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Sportförderung in Deutschland im Vergleich mit anderen Nationen - Druckversion

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RE: Sportförderung in Deutschland im Vergleich mit anderen Natione - runner5000 - 26.08.2023

(26.08.2023, 20:00)alex72 schrieb:
(26.08.2023, 18:22)Reichtathletik schrieb:
(26.08.2023, 18:06)runner5000 schrieb: Gerade findet zu diesem Thema in der ARD ein Interview mit Jörg Bügner statt. Das sollte hier mal im Nachein genauer analysiert werden.

War leider eher nichtssagend. Bügner hat kritisiert, dass Deutschland in einigen Disziplinen den Anschluss verloren hat und in einigen, explizit nannte er Mittelstrecke, anders als andere europäische Länder nicht mals mehr dabei sind.
Dass Deutschland weniger Geld ausgebe hat er eher schulterzuckend akzeptiert, dann müsse man halt kleinere Brötchen backen oder innovativ sein. 
Allerdings muss man auch fragen, was er groß sagen soll, er wird ja kaum Leute vor der Kamera zuerflücken und die Fragen waren jetzt auch eher allgemein als dass da konkrete Antworten kommen sollten. Was ich leider vermisse, sowohl von den Interviewern als auch Verantwortliche, dass für die Ursachen und Konsequenzen auf mehr als nur die Spitze der Nationalmannschaft geblickt wird. Da war der DFB bei seiner (letzten) Krise viel aktiver, hat intensiv in das Gewinnen von Übungsleitern investiert und dafür gesorgt das Zig Bolzplätze errichtet wurden. Sowas müsste man auch für die LA machen.

Bürgner hat für Leichtathletik auch keinerlei Qualifikation.

Da kann ich auch genausogut den Platzwart in Darmstadt interviewen..

Wen hätte man auf die Position setzen sollen?


RE: [geteilt] WM 2023 (Tag 7) - Budapest, 25.08.2023 - Leipziger - 26.08.2023

(25.08.2023, 16:02)runner5000 schrieb: Solche Statistiken sind auch heftig:
1.) Bundesmittel für Bundessportverbände 2022: 103 Millionen Euro
2013-2022-IST-sport-foerderung-spitzensportverbaende.pdf;jsessionid=3BE129AE1AB9596B5D441C4631DCA935.2_cid340 (bund.de)

2.) Bundeshaushalt 2024 Sport um 10 Prozent gekürzt auf 276 Millionen Euro zzgl. Ausgaben für Berufsport (Polizei, Bund etc.)
Bundeshaushalt 2024: Deutlich weniger Sportförderung trotz Olympia (faz.net)

Leos Uni hat schon einen Sportetat, der fast genauso hoch ist, wie die unter 2.) genannte Summe. Ich glaube das sagt schon alles.

Das geht eben mit der politischen Priorisierung der deutschen Regierung einher. Man will gefühlt "Weltmeister" in der Aufnahme und Versorgung fremder Menschen sein. Dass das im Mittel jede Menge Geld kostet, welches dann folgerichtig an anderer Stelle fehlt, verraten Blicke in Arbeitslosen- und Kriminalitätsstatistiken oder in die Haushaltsplanungen der Kommunen, die nun statt des neuen Sportplatzes eher neue Unterkünfte für besagten Personenkreis bezahlen.

Die deutschen Leichtathleten würden sich vermutlich auch über die über 300 Millionen Euro freuen, die man für inzwischen entsorgten Corona-Impfstoff ausgegeben hat (bis Januar wird die Zahl vermutlich auf >1 Mrd. Euro steigen).


RE: Sportförderung in Deutschland im Vergleich mit anderen Nationen - Delta - 26.08.2023

Warum soll das nicht finanzierbar sein. Deutschland hat so 15-20 Olympiastützpunkte. Leverkusen sollte auch einer sein.
Aus meiner Sicht zu klein zuwenig gepflegt die Anlagen. Bahn müsste längstens erneuert werden.

Pappendahl ist relativ alt wurde 1970 ungefähr gegründet. Richtig Schub gab es aber erst ab Jahr 2000 ca.
Der Fokus, Schule, Training, Physio und die Biomechaniker an einem Ort spart viel Gekd und Zeit. Die haben alles digitalisiert.
Wenn der Verbandschef kommt und den Meuwly nach den Staffeln fragt hat der ipad charts vor sich.


RE: Sportförderung in Deutschland im Vergleich mit anderen Nationen - alex72 - 27.08.2023

Allein der Betrieb Theater und Opern in D werden jedes Jahr mit mehreren Milliarden gefördert.

Dagegen sind die Fördermittel des Spitzensports lächerlich.


RE: Sportförderung in Deutschland im Vergleich mit anderen Nationen - runner5000 - 27.08.2023

Zukunft der Leichtathletik-WM: WM jedes Jahr oder in Saudi-Arabien? Coe schließt nichts aus | sportschau.de

Davon halte ich gar nichts.


RE: Sportförderung in Deutschland im Vergleich mit anderen Nationen - dominikk85 - 27.08.2023

(27.08.2023, 11:12)alex72 schrieb: Allein der Betrieb Theater und Opern in D werden jedes Jahr mit mehreren Milliarden gefördert.

Dagegen sind die Fördermittel des Spitzensports lächerlich.

Wobei das auch kein fairer vergleich ist, ich behaupte mal wenn man alle Ausgaben für Sport nimmt (Bau und Erhalt von  sportstätten, sportförderung, Stützpunkte etc) Düften die Ausgaben für Sport höher sein als die Ausgaben für Kultur, zumal das meiste davon ja nicht vom Bund sondern von Ländern und Kommunen getragen wird.

Hier sind zum Beispiel etwas ältere zahlen nach denen allein betrieb und Bau von sportstätten mehr als 15 Milliarden im Jahr kostet.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1076413/umfrage/gesamtausgaben-fuer-deutsche-sportstaetten-nach-kostenkategorie/

Man kann ja nicht die Gesamtausgaben für Kultur mit einem kleinen Teilbereich der sportförderung vergleichen.

Trotzdem kann man  natürlich diskutieren ob die sportförderung nicht höher sein sollte. Andere Länder haben teilweise eine höhere Förderung, allerdings oft auch für weniger Athleten.


RE: Sportförderung in Deutschland im Vergleich mit anderen Nationen - alex72 - 27.08.2023

Die Milliarden sind nur Betriebskosten keine Baukosten.


RE: [geteilt] WM 2023 (Tag 7) - Budapest, 25.08.2023 - dominikk85 - 27.08.2023

(25.08.2023, 16:02)runner5000 schrieb: Solche Statistiken sind auch heftig:
1.) Bundesmittel für Bundessportverbände 2022: 103 Millionen Euro
2013-2022-IST-sport-foerderung-spitzensportverbaende.pdf;jsessionid=3BE129AE1AB9596B5D441C4631DCA935.2_cid340 (bund.de)

2.) Bundeshaushalt 2024 Sport um 10 Prozent gekürzt auf 276 Millionen Euro zzgl. Ausgaben für Berufsport (Polizei, Bund etc.)
Bundeshaushalt 2024: Deutlich weniger Sportförderung trotz Olympia (faz.net)

Leos Uni hat schon einen Sportetat, der fast genauso hoch ist, wie die unter 2.) genannte Summe. Ich glaube das sagt schon alles.

Die meisten kosten für Sport sind nicht im bundesetat sondern bei ländern und Kommunen. Dieses Argument ist ein häufiger strohmann der auch zum Beispiel beim Thema Bildung gerne verwendet wird ("wir geben mehr für Militär als für Bildung aus"), das stimmt wenn man den bundesetat anschaut, aber nicht wenn man kosten für länder und Kommunen dazurechnet


RE: Sportförderung in Deutschland im Vergleich mit anderen Nationen - Oliver - 27.08.2023

Ich denke nicht, dass es unseren Spitzenathleten an finanzieller Unterstützung fehlt. Aus meiner Sicht führen viele sogar ein Luxusleben. Sie fahren teure Autos, machen Trainingslager in der Schweiz, die Hotels sind meistens auch nicht die unterste Kategorie. Ich habe mich schon oft gefragt, wer dies finanziert. Es haben ja nicht alle Multimillionäre als Eltern. Anderseits wird uns oft suggeriert, dass die armen Athleten am Hungertuch nagen und die Sporthilfe ruft regelmäßig bei mir an, ob ich nicht bereits wäre meine monatliche Zuwendung zu erhöhen.

Die Trainingsbedingungen, wie z.B. in Frankfurt an der Hahnstraße in Zusammenspiel mit der Leichtathletik-Halle in Kalbach, scheinen auch weltweit nicht die schlechtesten zu sein.

Geld alleine macht noch keine Olympiasieger. Es muss richtig eingesetzt werden. Haben wir in Deutschland Programme um Talente besser zu entdecken? Wieso gibt es keine Talentscouts, welche sich in regelmäßigen Abständen den Schulsport anschauen, bzw. wie können die Lehrer besser geschult werden, Talente zu entdecken. Dies hat zu Zeiten der DDR sehr gut funktioniert. Ich konnte mir vorstellen, dass jedes Jahr jede Schulklasse einen Leistungstest absolvieren muss. Anhand von Scoringpoints könnten gewissen Eignungen festgestellt werden, welche dann gezielt gefördert werden könnten. Das Datenschutzgesetzt ist hier natürlich wieder hinderlich, so dass es vermutlich nur zulässig ist, dass man den Lehrer ein Indikator schickt, dass in seiner Klasse ein Talent vorhanden ist, welches gezielt gefördert werden sollte. Der Lehrer muss dieses dann im Alleingang ausfindig machen und es motivieren sich einen geeigneten Verein anzuschließen.
Wie hier schon oft kritisiert wurde, scheint es auch bei einigen Trainern die Bereitschaft zu fehlen, sich kontinuierlich weiterzubilden und sein eigenes Tun ständig zu reflektieren. Dies kann nur funktionieren, wenn dies der Trainer auch möchte. Ein Besuch von ein paar Fortbildungen ist hier mit Sicherheit kein Erfolgsrezept, sondern dient maximal als Denkanstoß. Es macht auch keinen Sinn andere Erfolgskonzepte zu kopieren. Man muss sich diese anschauen und versuchen es noch besser zu machen. Ziel ist es ja, dass man besser ist als die Konkurrenz. Die japanische Industrie hat dieses Prinzip schon sehr früh für sich entdeckt und Hilfsmittel, wie z.B. das Kanban-System entwickelt.


RE: Sportförderung in Deutschland im Vergleich mit anderen Nationen - runner5000 - 27.08.2023

(27.08.2023, 12:29)Oliver schrieb: Ich denke nicht, dass es unseren Spitzenathleten an finanzieller Unterstützung fehlt. Aus meiner Sicht führen viele sogar ein Luxusleben. Sie fahren teure Autos, machen Trainingslager in der Schweiz, die Hotels sind meistens auch nicht die unterste Kategorie. Ich habe mich schon oft gefragt, wer dies finanziert. Es haben ja nicht alle Multimillionäre als Eltern. Anderseits wird uns oft suggeriert, dass die armen Athleten am Hungertuch nagen und die Sporthilfe ruft regelmäßig bei mir an, ob ich nicht bereits wäre meine monatliche Zuwendung zu erhöhen.
Welche Athleten sind damit gemeint?
Hinzu kommt, dass es bei der finanziellen Unterstützung auch nicht um die absoluten Spitzenathleten (Gina, Niklas, Malaika, KoKo, Gesa etc.) geht, sondern um die jüngeren und diejenigen aus der zweiten Reihe, die sich für eine internationale Meisterschaft qualifizieren möchten bzw. es gerade so geschafft haben. Vernüftig leben und gleichzeitig sich ganz auf den Sport konzentrieren, können in Deutschland eigentlich nur die oben genannte Gruppe, weil ihre Leistungen + Vermarktung genügend Sponsorengelder abwerfen, und all diejenigen, die in der Sportfördergruppe bei Polizei und Bundeswehr sind. Und dabei wissen wir auch alle, dass dies an eine PK-Mitgliedschaft geknüpft ist, die erstens teilweise schwerer zu erreichen ist als eine Teilnahme in Rom nächstes Jahr und die zweitens auch immer nur befristet ist, weil sich der Kaderstatus jedes jahr ändern kann. Florian Bremm bspw. weiß nicht, ob er nächstes Jahr noch die Möglichkeiten hat, die er in diesem Jahr hatte trotz der großartigen Entwicklung, die er in diesem Jahr genommen hat.