihr zu sehen - oder waren das alte "Archiv-"Aufnahmen und nicht als solche kenntlich gemacht? Ebenfalls auf Instagram waren im Hintergrund CT-Bilder zu sehen: das was ich darauf erkennen kann, kommentiere ich bewusst nicht - vielleicht sind das nicht ihre eigenen CT-Bilder - der Name ist für mich nicht lesbar - deswegen möchte ich dazu inhaltlich nichts sagen, um nicht die nächsten Spekulationen loszutreten.

Exakt!


RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - longbottom - 01.02.2024

(31.01.2024, 23:33)Chirurg schrieb: Ich finde den französischen Artikel nicht in sich fachlich schlüssig - wie schon in meinem vorherigen Beitrag geschrieben: die Diagnose "Knochenkrebs" ist keine eindeutig definierte Diagnose und eine sehr ungenaue Formulierung...die korrekte fachlich-medizinische Diagnose wurde bisher öffentlich nicht von der Familie mitgeteilt und ohne diese Klarstellung wird sie inhaltlich in der Akzeptanz ihres Verhaltens nicht weiterkommen.

Vorneweg: Ich habe nicht die geringste Ahnung, was ich von der Sache generell halten soll und was glaubhaft ist oder nicht. Deshalb äußere ich mich dazu nicht.

Aber zu diesem Punkt speziell möchte ich etwas sagen:

Die Familie ist beim besten Willen nicht verpflichtet, die exakte Diagnose über Benfares' Krankheit zu veröffentlichen. Der Artikel ist außerdem nicht für eine Ärztezeitschrift geschrieben, sondern für die Öffentlichkeit und soll einen groben Eindruck der Geschehnisse aus Sicht der Familie darstellen. Knochenkrebs ist etwas, unter dem sich die meisten Menschen etwas vorstellen können. Und der Begriff als solcher wird auch von Fachleuten verwendet, zum Beispiel hier vom Personal des Universitätsklinikums in Ulm:  https://www.uniklinik-ulm.de/comprehensive-cancer-center-ulm-cccu/fuer-patienten-und-angehoerige/krebserkrankungen/knochentumoren.html

Zu schreiben, dass die Familie von Benfares beim Krankheitsbild mehr ins Detail gehen sollte, um sich glaubwürdiger zu machen, finde ich daher nicht korrekt. Zumal wir nicht wissen, ob sie das bei der NADA oder an anderen Stellen nicht getan hat.

Sollte eine schwere Krankheit vorliegen, hat jeder Patient das Recht, dass seine genaue Diagnos enicht veröffentlicht wird. Wenn sie das wollen, gut. Wenn nicht, auch gut.