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Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Druckversion

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RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - trackwatchnds - 04.09.2026

Ich gebe zu, dass ich in dem Fall kaum mehr mitkomme. Erschwerend kommt hinzu, dass die Debatte mittlerweile komplett emotional aufgeladen und längst eine Lagerbildung eingetreten ist. Persönlich bin ich davon überzeugt (natürlich eine Mischung aus Bauchgefühl und Hoffnung), dass Ansah kein Betrüger ist und hier einfach einen richtig blöden Fehler gemacht hat, weil er die Situation falsch eingeschätzt hat und der Kontrolleur wahrscheinlich auch unsauber vorgegangen ist.
 Aber ist denn ein Szenario undenkbar, in dem Ansah auf dem Weg zum Flughafen seinen Manager oder Bayer anruft und sich etwas in der Art abgespielt hat:

Ansah: "Sitze jetzt im Auto. Wird knapp, aber sollte klappen. Hatte gerade einen Kontrolleur da, hat aber halt gar nicht gepasst und war auch außerhalb des Zeitfensters."
Manager (zögert): "Und dann?" 
Ansah: "Ja nix und dann. Hab ihm gesagt, dass ich zum Flughafen muss und er hat mich gehen lassen."
Manager: "Moment, bitte was?"
Ansah: "Was meinst du?"
Manager: "Hast du eine Probe abgegeben?"
Ansah: "Nein. Wie gesagt, ich war schon spät dran und er kam außerhalb des Fensters. War außerdem gerade vornher nochmal auf dem Klo."
Manager (fassungslos): "Sag mir bitte, dass das ein Scherz ist. Weißt du, was das bedeutet?!"
Ansah: "Ich... äh, keine Ahnung, was ist los? Er hat mir sogar viel Erfolg gewünscht."
Manager: "Das kann nicht dein Ernst sein. Dreh direkt um, das gibt sonst richtig Ärger!"
Ansah (auf einmal verunsichert): "Aber der Flug! Ich kann doch jetzt nicht..."
Manager (unterbricht): "Fahr sofort nach Hause zurück! Und sag mir ganz genau Bescheid. So ein Mist, man!"

Das Statement von Ansah ist sicherlich - und völlig verständlich - von Cherkeh aufgesetzt. Da stehen all diejenigen Dinge drin, die ein gewisses Bild in der Öffentlichkeit suggerieren und für eine erfolgreiche Verteidigung drin stehen müssen. Ohne dass ich damit sagen möchte, dass es nicht auch die Wahrheit abbilden könnte.


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - aj_runner - 04.09.2026

(04.09.2026, 18:28)trackwatchnds schrieb: Ich gebe zu, dass ich in dem Fall kaum mehr mitkomme. Erschwerend kommt hinzu, dass die Debatte mittlerweile komplett emotional aufgeladen und längst eine Lagerbildung eingetreten ist. Persönlich bin ich davon überzeugt (natürlich eine Mischung aus Bauchgefühl und Hoffnung), dass Ansah kein Betrüger ist und hier einfach einen richtig blöden Fehler gemacht hat, weil er die Situation falsch eingeschätzt hat und der Kontrolleur wahrscheinlich auch unsauber vorgegangen ist.
 Aber ist denn ein Szenario undenkbar, in dem Ansah auf dem Weg zum Flughafen seinen Manager oder Bayer anruft und sich etwas in der Art abgespielt hat:

Ansah: "Sitze jetzt im Auto. Wird knapp, aber sollte klappen. Hatte gerade einen Kontrolleur da, hat aber halt gar nicht gepasst und war auch außerhalb des Zeitfensters."
Manager (zögert): "Und dann?" 
Ansah: "Ja nix und dann. Hab ihm gesagt, dass ich zum Flughafen muss und er hat mich gehen lassen."
Manager: "Moment, bitte was?"
Ansah: "Was meinst du?"
Manager: "Hast du eine Probe abgegeben?"
Ansah: "Nein. Wie gesagt, ich war schon spät dran und er kam außerhalb des Fensters. War außerdem gerade vornher nochmal auf dem Klo."
Manager (fassungslos): "Sag mir bitte, dass das ein Scherz ist. Weißt du, was das bedeutet?!"
Ansah: "Ich... äh, keine Ahnung, was ist los? Er hat mir sogar viel Erfolg gewünscht."
Manager: "Das kann nicht dein Ernst sein. Dreh direkt um, das gibt sonst richtig Ärger!"
Ansah (auf einmal verunsichert): "Aber der Flug! Ich kann doch jetzt nicht..."
Manager (unterbricht): "Fahr sofort nach Hause zurück! Und sag mir ganz genau Bescheid. So ein Mist, man!"

Das Statement von Ansah ist sicherlich - und völlig verständlich - von Cherkeh aufgesetzt. Da stehen all diejenigen Dinge drin, die ein gewisses Bild in der Öffentlichkeit suggerieren und für eine erfolgreiche Verteidigung drin stehen müssen. Ohne dass ich damit sagen möchte, dass es nicht auch die Wahrheit abbilden könnte.

Die Variante passt auch nicht, weil wenn sein Manager sagt, er soll umdrehen, dann nicht um zu unterschreiben, sondern um die Probe abzugeben. Der Kontrolleur wäre in dem Fall auch selten doof - ganz ohne Emotionen  Big Grin


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Wandervogel85 - 04.09.2026

Letztlich haben Zeitdruck, Hektik und Naivität gepaart mit ein paar unglücklichen Umständen zu einem riesigen Chaos geführt aus dem vermutlich weder Ansah noch die NADA unbeschadet rauskommen.
Im Interesse aller Sportler hoffe ich hier auf eine schnelle Verhandlung und ein klares, nachvollziehbares Urteil. Auch um daraus klarere Richtlinien für Sportler und Tester ableiten zu können und gegebenenfalls falschinterpretierbare Punkte klarzustellen.
Eine schnelle Verhandlung sollte ja machbar sein, denn schließlich haben wir hier keinen positiven Test bei dem zunächst zahlreiche Lieferketten etc. auf Kontaminationen analysiert werden müssen.

So richtig und wichtig der Kampf gegen Doping auch ist, so ist es doch erstaunlich wie sehr die persönliche Freiheit der Sportler durch die ganzen Testprozedere eingeschränkt werden. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass für den Großteil der Athleten die Leichtathletik nur ein etwas besser bezahltes Hobby ist.


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - muffman - 04.09.2026

(04.09.2026, 17:10)TranceNation 2k14 schrieb:
(04.09.2026, 13:45)muffman schrieb: Und das Verhalten von Ansah war nicht nebulös? Kontrolle, gerade gepinkelt, Flug wichtiger als Kontrollle, scheinbar keine Ahnung vom Ablauf von Dopingkontrollen, losfahren, umkehren, keine Probe abgeben, Dokument unterschreiben ohne es zu lesen, im Nachhinein suggerieren, dass der Test eh ungerechtfertigt gewesen wäre, weil außerhalb des 60min Zeitfensters, etc. Was für eine Geschichte.

Ganz ehrlich: Wäre Ansah Jamaikaner oder Ami wäre das Thema hier schon längst erledigt.

Behaupte ich ja nicht. Aber unter anderem du sprechen ja die volle Schuld Ansah zu und entlasten den Kontrolleur völlig. Davon nehme ich Abstand.

Ich entlaste den Kontrolleur nicht vollständig. Es ist offensichtlich, dass da etwas in der Kommunikation falsch gelaufen sein muss. Aber so oder so muss Ansah halt die Probe abgeben. Das muss er wissen und im Zweifel hätte er mal jemanden anrufen müssen oder sowas. Bei so einem heiklen Thema wie Dopingkontrolle sicherst du dich halt im Zweifel lieber doppelt und dreifach ab. Die Dokumente richtig lesen etc. Und deswegen sage ich, dass es gar nicht so sehr auf das Verhalten des Kontrolleurs ankommt. Die AthletInnen sind bei den Kontrollen in Form einer negativen Probe in der Bringschuld. Der Kontrolleur ist im Endeffekt nur ein Kurier.


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Jonny - 04.09.2026

(04.09.2026, 13:15)runner5000 schrieb:
(04.09.2026, 12:52)trackANDfield schrieb: Ich bin nicht der Meinung, dass jeder Sportler wissen muss, wann ein Grund ausreichend ist. Dafür gibt es entsprechendes Fachpersonal.

Doch, das muss jeder Sportler wissen. Denn es gibt quasi keine Gründe, die eine Nichtabgabe rechtfertigen. Da musst du schon bewusstlos im Krankenhaus liegen oder vergleichbar eingeschränkt sein.

Selbst ein Motorradunfall mit Krankenhausaufenthalt hatte damals bei Kenteris und Thanou nicht ausgereicht als Begründung.


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - TranceNation 2k14 - 04.09.2026

Wenn Ansah sagt, seine Toilette sei unbenutzbar gewesen weil der Weihnachtsmann draufgesessen hätte, wäre das etwas genauso wahr wie der Motorradunfall (und das war relativ schnell bekannt).


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - dominikk85 - 05.09.2026

(04.09.2026, 11:12)muffman schrieb: Nein, weil sich sonst jede AthletIn der Kontrolle einfach entziehen könnte und alles auf den Kontrolleur/die Kontrolleurin schieben könnte. Das Beispiel von Atanvarno zeigt ganz klar, dass für den CAS nur eine Sache zählt: Ob die Probe abgegeben wurde.

Wenn der Kontrolleur ausreichend geschult ist und die richtige regelauslegung und mögliche Konsequenzen klar und mit Nachdruck formuliert hätte hätte das so nicht passieren können (vorausgesetzt owen sagt die Wahrheit).


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - dominikk85 - 05.09.2026

Vielleicht sollte die nada das demnächst so machen wie us Polizisten in den Filmen das man dem Athleten noch mal kurz rechte, Pflichten und Konsequenzen erzählt.


Ich würde dazu tendieren owens story zu glauben. Er wäre ja nicht gegangen wenn er gedacht hätte 4 Jahre sperre zu bekommen. Ich kann mir vorstellen der Kontrolleur dachte selber das wäre ok ihn gehen zu lassen und dann hat ihn sein vorgesetzter zurückgepfiffen und er hat versucht seinen Fehler zu covern.


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Läufer 800m - 05.09.2026

(04.09.2026, 13:45)muffman schrieb: Und das Verhalten von Ansah war nicht nebulös? Kontrolle, gerade gepinkelt, Flug wichtiger als Kontrollle, scheinbar keine Ahnung vom Ablauf von Dopingkontrollen, losfahren, umkehren, keine Probe abgeben, Dokument unterschreiben ohne es zu lesen, im Nachhinein suggerieren, dass der Test eh ungerechtfertigt gewesen wäre, weil außerhalb des 60min Zeitfensters, etc. Was für eine Geschichte.

Ganz ehrlich: Wäre Ansah Jamaikaner oder Ami wäre das Thema hier schon längst erledigt.

Was soll uns das sagen?, wäre er schon längst verurteilt und suspendiert oder freigesprochen.  Oder würde er mit Trump da sitzen alle beschimpfen und Jamaikarum trinken. Ich deute das so das du meinst wir reden zu viel darüber, wenn das so ist stimme ich dir zu...


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Atanvarno - 05.09.2026

(05.09.2026, 09:56)dominikk85 schrieb: Vielleicht sollte die nada das demnächst so machen wie us Polizisten in den Filmen das man dem Athleten noch mal kurz rechte, Pflichten und Konsequenzen erzählt.

Hatte ich weiter oben im Thread schon als mögliche Verteidigungsstrategie spekuliert (Beitrag vom 12.08., 21:16 Uhr). Aber die NADA sagt ja im Widerspruch zu Ansah, dass er sehr wohl mündlich über die Folgen seiner Testverweigerung belehrt wurde.