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RE: Germany Athletics - muffman - 11.12.2025

Als ob es nicht jetzt schon Schüler-, Studenten- und Familientarife gäbe bzw. Regelungen für sozial/finanziell schwächer gestellte Familien.


RE: Germany Athletics - muffman - 11.12.2025

(11.12.2025, 09:10)Reichtathletik schrieb:
(11.12.2025, 01:02)muffman schrieb: Fast kein Profifußballer „brennt“ für den Verein, für den er spielt. Es geht am Ende nur um Erfolg und Geld. Alles andere ist nebensächlich. Das nennt man dann Hochleistungs- oder Profisport. Viele Vereine, die AthletInnen unter Vertrag haben, können selbst oder zumindest alleine keine Infrastruktur für ein professionelles Training bieten. Dann sag mir bitte was Lückenkemper mit Berlin zu tun hat, Haase mit Wetzlar, Neugebauer mit dem VFB, etc. Die bekommen am Ende auch nur die Kohle und haben mit den Vereinen sonst quasi nichts zu tun. Das ist am Ende auch scheißegal. Wir sprechen von Profisport und keiner Kreisliga-Fußballromantik, die eh nur was für Realitätsverweigerer ist. Die Infrastruktur für Hochleistungstraining wird meistens eh von den OS gestellt. Diese ganze Diskussion ist an Scheinheiligkeit wirklich kaum zu überbieten.

Wenn man ehrlich ist sind aber bestimmt 75% der Athleten Kreisliga. Es beschwert sich keiner über die Lückenkempers der Welt, wenn sie zu GA gehen. Es geht um die Athleten, die es zT nicht einmal zu Deutschen Meisterschaften schaffen. Ernstgemeinte Frage: Sollte man jemanden ohne DM-Norm wirklich mehrere Hundert Euro im Monat überweisen? Ist das Profesionell? Oder ist es Profesionell ein entsprechendes Umfeld zu schaffen und die Athleten zu entwickeln. Und jemanden auf Platz 50-100 der Deutschen Bestenliste realistisch zu sagen, dass er oder sie einen Job wird brauchen?!

Übrigens ist es auch Scheinheilg zu sagen dass die Infrasturktur von OS bzw BSP gestellt wird, weil weite Teile Deutschlands über sowas nicht verfügen.

Ich kenne Leute, die Kreisliga beim Dorfverein Fußball spielen und vom Verein 500€/Monat bekommen. Dazu Prämien für Punkte, Tore, pünktlich zum Training erscheinen. Bier und Kippen nach dem Training sind obligatorisch. Ob so etwas für die LA erstrebenswert ist, sei mal
dahingestellt. GA sind die AthletInnen scheinbar so viel Geld wert. Daran ist nichts falsch. Am
Ende geht es GA um den eigenen Erfolg. Die anderen Vereine sind denen dann halt egal. So wie den schon bestehenden großen Vereinen die kleineren Vereine egal sind. Wie gesagt: Hier trifft es zum Teil halt die großen Vereine. Deswegen regen sich auch alle auf.


RE: Germany Athletics - CoachnEngineer - 11.12.2025

(11.12.2025, 09:30)muffman schrieb: Als ob es nicht jetzt schon Schüler-, Studenten- und Familientarife gäbe bzw. Regelungen für sozial/finanziell schwächer gestellte Familien.

Bei vielen "traditionell" aufgestellten Vereinen haben wir es überwiegend mit Beitragszahlern aus diesen Gruppen zu tun.
Im Alter, in dem man locker 100 Euro im Monat für Sportverein zur Verfügung hat, sind die meisten doch schon ausgetreten. Dein Vorschlag würde also dann auch nicht so wahnsinnig viel mehr Geld in die Kassen spülen. Bei den zuletzt notwendigen Beitragserhöhungen kam es in einigen Vereinen doch schon zu massiven Austrittswellen. 
Und ja, ich hab schon so einige talentierte SportlerInnen unter Sozialtarif betreut


RE: Germany Athletics - mariusfast - 11.12.2025

(11.12.2025, 09:10)Reichtathletik schrieb:
(11.12.2025, 01:02)muffman schrieb: Fast kein Profifußballer „brennt“ für den Verein, für den er spielt. Es geht am Ende nur um Erfolg und Geld. Alles andere ist nebensächlich. Das nennt man dann Hochleistungs- oder Profisport. Viele Vereine, die AthletInnen unter Vertrag haben, können selbst oder zumindest alleine keine Infrastruktur für ein professionelles Training bieten. Dann sag mir bitte was Lückenkemper mit Berlin zu tun hat, Haase mit Wetzlar, Neugebauer mit dem VFB, etc. Die bekommen am Ende auch nur die Kohle und haben mit den Vereinen sonst quasi nichts zu tun. Das ist am Ende auch scheißegal. Wir sprechen von Profisport und keiner Kreisliga-Fußballromantik, die eh nur was für Realitätsverweigerer ist. Die Infrastruktur für Hochleistungstraining wird meistens eh von den OS gestellt. Diese ganze Diskussion ist an Scheinheiligkeit wirklich kaum zu überbieten.

Wenn man ehrlich ist sind aber bestimmt 75% der Athleten Kreisliga. Es beschwert sich keiner über die Lückenkempers der Welt, wenn sie zu GA gehen. Es geht um die Athleten, die es zT nicht einmal zu Deutschen Meisterschaften schaffen. Ernstgemeinte Frage: Sollte man jemanden ohne DM-Norm wirklich mehrere Hundert Euro im Monat überweisen? Ist das Profesionell? Oder ist es Profesionell ein entsprechendes Umfeld zu schaffen und die Athleten zu entwickeln. Und jemanden auf Platz 50-100 der Deutschen Bestenliste realistisch zu sagen, dass er oder sie einen Job wird brauchen?!


Man sieht ja was aus diesen Athleten auf "Kreisliganiveau" wird, wenn sie bereits davor bezahlt werden und neben dem Studium keinen Job annehmen müssen. Bezahlung & Umfeld sind kein Widerspruch, sondern im Gegenteil nicht voneinander zu trennen. Siehe unsere Collegeathleten. Aktuelles Beispiel befindet sich in der aktuellen Runninggaggspodcastfolge: Katja Bäuerle bekam ein Stipendium mit vollem Fokus auf Studium und Profileben als Sportlerin als sie im letzten U-20 Jahr 2:19 und 4:53 lief. Und das obwohl sie  bereits seit dem Jugend/Schüleralter bei diesem guten Verein in Karlsruhe  unter Top Trainern trainierte. 

Wobei Bezahlung von  paar Hundert Euro sicherlich nicht vergleichbar mit den hier bei Bäuerle durch die Uni in den USA übernommenen Kosten zu vergleichen und der falsche Begriff ist.  Die meisten Studenten leben schon ohne Leistungssport am Limit und werden sogar in unserer Statistik als " relativ arm" bezeichnet. Es ist also schon ein Job, wenn sie noch neben dem Leistungssport studieren. Ich weiß nicht was du hier meinst mit "einen Job brauchen wird" und v.a. was du von den Athleten postullierst Huh . Ich kenne keinen Athleten, der überhaupt keine Ausbildung machen möchte und mehrere 1000 Euro als kompl. Finanzierung des Lebensunterhalts vom Verein fordert. Außer vllt. diejenigen, die bereits Weltklasse sind.


RE: Germany Athletics - CoachnEngineer - 11.12.2025

(11.12.2025, 09:36)muffman schrieb:
(11.12.2025, 09:10)Reichtathletik schrieb:
(11.12.2025, 01:02)muffman schrieb: Fast kein Profifußballer „brennt“ für den Verein, für den er spielt. Es geht am Ende nur um Erfolg und Geld. Alles andere ist nebensächlich. Das nennt man dann Hochleistungs- oder Profisport. Viele Vereine, die AthletInnen unter Vertrag haben, können selbst oder zumindest alleine keine Infrastruktur für ein professionelles Training bieten. Dann sag mir bitte was Lückenkemper mit Berlin zu tun hat, Haase mit Wetzlar, Neugebauer mit dem VFB, etc. Die bekommen am Ende auch nur die Kohle und haben mit den Vereinen sonst quasi nichts zu tun. Das ist am Ende auch scheißegal. Wir sprechen von Profisport und keiner Kreisliga-Fußballromantik, die eh nur was für Realitätsverweigerer ist. Die Infrastruktur für Hochleistungstraining wird meistens eh von den OS gestellt. Diese ganze Diskussion ist an Scheinheiligkeit wirklich kaum zu überbieten.

Wenn man ehrlich ist sind aber bestimmt 75% der Athleten Kreisliga. Es beschwert sich keiner über die Lückenkempers der Welt, wenn sie zu GA gehen. Es geht um die Athleten, die es zT nicht einmal zu Deutschen Meisterschaften schaffen. Ernstgemeinte Frage: Sollte man jemanden ohne DM-Norm wirklich mehrere Hundert Euro im Monat überweisen? Ist das Profesionell? Oder ist es Profesionell ein entsprechendes Umfeld zu schaffen und die Athleten zu entwickeln. Und jemanden auf Platz 50-100 der Deutschen Bestenliste realistisch zu sagen, dass er oder sie einen Job wird brauchen?!

Übrigens ist es auch Scheinheilg zu sagen dass die Infrasturktur von OS bzw BSP gestellt wird, weil weite Teile Deutschlands über sowas nicht verfügen.

Ich kenne Leute, die Kreisliga beim Dorfverein Fußball spielen und vom Verein 500€/Monat bekommen. Dazu Prämien für Punkte, Tore, pünktlich zum Training erscheinen. Bier und Kippen nach dem Training sind obligatorisch. Ob so etwas für die LA erstrebenswert ist, sei mal
dahingestellt. GA sind die AthletInnen scheinbar so viel Geld wert. Daran ist nichts falsch. Am
Ende geht es GA um den eigenen Erfolg. Die anderen Vereine sind denen dann halt egal. So wie den schon bestehenden großen Vereinen die kleineren Vereine egal sind. Wie gesagt: Hier trifft es zum Teil halt die großen Vereine. Deswegen regen sich auch alle auf.
In den seltensten Fällen ist das Geld dann legal gezahlt worden. Sonst hätte der Verein schon längst Probleme mit der Gemeinnützigkeit.


RE: Germany Athletics - Citius - 11.12.2025

(11.12.2025, 09:36)muffman schrieb:
(11.12.2025, 09:10)Reichtathletik schrieb:
(11.12.2025, 01:02)muffman schrieb: Fast kein Profifußballer „brennt“ für den Verein, für den er spielt. Es geht am Ende nur um Erfolg und Geld. Alles andere ist nebensächlich. Das nennt man dann Hochleistungs- oder Profisport. Viele Vereine, die AthletInnen unter Vertrag haben, können selbst oder zumindest alleine keine Infrastruktur für ein professionelles Training bieten. Dann sag mir bitte was Lückenkemper mit Berlin zu tun hat, Haase mit Wetzlar, Neugebauer mit dem VFB, etc. Die bekommen am Ende auch nur die Kohle und haben mit den Vereinen sonst quasi nichts zu tun. Das ist am Ende auch scheißegal. Wir sprechen von Profisport und keiner Kreisliga-Fußballromantik, die eh nur was für Realitätsverweigerer ist. Die Infrastruktur für Hochleistungstraining wird meistens eh von den OS gestellt. Diese ganze Diskussion ist an Scheinheiligkeit wirklich kaum zu überbieten.

Wenn man ehrlich ist sind aber bestimmt 75% der Athleten Kreisliga. Es beschwert sich keiner über die Lückenkempers der Welt, wenn sie zu GA gehen. Es geht um die Athleten, die es zT nicht einmal zu Deutschen Meisterschaften schaffen. Ernstgemeinte Frage: Sollte man jemanden ohne DM-Norm wirklich mehrere Hundert Euro im Monat überweisen? Ist das Profesionell? Oder ist es Profesionell ein entsprechendes Umfeld zu schaffen und die Athleten zu entwickeln. Und jemanden auf Platz 50-100 der Deutschen Bestenliste realistisch zu sagen, dass er oder sie einen Job wird brauchen?!

Übrigens ist es auch Scheinheilg zu sagen dass die Infrasturktur von OS bzw BSP gestellt wird, weil weite Teile Deutschlands über sowas nicht verfügen.

Ich kenne Leute, die Kreisliga beim Dorfverein Fußball spielen und vom Verein 500€/Monat bekommen. Dazu Prämien für Punkte, Tore, pünktlich zum Training erscheinen. Bier und Kippen nach dem Training sind obligatorisch.

Das ist eher die Regel als die Ausnahme. Im Jugendbereich ebenso. Da gibt’s halt pro Dorf (egal wie klein) nahezu einen Mäzen, der die Spieler bezahlt. Die Clubs, welche das nicht machen können, schauen in die Röhre. Im Fußball ist es selbst in der Kreisliga A die Ausnahme, dass der Großteil der Spieler im eigenen Verein ausgebildet wurden und ihre komplette Spielzeit in dem Verein verbringen.


RE: Germany Athletics - Reichtathletik - 11.12.2025

(11.12.2025, 09:36)muffman schrieb: Ich kenne Leute, die Kreisliga beim Dorfverein Fußball spielen und vom Verein 500€/Monat bekommen. Dazu Prämien für Punkte, Tore, pünktlich zum Training erscheinen. Bier und Kippen nach dem Training sind obligatorisch. Ob so etwas für die LA erstrebenswert ist, sei mal
dahingestellt. GA sind die AthletInnen scheinbar so viel Geld wert. Daran ist nichts falsch. Am
Ende geht es GA um den eigenen Erfolg. Die anderen Vereine sind denen dann halt egal. So wie den schon bestehenden großen Vereinen die kleineren Vereine egal sind. Wie gesagt: Hier trifft es zum Teil halt die großen Vereine. Deswegen regen sich auch alle auf.

Mir wird hier nachwievor zu viel vermischt. Nochmal: Mir ist das egal ob ein OK Athlet von Stadtwerke München zu MA wechselt, der ohnehin beim Bundestrainer ist. Mir geht es um die Athleten auf einem Niveau weit dahinter, denen erzählt wird, wenn du nicht 500 Euro bekommst, bist du dem Verein nichts wert. Und mal ehrlich: VOn 500 Euro kann man den Sport nicht profesionell betreiben. Profesionell bedeutet, man lebt davon. Und wenn wir bei 18 Jährigen nun bereits anfangen dick Geld zu zahlen werden wir noch mehr haben die in der U23 aufhören weil sie den Sport ja "nicht mehr Profesionell betreiben können". Hinzu kommt die moralische Fallhöhe: Man will die Leichtathletik "retten". Dann bau Stadien wo keine Sinn, bilde Lehrer aus und stell Trainer an. 
Oder: Sei halt so ehrlich und sag: Ich will 50% oder mehr der Sportler unter Vertrag haben, weil ich es geil finde.
Es geht bei GA nämlich eben nicht um einen Verein sondern um 10 oder mehr.

Es ist ein bisschen wie bei Social Media. Da denken die Leute auch, sie haben ein recht darauf, das umsonst zu bekommen. Ja, das liegt aber daran, dass sie nicht der Kunde, sondern das Produkt sind. Und Sportler bei GA sind auch nicht die Kunden, sondern das Produkt.


RE: Germany Athletics - Jakob94 - 11.12.2025

Der Vergleich von mariusfast mit dem College-System ist spannend: Denn dort wird eben kein direkter finanzieller Anreiz geschaffen, sondern ein professionelles Umfeld gestaltet. Also genau der gegensätzliche Weg zu GA. Sicherlich ist auch in Amerika nicht alles perfekt, aber das die Entwicklungsmöglichkeiten einzelner AthletInnen in der Breite angeht, ist es sicherlich aktuell der weltweit erfolgsversprechendste Weg.
Natürlich fließt da auch unglaublich viel Geld rein, aber eben nicht als Ausschüttung an die AthletInnen, sondern in ein professionelles Umfeld. Also genau das, was hier in Deutschland in weiten Teilen fehlt.


RE: Germany Athletics - muffman - 11.12.2025

Ich wiederhole mich: GA baut sein System vermutlich von oben nach unten auf. Wieso juckt dich das so mit den 500€? Wenn da sportlich nichts dahintersteckt bei GA, dann gehen die Leute wieder. Diejenigen, denen das Geld wichtiger ist als der sportliche Erfolg (bleiben wir mal bei Leistungsniveau Landesebene), kannst du dann eh vergessen.


RE: Germany Athletics - CoachnEngineer - 11.12.2025

(11.12.2025, 09:56)Jakob94 schrieb: Der Vergleich von mariusfast mit dem College-System ist spannend: Denn dort wird eben kein direkter finanzieller Anreiz geschaffen, sondern ein professionelles Umfeld gestaltet. Also genau der gegensätzliche Weg zu GA. Sicherlich ist auch in Amerika nicht alles perfekt, aber das die Entwicklungsmöglichkeiten einzelner AthletInnen in der Breite angeht, ist es sicherlich aktuell der weltweit erfolgsversprechendste Weg.
Natürlich fließt da auch unglaublich viel Geld rein, aber eben nicht als Ausschüttung an die AthletInnen, sondern in ein professionelles Umfeld. Also genau das, was hier in Deutschland in weiten Teilen fehlt.

100% Zustimmung.
Und das erfolgreiche College hat auch meist noch ein höheres Ansehen als die wenigen "Profi-Clubs"