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Markus Rehm: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber nicht behinderten Athleten? - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Markus Rehm: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber nicht behinderten Athleten? (/showthread.php?tid=416) |
RE: Markus Rehm 8,24m: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber gesunden Athleten? - lor-olli - 27.07.2014 Zitat:… sowas schon in ähnlicher Weise geäußert wurde… habe ich, in einer Art Mantra ständig wiederholt, trotzdem ok. Grundlegend: Es kann keine "endgültige Regelung" geben weil: - die Materialforschung sich ständig weiter entwickelt, man schiebt also nur auf (bis der erste Springer 9 m schafft? ![]() - es immer Einzelfallbetrachtungen geben muss (wer mal die Klassifikation der Schadensklasseneintrag bei den Behinderten mterlebt hat… da gilt mitnichten "appes Bein ist appes Bein", da gilt fast jeder Stumpfzentimeter… überspitzt formuliert. Und trozdem werden viele Entscheidungen als ungerecht empfunden) - Die Situation nicht auszuschließen ist, dass sich ein gesunder, besser zweibeiniger Sportler ein Bein amputieren lässt, um mit Prothese anzutreten (z.B. im Fall sehr hartnäckiger Achillessehnenprobleme, die eigentlich ein Karriereaus bedeuten würden) - man eine Regelung treffen sollte, die diese verfehlte Diskussion um eine Inklusion beendet. (verfehlt weil es hier um die "schönste Nebensache der Welt" geht, weitab allen Existenziellen) Niemand verbietet einem Sportler das Sporttreiben und sich messen, aber man würde keinen Mann gegen eine Frau werten oder einen Erwachsenen gegen ein Kind - weil ungerecht…!?!? Es wäre ein leichtes für den IAAF technische Hilfen (wie Prothesen) generell als klassenfremd einzuordnen - Diskussion beendet. Dann gäbe es immer noch die Möglichkeit gemeinsame Wettkämpe zu veranstalten, aber eben mit unterschiedlichen Wertungen. Wer hat eigenlich diese Idee des "Spektakels" gehabt einen Prothesenträger gegen einen Nichtbehinderten antreten zu lassen. Medienhype? Zuschauerfang für die Leichtathletik? Was passiert wenn ein Patient mit einem Nervenproblem mittels elektronischer Schaltungen besser Auto fährt als ein Vettel? Darf er Formel 1 Weltmeister werden? Ich glaube wir kennen die Antwort… RE: Markus Rehm 8,24m: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber gesunden Athleten? - trackman - 27.07.2014 (27.07.2014, 20:12)lor-olli schrieb: Es wäre ein leichtes für den IAAF technische Hilfen (wie Prothesen) generell als klassenfremd einzuordnen - Diskussion beendet. Dann gäbe es immer noch die Möglichkeit gemeinsame Wettkämpe zu veranstalten, aber eben mit unterschiedlichen Wertungen.Man stelle sich vor, man hätte Rehm außer Konkurrenz antreten lassen. Er springt weiter als Reif, der zum Deutschen Meister erklärt wird. Da hätten sich die Zuschauer die Augen gerieben und ob Reif lange Freude an seinem Titel gehabt hätte ... Mit dem Thema lässt sich ein Sommerloch sehr gut füllen. Danke, DLV! ![]() RE: Markus Rehm 8,24m: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber gesunden Athleten? - tom2 - 27.07.2014 (27.07.2014, 14:21)Atanvarno schrieb: Im Fall Pistorius wurde die IAAF vom CAS gezwungen, ihn trotzt eines Gutachtens von Professor Brüggemann, das Vorteile durch die Prothese konstatierte, zu Wettkämpfen zuzulassen.Bevor man hier so etwas zum Besten gibt, sollte man sich erstmal umfassend informieren oder aber nicht nur das schreiben, was einem paßt. Im Fall Pistorius wurden weitere Studien/Gutachten in den USA angefertigt, die klar aussagten, das er KEINE Vorteile gegenüber Nichtamputierten hat. Der CAS bewertete beide Studien/Gutachten und kam dann letztendlich zu der bekannten Entscheidung. Die Studien beider Seiten sind publiziert, jeder, den es interessiert und der es bewerten kann, kann das einsehen und sich selbst ein Urteil bilden. Damit ist der Fall Rehm natürlich nicht geklärt. Weitsprung ist eben nicht Sprint (bzw. Langsprint). Die niemals auszuschaltenden NACHTEILE des amputierten Sprinters im Start- und Beschleunigungsbereich interessieren ja beim Weitsprung nicht. RE: Markus Rehm 8,24m: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber gesunden Athleten? - hkrueger - 27.07.2014 (27.07.2014, 20:31)trackman schrieb: Man stelle sich vor, man hätte Rehm außer Konkurrenz antreten lassen. Er springt weiter als Reif, der zum Deutschen Meister erklärt wird. Da hätten sich die Zuschauer die Augen gerieben und ob Reif lange Freude an seinem Titel gehabt hätte ... Ich sehs genau andersrum: Rehm wird immer der Weitspringer sein, der mit der Prothese deutscher Meister geworden ist und daher für viele nicht der wirkliche deutsche Meister! Anders sähe es aus, wenn er mit dem gesunden Bein gesprungen wäre. Dann könnte man es 'besser' akzeptieren... Der Leichtathletik schadet es glaube ich nicht, weil endlich wieder verstärkt über sie gesprochen wird und diskutiert wird RE: Markus Rehm 8,24m: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber gesunden Athleten? - matkob - 27.07.2014 @ Lor-olli Ich stimme dir ja in vielen Punkten zu, völlig schlüssig ist deine Argumentation trotzdem nicht. Lor-olli schrieb:Wer hat eigenlich diese Idee des "Spektakels" gehabt einen Prothesenträger gegen einen Nichtbehinderten antreten zu lassen. Medienhype? Die Idee könnte auch von behinderten Ausnahmesportlern gekommen sein, die nicht länger Lust hatten, völlig konkurrenzlos gegen gleich Behinderte anzutreten - weil sie viel, viel besser sind - aufgrund von Talent!? Lor-olli schrieb:"Es kann keine "endgültige Regelung" geben weil: Den Punkt habe ich heute bereits aufgenommen. Es kann z.B. beim Material, bei der Länge der Prothesen Grenzen geben. Bis dahin ist es ein Nachteilsausgleich, darüber hinaus ist es eine Bevorteilung. So ähnlich ist es bei den Arzneien doch auch, mit denen sich Nichtbehinderte "tunen". EIniges ist erlaubt, anderes gilt als Doping - also werden hier bei äußeren Einflüssen/Hilfsmitteln Grenzen gesetzt, natürlich um die Gesundheit der Sportler zu schützen, aber eben auch Gerechtigkeit im Vergleich zu gewährleisten. RE: Markus Rehm 8,24m: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber gesunden Athleten? - Atanvarno - 27.07.2014 (27.07.2014, 20:47)tom2 schrieb: Bevor man hier so etwas zum Besten gibt, sollte man sich erstmal umfassend informieren oder aber nicht nur das schreiben, was einem paßt. Im Fall Pistorius wurden weitere Studien/Gutachten in den USA angefertigt, die klar aussagten, das er KEINE Vorteile gegenüber Nichtamputierten hat. Über den (zweifelhaften?) Wert der zweiten Studie kann man sich hier http://sportsscientists.com/2011/08/the-scientific-evidence-for-an-advantage-for-oscar-pistorius/ informieren. RE: Markus Rehm 8,24m: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber gesunden Athleten? - tom2 - 27.07.2014 (27.07.2014, 21:05)Atanvarno schrieb: Über den (zweifelhaften?) Wert der zweiten Studie kann man sich hierMir ging es vorrangig um die KORREKTE Darstellung der Faktenlage. Generell kann man (natürlich) in beiden Studien kritische Stellen finden. Für die Kölner Studie hätte ich auch einen entsprechenden Link zu bieten. Auf ein solches Niveau sollten wir uns hier aber nicht begeben. Wenn es interessiert, dem kann ich die Quellenangaben beider Studien zusenden. Argumentieren sollte man nur mit den originalen Arbeiten und Fakten und nicht mit tendenziösen Meinungen aus den Weiten des Netzes. Und Faktenlage ist eben in erster Linie, das der CAS beides gegeneinander gewogen hat. RE: Markus Rehm 8,24m: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber gesunden Athleten? - Walker - 27.07.2014 Soweit ich das vorhin gelesen habe, verlor Markus Rehm im Alter von 14 Jahren bei einem Sportunfall seinen rechten Unterschenkel. Hatte Markus bis dahin eigentlich bereits Leichtathletik betrieben? Ich frage dies deshalb, da es sicherlich Altersleistungs-Rechner gibt, mit denen die Leistungen im Jugendbereich bis ins aktive Alter hochgerechnet werden können, auch wenn die errechneten Weiten sicherlich unter Vorbehalt zu sehen sind. Da fällt mir noch interessehalber ein, dass ein Schulkollege von mir damals im Alter von 15 sage und schreibe exakt vermessene 7,00 Meter im Weitsprung bei den Bundesjugendspielen erzielte. Die hierfür hochgerechnete Weite würde sich mir dann bei der Gelegenheit gleich mit erschließen. RE: Markus Rehm 8,24m: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber gesunden Athleten? - Drizzt - 27.07.2014 Weiss vielleicht jemand,ob mein Gefühl zutreffend ist? Mir kommt es so vor,als würden alle(?)/die meisten(?) Prothesenträger nicht mit dem gesunden sondern mit dem "verletzten" Bein springen. Das wäre doch eigentlich unvernünftig,und es würde niemand im Alltag so machen,oder? RE: Markus Rehm 8,24m: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber gesunden Athleten? - Delta - 27.07.2014 (26.07.2014, 16:33)Natus_Vincere schrieb: Das Problem mit Rehm ist doch, dass man sich völlig unnötig eine Baustelle aufgemacht hat, indem man ihn zur Meisterschaft zulässt, gleichzeitig aber sagt "ja, nur unter Vorbehalt und wir messen das erst einmal".Dies ist 100% richtig. Die IAAF muss jeden Schuh abnehmen was im Falle von Rehm sicher nicht passiert ist. Sprich Rehm hätte niemals starten dürfen. Er wird an der EM keine Platz erhalten. (Schuhabnahme steht im Athletics Competition Manual) Für die EAA ist diese DLV Groteske ein Politikum ersten Grades. Es kann sich keiner vorstellen, dass Engländer, Franzosen, Russen hier auch nur entfernt eine Zustimmung geben. Kommt hinzu, dass 3 Wochen sehr wenig Zeit sind bis das von der IAAF bestimmt worden ist. Rehm hat ganz klar einen Vorteil und die IAAF müsste allen anderen Athleten solche Art von Prothesen auch bewilligen Sprich der Springer würde dann nicht mit seinem Originalbein abspringen sondern mit etwas das ählich wie die Tramp Jump Schuhe aussehen. Der Weitsprung würde zur Karikatur werden. Weiten von 9.50 und mehr wären der Normalfall. |