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Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Jugend (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=4) +--- Thema: Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? (/showthread.php?tid=6276) |
RE: Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - HACE - 21.08.2025 Die Schule hat /sportartspezifisch) angestellte Trainer oder Lehrer-Trainer. In unserem Fall (Leichtathletik) sind diese zwar auch Trainer beim selben Verein, und damit auch außerschulisch und "Abends" unterwegs. Da es im Verein aber eher zu viele Sportler/ zu wenige Trainer - sind, ist man nicht automatisch in deren Vereins- Trainingsgruppe. Im Verein wird im Prinzip auf das alter der Athleten geschaut. Auch werden die EDS "Sportschüler" hier nicht "bevorzugt", (Was verständlich und auch OK ist...) In der U14 wird in unserem Verein noch nicht so wirklich spezialisiert. Die (sicherlich top ausgebildeten) Lehrer/Trainer leiten nachmittags eher "Spezialisierte Einheiten". U14 Vereinstraining ist eher "Breitensport". Wie in meinem vorherigen Beitrag erwähnt, gibt es an unserer Schule etliche andere Sportarten die personell besser aufgestellt scheinen. Aber für diese Sportarten ist die Schule auch ein "zertifiziertes" Landesleistungszentrum (oder sonstiges. Ich kenn mich mit der Differenzierung OSP,BSP.LLZ, etc. nicht so aus :-) ) Hier gibt es wohl auch noch von außerhalb bzw. mischfinanzierte Trainerstellen. Für die Leichtathletik ist das aber nicht so RE: Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - S_J - 21.08.2025 Ich kann den konkreten Fall natürlich nicht beurteilen. Aber ganz generell, auch für diejenigen, die hier einfach nur mitlesen: Viele Eltern (und leider auch einige Trainer) sind der Meinung, dass viel Spezifik möglichst früh etwas gutes ist. Das ist in manchen Fällen möglicherweise umstritten (mariusfast wird hier bestimmt gleich wieder die Ingebrigtsens anführen ), aber in den meisten Fällen ist eine breite und vielseitige Ausbildung in der U14 durchaus sinnvoll. Ein Problem hierbei sind sicherlich auch Begrifflichkeiten: Was für mich ein allgemeines Sprungtraining ist, ist für den anderen vielleicht schon (leichtathletik-)spezifisch. Ein anderer wird sich aber vielleicht auch denken: okay, dann mache ich als allgemeines Sprungtraining eben Dropjumps vom hohen Kasten. Ist ja allgemein und nicht spezifisch. Und plötzlich liegt die U-Athletin mit einem Ermüdungsbruch im Krankenhaus anstatt auf dem Siegerpodest zu stehen und hat noch zehn Jahre später Schmerzen beim Training. Es ist für Eltern natürlich nicht einfach (und man kann es schwer erwarten), dass sie sich damit im Detail auskennen. Und es sind leider einige Trainer und auch Lehrer unterwegs, die sich von den Schutzvorgaben des DLV nicht irritieren lassen. Viele lassen sich bei der Trainingsgruppenwahl davon leiten, ob jemand Topathleten hervorgebracht hat: "Der hat in den letzten Jahren drei Leute ins Nationaltrikot gebracht, der muss gut sein! Das will ich für mein Kind auch!" Aus meiner Sicht zeichnet sich ein gutes Training aber dadurch aus, dass sowohl konstant als auch in der Breite gute Leistungen hervorgebracht werden. Wenn in einer Trainingsgruppe, diejenigen, die es nicht an die Spitze schaffen, am Training kaputt gehen, oder auch diejenigen, die es in einem Jahr schaffen, dann dafür in den Folgejahren den Preis zahlen, ist das doch kein gutes Training. Ich empfehle daher immer, auch zu schauen, wo es gute und vielseitige Teamleistungen gibt. Das ist im U14/U16-Bereich meiner Erfahrung nach das beste Indiz... Ich habe leider schon sehr viele Talente kaputt gehen sehen. Sowohl körperlich, als auch daraus resultierend mental. Mehr und spezifischer ist nicht unbedingt besser. RE: Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - mariusfast - 21.08.2025 (21.08.2025, 11:35)S_J schrieb: Ich kann den konkreten Fall natürlich nicht beurteilen.Ich widerspreche nicht. Nur kurz. Da ich im Zusammenhang mit Spezifik und Kindertraining erwähnt wurde. Es gab da ja ein extra Thread. Die Frage war da ja auch eher was unter Spezifik verstanden wird. Bspw. Bei nicht wenigen im Laufbereich immer noch überhaupt nicht laufen. Das ist jedoch eine falsche Annahme RE: Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - aj_runner - 31.08.2025 Ich habe jetzt einen Artikel im Mühlacker Tagblatt gelesen, dass ein 14-jähriger Para-Schwimmer auf eine Sportschule nach Berlin geht. Er hatte im vergangenen Jahr wohl 10 Wochen Schulausfall auf Grund des Sports. Mit über 600 km Entfernung ist das nochmals eine andere Hausnummer, da kommst Du nicht jedes zweite Wochenende nach Hause. RE: Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - Straßenläufer - 05.05.2026 Mir ist eine sehr leistungsstarke Mehrkämpferin Jahrgang 2012 aufgefallen (Hoch 1,58 Weit 5,24 Ball 54,50), die aktuell schon fast 670 Leistungen in LADV hat. Wenn ich richtig gezählt habe, dann sind es bis dato in 2026 bereits 32 einzelne Leistungen (inkl. Vor-/Zwischenläufe, ohne Mehrkampfresultat, ohne Mannschaftsresultat). Ist diese große Anzahl an Wettkämpfen in diesem Alter vertretbar / sinnvoll ? Bislang scheint sie damit gut durchgekommen zu sein. RE: Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - Barnie - 05.05.2026 (05.05.2026, 17:25)Straßenläufer schrieb: Mir ist eine sehr leistungsstarke Mehrkämpferin Jahrgang 2012 aufgefallen (Hoch 1,58 Weit 5,24 Ball 54,50), die aktuell schon fast 670 Leistungen in LADV hat. Also ich habe niemanden in der Bestenliste 2026 auf leichtathletik.de finden können, auf denen diese Leistungen (Hoch 1,58 Weit 5,24 Ball 54,50) zutreffen?! Deshalb interessiert es mich jetzt mal, wo der Fehler ist?! RE: Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - Freaky - 05.05.2026 dein Fehler ist, dass die Leistungen aus 2025 stammen, zumindest habe ich da jemanden gefunden mit den Bestleistungen 24 Wettkämpfe in 2025 sind schon ne Hausnummer RE: Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - S_J - 05.05.2026 In der Saison jedes Wochenende einen Mehrkampf zu absolvieren bzw das zulässige Maximum an Einzelstarts auszureizen halte ich jetzt nicht für die gesündeste oder nachhaltigste Methode. Mag vielleicht im Einzelfall gut gehen. Aber in den meisten Fällen, die ich mitbekommen habe, eben leider auch nicht. RE: Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - Barnie - 06.05.2026 (05.05.2026, 20:47)Freaky schrieb: dein Fehler ist, dass die Leistungen aus 2025 stammen, zumindest habe ich da jemanden gefunden mit den Bestleistungen Ok, dann habe ich jetzt auch jemanden mit den BL gefunden. Allerdings mit sage und schreibe 101 Einzeleinträgen für 2025 (ohne Mk und Mannschaftswertungen, aber mit Staffeln) und mittlerweile bereits 34 für 2026. Ich bin ja grundsätzlich auch eher für etwas mehr Wk als zu wenige, aber das erscheint mir für eine 12-jährige auch als zu viel. Vor allem sehe ich keinen Sinn darin. Der Aufwand steht dann in keinem Verhältnis mehr zum Ertrag. Und der sollte ja darin bestehen, sich bei jedem Wk weiter zu verbessern?! Und das gelingt ihr bei ihrer dichten Wk-Folge offenbar immer seltener (z.B. in den letzten 14 Wk keine neue PB im Hoch- oder Weitsprung). Das ist für eine 12/13-jährige schon ungewöhnlich. Aber ich will hier auch nicht urteilen, da ich die Hintergründe nicht kenne. Ich würde es aber als Trainer (oder Elternteil) anders machen. Ganz klar. RE: Bedingungslose Unterstützung durch die Eltern? - Straßenläufer - 06.05.2026 Danke für die Einschätzungen. Die letzten Leistungen vom 01.05.2026 deuten für mich nicht unbedingt auf ein "Leistungsloch" hin. PB mit Speer, den man in der W14 erstmal 38,27m weit werfen muss. Das haben letztes Jahr insg. nur 12 WE14-Mädchen in DE überboten. Respekt für diese Leistung. Hoch 1,54 / Weit 5,04 am 01.05. sind jetzt auch nicht meilenweit von ihren PBs entfernt. Auch dafür Respekt. Sie ist ja bereits auch "wieder" für Wettkämpfe am 09.05. und am 17.05. gemeldet. Da kann man wieder draufschauen, wenn man möchte. Bei der Beurteilung kommt es m.E. sehr auf die individuelle Zielstellung an. Falls es "Spaßmaximierung bei LA-Wettkämpfen im Hier und Jetzt" ist, dann kann man die Herangehensweise vlt. nachvollziehen. Falls es "langfristige Leistungsentwicklung zum Erzielen von Höchstleistungen in der Zukunft" ist, dann ist die Herangehensweise vermutlich zu ambitioniert. Aber möglicherweise täusche ich mich da und dieser Fall geht gut aus. Hoffentlich. Ich habe mir mal zum Vergleich die Schwester (Jahrgang 2006) unseres ehemaligen Zehnkampf Welt-/ und Europameisters angesehen, weil diese Familie sicherlich sportlich sehr ambitioniert und mit großem Sachverstand agiert. Ihr Wettkampfpensum ist grob gesagt ca. 1/3, d.h. etwa 10 pro Saison. Sie hat im Zeitraum 2019-2026 insg. 264 Leistungen zu Buche stehen. Im Laufbereich wird peinlich genau darauf geachtet, dass Jugendliche/Kinder die vorgesehenen Maximaldistanzen nicht überschreiten. Es gab ja in der Vergangenheit Volksläufe, die komplett annuliert wurden, weil diese Vorgaben vom Veranstalter nicht eingehalten wurden. Ehrlich gesagt, könnte man vorliegend unter dem Buzzword "Kindeswohl" vlt. auch darüber nachdenken, gewisse Schranken einzuziehen. |