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Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - Druckversion

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RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - Diskusmann - 24.09.2019

(24.09.2019, 13:14)lor-olli schrieb: ...Verbandsvertreter die nur in den Verlautbahrungen umgedacht haben, lassen das Dopinggeschwür wieder wachsen...
"Verlautbahrungen" ist sehr schön in diesem Zusammenhang! Freud?


RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - MZPTLK - 24.09.2019

Wenn wir überwiegend Staatsamateure haben, 
können sich die DM umbenennen in Deutsche Polizei- und Bundeswehr-Meisterschaften.
Dann kaufe ich mir keine Eintrittskarte mehr.

Und was ist, wenn die Probanden mit Anfang 30 aus der Staatsalimentation 
als Feldwebel oder Polizeimeister ausscheiden?
In der sog. freien Wirtschaft dürften dann nicht unbedingt glorreiche Berufsaussichten bestehen.
Was ist, wenn sie dabei bleiben, oft notgedrungen, in einem Beruf,
der keine Berufung oder Liebesheirat darstellt?

Suboptimal, da müssen andere Lösungen her.


RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - Sprunggott - 24.09.2019

Alle Athleten/innen in den Sportfördergruppen bei Zoll, Bundespolizei sind Beamte (meist auf Lebenszeit, wenn keinen goldenen Löffel gestohlen). Auch bei der Landespolizei geht es nach dem Sport in der Polizei weiter, oft auch als Beamte. 
Das ist doch die beste soziale Absicherung die es gibt !
Bei der Armee ist klar, dass ich mich entweder danach weiter verpflichte oder (mit BFD Übergang / Abfindung) ausscheide. 
Wenn ich dann trotzdem feststelle, dass ich meinen Beruf verfehlt habe, werde ich halt Postbote.  Thumb_up


RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - benutzer - 24.09.2019

das mit der Polizei und dem Zoll stimmt.
Meist werden das Beamte.
Wer spricht da noch von zu wenig Förderung?
Ich behaupte mal, wenn denn die Leichtathletik sterben sollte( was ich nicht glaube) dann nicht an zu wenigen Spitzenathleten sondern an der wegbrechenden Basis in den kleinen Vereinen, den fehlenden Kindern und Jugendlichen.
Die könnten sich über fehlende Unterstützung beklagen.


RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - MZPTLK - 24.09.2019

Weil das so ist, und wegen der bedauerlichen Tendenzen:
Hochachtung vor den immer noch vielen in der Leichtathletik Tätigen, 
wo und auf welcher Ebene und unter welchen - widrigen -Umständen auch immer,
die unverdrossen diesen schönen Sport betreiben und unterstützen!
Macht euer Ding weiter, egal, was von aussen oder von 'oben' kommt oder nicht kommt!
Thumb_upDanke


RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - lor-olli - 25.09.2019

(24.09.2019, 16:12)Diskusmann schrieb:
(24.09.2019, 13:14)lor-olli schrieb: ...Verbandsvertreter die nur in den Verlautbahrungen umgedacht haben, lassen das Dopinggeschwür wieder wachsen...
"Verlautbahrungen" ist sehr schön in diesem Zusammenhang! Freud?
Danke, der MUSSTE sein! Merke: zu schnell laufen ist genau so riskant wie zu schnell tippen…
(täglich viel, 10 Finger blind und vor allem ohne nachträgliche Kontrolle…) kann man getrost zu Grabe tragen…
 oder : der Spötter wird zum Gespött… Big Grin


RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - krebsan - 25.09.2019

(24.09.2019, 14:24)aj_runner schrieb: Bereits bei der U12 fangen die Teilnehmerfelder an einzubrechen, spätestens bei der U14 sieht es ganz dünn aus. Auf den Sportfesen werden von den Schülern bis zu den Senioren die Läufe / Disziiplinen zusammengelegt.
Ich kenne ja die Situation vor allem in der Schweiz. Und da beginnt die Leichtathletik in der U12 eigentlich erst richtig, und mit grossen Teilnehmerfeldern. Bis U14 oder gar U16 ist auch noch alles einigermassen im Lot.
Aber dann haben wir mehrere Problemfelder: Eine "harte" Ergebnisrückmeldung, die nicht so prickelnd ist, wenn die Leistungen bald einmal nicht mehr besser werden (wegen zu wenig Training, Gewichtszunahme gerade bei Mädchen, usw.). Zudem erwacht die Erkenntnis, dass man eigentlich nicht mit den besten mithalten kann - in Teamsportarten ist das anders, da sind irgendwie immer alle gut...
Dazu kommt die Fokussierung auf Leistungsathleten in vielen Vereinen, die nach Rahmentrainingsplan jedes Jahr ein Training pro Woche mehr erwarten und die Gruppen verkleinern. Leistungsorientierte Breitensportler (die aus verschiedenen Gründen nicht mehr können oder wollen), die vielleicht 2-3x wöchentlich trainieren und gelegentlich an einem Wettkampf antreten möchten, bleiben mangels Angebot auf der Strecke.
Und die Spezialisierung auf 1-2 Disziplinen reduziert natürlich automatisch die Teilnehmerfelder an den Wettkämpfen, weil statt 3-5 Einsätzen plötzlich nur noch einer ansteht.


RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - MZPTLK - 25.09.2019

Zitat:Lor-olliDanke, der MUSSTE sein! Merke: zu schnell laufen ist genau so riskant wie zu schnell tippen…
(täglich viel, 10 Finger blind und vor allem ohne nachträgliche Kontrolle…) kann man getrost zu Grabe tragen…
 oder : der Spötter wird zum Gespött… Big Grin

Geht mir ähnlich hier, ich setze mich entspannt Blamagen aus
nach dem Motto:
wer Tippfehler findet, darf sie behalten!


RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - dominikk85 - 26.09.2019

Ein Problem bei Beruf plus Sport ist auch das die Leute heutzutage diversere Hobbies und Freizeitgestaltung haben. 

natürlich geht Sport und job/Studium auf Top Niveau, aber dann muss man halt auf alles andere verzichten, bzw. die Familie muss das. Früher war es halt so Vater macht den Job und den Rest in der Familie macht die Frau, da wurde den Männern von aufopfernden Frauen sehr der Rücken freigehalten und wenn Sport dann das einzige Hobby war und es der Familie reichte wenn man beim Abendessen da ist und Sonntag einen Ausflug macht gehen eben auch 50 Stunden arbeiten und 30 Stunden Training irgendwie.

so funktionieren die meisten jüngeren Leute (ich würde sagen teilweise zum glück) nicht mehr, heute ist es eher ein Drittel Arbeit, ein Drittel hobbies/Sport und ein Drittel Familie. 

wenn man neben Arbeit und Sport sich noch gut um die Familie kümmert, Freunde trifft, Instagram postet und andere Hobbies hat wird die Zeit eben knapp.

das Problem ist es nicht so sehr Karriere und Sport zu vereinbaren, sondern diese Dinge mit den ganzen anderen ablenkungen des Lebens unserer Zeit zu vereinbaren.

es gibt halt nur noch wenige Leute die so asketisch leben und alle anderen ablenkungen ausblenden. Diese Bereitschaft zur aufopferung egal ob für Familie oder Beruf ist so nicht mehr gegeben (gibt natürlich ausnahmen), das motto unserer zeit ist individualität, vielfältige freizeitgestaltung und "work life balance".


RE: Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - Drizzt - 26.09.2019

(23.09.2019, 10:48)MZPTLK schrieb: Das ist mir alles zu sehr aus der Sicht von nationaler oder internationaler Konkurrenzfähigkeit gesehen.
Das soll die ganze Leichtathletik sein? Angry

Ich kann mich noch dunkel erinnern, als ich Examen gemacht habe:
Der Tag hat 24 Stunden!
8 Stunden Pennen
10 Stunden Lernen(incl. WE = 70!!! Stunden/Woche), mehr geht nicht, bzw. ist nicht effektiv
2 Stunden Training
2 Stunden Essen, Einkaufen, Toilette, Zeitung lesen...
2 Stunden für Leute treffen Disco, Abhängen, usw...

Macht locker 14 Stunden Training pro Woche,
damit sind schon sehr gute Leistungen drin.
Wenn die nicht für nationale oder internationale Medaillen reichen, dann eben nicht.

Oder man schraubt den Trainingsaufwand runter auf sagen wir 6 Stunden/Woche.
Damit ist man immer noch in der Lage, gute Leistungen zu bringen,
wenn auch nicht auf nationalem Spitzenniveau.
Wenn man die LA nicht mit wenig(er) Aufwand und auif einem bescheideneren Leistungsniveau
betreiben kann oder will, hat man da eigentlich nichts verloren.
Egal mit welchem Talent, mit welchem Aufwand oder auf welchem Niveau,
LA kann immer Spass machen.

Wenn man wie heute die meisten Smartphone Zombies schon über 4 Stnden täglich
mit demselben verbrät und sogar während des Trainings seine neuen Likes auf Facebook
checken muss, geht das natürlich alles von der Zeit ab.
Piet Klocke lässt grüssen!
Und wo bringst du in deiner Berechnung Sachen wie Anfahrtswege, kochen,Regeneration nach dem Training,Haushalt... unter?  Huh
Ganz davon abgesehen,dass das heutige Bachelor-/Master-studiensystem,glaube ich zumindest, enger und härter getaktet ist als in der guten alten Zeit.  Wink