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Mediale Einordnung der Annäherung an Dopingleistungen - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Mediale Einordnung der Annäherung an Dopingleistungen (/showthread.php?tid=2959) |
RE: Mediale Einordnung der Annäherung an Dopingleistungen - icheinfachma - 02.08.2018 (02.08.2018, 10:05)Jo498 schrieb: Vom Generalverdacht abgesehen, gibt es zwei hauptsächliche Verdachtsmomente: Überragende Leistungen und außerordentliche Leistungssteigerungen, besonders in "fortgeschrittenem" Alter, in dem die nicht mehr ohne weiteres zu erwarten sind.Da stimme ich schon zu, ich will auch gar nicht den Verdaucht auf die Sprinterinnen konkret lenken (da sie sich ja definitiv auch technisch gesteigert haben und im DLV man auch hinsichtlich Sprintkrafttraining dazugelernt hat). Ich will auch nicht speziell auf die deutsche LA hinaus, sondern mir geht es um das Gesamt des olympischen Sports. Wir haben überragende Leichtathleten in bestimmten Disziplinen (Wurf z.B.), wir haben überragende Bahnradsportler, auch z.b. im Gewichtheben. Es ist nicht so das Deutschland grundsätzlich schlecht ist. Und (das habe ich schonmal geschrieben, hier gern nochmal) dass wir weniger gute Leistungen haben als z.B. Großbritannien oder die USA, kann auch daran liegen, dass wir VIEL weniger Geld ausgeben für den Sport als diese Länder und wir einen zunehmen kleiner werdenden Nachwuchspool (bereits in der Grundschule beginnend) haben. Diese zwei Faktoren sind zu berücksichtigen. Die USA haben dazu noch eine viel größere Bevölkerung als wir und sie haben (behaupt ich zumindest) bessere Sprintgene (die besten weißen US-Sprinter eher langsamer als unsere deutschen). Wenn die US-Kugelstoßer gut sind, kamen hier im Forum tw. Andeutungen, dass in den USA nicht alles so sauber abläuft. Über unsere deutschen Speerwerfer kamen solche Bemerkungen nie. Auch die deutschen Diskuswerfereinnen wurden nie in dieser Weise thematisiert. Die amerikanischen Schwimmer (Weltklasse) dopen laut Ansicht vieler Deutschen. Die Deutschen Fußballer (Weltklasse, auch jetzt noch) hingegen angeblich nicht. Das nenne ich die "nationale Brille". Also zusammengefasst: 1. Nein eine generell schlecchtere Leistung muss nicht an weniger Doping leigen, sondern kann auch an einem kleinere Talentpool bzw. schlechterer Förderung liegen. 2. Wenn wir Deutschne in irgenwas Weltklasse sind, wird nie von Doping gesprochen, wenn die Chinesen oder Amerikaner Weltklasse sind, dann gehen einige förmlich davon aus, dass es am Doping liegt. Die Amerikaner denken genau umgekehrt. Überhaupt denkt wohl jedes Land so unausgewogen. RE: Mediale Einordnung der Annäherung an Dopingleistungen - icheinfachma - 02.08.2018 (02.08.2018, 12:51)Atanvarnp schrieb: Ich ziehe das Ergebnis einer wissenschaftliche Studie einer persönlichen Einschätzung vor.1. Ok - das bleibt dir überlassen. Ich kann mir nur eben vorstellen, dass die gedopeten Athleten gerade nicht teilnahmen und die Stichprobe daher nicht repräsentativ ist. 2. Das man nicht erwischt wird hat vor dem Hintergrund, dass vieles nciht nachweisbar ist, nichts zu sagen. Außerdem kann man Sportler auch von Verbandsseite decken. Typischste Dopingmittel, die Klassiker sozusagen: Steroide, Wachstumshormone, Stimulanzien, EPO. Davon nicht nachweisbar: Bestimmte Designersteroide; Testosterin in Kombi mit Epitestostern, Wachstumhormone, EPO dann, wenn die über 100 Präparate geschickt gemischt werden und man innerhalb der Toleranzwerte für den Blutpass bleibt. Stimulanzien nachweisbar, allerdings im Training erlaubt. Zu diesen "Klassikern" kommen dann noch spezielle ebenfalls nciht nachwisbare und hochwirksame Substanzen wie Prohormone und Wachstumsfaktoren. Und dann soll die Zahl der erwischten Sportler eine Aussage darüber zulassen, wie viele dopen? Um es mal drastisch zu sagen (Formulierung nicht von mir): "Erwischt werden nur die Dummen." Sind wir in Deutschland mit usnerem Wissnschafts-Know-How so dumm? Ich bezweifle es. 3. Die Wirtschaft könnte auch korruptionsbedingt das Vertrauen in die Sportorganisationen verloren haben. Wissen wir nicht. RE: Mediale Einordnung der Annäherung an Dopingleistungen - icheinfachma - 02.08.2018 Ich bin nicht dafür, den deutschen Sport und jeden einzelnen seiner Sportler unter Generalverdacht zu stellen. MIr liegt es auhc nit daran, Deutschland auf eine Stufe mit der DDR oder mit Russland zu stellen. Mich stört es aber, dass trotz nachgewiesenen, systematischen, staatlich geduldeten und finanzierten Dopings in der BRD vor dem Kalten Krieg und der Übernahme der DDR-Dopingofrschungseinrichtungen in die BRD mit der Wende behauptet wird, in Deutschland ist heute alles super und anderswo nicht. Da fehlt es mir an ausgewogener Betrachtungsweise, ich halte diese Sichtweise einfach für befangen und auch für naiv. |