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Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London (/showthread.php?tid=2311) |
RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - Atanvarno - 20.03.2017 (20.03.2017, 14:18)jonas90 schrieb:(20.03.2017, 12:20)DerC schrieb: Dazu gibt es mit der WMM-Wertung eine Art inoffiziellen Marathon Weltcup. Das Preisgeld der WMM ist aber geringfügig höher (500 000 zu 50 000)
RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - DerC - 20.03.2017 (20.03.2017, 13:35)beity schrieb: Danke für den authentischen Einblick. Ja, klar Training konnte man auch nachlesen. Aber es ging glaube auch auch die Wertschätzung, das ist eben auch wichtig, und ich meine mich noch an Interview mit Dörre-Heinig zu erinnern, wo sie sogar gesagt haben könnte, dass sie sich mit Arnes Training nicht beschäftigt habe. Das ist zwar jetzt die Bundestrainerin für die Frauen, aber wenn da einer in einer bestenfalls auf niedrigem Nievau stagnierenden Disziplin (zumindest bei den Männern) so einen raus haut, sollte das auch die Frauentrainerin interessieren. Und wenn dann so jemand öffentlich sagt „Damit beschäftige ich mich nicht“ dann geht das doch in Richtung Missachtung. Das heimliche Ziel (Quasi das A++ Ziel) war für Gabius der Europarekord. Daher auch die 1:03'30 als Ziel für die erste Hälfte, es waren dann ja sogar 1:03'23. Bei einer etwas schnelleren 2. Hälfte wären dann die 2:06'36 - die damals ER waren - drin gewesen. Aber es war auch klar, dass dafür alles hätte klappen müssen. Das hat Arne aber vorher natürlich nicht an die große Glocke hängen wollen. Mir konnte er das sagen, weil er wusste dass von dem Gespräch nix veröffentlicht werden würde bis der Marathon gelaufen sein würde, am Ende ist diese Passage in der VÖ aber glaube eh aus Platzgründen weggefallen. Wenn ich mich richtig erinnere, war ich auch einer der ersten, der ihn darauf angesprochen hat. Ich bin eben auch eher der Optimist und nicht so ein „zweckpessimistischer“ Fan wie es hier viele gibt. Wenn es nicht klappen würde, war klar dass er zumindest um den DR kämpfen würde. Das hat dann ja auch geklappt. An diesem Tag war es eben nicht drin, vermutlich aber mindestens eine hohe 2h07, wenn er etwas langsamer angelaufen wäre – weil wenn er die nicht eigentlich draufgehabt hätte, wäre er deutlich stärker eingebrochen. Vielleicht war der ER auch überhaupt nicht drin, auch nicht an einem besseren Tag. Aus meiner Sicht gab es aber gute Gründe, das zu versuchen. Hinterher weiß man immer mehr, aber eben auch dass der ER mittlerweile bei 2h06'10 steht und somit vermutlich für immer außer Reichweite. (20.03.2017, 13:35)beity schrieb: Sind die Bundestrainer nicht immer wieder mal bei Trainingseinheiten ihrer Kaderathleten dabei? Bin da auch nicht soo nah dran, ich vermute eher selten, und vor allem dann selten bei denen, die der BT aus irgendeinem Grund eh distanziert betrachtet. Mein Verdacht ist, (Gertrud Schäfer hat das hier glaube schon ähnlich geäußert) dass AthletInnen die eher Einzelkämpfer sind vom DLV grundsätzlich erst einmal eher skeptisch betrachtet werden, während AthletInnen von den ganz großen Vereinen eher eine Art Bonus bekommen. Kann aber auch gut sein, dass es individueller ist. Gabius hat sich eben auch immer wieder kritisch geäußert und sich gegen seiner Meinung nach nicht angemessene Behandlung verbal gewehrt und das sehen einige sicher nicht gern. Und ich denke auch dass so eine Begleitung gut wäre. Wenn man AthletInnen kennt kann man ja auch viel besser einschätzen, wie nahe die gerade an 100% Anstrengung sind etc. Aber ich glaube es ist wichtig, dass die AthletInnen wissen, es geht hier nicht um Überwachung im negativen Sinn oder gar Gängelung. Sondern dass da eben ein Bundestrainer auch den Respekt vor dem erkennen lässt, was der Athlet und das Team vor Ort leisten Gruß C RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - DerC - 20.03.2017 (20.03.2017, 14:42)Atanvarno schrieb:(20.03.2017, 14:18)jonas90 schrieb:(20.03.2017, 12:20)DerC schrieb: Dazu gibt es mit der WMM-Wertung eine Art inoffiziellen Marathon Weltcup. Das ist ein wichtiger Punkt, aber abgesehen von der finanziellen Entlohnung ist der Stellenwert des WMM Sieges höher, also bringt imo quasi mehr Ruhm und Ehre.Liegt insbesondere daran, dass die Stars eigentlich alle bei den Majors mitlaufen, während ein Farah z. B. meist gar nicht ernsthaft probiert, Diamond Race Sieger zu werden. Wenn die Stars nicht kommen, ist der Titel eben am Ende weniger wert. Manche im DLV haben das leider bis heute nicht verstanden, daher sind einige DMs immer noch Marginalien. Und Marathon WM alle 2 Jahre mit zu wenig Stars ist eben weniger wert als z. b. ein Sieg in London gegen das Gros der Stars. Manchmal denke ich, man sollte den Marathon ganz aus der normalen Bahn-WM nehmen. Stattdessen vielleicht den HM rein. Oder statt den 10000 einen 10km Straßenlauf. Gruß C [geteilt] DM Halbmarathon und Hannover-Marathon- 09.04.2017 - Astra - 15.04.2017 Arne Gabius hatte gestern ein Interview in der FAZ: http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/marathonlaeufer-arne-gabius-ueber-dlv-verzicht-auf-wm-2017-14966645.html Ich finde es schon interessant um welche Summen es da geht. Ich frage mich auch, was eigentlich das Trainingslager der Sprinter jedes Jahr kostet. RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - gera - 16.04.2017 mit seiner Meinung, die besten Jahre lägen noch vor ihm, dürfte Arne G. ziemlich allein dastehen. RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - Gertrud - 16.04.2017 Ich nehme an, dass das alles den Verband nicht interessiert. Eine medaillenlose Disziplin interessiert ihn absolut nicht - zumindest im Marathonbereich. Man hält ihn wahrscheinlich für wenig aussichtsreich auch in der Zukunft. Sie planen einfach anders. Der Marathonbereich ist international vorne nicht konkurrenzfähig und zudem sind oft die großen Läufe für Athleten interessanter als die Präsenz bei Marathonläufen bei EM, WM und OS. Das muss man einfach so sehen. Ob es an der Nicht-Beachtung oder an anderen Gründen liegt, kann ich weiß Gott nicht beurteilen. Ob ein Athlet sein Haus abbezahlen kann oder nicht, steht nicht im Verbandsfokus - auch nicht, ob ein Arzt erst eine Vollzeitbeschäftigung jenseits der 40 J. anstrebt. Hier prallen insgesamt Meinungen aufeinander, die nicht kompatibel sind. Wenn der Verband fördert, will er im Grunde die komplette Unterordnung. Ich selbst sehe die beste Lösung in einem guten Service des Verbandes bei voller Hingabe der Athleten, aber nicht in einer vollkommenen Knebelung. Hier muss auch einfach eine Vertrauensbasis eine sehr große Rolle spielen. Vielleicht sieht der Verband bei Arne Gabius und seinem Alter nicht die Basis einer Förderung hinsichtlich absolutem Topbereich. Er sieht sie wohl eher bei Kosenkow im Sprint z. B.. Es kommt also immer auf was und wer in welcher Disziplin mit wem an!!! Aber das "Denen werde ich es schon zeigen!" setzt doch auch Kräfte frei. Gertrud RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - jonas - 18.04.2017 Gabius hat momentan ganz andere Probleme. Und die Frage nach dem WM-Start war überflüssig, weil er noch nichtmal die Norm hat, auch die internationale nicht. RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - jonas - 18.04.2017 (16.04.2017, 07:43)gera schrieb: mit seiner Meinung, die besten Jahre lägen noch vor ihm, dürfte Arne G. ziemlich allein dastehen. Das beste Marathon-Alter ist 40. Alles klar ... PS: Bin unverdächtig, ist bekannt, dass ich nicht zu denen gehöre, die alle ab 30 abschreiben
RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - beity - 18.04.2017 Wenn Gabius seine Wettkampfambitionen und ganz wichtig, sein Training so anpasst, das 2:12 das Ziel sind, traue ich ihm das zu. Sollte er glauben, seine besten Zeiten kommen noch und er dementsprechend versucht seine Umfänge und Intensitäten diesem Ziel (das müsste dann ja Richtung 2:06/2:07 gehen) anzupassen, würde ich darauf wetten, das er es nicht packt. Vor einem Monat prognostiziert: Im Wettkampf wird irgendwas nicht passen, sei es der Magen, der Rücken macht dicht, Ischias, Fusswurzelblockade, grippaler Infekt..irgendwas wird der Körper signalisieren. Jetzt in Hannover war es die Achillessehne. Es gibt Athleten, die haben kaum glaubliche Comebacks hingelegt. Im Zehnkampf Schröder und vor allem Artur Abele. Bei Gabius kommt m.E. aber erschwerend dazu das er nicht nur umfangmäßig schon sich einiges auf seine Schultern geladen hat (die Karosserie war schon gut gefordert), sondern sich immer wieder auch energetisch erschöpft hat. Nüchternläufe sind ein probates Mittel, Gabius hat zusätzlich in dieser Stoffwechselsituation auch lange und vor allem intensive Einheiten eingestreut. Respekt, das ist hart und der Erfolg gab im Recht. Gab. Der Wendepunkt, soll man es Pyrrhussieg nennen, ist sein Einsatz beim Deutschen Rekord in Frankfurt vor 1,5 Jahren gewesen. Konnte man direkt nach dem Lauf nicht wissen. Er hatte durch diese Willensleistung und dem Resultat sehr viel an Renommee gewonnen. Packt er es doch noch mal, nochmal Respekt. Wäre ein Beleg dafür das der Wille stärker sein kann als der Körper. |