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Dreisprungtechnik: Willie Banks hält 19m für möglich - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Training in Praxis und Alltag (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=6) +--- Thema: Dreisprungtechnik: Willie Banks hält 19m für möglich (/showthread.php?tid=1489) |
RE: Dreisprungtechnik: Willie Banks hält 19m für möglich - Thor - 15.11.2015 (15.11.2015, 16:19)gera schrieb: ergänzend noch : Hi gera. Da musst Du aber besser hinschauen. In dieser Generation gab es neben Conley und später Harrison keinen Springer, der annähernd an die Jumpweiten von Banks heranreichte. Beim WR habe ich 6.89m in Erinnerung. Banks stand nach Hop-Step aber meistens nur bei 10.50m bis 11m. Edwards sprang nicht immer 6.70m Jumpweiten und Olsson hat ihn da öfters übertroffen. Ich habe die Artikel mittlerweile beide gelesen. Einzig neue Erkenntnis ist, dass er jetzt dem Gegenarmschwung beim Step eine Chance einräumt. In keiner Weise spricht er sich gegen Doppelarm in Step und Jump aus. Allerdings bin ich weiterhin der Meinung, dass er die Weltspitze über Jahre nicht genau genug verfolgt hat um spezifische Entwicklungen richtig zu deuten. Sondern stattdessen nach Beispielen sucht seine Sichtweise zu bestätigen. In den frühen 2000ern war er der Meinung, dass alle Cubaner Wechselarm springen und alle ehemaligen Soviets den Hop doppelarmig springen. Urrutia und Garcia beispielsweise kannte er gar nicht, bzw. hatte sie nie springen gesehen. Beide sprangen weitere Jumps als Pichardo. Taylor widerlegt ja alle seine Argumente: -Doppelarmvorbereitung in den letzten beiden Schritten. -KSP Absenkung vor dem Hop -Doppelarm im Hop ohne Höhe zu machen -Tiefe Kniewinkel -Weiter Stütz vor dem Körper -kein "Pawing" -trotzdem hohe Geschwindigkeit bis zur Landung Grüße. RE: Dreisprungtechnik: Willie Banks hält 19m für möglich - Hellmuth K l i m m e r - 15.11.2015 Zitat:Ich habe die Artikel mittlerweile beide gelesen. @ Thor, du wirklicher Kenner des Dreisprungs. Mir scheint, dass wohl weniger die biomechanischen Überlegungen (Doppelarmeinsatz vs. Gegenarmschwung) entscheidend sind, sondern 1. die in jungen Jahren vermittelte Ausbildung; 2. das "Wohlfühlen" beim Sprung und das Bewegungstalent (Geschicklichkeit) des Athleten. H. Klimmer / sen. RE: Dreisprungtechnik: Willie Banks hält 19m für möglich - dominikk85 - 16.11.2015 Es wird ja immer auf das Ideal Jonathan Edwards und dessen flachen und leichten Sprungstil verwiesen, aber ist dieser Stil überhaupt für jeden springer so durchführbar? Es gab ja auch durchaus sehr erfolgreiche springer die eher über die sprungkraft als über die geschwindigkeit und erhaltung der geschwindigkeit kamen. diese springen natürlich höher und mit mehr "gewalt" und möglicherweise ist dieser stil auch belastender, aber könnten diese springer mit einem anderen stil ebenso erfolgreich sein? kann man jedem edwards sprungstil und körpertyp "verordnen"? ich kann verstehen, dass man von JE fasziniert ist, da er mit seinem dünnen körper und leichten sprungstil einfach eine leichtigkeit hatte und dazu hatte er ja auch wirklich eine sehr lange verletzungsarme karriere (mit 32 jahren noch 18m und mit mitte 30 noch hohe 17er), aber nicht jeder hat sein talent. RE: Dreisprungtechnik: Willie Banks hält 19m für möglich - Thor - 16.11.2015 Hi dominik. 1.) Er sprang ja gar nicht so flach, wie immer getan wird. Conley/Taylor springen viel flachere Winkel im Hop. Stepabsprung war sehr speziell. 2.) Er hat Gewichtheberfähigkeiten erreicht, die ihn in D. zur nationalen Spitze gebracht hätten. 3.) Schon mit unausgereifter Technik und Athletik sprang er 17.30er Weiten am Stück und 6m+ Jumps mit dem schwachen Bein. -1991 bspw. 17.27m aus 13!!! Anlaufschritten. 4.) Schnell war er schon da. Also sein Talent hatte er schon damals unglaublich angedeutet. 1995 hat er aus einer Erkrankung 94 eine Recovery gezeigt, die eine deutlich verbesserte Athletik hervorgebracht hat. 94 bei der EM sah er aus wie ein kranker Mann. Trotzdem sprang er auch 94 über 17m. Zusätzlich fand er seine optimale Technik, die sicherlich im Training passiert ist. Allerdings wende ich ein, dass ich der Auffassung bin, dass das eher ein Steuerungsdetail war als klare Zieltechnik. Bei ihm gab es immer wieder, teils bei aufeinanderfolgenden WKs große Schwankungen. 1 Arm, 2 Arme, tiefe Kniewinkel, hohe Kniewinkel, große Stützweiten, kleine Stützweiten, kurze Steps, weite Steps. Aber immer war es schnell und immer flog es weit. Das bedeutet für mich. Bewegungsschule mit damit verknüpfter athletischer Vorbereitung. Für sich hat er den besten Weg gefunden. Vollenden konnte er das 96 aber nicht, sonst wären wir schon bei 18.50. Momentan gehen doch Taylor, Pichardo und Tamgho alle andere und sehr unterschiedliche Wege und erreichen 18m und mehr. Dass Edwards genauso wie Conley 15 Jahre Weltklasse ohne große Ausfälle, 10 Jahre 17,50m und mehr angeboten haben. Mit 38 Jahren noch wettbewerbsfähig waren, das verdient eine tiefe Verneigung vor der Methodik und Technik. Nebenbei, der eine mit den kürzesten, der andere mit den längsten Kontaktzeiten der Weltklasse. Grüße. |