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Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - Druckversion

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RE: Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - HACE - 21.08.2025

Die Schule hat /sportartspezifisch) angestellte Trainer oder Lehrer-Trainer. 
In unserem Fall (Leichtathletik) sind diese zwar auch Trainer beim selben Verein, und damit auch außerschulisch und  "Abends" unterwegs.
Da es im Verein aber eher zu viele Sportler/ zu wenige Trainer - sind, ist man nicht automatisch in deren Vereins- Trainingsgruppe. 
Im Verein wird im Prinzip auf das alter der Athleten geschaut. Auch werden die EDS "Sportschüler" hier nicht "bevorzugt", (Was verständlich und auch OK ist...)
In der U14 wird in unserem Verein noch nicht so wirklich spezialisiert.
Die (sicherlich top ausgebildeten) Lehrer/Trainer leiten nachmittags eher "Spezialisierte Einheiten".
U14 Vereinstraining ist eher "Breitensport".

Wie in meinem vorherigen Beitrag erwähnt, gibt es an unserer Schule etliche andere Sportarten die personell besser aufgestellt scheinen.  Aber für diese Sportarten ist die Schule auch ein "zertifiziertes"  Landesleistungszentrum (oder sonstiges. Ich kenn mich mit der Differenzierung OSP,BSP.LLZ, etc. nicht so aus :-) ) 
Hier gibt es wohl auch noch von außerhalb bzw. mischfinanzierte Trainerstellen.

Für die Leichtathletik ist das aber nicht so


RE: Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - S_J - 21.08.2025

Ich kann den konkreten Fall natürlich nicht beurteilen.

Aber ganz generell, auch für diejenigen, die hier einfach nur mitlesen: Viele Eltern (und leider auch einige Trainer) sind der Meinung, dass viel Spezifik möglichst früh etwas gutes ist. Das ist in manchen Fällen möglicherweise umstritten (mariusfast wird hier bestimmt gleich wieder die Ingebrigtsens anführen Big Grin ), aber in den meisten Fällen ist eine breite und vielseitige Ausbildung in der U14 durchaus sinnvoll. 

Ein Problem hierbei sind sicherlich auch Begrifflichkeiten: Was für mich ein allgemeines Sprungtraining ist, ist für den anderen vielleicht schon (leichtathletik-)spezifisch. Ein anderer wird sich aber vielleicht auch denken: okay, dann mache ich als allgemeines Sprungtraining eben Dropjumps vom hohen Kasten. Ist ja allgemein und nicht spezifisch. Und plötzlich liegt die U-Athletin mit einem Ermüdungsbruch im Krankenhaus anstatt auf dem Siegerpodest zu stehen und hat noch zehn Jahre später Schmerzen beim Training.

Es ist für Eltern natürlich nicht einfach (und man kann es schwer erwarten), dass sie sich damit im Detail auskennen. Und es sind leider einige Trainer und auch Lehrer unterwegs, die sich von den Schutzvorgaben des DLV nicht irritieren lassen. Viele lassen sich bei der Trainingsgruppenwahl davon leiten, ob jemand Topathleten hervorgebracht hat: "Der hat in den letzten Jahren drei Leute ins Nationaltrikot gebracht, der muss gut sein! Das will ich für mein Kind auch!" Aus meiner Sicht zeichnet sich ein gutes Training aber dadurch aus, dass sowohl konstant als auch in der Breite gute Leistungen hervorgebracht werden. Wenn in einer Trainingsgruppe, diejenigen, die es nicht an die Spitze schaffen, am Training kaputt gehen, oder auch diejenigen, die es in einem Jahr schaffen, dann dafür in den Folgejahren den Preis zahlen, ist das doch kein gutes Training. Ich empfehle daher immer, auch zu schauen, wo es gute und vielseitige Teamleistungen gibt. Das ist im U14/U16-Bereich meiner Erfahrung nach das beste Indiz...

Ich habe leider schon sehr viele Talente kaputt gehen sehen. Sowohl körperlich, als auch daraus resultierend mental. Mehr und spezifischer ist nicht unbedingt besser.


RE: Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - mariusfast - 21.08.2025

(21.08.2025, 11:35)S_J schrieb: Ich kann den konkreten Fall natürlich nicht beurteilen.

Aber ganz generell, auch für diejenigen, die hier einfach nur mitlesen: Viele Eltern (und leider auch einige Trainer) sind der Meinung, dass viel Spezifik möglichst früh etwas gutes ist. Das ist in manchen Fällen möglicherweise umstritten (mariusfast wird hier bestimmt gleich wieder die Ingebrigtsens anführen Big Grin ), aber in den meisten Fällen ist eine breite und vielseitige Ausbildung in der U14 durchaus sinnvoll. 

Ein Problem hierbei sind sicherlich auch Begrifflichkeiten: Was für mich ein allgemeines Sprungtraining ist, ist für den anderen vielleicht schon (leichtathletik-)spezifisch. Ein anderer wird sich aber vielleicht auch denken: okay, dann mache ich als allgemeines Sprungtraining eben Dropjumps vom hohen Kasten. Ist ja allgemein und nicht spezifisch. Und plötzlich liegt die U-Athletin mit einem Ermüdungsbruch im Krankenhaus anstatt auf dem Siegerpodest zu stehen und hat noch zehn Jahre später Schmerzen beim Training.

Es ist für Eltern natürlich nicht einfach (und man kann es schwer erwarten), dass sie sich damit im Detail auskennen. Und es sind leider einige Trainer und auch Lehrer unterwegs, die sich von den Schutzvorgaben des DLV nicht irritieren lassen. Viele lassen sich bei der Trainingsgruppenwahl davon leiten, ob jemand Topathleten hervorgebracht hat: "Der hat in den letzten Jahren drei Leute ins Nationaltrikot gebracht, der muss gut sein! Das will ich für mein Kind auch!" Aus meiner Sicht zeichnet sich ein gutes Training aber dadurch aus, dass sowohl konstant als auch in der Breite gute Leistungen hervorgebracht werden. Wenn in einer Trainingsgruppe, diejenigen, die es nicht an die Spitze schaffen, am Training kaputt gehen, oder auch diejenigen, die es in einem Jahr schaffen, dann dafür in den Folgejahren den Preis zahlen, ist das doch kein gutes Training. Ich empfehle daher immer, auch zu schauen, wo es gute und vielseitige Teamleistungen gibt. Das ist im U14/U16-Bereich meiner Erfahrung nach das beste Indiz...

Ich habe leider schon sehr viele Talente kaputt gehen sehen. Sowohl körperlich, als auch daraus resultierend mental. Mehr und spezifischer ist nicht unbedingt besser.
Ich widerspreche nicht. Nur kurz.
Da ich im Zusammenhang mit Spezifik und Kindertraining erwähnt wurde. Es gab da ja ein extra Thread. Die Frage war da ja auch eher was unter Spezifik verstanden wird. Bspw. Bei nicht wenigen im Laufbereich immer noch überhaupt nicht laufen. Das ist jedoch eine falsche Annahme


RE: Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - aj_runner - 31.08.2025

Ich habe jetzt einen Artikel im Mühlacker Tagblatt gelesen, dass ein 14-jähriger Para-Schwimmer auf eine Sportschule nach Berlin geht. Er hatte im vergangenen Jahr wohl 10 Wochen Schulausfall auf Grund des Sports.
Mit über 600 km Entfernung ist das nochmals eine andere Hausnummer, da kommst Du nicht jedes zweite Wochenende nach Hause.