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Louisa Grauvogel - Vereins - und hypothetischer Disziplinwechsel - Druckversion

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RE: Louisa Grauvogel - Vereins - und hypothetischer Disziplinwechsel - Atanvarno - 01.10.2018

(30.09.2018, 22:57)Drizzt schrieb: Aus dem Artikel:"„Was ich besser finde, ist die Teamdynamik“, erzählt sie. Grauvogel trainiert in einer Gruppe mit einem Dutzend Sportlern, alle mit ähnlichem Programm."
Sie scheint also jemand zu sein, die lieber nicht alleine trainiert.

Ebenso kann man dem Artikel aber entnehmen, dass sich Grauvogel des von Gertrud aufgezeigten Problems im Gruppentraining durchaus bewusst ist

Zitat:Ein Nachteil: Für das Feilen an der individuellen Technik bleibt weniger Raum.



RE: Louisa Grauvogel - Vereins - und hypothetischer Disziplinwechsel - dominikk85 - 01.10.2018

Vielleicht wäre bei so einem athleten sogar ein gemischtes training von vorteil, sprich gewisse dinge in der gruppe (gerade bei Sprint und lauf brauchen manche den push), und dann noch extra solo technikeinheiten.

ä


RE: Louisa Grauvogel - Vereins - und hypothetischer Disziplinwechsel - Diak - 01.10.2018

Darin liegt doch gerade der Reiz - für jede(n) den Weg zu finden, der passt. Wer nicht bereit ist, vieles alleine oder gemeisam mit dem inneren Schweinehund zu machen, bekommt sicher Probleme. Sparringspartner finde ich für Läufe wichtig, insbesondere für die ruhigen, umfangreichen. Technikeinheiten allein bringen erhebliche Vorteile, technisch und mental. Um wenige Topathleten lassen sich prima sehr unterschiedliche Trainingspartner(innen) gruppieren, zB auch Spezialisten.
Für Talente kommt es also darauf an, zunächst den/die Trainer/in zu finden, die konzeptionell, menschlich und fachlich passt, dann muss der Standort stimmen: Uni/kurze Wege... wenn dann auch noch die Gruppe, der Ort, die Trainingsbedingungen und die Kohle stimmen sollen, zeigt sich, wie wenig wahrscheinlich das Optimum ist. 
Daraus lässt sich ableiten, dass wir
- mehr bessere Trainer brauchen, die gezielt gefördert werden müssen
​​​​​​- den Athletinnen bei Wechseln helfen müssen, was nicht immer leicht fällt, wenn man sie auch gern halten würde
- Zwangszentralisierung (s. Beachvolleyball) absolut kontraproduktiv ist, Athletenkarrieren zerstört und eine nachhaltige Entwicklung anspruchsvoller Disziplinen ausschließt.


RE: Louisa Grauvogel - Vereins - und hypothetischer Disziplinwechsel - unruh - 01.10.2018

mein Gott, keiner kennt L.Grauvogel direkt
aber alle,speziell eine haben laufend Detailevorschläge


RE: Louisa Grauvogel - Vereins - und hypothetischer Disziplinwechsel - krebsan - 01.10.2018

(01.10.2018, 09:36)unruh schrieb: mein Gott, keiner kennt L.Grauvogel direkt
aber alle,speziell eine haben laufend Detailevorschläge

Ehrlich gesagt finde ich die Diskussion sehr spannend. Für mich geht es eigentlich gar nicht um die eine Person, die ich auch nicht näher kenne. Sondern um die grundsätzlichen Überlegungen, die anhand dieses Beispieles geführt werden können.


RE: Louisa Grauvogel - Vereins - und hypothetischer Disziplinwechsel - Gertrud - 01.10.2018

(01.10.2018, 07:33)dominikk85 schrieb: Vielleicht wäre bei so einem athleten sogar ein gemischtes training von vorteil, sprich gewisse dinge in der gruppe (gerade bei Sprint und lauf brauchen manche den push), und dann noch extra solo technikeinheiten

So sehe ich das auch.

Gertrud


RE: Louisa Grauvogel - Vereins - und hypothetischer Disziplinwechsel - Gertrud - 01.10.2018

(01.10.2018, 09:42)krebsan schrieb:
(01.10.2018, 09:36)unruh schrieb: mein Gott, keiner kennt L.Grauvogel direkt
aber alle,speziell eine haben laufend Detailevorschläge

Ehrlich gesagt finde ich die Diskussion sehr spannend. Für mich geht es eigentlich gar nicht um die eine Person, die ich auch nicht näher kenne. Sondern um die grundsätzlichen Überlegungen, die anhand dieses Beispieles geführt werden können.

Sie liegen mir von der Art her, offen zu sein. Es gibt nicht nur einen Weg, weil es nicht nur die eine Athletin gibt. Ich scanne die Körper der Athleten ganz exakt und unterhalte mich natürlich auch eingehend mit ihnen, so dass ich mir einen Eindruck von den Athleten psychisch machen kann. Natürlich trifft man den Punkt auch nicht immer individuell ganz genau. Man hat wohl Kenntnisse, aber keine hellseherischen. 

Wir haben damals sogar einen Sparringspartner aus Wattenscheid, einen Sprinter in Sabines Leistungsklasse, nach San Diego mitgenommen. Es gibt zig Varianten auf die jeweiligen Athletinnen zugeschnitten. Nur bei einer großen Gruppe wird das immer schwieriger. Wir sind damals aufgrund meiner Überlegungen vollkommen neue Wege gegangen, weil ich von meinem Weg der sehr exakten Einflussnahme hinsichtlich Kraftkomponenten vollkommen überzeugt war. Ein Beispiel: Im Allgemeinen werden die Hamstrings nach bestimmten Mustern landaus - landein trainiert. Weil der biceps femoris caput longum rissfreudig ist, werden Übungen darauf zugeschnitten. Dann stehen viele ungläubig vor Verletzungen, weil sie glauben, das Problem gemeistert zu haben. Ich habe schon damals alles im Kontext gesehen und wusste um den nervalen Konsens, so dass sich hier das Prinzips des Loches im Flachdach und dem daraus resultierenden Wasser an einer anderen Stelle anbot. Wir haben das Problem völlig anders mit Erfolg gelöst. Das bedeutet permanentes "Auf-der Hut-sein". Das kann man nicht in einer großen Gruppe liefern. Da geht´s dann mehr über das Pushen und Schulterklopfen mit freudigem Gesichtsausdruck.

Auszug von Steffi Storps einstigem Forumsbeitrag: =14.0ptSSt =14.0ptBenutzer | Beiträge: 1 =14.0pt[img]file:///C:\Users\Getrudis\AppData\Local\Temp\msohtmlclip1\02\clip_image001.gif[/img] =14.0pt[Bild: 1pix_trans.gif] =14.0ptMo 19.04.2010 um 20:32:41 =14.0ptRe: Deutschland ist drittstärkste Leichtathletik-Nation=14.0pt (Bewertung: -, -)Liebe Leichtathletik Nation,
=14.0ptPunkt 1: Frau Schäfer hat nichts mit meinem Verschleiß zu tun !
Punkt 2: Frau Schäfer ist und bleibt eine "unangenehme", aber extrem gute Trainerin. In meinem Fall die Beste !
Punkt 3 : hätten wir aus persönlichen Gründen nicht unsere durchaus erfolgreiche Zusammenarbeit beendet, wäre ich vermutlich noch ein bisschen erfolgreicher gewesen und hätte nicht die Hüftprobleme, die ich leider habe.
Sie hat mal zu mir nach ihrer Karriere gesagt: "Heute würde ich alles so machen, wie Sie es haben wollten!" Meine Antwort: "Man sollte das Eisen schmieden, solange es heiß ist!" 
WinkThumb_up

Ich selbst bin schon eher ein Vulkan, der aber seine ganz leisen Auszeiten hinter den Büchern hat und sich vor allem sehr oft nimmt. Ich bin auf der permanenten Suche nach immer mehr Zusammenhängen. Es kommt doch nicht von ungefähr, dass ich Athletinnen in für mich neuen Disziplinen (Beate Peters - Speerwurf, Sabine Braun - Mehrkampf) übernommen und sie auf Anhieb in den Spitzenbereich geführt habe. Das kann eben nicht jede/r!!! Meine konzeptionelle Richtung stimmt, ist praktisch und wissenschaftlich untermauert und von immensem Fleiß fast täglich begleitet. Ich will mich heute ganz intensiv mit einem Extremitätenproblem beschäftigen und lese in fünf Bücher diagonal. Das ist für mich spannender als ein Krimi.  Thumb_up

Gertrud


RE: Louisa Grauvogel - Vereins - und hypothetischer Disziplinwechsel - Gertrud - 01.10.2018

Die Endergebnisse hängen sicherlich auch damit zusammen, inwieweit die Athletin mit Erwartungsdruck umgehen kann und in welchem Maße ihre Motivation auf allen Detailgebieten besteht oder ob sie in bestimmten Bereichen ein Motivationsdefizit hat. Muss immer nur das Umfeld die besten Bedingungen liefern oder ist sie in der Lage, auch aus suboptimalen Bedingungen das Beste zu machen?

Leverkusen müsste doch aufgrund der wahnsinnigen Stabhochsprung-Bedingungen die besten Stabhochspringer/innen in Europa oder sogar auf der ganzen Welt haben. Wenn das in der nächsten Dekade nicht erreicht wird, sollte man doch mal hinterfragen?! Ich will damit sagen, dass die Athleten eine unglaublich hohe Motivation mitbringen müssen, "um die Welt aus den Angeln zu heben". Dazu gehört für mich, auch mal mit nicht scheinbar ganz optimalen Bedingungen zu punkten. Manchmal ist der Trainer/ die Trainerin mit dem "richtigen" Durchblick (Mein Anspruch ist enorm hoch.) wichtiger im Erreichen des Zenits als die beste Anlage und die Gruppe. Es ist immer eine qualitative Detailfrage!!!

Gertrud


RE: Louisa Grauvogel - Vereins - und hypothetischer Disziplinwechsel - Drizzt - 01.10.2018

(01.10.2018, 09:42)krebsan schrieb:
(01.10.2018, 09:36)unruh schrieb: mein Gott, keiner kennt L.Grauvogel direkt
aber alle,speziell eine haben laufend Detailevorschläge

Ehrlich gesagt finde ich die Diskussion sehr spannend. Für mich geht es eigentlich gar nicht um die eine Person, die ich auch nicht näher kenne. Sondern um die grundsätzlichen Überlegungen, die anhand dieses Beispieles geführt werden können.

Das mag ja sein,aber kannst du dir auch vorstellen,wie es möglicherweise einem jungen Menschen gehen könnte,über den öffentlich diskutiert wird?
Ich bin jedenfalls froh,dass ich nie so gut war,um für irgendjemanden außer mir und meinen Trainern interessant zu sein.  Wink

Edit: vielleicht findet sie die Tipps auch gut und macht was positives draus,das kann natürlich sein.


RE: Louisa Grauvogel - Vereins - und hypothetischer Disziplinwechsel - Gertrud - 01.10.2018

(01.10.2018, 12:03)Drizzt schrieb: 
Das mag ja sein,aber kannst du dir auch vorstellen,wie es möglicherweise einem jungen Menschen gehen könnte,über den öffentlich diskutiert wird?
Ich bin jedenfalls froh,dass ich nie so gut war,um für irgendjemanden außer mir und meinen Trainern interessant zu sein.  Wink

Damit muss man als öffentliche Person leben können. Ansonsten sollte man zu Hause stricken. So ist es nun mal!!! Das sollte eben wie beim "Regen auf ein Dach mit Lotuseffekt" abtropfen.  Wink ‌Nur solche hartgesottenen Menschen kommen zur Spitze durch.

Wir prangern sie doch nicht an. Es müsste bei Louisa doch wie Sahne runtergehen, wenn sie von ihren multiplen Möglichkeiten im Mehrkampf- und Hürdenbereich trotz ihrer Defizite hört. Wir trauen ihr doch alle eine Menge zu.  Thumb_upFahne ‌Sie steht im Mittelpunkt der Öffentlichkeit und verdient unsere Aufmerksamkeit. Ich sehe das alles unheimlich positiv. Warum sollen wir in unserem Falle unsere Erfahrungen nicht weitergeben? Die letzte Entscheidung liegt doch bei ihr. Sollte ich sie mal treffen, würde ich sicherlich ein Gespräch nicht scheuen, falls sie interessiert ist.

Gertrud