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Gründe für den Aufschwung des deutschen Frauensprint - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Gründe für den Aufschwung des deutschen Frauensprint (/showthread.php?tid=2363) |
RE: IAAF World Relays Nassau - 22./23.04.2017 (Gooooold!) - Gertrud - 03.05.2017 (03.05.2017, 12:35)icheinfachma schrieb: Statt zuviel hochgradig laktazide Sachen sollte man offenbar lieber ein extensives Intervalltraining mehr machen. Man muss auch bedenken, dass neben der lactic capacitiy (Laktattoleranz, bestimmt durch Pufferkapazität) und Abtransport des Laktats (lactic treshold) auch die lactic power (Fähigkeit, größtmögliche Geschwindigkeiten zu erreichen unter Nutzung der Glykolyse, wenn die Phosphatspeicher bereits erschöpft sind; bestimmt durch die Geschwindigkeit der chemischen Reaktionen der Glykolyse). Die Glykolyse läuft ja nciht so schnell ab wie die Energiebereitstellung über die Phosphate. Man kann die Energieflussrate aber trainieren, wenn man Tempoläufe macht, die mit sehr hohen Geschwindigkeiten und glykolytischer anaerober Energiebereitstellung einhergehen. Das ist nur mit langen Pausen und eher kurzen Läufen möglich. Also selbst im 400m-Lauf zählt auch die Qualitätsarbeit im Schnelligkeitsausdauertraining und nicht nur die totale Erschöpfung. Laktattoleranz ist eigentlich nur auf der zweiten Hälfte wichtig. Es kommt auf die Strecke, die Intensität, die Umfänge, die Pausen, die Serienpausen, das strukturelle Training und auf die Anteile der Energiebereitstellung zu den verschiedenen Zeiten der Strecken an. Wenn man dann bestimmte Energiebereitstellungen nicht kaputt schießt, sondern unterstützt, geht eigentlich nicht mehr viel schief. Ich unterhalte mich sehr viel mit drei Leuten aus diesem Bereich, die weit vernetzt sind und habe eine Menge auf diesem Gebiet von ihnen gelernt. Ich habe aber auch selbst im gehobenen Bereich geackert. Ich erschließe sehr gerne (für mich) neue Felder. Gertrud RE: IAAF World Relays Nassau - 22./23.04.2017 (Gooooold!) - Robb - 03.05.2017 (03.05.2017, 13:03)icheinfachma schrieb: Auch David Rudisha, der nicht als Spurtläufer, sondern als ausgewogener 800m-Läufer bzw. einer, der von vorne wegläuft, gilt, hat eine PB von 45.15. Das ist schneller als die deutschen 400m-Läufer. Man sollte nicht nach der Physis urteilen. Und Harald Schmid, 400m PB 44.92s, war über 800m vier Sekunden langsamer als Rudisha und mehr als eine langsamer als Wülbeck. RE: IAAF World Relays Nassau - 22./23.04.2017 (Gooooold!) - Atanvarno - 03.05.2017 (03.05.2017, 13:29)Robb schrieb:(03.05.2017, 13:03)icheinfachma schrieb: Auch David Rudisha, der nicht als Spurtläufer, sondern als ausgewogener 800m-Läufer bzw. einer, der von vorne wegläuft, gilt, hat eine PB von 45.15. Das ist schneller als die deutschen 400m-Läufer. Man sollte nicht nach der Physis urteilen. Es gibt zwei Typen von 800m-Läufern 400/800 (schnelligkeitsorientiert) und 800/1500 (ausdauerorientiert). Schmid war Typ 1 (der sich aber ohnehin auf die 400/400H konzentriert hat), Wülbeck Typ 2 (1500m PB 3:33). Ich kann Pöhlitz zustimmen, dass diejenigen unserer 800m-Läufer, die so trainieren als seien sie 400/800 Typen über 400m eigentlich zu langsam sind. RE: IAAF World Relays Nassau - 22./23.04.2017 (Gooooold!) - Robb - 03.05.2017 Es gibt aber kaum Harbig/Juantorena Typen, die über beide Strecken Weltklasse waren/sind. Auch Rudisha mit seinen 45.15 ist über 400m international nur Mittelmaß. Daraus könnte man schließen, dass Ausdauer wichtiger ist als Schnelligkeit? RE: IAAF World Relays Nassau - 22./23.04.2017 (Gooooold!) - icheinfachma - 03.05.2017 Harald Schmidt war ja auch kein 800m-Läufer, insofern hinkt der Vergleich ein bisschen arg. Das Ausdauer im 800m-Lauf wichtiger als Schnelligkeit ist, ist jetzt nicht gerade eine bahnbrechende Erkenntnis. Dennoch braucht es eine solide Schnelligkeitsgrundlage, um solche hohen Renntempi, aber auch die schnellen ersten 200m ermüdungsarm zu laufen. Die Maximalgeschwindigkeit muss logischerweise deutlich höher als das Renntempo sein, die Differenz bezeichnet man als Schnelligkeitsreserve. Die ist im 400m-Lauf noch wichtiger, spielt aber selbst auf 1500m noch eine Rolle, sodass auch die 1500m-Läufer noch Schnelligkeitstraining machen. Auch für schnelle Schlussspurte, die oft vorkommen, ist Schnelligkeit wichtig. Man kann die 400m auch nicht als Schnelligkeitstest ansehen. Es kommt, wenn wir von Schnelligkeit sprechen, auf lactic power an, die müsste man mit dem 200m-Lauf messen, wobei da natürlich auch die Kurventechnik einen Einfluss hat. Dass ein Läufer auf 400m und auf 800m Weltklasse sein soll, hat übrigens kein Mensch behauptet. RE: IAAF World Relays Nassau - 22./23.04.2017 (Gooooold!) - Atanvarno - 03.05.2017 (03.05.2017, 14:02)Robb schrieb: Daraus könnte man schließen, dass Ausdauer wichtiger ist als Schnelligkeit? Mit Blick auf die Verteilung des aeroben und anaeroben Anteils an der Energiegewinnung im 800m-Lauf ist das richtig. Aber wer mit schnellen Beinen gesegnet ist, muss mit dem Pfund auch wuchern. Deswegen finde ich die 800m als Disziplin so faszinierend, weil so viele gegensätzliche Elemente ins Training einfließen und es immer wieder eine neue Herausforderung ist, das ideal abzustimmen. RE: IAAF World Relays Nassau - 22./23.04.2017 (Gooooold!) - Robb - 03.05.2017 (03.05.2017, 14:21)icheinfachma schrieb: Harald Schmidt war ja auch kein 800m-Läufer, insofern hinkt der Vergleich ein bisschen arg. War er nicht? Schmid lief die 800m öfters unter 1:45 als Hans-Peter Ferner und der war 1982 immerhin Europameister. RE: IAAF World Relays Nassau - 22./23.04.2017 (Gooooold!) - icheinfachma - 03.05.2017 Ja, aber als Nebenprodukt seines 400m-Trainings. Das macht ihn noch lange nicht zu einem 800m-Läufer mit sehr guten Unterdistanzzeiten, sondern zu einem 400m-Läufer, der eben eine solide aerobe Grundlage hatte. Mit seiner 20.6x auf 200m war Schmidt auch eher ein Sprinttyp und kein 400-800m-Typ. RE: IAAF World Relays Nassau - 22./23.04.2017 (Gooooold!) - MZPTLK - 03.05.2017 Ich frage mich schon seit längerer Zeit, warum die Verletzungshäufigkeit bei den SprinterInnen in den letzten Jahren derart hoch ist, wo man doch angeblich 'hochwissenschaftlich' mit modernen Inhalten und wohldosiert (also ohne kaputtmachende Knüppelei) unterwegs ist. So eine Verletztenstatistik ist mir von Paschke, Knoll und Philipp nicht bekannt. RE: IAAF World Relays Nassau - 22./23.04.2017 (Gooooold!) - Robb - 03.05.2017 (03.05.2017, 15:10)MZPTLK schrieb: So eine Verletztenstatistik ist mir von Paschke, Knoll und Philipp nicht bekannt. Interessante Lektüre: https://www.welt.de/print-welt/article638305/Andrea-Philipp-sprintet-aus-dem-Schatten-von-Melanie-Paschke.html Zitat Andrea Philipp 1997: Zitat:"Ich habe in diesem Winter erstmals seit Jahren verletzungsfrei durchtrainieren können" |