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Tun 400m wirklich weh? - Druckversion

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RE: Tun 400m wirklich weh? - beity - 24.10.2015

(24.10.2015, 16:38)lor-olli schrieb: Er bezieht sich vermutlich auf die Energieversorgung der Muskulatur. ATP und KrP sind nach spätestens 10 Sekunden aufgebraucht (hab ich mal zusammengefasst, genau genommen wird 1 aus 2 synthetisiert), die Glukose reicht etwa für die Dauer eines 400m Laufes - diese Prozesse laufen vollständig anaerob ab, spätest dann wird auf Glykogen "umgeschaltet" dazu bedarf es aber Sauerstoffs.

Für die 800m gilt also definitv, dass hier auch aerobe Arbeit geleistet werden muss, während die 400m noch voll anaerob durchzustehen sind (trainiert, mit gefüllten Energiepeichern, also nicht bei einem kurzfristig stattfindenden zweitem Lauf). Dies gilt für echte Leistung, natürlich kann man die 400m auch aerob joggen Wink (und natürlich bezieht sich das "Körner sparen" im Vorlauf darauf eben die Energiespeicher nicht bis zur Grenze zu entleeren, umso schneller sind sie wieder gefüllt, der Körper kann wichtige Regenerationsarbeit sparen)
soweit akzeptiert,
Gestolpert wäre ich, würde man einen Laktatwert als Stoffwechselparameter heranziehen um zu belegen, das die 2. Hälfte bei 400 Meter "aerober" wäre.
Wenn es auch schon einige Jährchen her ist, wir haben nicht nur theoretisch was uns zusammengesponnen, sondern auch praktisch gemessen.
Natürlich im Ziel von 400 Meter Wettkämpfen und auch ganz vereinzelt bei 800 Meter Wettkämpfen. Annähernd direkt nach dem Ziel und dann alle 2 Minuten bis ich glaube 15 Minuten nach Belastungsende  (halt um die Ausschwemmzeit ins Blut zu berücksichtigen). Beispielsweise haben wir dann aber bei einem 1:50 Läufer  im Training 2 kontrollierte 400 Meterläufe in Renngeschwindigkeit laufen lassen (Abstand ca. 20 Minuten) und Laktat gemessen. Zeiten waren jeweils knapp 54 Sekunden. Die Werte waren definitiv niedriger als zu Ende eines 800 Meterlaufes.
(das selbe bei einem 400 Meterläufer, Bestzeit 48,8, Bestzeit 200 Meter knapp 22 und 200 Meter Testlauf in etwa 23,5 )
Leider haben wir nicht weitergemacht, hätten gerne auch Werte genommen beim 800 Meter Läufer nach  600 Meter Testlauf in Renngeschwindigkeit, was passiert wenn die 400 eine Sekunde schneller angelaufen wird, wie wirkt sich ein sehr schnelles Starttempo über die ersten 200 Meter aus (man muss ja "seine" Position im Rennen finden) im Vergleich. Oft wird ja bei 800 Meterläufen nach 200 eingebremst und im Spitzenbereich folgt nach einer 200 Meterzwischenzeit von zeit  24,82 bei 200 Meter eine 400 Meterzwischenzeit von 54 etwas . Welchen Effekt hätte es gehabt, bewusst die ersten 200 ruhig anzulaufen und dann in der 2 Kurve ans Feld heranzurollen und dann auf der ersten Zielgeraden von außen in die gewünschte Position reinzulaufen , alles im gleichmäßigen Tempo.....viele Fragen, haben wir leider nicht lösen können, haben eben nicht ausreichend Werte aufgenommen. Ist aber auch schwierig, dafür Probanden zu finden auf höherem Leistungsniveau. Da wollte sich keiner die Saison "versauen".


RE: Tun 400m wirklich weh? - Mockauer - 29.10.2015

Also brennen tut bei mir auch nichts, wenn ich mal ne 400m laufe, aber ich bin danach erstmal platt und brauche 5-10min um wieder was sagen zu können. Das nichts brennt kann vielleicht bei mir auch mit der absoluten schlechten Zeit zusammen hängenBig Grin
Ich frage mal unseren Sprintspezialisten, wenn ich ihn sehe


RE: Tun 400m wirklich weh? - lor-olli - 29.10.2015

@Mockauer, deine Formulierung enthält schon die Antwort!
Zitat:…wenn ich mal ne 400m LAUFE…
die 400m sind aber ein SPRINT, man läuft also nicht mehr im muskulär bequemen Bereich! Wenn ich flott laufe (>aerober Grenzbereich), dann geht mir "irgendwann die Puste" aus, dass lässt sich aber mit dem Tempo recht weiträumig regulieren. Wenn ich sprinte, komme ich nach wenigen Sekunden in den roten Bereich, ich habe die schnellen Energiespeicher der Muskeln (die noch ohne Sauerstoff auskommen) leergeräumt und verbrenne oxidativ (Laktat ist ein Ergebnis).

Wenn man sich nun zwingt trotzdem weiter in diesem Bereich zu laufen, tut das auch zwangsläufig weh! Ohne entsprechendes Training und ohne Erfahrung ist das natürlich ein Ritt auf des Messers Schneide und ein völlig Untrainierter dürfte Schwierigkeiten haben diesen Bereich überhaupt lange genug (bis zum Schmerz) durchzuhalten. Die untrainierten Muskeln und die schlechte Sauerstoffversorgung lassen ihn vermutlich schon vor der 200m Marke schlapp machen - er fällt, stolpert oder joggt ins Ziel, aber sprintet nicht mehr.


RE: Tun 400m wirklich weh? - Mockauer - 30.10.2015

Ich kenne kaum einen der die 400m oder 400m Hü gerne machtBig Grin

Aber du hast recht Olli, ich bin ja so schon kein Sprinter, bei mir ist die Luft nach spätestens 75m weg. So denke ich meist schon an den Rest des Tages, ich wollte ungern die ganze Zeit wien Marienkäfer aufm Rücken verbringenWink


RE: Tun 400m wirklich weh? - MZPTLK - 30.10.2015

Hast Du es schon mal mit Training versucht?
Soll helfen, aber vieleicht ist das auch nur ein Gerücht...


RE: Tun 400m wirklich weh? - Rolli - 31.10.2015

Echt? Aber das tut doch weh!
Und 75m? Man!!! Mein Kühlschrank ist doch nur 6m entfernt.


RE: Tun 400m wirklich weh? - lor-olli - 31.10.2015

@ Rolli @ MZ

gemach Leute, wir wissen nicht ob Mockauer überhaupt Läufer ist, er kann ja auch einfach in der Mannschaft als "Auffüller" dienen. (Wie sieht es mit den Langsprintfähigkeiten des Hammerwerfers MZ aus?)
Dazu kommt noch, dass die Fähigkeit "über das Limit" zu gehen mit zunehmenden Alter abnimmt - selbst bei Training! Ich "alter Sack" werde mich garantiert nie mehr von irgend jemanden überreden lassen noch mal 400m zu sprinten (das war schon zu Zehnkampfzeiten, neben den 1500m, meine Hassdiziplin).

100m sprintet man "aus der kalten Hose", genau wie man springt oder wirft (Verletzungsgefahr inklusive, wie ich bestätigen kann…), auch lange Strecken läuft man einfach (wenn dann auch entsprechend langsam), den Langsprint sprintet man nicht unvorbereitet, genau so wenig wie man "mal eben" Stabhoch springt - beides bedarf Vorbereitung! (Einfach auch mal die Hände eines Stabhochspringers anschauen - oft ist da viel kaputte Haut, tut auch weh …) Und das Mockauer nach 75m nicht mehr sprinten mag könnte auch bedeuten, dass er zuviel Fußball spielt!

Können wir uns darauf einigen, dass die 400m eine sehr eigene Diziplin sind, auch wenn das für "Nicht-Lang-Sprinter" nicht so deutlich ist? Wer MZ folgt und dafür trainiert, weiß dann aber auch das es weh tut! Wink


RE: Tun 400m wirklich weh? - MZPTLK - 31.10.2015

(31.10.2015, 10:40)lor-olli schrieb: (Wie sieht es mit den Langsprintfähigkeiten des Hammerwerfers MZ aus?)
Mit 25(82 Kg) ne 4:30 über 1500
Heute(97 Kg, kaum trainiert) unwesentlich langsamer Big GrinBig Grin
Deswegen kann ich ja so gute Ratschläge geben. RolleyesIdeaTeufel


RE: Tun 400m wirklich weh? - lor-olli - 31.10.2015

Mit 24 bin ich die 1500 in 4:32 gelaufen, die 400m hatten eine größere Bandbreite, zwischen knapp über 50sec und 52.5sec (hing auch vom Zehnkampf ab).
Die Zeit knapp über 50 waren allerdings grenzwertig, man hat mir eine Sauerstoffmaske aufgedrückt (dafür hat es auch nicht weh getan / bzw. ich hab nix mehr gemerkt…).

Hab damals 78kg gewogen, heute 83 (ein wenig Lauftraining) - sprinten mag ich heute trotzdem nicht mehr, joggen ist ok.


RE: Tun 400m wirklich weh? - Rolli - 31.10.2015

Schämt euch! Tongue
Mit 48 bin ich 1500 in 4:22 gelaufen... aber die 400 kann ich nicht mehr. Nicht wegen Schmerzen (auch) Einfach geht nicht mehr schnell.