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DM Norm und Zusatzleistung U16 - Druckversion

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RE: DM Norm und Zusatzleistung U16 - Reichtathletik - 07.05.2024

(07.05.2024, 18:49)Rolli schrieb: Das lese ich schon seit mehr als 20 Jahren. Leider entfernt sich die Weltspitze immer weiter und weiter. Auch in Europa.

Ich möchte Dich nur an der Progression der Medaillen bei den internationalen Wettbewerben erinnern. Das ist eine reale Studie, die mir sagt: hier läuft was falsch, schaue lieber woanders nach.
vielleicht aber auch: hier läuft was schief, packt euch alle Mal an die eigene Nase


RE: DM Norm und Zusatzleistung U16 - ThomasB - 02.07.2025

Ich persönlich bin kein Befürworter der Zusatzqualifikation über die Blockwettkämpfe für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften der U16.

Den Grundgedanken, junge Athleten möglichst vielseitig auszubilden und früh breite Grundlagen zu legen, kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Gerade im Schüler- und Jugendalter ist es absolut sinnvoll, verschiedene Disziplinen zumindest einmal kennenzulernen.

Allerdings zeigt sich in der Praxis – insbesondere in den letzten Jahren – immer wieder, dass Spitzenathleten in einzelnen Disziplinen eben nicht zwangsläufig in anderen Bereichen aktiv sind. Die Frage ist daher schon, ob es wirklich sinnvoll ist, talentierte Werfer durch Regelungen in den Hürdensprint zu „zwingen“ oder Sprinter und Springer in den Speerwurf.

Natürlich wird oft argumentiert, dass in diesem Blockwettkampf ja nur durchschnittliche Leistungen erforderlich sind. Stimmt absolut. Aber man darf nicht unterschätzen, dass selbst das ein Mindestmaß an Training und vor allem eine entsprechende Wettkampfplanung voraussetzt.

Zum einen gibt es ohnehin nur relativ wenige Blockwettkämpfe, zumindest bei uns in der Region. Zum anderen liegen diese häufig sehr früh in der Saison. Das stellt Vereine und Athleten vor die Frage: Wann sollen die Hürden oder der Speerwurf sinnvoll trainiert werden? Und woher nimmt man die Zeit, ohne den eigentlichen Schwerpunkt zu vernachlässigen?

Ein weiteres Problem sehe ich darin, dass viele kleinere Vereine – auch solche, die über einzelne herausragende Athleten verfügen – gar nicht die Möglichkeit haben, Disziplinen wie Speerwurf oder Hürden adäquat anzubieten. Sei es aufgrund der örtlichen Gegebenheiten, des fehlenden Trainerpersonals oder schlicht aus Mangel an geeignetem Material.

Im ungünstigsten Fall bedeutet das: Ein Athlet, der in seiner Paradedisziplin zur deutschen Spitze gehört, darf mit 15 Jahren nicht an den Meisterschaften teilnehmen – nur um dann ein Jahr später in der U18 ohne diese Zusatzanforderung wieder einsteigen zu können. Den tieferen Sinn dieser Regelung kann ich ehrlich gesagt nicht ganz erkennen.

Auch wenn man in diesem Alter vielleicht noch nicht in großem Umfang spezialisiert trainiert, zeichnet sich doch oft bereits ab, ob jemand eher in den Sprint- und Sprungbereich oder Richtung Wurf bzw. Mittel- und Langstrecke geht. Diese Tendenzen sind in der Regel mit 14 oder 15 Jahren durchaus sichtbar. Wer national vorne mitmischen möchte, wird seinen Trainingsfokus entsprechend ausrichten müssen.

Vor diesem Hintergrund bin ich einfach kein Freund dieser Blockwettkampfnorm. Sie ist zwar keineswegs unüberwindbar – aber für mich in ihrer Ausgestaltung weder notwendig noch besonders zielführend.

Andere Meinungen und Ansichten kann ich aber durchaus nachvollziehen und akzeptieren. Abgesehen davon: Es ist, wie es ist, und damit müssen Trainer und Athleten nun einmal leben.

Und auch wenn es thematisch nur teilweise dazu passt, besteht dennoch ein klarer Zusammenhang: Es wird einfach zu oft davon ausgegangen, dass ein talentierter Athlet spätestens nach dem Gewinn der Landesmeisterschaft automatisch zu einem größeren Verein wechselt, um dort optimale Trainingsbedingungen vorzufinden. Gerade in ländlichen Regionen ist das jedoch kaum realisierbar. Dort bedeutet es nicht nur eine Fahrt von 30 oder 40 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln – die ohnehin oft nicht existieren –, sondern häufig einfache Strecken von über einer Stunde, die der Athlet und seine Eltern regelmäßig zurücklegen müssten. Spätestens hier wird es für viele, die diesen enormen Aufwand nicht leisten können oder wollen, zunehmend schwierig. Das gilt umso mehr, wenn Sportschulen im eigenen Bundesland ohnehin nur vereinzelt vorhanden sind.


RE: DM Norm und Zusatzleistung U16 - mariusfast - 02.07.2025

(02.07.2025, 11:43)ThomasB schrieb: Ich persönlich bin kein Befürworter der Zusatzqualifikation über die Blockwettkämpfe für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften der U16.

Den Grundgedanken, junge Athleten möglichst vielseitig auszubilden und früh breite Grundlagen zu legen, kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Gerade im Schüler- und Jugendalter ist es absolut sinnvoll, verschiedene Disziplinen zumindest einmal kennenzulernen.

Allerdings zeigt sich in der Praxis – insbesondere in den letzten Jahren – immer wieder, dass Spitzenathleten in einzelnen Disziplinen eben nicht zwangsläufig in anderen Bereichen aktiv sind. Die Frage ist daher schon, ob es wirklich sinnvoll ist, talentierte Werfer durch Regelungen in den Hürdensprint zu „zwingen“ oder Sprinter und Springer in den Speerwurf.

Natürlich wird oft argumentiert, dass in diesem Blockwettkampf ja nur durchschnittliche Leistungen erforderlich sind. Stimmt absolut. Aber man darf nicht unterschätzen, dass selbst das ein Mindestmaß an Training und vor allem eine entsprechende Wettkampfplanung voraussetzt.

Zum einen gibt es ohnehin nur relativ wenige Blockwettkämpfe, zumindest bei uns in der Region. Zum anderen liegen diese häufig sehr früh in der Saison. Das stellt Vereine und Athleten vor die Frage: Wann sollen die Hürden oder der Speerwurf sinnvoll trainiert werden? Und woher nimmt man die Zeit, ohne den eigentlichen Schwerpunkt zu vernachlässigen?

Ein weiteres Problem sehe ich darin, dass viele kleinere Vereine – auch solche, die über einzelne herausragende Athleten verfügen – gar nicht die Möglichkeit haben, Disziplinen wie Speerwurf oder Hürden adäquat anzubieten. Sei es aufgrund der örtlichen Gegebenheiten, des fehlenden Trainerpersonals oder schlicht aus Mangel an geeignetem Material.

Im ungünstigsten Fall bedeutet das: Ein Athlet, der in seiner Paradedisziplin zur deutschen Spitze gehört, darf mit 15 Jahren nicht an den Meisterschaften teilnehmen – nur um dann ein Jahr später in der U18 ohne diese Zusatzanforderung wieder einsteigen zu können. Den tieferen Sinn dieser Regelung kann ich ehrlich gesagt nicht ganz erkennen.

Auch wenn man in diesem Alter vielleicht noch nicht in großem Umfang spezialisiert trainiert, zeichnet sich doch oft bereits ab, ob jemand eher in den Sprint- und Sprungbereich oder Richtung Wurf bzw. Mittel- und Langstrecke geht. Diese Tendenzen sind in der Regel mit 14 oder 15 Jahren durchaus sichtbar. Wer national vorne mitmischen möchte, wird seinen Trainingsfokus entsprechend ausrichten müssen.

Vor diesem Hintergrund bin ich einfach kein Freund dieser Blockwettkampfnorm. Sie ist zwar keineswegs unüberwindbar – aber für mich in ihrer Ausgestaltung weder notwendig noch besonders zielführend.

Andere Meinungen und Ansichten kann ich aber durchaus nachvollziehen und akzeptieren. Abgesehen davon: Es ist, wie es ist, und damit müssen Trainer und Athleten nun einmal leben.

Und auch wenn es thematisch nur teilweise dazu passt, besteht dennoch ein klarer Zusammenhang: Es wird einfach zu oft davon ausgegangen, dass ein talentierter Athlet spätestens nach dem Gewinn der Landesmeisterschaft automatisch zu einem größeren Verein wechselt, um dort optimale Trainingsbedingungen vorzufinden. Gerade in ländlichen Regionen ist das jedoch kaum realisierbar. Dort bedeutet es nicht nur eine Fahrt von 30 oder 40 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln – die ohnehin oft nicht existieren –, sondern häufig einfache Strecken von über einer Stunde, die der Athlet und seine Eltern regelmäßig zurücklegen müssten. Spätestens hier wird es für viele, die diesen enormen Aufwand nicht leisten können oder wollen, zunehmend schwierig. Das gilt umso mehr, wenn Sportschulen im eigenen Bundesland ohnehin nur vereinzelt vorhanden sind.
+1

Vor allem im Hinblick auf potenzielle Marathonläufer. Für die finde ich die kürzeste Langstrecke schon als Zusatzleistung genug. Wir hatten ja schon die Diskussion, dass es gerade im Laufbereich ein großes Problem ist, Talente im Laufbereich zu entdecken. Erinnerung: Bisher war der Gedanke: Bis 13 sollen sie sprinten und dann picken wir diejenigen heraus, die das gut aber nicht sehr gut können und die werden dann Läufer (obwohl Langstreckenlaufen ein eigenes Talent ist). Diese schwächenorientierte Herangehensweise mit den Zusatznorm ist definitiv NICHT die Lösung sondern Teil des Problems. Es braucht wieder mehr Ressourcenorientierung. 

 Ja i.d.R. muss man da zumindest relativ schnell sein. Aber mir fallen da einige BEispiele ein, die diese Zusatznormen nicht geschafft hätten. Bspw. werden auch mehrere erst später dann schnell, da fallen mir einige Läufer ein, bei denen bereits mit 13 das Lauftalent sichtbar war und bei denen man jedoch dachte, dass es irgendwann an der Schnelligkeit hapern würde. Sogenannte Spätentwickler, für die finde ich die 300 M Zusatzleistungen für 3000 M Teilnahme garnicht so leicht.


RE: DM Norm und Zusatzleistung U16 - Citius - 02.07.2025

(02.07.2025, 12:02)mariusfast schrieb:
(02.07.2025, 11:43)ThomasB schrieb: Ich persönlich bin kein Befürworter der Zusatzqualifikation über die Blockwettkämpfe für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften der U16.

Den Grundgedanken, junge Athleten möglichst vielseitig auszubilden und früh breite Grundlagen zu legen, kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Gerade im Schüler- und Jugendalter ist es absolut sinnvoll, verschiedene Disziplinen zumindest einmal kennenzulernen.

Allerdings zeigt sich in der Praxis – insbesondere in den letzten Jahren – immer wieder, dass Spitzenathleten in einzelnen Disziplinen eben nicht zwangsläufig in anderen Bereichen aktiv sind. Die Frage ist daher schon, ob es wirklich sinnvoll ist, talentierte Werfer durch Regelungen in den Hürdensprint zu „zwingen“ oder Sprinter und Springer in den Speerwurf.

Natürlich wird oft argumentiert, dass in diesem Blockwettkampf ja nur durchschnittliche Leistungen erforderlich sind. Stimmt absolut. Aber man darf nicht unterschätzen, dass selbst das ein Mindestmaß an Training und vor allem eine entsprechende Wettkampfplanung voraussetzt.

Zum einen gibt es ohnehin nur relativ wenige Blockwettkämpfe, zumindest bei uns in der Region. Zum anderen liegen diese häufig sehr früh in der Saison. Das stellt Vereine und Athleten vor die Frage: Wann sollen die Hürden oder der Speerwurf sinnvoll trainiert werden? Und woher nimmt man die Zeit, ohne den eigentlichen Schwerpunkt zu vernachlässigen?

Ein weiteres Problem sehe ich darin, dass viele kleinere Vereine – auch solche, die über einzelne herausragende Athleten verfügen – gar nicht die Möglichkeit haben, Disziplinen wie Speerwurf oder Hürden adäquat anzubieten. Sei es aufgrund der örtlichen Gegebenheiten, des fehlenden Trainerpersonals oder schlicht aus Mangel an geeignetem Material.

Im ungünstigsten Fall bedeutet das: Ein Athlet, der in seiner Paradedisziplin zur deutschen Spitze gehört, darf mit 15 Jahren nicht an den Meisterschaften teilnehmen – nur um dann ein Jahr später in der U18 ohne diese Zusatzanforderung wieder einsteigen zu können. Den tieferen Sinn dieser Regelung kann ich ehrlich gesagt nicht ganz erkennen.

Auch wenn man in diesem Alter vielleicht noch nicht in großem Umfang spezialisiert trainiert, zeichnet sich doch oft bereits ab, ob jemand eher in den Sprint- und Sprungbereich oder Richtung Wurf bzw. Mittel- und Langstrecke geht. Diese Tendenzen sind in der Regel mit 14 oder 15 Jahren durchaus sichtbar. Wer national vorne mitmischen möchte, wird seinen Trainingsfokus entsprechend ausrichten müssen.

Vor diesem Hintergrund bin ich einfach kein Freund dieser Blockwettkampfnorm. Sie ist zwar keineswegs unüberwindbar – aber für mich in ihrer Ausgestaltung weder notwendig noch besonders zielführend.

Andere Meinungen und Ansichten kann ich aber durchaus nachvollziehen und akzeptieren. Abgesehen davon: Es ist, wie es ist, und damit müssen Trainer und Athleten nun einmal leben.

Und auch wenn es thematisch nur teilweise dazu passt, besteht dennoch ein klarer Zusammenhang: Es wird einfach zu oft davon ausgegangen, dass ein talentierter Athlet spätestens nach dem Gewinn der Landesmeisterschaft automatisch zu einem größeren Verein wechselt, um dort optimale Trainingsbedingungen vorzufinden. Gerade in ländlichen Regionen ist das jedoch kaum realisierbar. Dort bedeutet es nicht nur eine Fahrt von 30 oder 40 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln – die ohnehin oft nicht existieren –, sondern häufig einfache Strecken von über einer Stunde, die der Athlet und seine Eltern regelmäßig zurücklegen müssten. Spätestens hier wird es für viele, die diesen enormen Aufwand nicht leisten können oder wollen, zunehmend schwierig. Das gilt umso mehr, wenn Sportschulen im eigenen Bundesland ohnehin nur vereinzelt vorhanden sind.
+1

Vor allem im Hinblick auf potenzielle Marathonläufer. Für die finde ich die kürzeste Langstrecke schon als Zusatzleistung genug. Wir hatten ja schon die Diskussion, dass es gerade im Laufbereich ein großes Problem ist, Talente im Laufbereich zu entdecken. Erinnerung: Bisher war der Gedanke: Bis 13 sollen sie sprinten und dann picken wir diejenigen heraus, die das gut aber nicht sehr gut können und die werden dann Läufer (obwohl Langstreckenlaufen ein eigenes Talent ist). Diese schwächenorientierte Herangehensweise mit den Zusatznorm ist definitiv NICHT die Lösung sondern Teil des Problems. Es braucht wieder mehr Ressourcenorientierung. 

 Ja i.d.R. muss man da zumindest relativ schnell sein. Aber mir fallen da einige BEispiele ein, die diese Zusatznormen nicht geschafft hätten. Bspw. werden auch mehrere erst später dann schnell, da fallen mir einige Läufer ein, bei denen bereits mit 13 das Lauftalent sichtbar war und bei denen man jedoch dachte, dass es irgendwann an der Schnelligkeit hapern würde. Sogenannte Spätentwickler, für die finde ich die 300 M Zusatzleistungen für 3000 M Teilnahme garnicht so leicht.

Die 300m Leistung geht ja ab letzten Jahr gar nicht mehr. Jetzt muss es ein Block WK sein für alle, welche teilnehmen möchten. Aber ansich sind die Normen wirklich sehr sehr schwach.


RE: DM Norm und Zusatzleistung U16 - Reichtathletik - 02.07.2025

Insbesondere im Gehen war dies dieses Jahr ein Problem. Hier sind schon sehr "spezielle" Menschen unterwegs – noch dazu viel zu wenige – und einige werden dann noch aussortiert durch den Block und sind demotiviert.
Dabei finde ich diese Zusatznorm grundsätzlich ganz okay. In der Praxis bringt sie aber nicht mehr Vielseitigkeit ins Training sondern mehr spezifik: Es werden nämlich nicht allgemeine koordinative Fähigkeiten trainiert, sondern Wettkampfabstände bei den Hürden, nicht allgemeine Würfe, sondern Speer-Technik, etc.
Definitiv ein Balance-Akt. Offen gestanden wäre ich eher ganz gegen U16-DM. Die haben noch kaum jemanden einen gefallen getan. Hier könnte man lieber die Meisterschaften daraunter aufwärten und ergänzend eine Art Verbändekampf machen... Vielleicht wäre sogar schon mit einer stupiden Veränderung wie einer Umbenennung (statt Deutsche Meisterschaften, Deutscher U16-Cup) etwas erreicht...


RE: DM Norm und Zusatzleistung U16 - runner5000 - 02.07.2025

Verbändekämpfe in der U16 gibt es bereits, allerdings nicht bundesweit, sondern z.B. Nordeutschland (SH, HH, MV, Bremen, NI, Berlin, BB) oder NRW gegen BeNeLux.


RE: DM Norm und Zusatzleistung U16 - ThomasB - 02.07.2025

(02.07.2025, 13:00)Reichtathletik schrieb: Offen gestanden wäre ich eher ganz gegen U16-DM. Die haben noch kaum jemanden einen gefallen getan. Hier könnte man lieber die Meisterschaften daraunter aufwärten und ergänzend eine Art Verbändekampf machen... Vielleicht wäre sogar schon mit einer stupiden Veränderung wie einer Umbenennung (statt Deutsche Meisterschaften, Deutscher U16-Cup) etwas erreicht...

Das wäre meines Erachtens tatsächlich der richtige Ansatz. Für diese Altersklasse gibt es ohnehin schon eine Vielzahl attraktiver Wettbewerbe – angefangen bei den Landesmeisterschaften bis hin zu den Süd- oder Norddeutschen Meisterschaften.
Die Jugendlichen sind ja nicht naiv. Sie wissen genau, dass es ab 15 eine Deutsche Meisterschaft gibt, und sie wollen – allein weil es sie gibt – unbedingt dabei sein. Würde diese Möglichkeit gar nicht existieren, wäre das eben so. 

Genau hier liegt ja das Problem: Wie soll man Athleten, die in einer oder zwei Disziplinen ganz vorne mit dabei sind, erklären, dass sie nun ihren Fokus auf völlig andere, oft ungeliebte oder bisher kaum ausgeübte Disziplinen legen sollen – nur, um sich für die U16-DM zu qualifizieren? 

Gleichzeitig würde man mit einer Abschaffung oder Umbenennung (z.B. in einen Deutschen U16-Cup) auch den  Druck mit dem Blockmehrkampf nehmen. So könnten Trainer und Athleten den Blick stärker auf die Entwicklung der Kern-Disziplinen richten.

Natürlich stimmt es, dass die geforderten Block-Punktzahlen nicht allzu hoch sind – das wurde ja schon mehrfach betont. Aber genau das wirft ja die Frage auf: Wozu dient diese Zusatzqualifikation dann eigentlich? Letztlich führt sie doch nur dazu, dass Talente, die in zwei oder drei Disziplinen Spitze sind, gezwungen werden, zusätzlich Blockwettkämpfe zu absolvieren, um irgendwelche Mindestanforderungen zu erfüllen – Anforderungen, die sie nach der M15 ohnehin nie wieder brauchen.


RE: DM Norm und Zusatzleistung U16 - Reichtathletik - 02.07.2025

Ich würde mir als Zusatzanforderung eher eine gültige Trainerlizenz der Betreuer wünschen, wenngleich das in der Praxis nicht kontrollierbar ist und auch mit Lizenz viel Schindluder getrieben wird. Aber wenn ich es ernst nehme, dass die Talente vielseitig und nachhaltig entwickelt werden sollen, muss ich vor allem darauf schauen, wer sie betreut


RE: DM Norm und Zusatzleistung U16 - Atanvarno - 02.07.2025

Zitat:aufwärten

Da ich das heute hier schon von zwei Leuten gelesen habe, erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass "aufwerten" die korrekte Schreibweise ist.


RE: DM Norm und Zusatzleistung U16 - Barnie - 02.07.2025

Ich möchte hier noch einen anderen Vorschlag in den Raum stellen, weil mir persönlich die Teilnehmerzahlen an der U16-DM auch zu gering sind. Warum nicht Schulmeisterschaften nach englischen Vorbild?! Die Teilnehmerzahlen sind hoch (auch auf den unteren Ebenen (Countys)) und es werden so Talente für die Leichtathletik animiert, die das vorher vielleicht gar nicht gedacht hätten?!
Wenn jetzt der Einwand kommt, "die haben doch ein anderes Spotsystem"? Stimmt, aber ist das ein Argument?! Ich würde sagen: Nein! Der Erfolg, was die Breite aber auch die Spitze der (Lauf-) Leistungen angeht, gibt ihnen Recht!