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Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - Druckversion

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RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - alex72 - 17.03.2017

wie schon gesagt müssen sich die Athleten natürlich mit medizinischen oder gesundheitlich Gründen entschuldigen.

Das ist ein uneugennütziger  Protest der den DLV trifft und nicht andere Athleten.


RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - Robb - 17.03.2017

(17.03.2017, 08:45)Sebastian schrieb: Ja, aber wo läge hierbei das Problem? Es wurde vorher klar kommuniziert und ein Athlet, eine Athletin trifft dann solche Entscheidungen auf eigenes Risiko.

Das Problem liegt im Kontext, der DLV verlangt von Athleten Leistung ohne Gegenleistung. Er verlangt auch von Athleten ohne Förderung, dass sie bei vom DLV festgelegten Wettbewerben antreten.


RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - Sebastian - 17.03.2017

Das sehe ich überhaupt nicht als Problem, wobei ich selbstverständlich einem Denkfehler unterliegen kann.

Alles, wofür der DLV nominieren kann/darf/muss sind doch "Nationenbewerbe", oder? Also sowas wie EM,WM, diverse Team-Events etc.

Das unterliegt ja per definitionem der "Hoheit" der nationalen Verbände, die ihre "Nationalmannschaften" nominieren (über Sinn und Unsinn dieser Regelung müsste man natürlich trefflich streiten, aber gehört gerade nicht zum Thema)

Bei all diesen Wettbewerben werden doch keine Antrittsgelder und Prämien ausgeschüttet, also ein nicht nominierter Athlet unterliegt weder einem (faktischen) Berufsverbot, noch wird er finanziell geschädigt.

Wenn der DLV es sich anmaßen würde, Athleten für sagen wir die DM oder Meetings und Sportfeste zu sperren, weil sie sich "unbotmäßig" (die "" sind bewusst gesetzt, ich schreibe hier natürlich aus Warte des Verbandes) verhalten haben, würde der Fall komplett anders liegen. Ich gehe aber davon aus (bitte um Korrektur), dass der DLV diese Kompetenz eben NICHT hat, also nicht einfach so Sperren aussprechen "darf".

Bei aller Verständnis für Kritik am DLV (bin ich auch jederzeit mit dabei) finde ich es auch manchmal verwunderlich, wie hier Athleten fast automatisch als "im Recht" dargestellt werden. Mal ganz überspitzt (nein, das meine ich nicht zu 100% so) ausgedrückt: Warum sollte ich indirekt (qua Steuergeld) den Profi-Läufer Gabius fördern?

Achso: Und @jonas90: NEIN, ich bin sicher nicht deiner Meinung, bevor du wieder Teil- und Halbsätze aus dem Zusammenhang gerissen zitieren möchtest.


RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - Gertrud - 17.03.2017

(17.03.2017, 12:16)Robb schrieb:
(17.03.2017, 08:45)Sebastian schrieb: Ja, aber wo läge hierbei das Problem? Es wurde vorher klar kommuniziert und ein Athlet, eine Athletin trifft dann solche Entscheidungen auf eigenes Risiko.
Das Problem liegt im Kontext, der DLV verlangt von Athleten Leistung ohne Gegenleistung. Er verlangt auch von Athleten ohne Förderung, dass sie bei vom DLV festgelegten Wettbewerben antreten.

Zunächst einmal will ich doch als Athletin oder Athlet selbst Leistung bringen, ohne immer sofort die Gegenrechnung aufzumachen. Ich finde es fürchterlich, wenn man sagt, dass man nur dann startet, wenn auch Geld fließt. 

Wenn ungeförderte Athleten bei Länderkämpfen z.B. antreten sollen, müssen sie sich auch irgendwie qualifizieren. Wenn ein Athlet Förderung ablehnt, weil er z. B. auch seinen Beruf forcieren möchte und dadurch nicht immer zur Verfügung stehen kann, kann er natürlich auch seinen Rhythmus selbst bestimmen. 

Es müsste doch bei normalem Menschenverstand möglich sein, ein gutes Agreement installieren zu können. Natürlich hat der Verband wie der Athlet jeweils seine "Schmerzgrenze". Die habe ich als Trainerin auch: Wenn ich einen Athleten oder ein Athletin trainiere, die/ der permanent gegen mein Empfinden agiert, war´s das aus meiner Sicht. Man kann den Verband nicht immer nur in der Pflicht sehen und selbst immer nur außen vorbleiben und umgekehrt. Klartext ist in jedem Falle angesagt. Es gibt natürlich auch irreversible Schäden und Grenzen. Im Mittelpunkt sollte meines Erachtens immer das Topergebnis zum Topereignis stehen. 

Gertrud


RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - steeple - 17.03.2017

(17.03.2017, 13:10)Sebastian schrieb: Mal ganz überspitzt (nein, das meine ich nicht zu 100% so) ausgedrückt: Warum sollte ich indirekt (qua Steuergeld) den Profi-Läufer Gabius fördern?

Achso: Und @jonas90: NEIN, ich bin sicher nicht deiner Meinung, bevor du wieder Teil- und Halbsätze aus dem Zusammenhang gerissen zitieren möchtest.

Ich übernehme das mal für jonas90 …
Gabius gehört gefördert, weil er den Kaderstatus hat.

Deswegen darf er sein Stück vom Kuchen durchaus auch verlangen.


RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - Robb - 17.03.2017

(17.03.2017, 13:10)Sebastian schrieb: Bei all diesen Wettbewerben werden doch keine Antrittsgelder und Prämien ausgeschüttet, also ein nicht nominierter Athlet unterliegt weder einem (faktischen) Berufsverbot, noch wird er finanziell geschädigt.

WM Peking 2015 Prämien:

Sieger: 60000 USD
Achtplatzierter: 4000 USD
--------------------------------------------
Du willst einen Fernseher kaufen, beim Mediamarkt verlangt man von dir 1000 Euro, dafür bekommst du aber keinen Fernseher, sondern die Option, eventuell einen im Sommer kaufen zu dürfen. Genau das macht der DLV, er verlangt Vorleistung ohne jegliche Gegenleistung.

Das Grundproblem, und nur deshalb habe ich den Passus in den Nominierungsrichtlinien erwähnt: Der DLV behandelt nicht alle Athleten gleich.
Anja Scherl bekommt Topförderung, muß aber 2017 nicht für den DLV antreten. Bei Gabius beschwert sich der DLV, wenn er trotz Förderung nicht antreten will und Athleten ohne Förderung zwingt man (zumindest laut Richtlinien) zum Start.


RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - Sebastian - 17.03.2017

(17.03.2017, 14:57)steeple schrieb:
(17.03.2017, 13:10)Sebastian schrieb: Mal ganz überspitzt (nein, das meine ich nicht zu 100% so) ausgedrückt: Warum sollte ich indirekt (qua Steuergeld) den Profi-Läufer Gabius fördern?

Achso: Und @jonas90: NEIN, ich bin sicher nicht deiner Meinung, bevor du wieder Teil- und Halbsätze aus dem Zusammenhang gerissen zitieren möchtest.


Ich übernehme das mal für jonas90 …
Gabius gehört gefördert, weil er den Kaderstatus hat.

Deswegen darf er sein Stück vom Kuchen durchaus auch verlangen.

Klar, das ist ja auch völlig legitim und absolut in Ordnung. Mir ging es eher um den "vorauseilenden Gehorsam" der Forumsgemeinde, die fordert, der DLV solle sofort zahlen, alles andere ist primär (by Horst Hrubesch)

Der DLV sagt ja, er zahlt das Trainingslager, also kann/muss man das so hinnehmen und akzeptieren. Der Umgang und die Zusage mit Fördergeldern ist nunmal stellenweise nicht so einfach und ein Balanceakt. Gelder, gerade in solchen Bürokratie-Monstern wie Sportverbänden (die eben auch an der öffentliche Hand hängen) fließen halt nicht beliebig und ohne Weiteres.

Und die Weigerung eines Kader-Athleten bei der Wm anzutreten ist natürlich auch...ähm...gewöhnungsbedürftig, aber das gilt ja ausnahmslos für alle und keinesfalls explizit für Gabius, den ich für einen sehr sympathischen, integren und reflektierten Athleten halte.


RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - Gertrud - 17.03.2017

Wenn einer Kaderstatus hat, sollte er meines Erachtens nicht die Verpflichtung haben, an Lehrgängen und DLV-TL teilzunehmen, weil es primär um die beste Auswirtschaftung der Leistung geht. Er sollte aber sehr wohl bei Fördergeldern für eigene TL auch bei WM und OS verpflichtend starten und auch nicht mit gezinkten Karten spielen und Verletzungen zum Höchstereignis vortäuschen. Ich bin der festen Überzeugung, dass der DLV ein Anrecht bei Förderung auf die Präsenz beim Höchstereignis hat. Etwas Vaterlandsliebe sollte man schon haben.  Thumb_up Wenn man nimmt, sollte man auch die Fahne hochhalten. - Ich würde erst nach eingehenden Gesprächen mit Idriss Gonschinska die Konsequenzen ziehen, aber z.B. nicht vorher.  

Gertrud


RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - Atanvarno - 17.03.2017

(17.03.2017, 15:26)Sebastian schrieb: Der DLV sagt ja, er zahlt das Trainingslager, also kann/muss man das so hinnehmen und akzeptieren.

Beim Noch-Präsidenten liest sich das im FAZ-Interview aber anders
http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/dlv-praesident-clemens-prokop-weist-gabius-kritik-zurueck-14927848.html


RE: Arne Gabius verzichtet auf die WM in London - jonas - 17.03.2017

Interessant, dass Gabius laut Leichtathletik.de dieses Jahr nochmal auf die Bahn zurückkehren will, nachdem die 10.000m bei der WM in Peking sein "letztes Konzert auf der Bahn" sein sollten.